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Ein Cellist des Beethoven-Orchesters und eine Pianistin, die ebenfalls mit dem renommierten Ensemble auftritt: In Bonn gelten sie als Traumpaar der Klassik-Szene. Zwei herausragende Musiker, verbunden durch die Liebe zur Musik und ein gemeinsames Kind. Doch hinter der Fassade brodelt es. Aus Nähe werden Wut und Verzweiflung – und schließlich eine grausame Tat. Die neue Folge der Podcast-Reihe „True Crime Köln“ widmet sich einem Fall, der wie für die Bühne geschrieben scheint.
Am Abend des 23. Oktober 2014 stand im Bonner Opernhaus Beethovens „Fidelio“ auf dem Programm. Die Oper erzählt von Unrecht, Liebe und Freiheit. Hinter seinem Notenständer saß der Cellist des Orchesters und spielte, als wäre nichts geschehen. Wenige Stunden zuvor hatte er seine Frau getötet. Während die Musiker auf der Bühne Beethovens Musik zum Leben erweckten, lag die Leiche der Pianistin im Keller des gemeinsamen Hauses. Der Alltag ging weiter: Ein paar Tage nach der Tat schaffte er die Leiche zu einem entlegenen Ort in der Eifel, um sie dort zu verscharren. Das Grab hatte er bereits Wochen zuvor ausgehoben.
Zu Gast im Podcast-Studio des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist die Gerichtsreporterin Ulrike Schödel, die seit Jahrzehnten für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Bonner Rundschau“ über Verbrechen und Prozesse berichtet. Sie hat das Verfahren gegen den Cellisten verfolgt und zeichnet ein widersprüchliches Bild des Angeklagten. Einerseits beschrieben Zeugen ihn als jähzornig, kontrollierend und gewalttätig. Andererseits habe er eine ausgesprochen liebevolle, empfindsame Seite gehabt, sagt Schödel in der neuen Folge von „True Crime Köln“.
Vor Gericht ging es schließlich auch um die spannende Frage, ob der Angeklagte wegen Mordes oder Totschlags verurteilt werden musste. Obwohl manches für eine geplante Tat sprach, erkannte die Kammer keine Heimtücke oder andere Mordmerkmale. Der Cellist wurde zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Schödel hält das Urteil für nachvollziehbar. „Ich fand das in Ordnung“, sagt sie. Zugleich betont sie, wie schwer die Tat wiegt. Der Cellist habe seine Frau und seinen Sohn verloren: „Die größte Strafe hat er sich selbst zugefügt.“
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Ob etwas als Verbrechen und Straftat angesehen wird, hängt auch von den jeweiligen Zeitumständen ab. Und manchmal ändert sich der Blick auf mutmaßliche Vergehen sehr schnell: Carl Schurz, der heute als Vorkämpfer für die Demokratie gewürdigt wird, wurde zu seiner Zeit als gewaltbereiter Staatsfeind steckbrieflich gesucht. Er floh über London und Paris in die USA, wo er schließlich Innenminister wurde. Die Lebensgeschichte des Rheinländers klingt fast unglaublich.
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In Ehrenfeld wird eine Geschäftsfrau mit 30 Messerstichen ermordet. In Buchheim fällt ein Markthändler einem ähnlichen Verbrechen zum Opfer. Beide Fälle stehen beispielhaft für eine Reihe von Morden, deren Spuren in die Stricherszene rund um den Kölner Alter Markt führen. In den 1970er- und 1980er-Jahren verzeichnete die Kölner Polizeistatistik in manchen Jahren 30 bis 40 Tötungsdelikte. Der Grund für die hohe Zahl an Kapitalverbrechen war eine skrupellose und brutale Szene, in der sich teilweise verwahrloste Jugendliche und junge Erwachsene prostituierten. Überfälle auf schwule Männer wurden damals nur selten angezeigt. Dadurch konnten sich die Täter hinter einer regelrechten Mauer des Schweigens sicher fühlen.
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Im Zuge neuer Mordermittlungen gegen den Krankenpfleger Ulrich S. hat die Kölner Staatsanwaltschaft sieben weitere Gräber in Köln öffnen lassen. Weitere Exhumierungen sind geplant. Ulrich S. ist im vergangenen Jahr vom Landgericht Aachen wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 hat der 44-Jährige im Nachtdienst auf der Palliativstation des Rhein-Maas-Klinikums in Würselen eigenmächtig überhöhte Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann rund 100 Menschen getötet haben könnte. Vor seiner Anstellung in Würselen war Ulrich S. etwa sieben Jahre lang in Merheim beschäftigt. Auch wenn die Todesfälle mehrere Jahre zurückliegen, ist es immer noch möglich, in den sterblichen Überresten durch chemisch-toxikologische Untersuchungen eine Überdosierung von Morphinen festzustellen.
Das Gespräch mit der Chefreporterin des „Kölner Stadt-Anzeiger“, Lena Heising, wurde bei „True Crime Köln - live“ in der Kölner Comedia aufgezeichnet. Die Podcastreihe des „Kölner Stadt-Anzeiger“ war im Juli 2026 erstmals live auf der Bühne des Comedia-Theaters in der Kölner Südstadt zu sehen.
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Das Schauspiel Köln hat ein Stück über den Serienmörder Jack Unterweger aufgeführt, eine Ausstellung über „Serienkiller“ soll ein Blockbuster werden und das „True Crime Genre“ boomt wie nie. Warum fasziniert das Grauen und der Blick in menschliche Abgründe so viele? Welche Grenzen sollten „True Crime“-Formate nicht überschreiten? Ein Gespräch mit dem Ex-BKA-Profiler und ehemaligen Leiter der Operativen Fallanalyse des LKA Niedersachens, Carsten Schütte, und dem Facharzt für Psychiatrie Thorsten Sueße über die Grenzen von „True Crime“, die Arbeit und Belastung der Polizei nach schweren Verbrechen, falsche Gutachten und erfolgreiche Ermittlungen. Beide begleiten als „Crime Coaches“ die nicht unumstrittene Kölner „Serienkiller“-Ausstellung, die mit der Inszenierung von schweren Verbrechen viel Geld verdienen will. Sie berichten aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Praxis von Polizei und Justiz und erzählen, wie man damit umgeht, wenn man mit schlimmen Taten und brutalen Verbrechern zu tun hat.
Wer mehr wissen will über die beiden Gesprächspartner, die auch Krimis schreiben, sei auf ihre Seiten im Netz verwiesen:
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Jahrelang kommt ihm die Polizei nicht auf die Spur, dann hilft ihr der Zufall. Ein wegen Vergewaltigung vorbestrafter Mann überfällt Frauen auf Parkplätzen und an Tankstellen. Er bricht in Wohnungen ein, wo er auf seine Opfer wartet. Die Frauen werden vergewaltigt und beraubt. Als klar wird, dass ein Mann für mehrere Taten verantwortlich ist, geben ihm die Medien den Namen „Sex-Phantom“. Er hinterlässt keine Spuren, die Frauen können ihn nicht beschreiben. Dass er schließlich doch gefasst wird, ist einem aufmerksamen Polizisten zu verdanken, der sich an die Tat erinnert, die das „Phantom“ schon einmal ins Gefängnis gebracht hatte…
Wer mehr zur Veranstaltung „True Crime Köln - live“ in der Comedia wissen will, findet mehr Infos im Ticketshop von rausgegangen.de
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In einer Schlucht im Wald bei Gevelsberg gerät im Jahr 1225 der zweitmächtigste Mann des deutschen Kaiserreichs in einen Hinterhalt. 750 Jahre später werden bei einer forensischen Untersuchung 47 Hieb- und Stichverletzungen am ganzen Körper nachgewiesen. Wer die Mörder des Kölner Erzbischofs Engelbert waren, ist bekannt. Über die genauen Umstände der Tat wie auch über die wahren Drahtzieher wird bis heute spekuliert. Wurde der Mann das Opfer eines großen Mordkomplotts, dem sich auch reiche Kölner Familien angeschlossen hatten? Sollte er eigentlich „nur“ entführt werden, um ihn erpressen zu können?
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18 Jahre haben die Eltern von Christine Klein aus Köln-Mülheim warten müssen, bis der Mörder ihrer Tochter endlich vor Gericht steht. Ihre Tochter war das mutmaßlich erste Opfer des Serienmörders Peter Kürten, der über Jahre als „Vampir vom Niederrhein" eine ganze Region in Angst versetzte. Die Polizei tappt lange im Dunkeln, bis ihr schließlich ein Zufall hilft.
Infos und Tickets zur Veranstaltung "True Crime Köln"-live am 5.Juli 2026 im COMEDIA-Theater findet man bei rausgegangen.de und bei ksta.de
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Mit einem Zweiteiler befasst sich die Podcastreihe „True Crime Köln“ mit dem Fall des Serienmörders, der 1883 im damals noch selbstständigen Mülheim am Rhein geboren wurde. Er behauptete später, dass er schon als Kind zwei Gleichaltrige beim Spielen im Rhein getötet hat. Juristisch aufgearbeitet wurden diese mutmaßlichen Taten nie, weil Kürten da noch nicht strafmündig war und sie von allem, was später passierte, überlagert wurden. „True Crime Köln“ begibt sich mit der Kriminalpsychologin Lydia Benecke und der Buchautorin Susann Brennero ("Der Vampir vom Niederrhein" auf Spurensuche in Köln und Düsseldorf.
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Aufgeben ist keine Option: Auch fast 35 Jahre nach der grausamen Tat suchen Ermittler der Kölner Polizei weiter nach dem Mörder der 16-jährigen Seckin Caglar. Nach der Schicht in einem Supermarkt wird die Auszubildende am Abend auf dem Nachhauseweg überfallen, vergewaltigt und erwürgt. Sie war in Poll an der damaligen Haltestelle „Poll Autobahn“ aus der Straßenbahn gestiegen. Am nächsten Morgen findet sie ein Angehöriger nackt im Gebüsch unweit des Weges. Seitdem hofft die Familie darauf, dass der Mörder der fröhlichen, hilfsbereiten Jugendlichen gefasst wird.
Zu mehreren Fällen, für die Markus Weber als Ermittler zuständig war, findet man bereits eine Episode von „True Crime Köln“. Hier die Titel mit Links, die direkt zur Folge und weiteren Infos führen:
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