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Aus Sicht des jungen Polizisten Walter Pauli war es ein tragischer Zufall, der ihn das Leben kostete. Anwohner hatten die Polizei alarmiert, weil ihnen Männer in einem Auto mitten in der Nacht auf einem Supermarktplatz verdächtig vorkamen. In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Autoaufbrüche in der Nachbarschaft gegeben. Die Polizisten, die daraufhin in ihren Einsatzwagen in den Kölner Stadtteil Humboldt-Gremberg fuhren, konnten nicht ahnen, dass sie auf bewaffnete Terroristen trafen. Als sie die Ausweise kontrollieren wollten, eröffnete einer der Männer ohne Vorwarnung das Feuer. Aus der Polizeikontrolle wurde eine wilde Schießerei. Walter Pauli starb noch am Tatort. Der Terrorist Werner Sauber starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
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Wenn die Kölner Justiz 2026 den 200. Geburtstag ihres schmucken Gerichts am Appellhofplatz feiert, wird der Prozess wohl in keinem Rückblick fehlen: Im Jahr 1901 stand ein angehender Weltstar vor Gericht. Der Entfesselungskünstler Harry Houdini wehrte sich gegen Betrugsvorwürfe. Um die Vorwürfe zu überprüfen, verabredeten die Richter und der Zauberer eine äußerst ungewöhnliche Beweisaufnahme: Houdini ließ sich mit preußischen Polizeihandschellen fesseln. Dann verschwand er hinter dem Pult der Richter, die ihm zuschauen durften, und befreite sich in Sekundenschnelle von den Fesseln. Es war der erste Akt einer Auseinandersetzung, die Houdini später werbewirksam vermarktete. Weil ein Polizist als Kronzeuge gegen ihn ausgesagt hatte, machte er aus dem Streit nachträglich ein Kräftemessen mit dem deutschen Staat. Sogar Kaiser Wilhelm II wurde für Marketing missbraucht.
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Nicht nur für den Ort im Bergischen war die grausame Tat ein Schock: Ein Neonazi, der in Köln für den Stadtrat kandidiert hatte, erschoss am Nachmittag des 7. Oktober 2003 einen Rechtsanwalt und seine Familie. Über das Motiv für die brutale Tat wurde nicht nur vor dem Kölner Landgericht während des Prozesses gegen den Täter und seine Freundin spekuliert. Die Debatte wirkt bis heute nach: Kann man die politische Gesinnung eines rechtsextremistischen Gewalttäters von seiner Tat trennen? Selbst dann, wenn er in seinem Geständnis ausdrücklich eine politische Motivation beschreibt?
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Das lange Warten auf die nötigen Gutachten der Ermittlungsbehörden hat die Spekulationen kräftig angeheizt: Nachdem der Gansta-Rapper Xatar im Mai tot in einer Kölner Wohnung gefunden worden war, brodelte die Gerüchteküche. Xatar hatte 2009 mit Komplizen auf der A81 bei Ludwigsburg einen Goldtransporter überfallen und dabei Schmuck und Zahngold im Wert von mindestens 1,7 Millionen Euro erbeutet. Sowohl vor Gericht als auch in den Jahren nach seiner Haftentlassung 2014 schwieg der Musiker, wenn es um die Frage ging, was aus der Beute wurde. Die Staatsanwaltschaft teilte nun mit, dass sie äußere Gewalteinwirkung und Fremdverschulden als Todesursache ausschließt. Xatar nimmt das Geheimnis über den Verbleib des Goldes mit ins Grab.
Helmut Frangenberg und Laura Ostenda sind für die siebenteilige Podcastreihe "Attentat am Blumenstand - Der Angriff auf Kölns Oberbürgermeisterin und die Gefährdung der Demokratie" in der Sparte "Bestes lokales Digitalprojekt" mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. Deutschlands wichtigster Medienpreis der Zeitungsbranche wurde am 7. September in Berlin verliehen. Er ist überall zu hören, wo es Podcasts gibt, und über die Homepage des Kölner Stadt-Anzeiger: www.ksta.de/podcast/attentat-podcast
Für den Audiopreis NRW der Landesanstalt für Medien wurde der Dreiteiler aus der "True Crime Köln" Reihe zum "Kolonialismus im Rheinland" in der Sparte "Bildung und Wissen" nominiert.
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Der Feueranschlag auf die Volksschule in Volkhoven im Jahr 1964 wirkt auch über 60 Jahre nach. Davon zeugen die Berichte der ehemaligen Schülerinnen, Ruth Pisa und Ursula Smiatek-Höffken, in der neuen Folge von „True Crime Köln“. Das Attentat eines 42-jährigen Frührentners auf die Schule, in die er selbst als Kind gegangen war, hat bis heute Einfluss auf ihr Leben, obwohl beide dem Inferno ohne Verletzungen entkommen konnten. Die Podcastreihe des Kölner Stadt-Anzeiger befasst sich in einer Doppelfolge mit einem Verbrechen, das bis heute unvergessen ist und sich tief ins Gedächtnis der Stadt eingeprägt hat. Im zweiten Teil geht es um den Umgang mit der Tat und ihren Folgen in den Familien der Betroffenen, aber auch in den Medien. Über das Flammenwerfer-Attentat von Volkhoven, bei dem acht Kinder und zwei Lehrerinnen starben, wurde damals sogar in der „New York Times“ berichtet. Der Attentäter wurde als „Zweiter Hitler von Köln“ betitelt.
Hinweise, Kritik und Anregungen sind willkommen. Gerne auch per Mail an [email protected]
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Am 11.Juni 1964 greift ein 42-jähriger Frührentner seine ehemalige Schule mit einem selbst gebauten Flammenwerfer an. Acht Kinder und zwei Lehrerinnen starben. 30 Menschen wurden verletzt. "True Crime Köln" berichtet von einem Kriminalfall, der sich tief ins Kölner Stadtgedächtnis eingeprägt hat. Zwei Überlebende des Attentats berichten erstmals öffentlich über das, was sie als Kinder erlebt haben und ihr Leben bis heute stark beeinflusst.
Weil es sich um einen für die Stadtgeschichte so wichtigen Kriminalfall handelt, widmet ihm "True Crime Köln" eine Doppelfolge. Die zweite Episode erscheint am Samstag, 13. September 2025.
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Bei der Gartenparty zu seinem 50. Geburtstag ließ Horst-Gregorius Canellas die Bombe platzen: Das Tonband, das der Präsident von Kickers Offenbach seinen Gästen vorspielte, dokumentierte die heimlichen Mitschnitte von Telefongesprächen, in denen über Bestechungsgelder und verschobene Bundesligaspiele gesprochen wurde. Die staunenden Geburtstagsgäste, unter ihnen der damalige Bundestrainer Helmut Schön, hörten, wie der Torwart des 1. Köln, Manfred Manglitz, mit Canellas über die Höhe seines Schmiergeldes verhandelte. So wurde öffentlich, was wohl seit längerer Zeit lief: Die Fußballbundesliga stand tief im Korruptionssumpf, und der Kölner Nationalspieler Manglitz wurde zu einer der Hauptpersonen im Bundesligaskandal 1970/71.
„Erstaunlich“ nennt der Journalist und Autor Bernd Imgrund diese Sicht der Dinge. Er ist zu Gast im Podcaststudio des Kölner Stadt-Anzeiger, um im Gespräch mit Helmut Frangenberg über den Skandal, aber auch über neuere Korruptionsfälle im Profifußball zu sprechen. Nach den Ermittlungen des Deutschen Fußballbundes (DFB) ging man 1971 davon aus, dass mindestens 18 Spiele verschoben wurden, um Einfluss auf den Abstiegskampf in der Bundesliga zu nehmen. Für Bernd Imgrund liegt der größte Skandal der Geschichte darin, dass der DFB die Saison trotz der verschobenen Spiele und Manipulationen regulär wertete und kein Ergebnis annullierte.
Mehr Infos zu den im Podcast erwähnten Führungen und Aktionen bei "Urlaub in Köln" findet man im Netz:
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Am 5. September 1977 fielen in Köln-Braunsfeld über 120 Schüsse, abgefeuert auf die Begleiter des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer. Die vier Männer hatten keine Chance und starben im Kugelhagel. Schleyer wurde entführt und zunächst in eine Wohnung in Erftstadt-Liblar gebracht. So begannen in Köln die Wochen, die als „Deutscher Herbst“ in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen sind.
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Der Mann spielte halbnackt Trompete auf einem Fakirbrett und ritt mit einem Schimmel über den Neumarkt. Nick Galin fehlte Ende der 60er Jahre bei keinem Kunst-Happening und keiner Demo gegen den Vietnam-Krieg. Der Mann proträtierte Kölns damaligen Oberbürgermeister Theo Burauen. Auch Elizabeth Taylor und Elvis Presley will er gemalt haben. Bevor er sich in den Wahn hineinsteigerte, ein Erlöser, „ein Messias“ zu sein, war der Maler als schräger Vogel stadtbekannt. Einen Tag vor Silvester 1972 tötet er seine Mutter, seine Halbschwester und eine Nichte seines Stiefvaters in einer Wohnung in Weidenpesch. Der Stiefvater überlebt schwerverletzt. Als ihn die Polizei festnimmt, spricht er davon, seiner Familie einen „Platz im Himmel“ gesichert zu haben, und bietet einem Polizisten ihn, auch ihn zu erlösen.
Lothar Gothe, damals einer der Sprecher der SSK, erinnert sich in der neuen Folge von „True Crime Köln“ an die Auseinandersetzung mit dem LVR und an den Tod Galins. Der Journalist Georg Bönisch, damals Polizeireporter bei der Kölnischen Rundschau und später unter anderem Redakteur beim Spiegel, berichtet im Gespräch mit Helmut Frangenberg von Galins Bluttat in Weidenpesch und dem anschließenden Prozess.
Wer sich für die Ausstellung des LVR zu seiner Geschichte im Haus 5 in der Landesklinik in Düren interessiert, findet weitere Infos im Netz:
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Kinder machen beim Spielen einen grausigen Fund: Sie finden den Torso eines Mannes am Rheinufer unterhalb des Axa-Hochhauses. Die Spurensuche der Ermittler bleibt schwierig, auch als ein Jahr später in einem Wald – wieder sind es Kinder – Schädel, Arm- und Beinknochen gefunden werden, die zu dem Torso passen. Mit Hilfe einer komplizierten chemischen Spezial-Analyse lässt sich zumindest feststellen, dass es sich bei dem Toten um einen Mann aus China handelt, der aber wohl schon länger in Deutschland lebte. So beginnt die Suche nach möglicherweise vermissten Mitarbeitern von China-Restaurants.
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