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Der Déjà-vu Podcast wurde gekapert! In dieser Folge sprechen Mirco und Paul nicht mit Ralf sondern (hin und wieder zumindest) über ihn. Worum geht es? Na um die großen Fragen natürlich! Wie kamen die beiden zum Medium Podcast und zum Thema Geschichte? Was haben sie über ihren Geschichtsunterricht in der Schule zu sagen? Warum sind sie Mitglieder im Déjà-vu Club? Und quasi nebenbei geht es dann auch noch um alles von Draculaschlössern bis hin zu Raumschiffen.
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In dieser Sonderfolge des Déjà-vu Geschichte Podcast diskutieren wir darüber, warum genau uns Geschichte eigentlich interessiert. Ich habe dazu Mitglieder aus dem Déjà-vu Club eingeladen und wir sind auf eine ganze Reihe von doch recht grundlegenden Fragen zu sprechen gekommen. Wie haben wir etwa Geschichte in der Schule erlebt? Welche anderen Formate finden viele von uns interessant? Was ist der Reiz von historischen Romanen oder historischen bzw. alten Filmen? Und wie viel Geschichte schwingt eigentlich in den Traditionen unseres Alltags mit – insbesondere im traditionsverliebten Süden des deutschen Sprachraums?
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Wenn man an die Amish denkt, schießen wohl jedem und jeder von uns gleich Bilder in den Kopf. Das ist doch eine komische Sekte, die in den USA nach strengen Regeln abgekoppelt vom Rest der Bevölkerung lebt, als wäre es das 18. Jahrhundert. Das ist in etwa die vorherrschende Idee über Amische. Dass dieses Bild bestenfalls ein grob unvollständiges ist, dürfte dich an der Stelle wahrscheinlich nicht überraschen. Denn die Amish blicken selbstverständlich auf eine bewegte Geschichte zurück genauso wie auf einige spannende Entwicklungen in den Vorstellungen ihrer Religion. Um dieser Geschichte und der Kultur der Amish im allgemeinen gerecht zu werden, müssen wir also nicht ins Amerika des 21. Jahrhunderts schauen. Wir sollten uns da eher Deutschland und der Schweiz im 16. Jahrhundert genauer vornehmen.
Um das zu tun, habe ich mir in dieser Folge wieder einen ganz besonderen Gast in den Podcast geholt: Fabian von Secta! Gemeinsam schauen wir uns in dieser Episode also an, wo die Wurzeln der Amish wirklich liegen und was sie als Gruppe ausmacht. Wir reden über die Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts und über die Mennoniten und Hutterer. Wir reden auch über die deutsche Sprache, die die Amish aus Mitteleuropa mit bis nach Pennsylvania oder Ohio genommen haben und nicht zuletzt sprechen wir über die Religion dieser Menschen. Es kann also spannend werden – hör rein!
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Die Stadt Salzburg trieft nur so vor Geschichte. Selbst wenn man die wunderschöne Altstadt Salzburgs selbst noch nie gesehen hat, kommen bei den meisten sofort Assoziationen zu einer großen Vergangenheit auf: Man denkt an Mozart, man denkt an die Salzburger Festspiele, eventuell an Sound of Music und vielleicht an die ein oder andere Sehenswürdigkeit der UNESCO-geschützten Innenstadt. Aber damit kratzen wir eigentlich nur an der Oberfläche von dem, was Salzburg historisch ausmacht. Deshalb begeben wir uns in dieser Folge des Podcasts gemeinsam auf einen Spaziergang durch das Zentrum Salzburgs und schauen uns die lange und wechselvolle Geschichte hinter den Mauern der Stadt an. Und wenn dabei noch für den Blick auf die ein oder andere Sehenswürdigkeit Zeit bleibt, wollen wir uns auch nicht beklagen.
Ein Spaziergang durch die Vergangenheit Salzburgs führt uns zuerst auch tief in die bayerische Geschichte. Denn Salzburg war zuerst eine bayerische Gründung des ausgehenden 7. Jahrhunderts. Den großen Salzburger Sehenswürdigkeiten folgend bewegen wir uns von dort dann in Richtung Gegenwart weiter: Wir besuchen die Festung Hohensalzburg, den Dom, die Innenstadt und lernen so die letzten 1200 Jahre der lokalen Geschichte kennen. An schönen Aktivitäten mangelt es dafür auch wirklich nicht und an einem Tag kann man Salzburg eigentlich kaum Genüge tun, schon gar nicht in einer Stunde. Aber dieser gemeinsame Spaziergang soll zumindest mal ein Anfang sein und wer weiß: Vielleicht treibt es dich ja im nächsten Urlaub hierhin?
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Die Lebensreform war eine breite Bewegung, die das ausgehende 19. Jahrhundert in Deutschland und der Schweiz wohl deutlich stärker prägte, als es den Menschen damal bewusst war. Noch heute sind Erben der Lebensreformbewegung in unser aller Alltag präsent: Wenn du jemals in einem Reformladen eingekauft hast, hast du dieses Erbe schon gesehen. Oder wen du dich jemals mit Naturheilkunde, FKK oder Reformpädagogik auseinandergesetzt hast. Aber war war die Lebensreform überhaupt? Im Kern stellte die Bewegung die hektische Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert in Frage – die rasende Industrialisierung und Urbanisierung – und stellte dieser eine Alternative entgegen: Die Rückkehr zur Natur. Das klingt auch heute noch gut. Aber leider ist die Geschichte der Lebensreform nicht ganz so einfach. Denn neben allen progressiven Ideen waren viele ihrer Gruppierungen auch Horte des völkischen Gedankenguts und nahmen zahlreiche Ideen des Nationalsozialismus vorweg.
Das möchte ich mir in dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast näher anschauen, aber nicht alleine. Ich darf nämlich endlich wieder Alexa und Alexander von Hoaxilla hier willkommen heißen! Gemeinsam schauen wir uns die komplexe Geschichte der Lebensreformbewegung an – von ihren romantischen Seiten wie der proto-Hippiesiedlung Monte Verità – bis hin zu ihrer Nähe zum Nationalsozialismus. Wir merken aber vor allem eines schnell: Die Themen der Lebensreform spielen auch heute noch eine Rolle, auch abseits von Reformhäusern. Die Mischung aus Esoterik und rechtem Gedankengut, die in Teilen der Lebensreformbewegung vorherrschte, finden wir heute unter Coronagegner:innen oder Reichsbürger:innen wieder.
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Der europäische Kolonialismus war nun ja nirgends auf der Welt sonderlich glorreich. Für die grenzenlose wirtschaftliche Ausbeutung ihrer Kolonien waren die europäischen Mächte überall bereit, massive Gewalt walten zu lassen. Daran änderte auch der halbherzige Anstrich als "Zivilisationsbringer" nichts. Und doch stechen die Verbrechen in einer bestimmten Kolonie ganz besonders hervor: im Kongo. Denn der Kongo war im 19. Jahrhundert anders als andere europäische Besitzungen in Afrika. Er war nicht durch einen europäischen Staat kolonisiert worden, sondern durch eine Privatperson! Sein Besitzer war ein gewisser Leopold, seines Zeichens König von Belgien. Und der tobte sich in seinem afrikanischen "Eigentum" mächtig aus …
Leopold II. von Belgien war ein gewieftes Kerlchen. Er wusste, dass er mit Gewalt wohl kaum an eine afrikanische Kolonie für sein Belgien kommen würde. Also gründete er in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts stattdessen eine NGO: Die Internationale Afrika-Gesellschaft, die sich die Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika auf die Fahnen schrieb. Und unglaublicherweise: Leopold schaffte es tatsächlich, diese Gesellschaft und damit sich selbst zum Herrscher über das Kongogebiet erklären zu lassen – von den anderen Kolonialmächten Europas! Aus der angeblich wohltätigen NGO-Arbeit wurde schnell eine Schreckensherrschaft, die ihresgleichen suchte. Als "Kongogräuel" ging sie in die Geschichte ein. Wohltäter Leopold beutete den Kongo schlicht so lange für den neuen In-Rohstoff Gummi aus, bis die Bevölkerung am Boden lag und Millionen den Tod fanden. Um diese dunkle Vergangenheit der heutigen Demokratischen Republik Kongo soll es in dieser Folge gehen.
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Das Haus Hohenzollern ist auch im 21. Jahrhundert immer wieder in den Medien. Und zum Schock aller Beteiligten nicht mit positiven Nachrichten! Die alte Kaiserdynastie schickt sich nämlich seit Jahrzehnten an, Teile ihres Vermögens vom deutschen Staat zurückzufordern. Und mit "ihr" Vermögen meine ich natürlich das Vermögen ihrer ehemaligen Untertanen – gearbeitet hat die Familie bekanntlich ja nie. In diesem Streit um eine etwaige Entschädigung der Hohenzollern oder gar eine Rückgabe ihrer Burgen und Schlösser geht es aber um mehr als die verrosteten Allmachtfantasien einer eigenartigen Familie. Es geht dabei auch um deutsche Geschichte und die merkwürdige Art, wie mit dem deutschen Adel in der Vergangenheit umgegangen wurde. Vor allem geht es aber um die halbgare Enteignung der Hohenzollern seit der Flucht von Kaiser Wilhelm nach dem Ersten Weltkrieg und warum die uns noch immer Probleme macht.
Um all das gebührend zu diskutieren, habe ich heute nach langer Zeit wieder Andreas Moser zu Gast – seines Zeichens Jurist, Vagabund und Adelsversteher. Gemeinsam dröseln wir das schwierige Erbe der Hohenzollern auf und sprechen über die abstrusen Forderungen, wie sie heute wieder aus der Familie um Georg Friedrich Prinz von Preußen kommen. Wir sprechen dabei aber auch über die rechtlich nicht ganz unbedeutende Frage, ob die Hohenzollern in der Zwischenkriegszeit dem Nationalsozialismus und der NSDAP "erheblich Vorschub geleistet" haben. Weil wir aber gerade auch so schön zusammensaßen, haben wir bei der Gelegenheit auch gleich das Fass "Hohenzollern vs. Habsburger" aufgemacht und da mal ein paar Unterschiede ausgearbeitet. Kurz: Es wird wild, absurd und rechtlich schwierig.
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Geschichte ist nicht nur die ferne Vergangenheit. Wir alle durchleben heute doch auch die Geschichte von morgen. Und genau deshalb gibt es heute zum International Podcast Day 2021 eine Sonderfolge. Ich habe mich nämlich vor einem Jahr hingesetzt und eine Folge über die (damalige) Gegenwart und damit die heutige Geschichte aufgenommen. Aber nicht nur das: Ich habe mich auch dazu hinreißen lassen, das zu tun, was jeder Historiker und jede Historikerin stets vermeidet. Ich habe eine Prognose abgegeben, was zwischen Herbst 2020 und Herbst 2021 so geschehen sein könnte. Ein Blick in die Welt vor einem Jahr.
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In Afghanistan spielt sich vor unser aller Augen wieder mal Geschichte ab. Nach 20 Jahren Krieg und Präsenz von US- und Nato-Truppen haben die Taliban erneut Kabul und so gut wie alle anderen Teile des Landes unter ihrer Kontrolle. Das wirft ein Problem auf. Auf den ersten Blick wirkt es doch, als hätte sich im Vergleich zu 2001 rein gar nichts geändert! In Afghanistan scheint sich die Geschichte gerade zu wiederholen. Aber kann man das wirklich so sagen? Oder ist das doch eine zu einfache Erklärung der Geschichte? Genau das möchte ich mir in dieser Folge näher anschauen.
Tatsächlich erhärten sich die Hinweise auf ein "Wiederholen der Geschichte" in Afghanistan sogar noch, wenn man etwas tiefer zu graben beginnt. Die USA waren schließlich nicht die erste Großmacht, die in Afghanistan einmarschiert ist. Das haben vor ihnen auch schon Großbritannien im 19. Jahrhundert und die Sowjetunion 1979 versucht (mit ganz ähnlichen Ergebnissen). Und auch der aktuelle Konflikt innerhalb Afghanistans ist kein neuer. Konservative Islamisten sind hier seit Jahrzehnten aktiv, früher in Form der Mudschaheddin, heute vor allem als Taliban. Auf der anderen Seite gab es schon seit Jahrzehnten auch reformorientierte Kräfte in Afghanistan, früher die Kommunisten, heute die Angehörigen der US-gestützten Regierungen seit 2001. Aber bevor wir urteilen: Schauen wir uns in dieser Episode doch die Geschichte dieses Landes etwas genauer an. Nehmen wir uns die Rolle der Religion, Sprache, ethnischer Zusammensetzung und Stämme vor und fragen uns am Ende erneut: Ist heute wirklich alles gleich wie 1979 oder 1996 oder 2001? Ich glaube nämlich nicht.<
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Iran und das Erdöl. In der jüngeren Geschichte sind die beiden fast untrennbar miteinander verknüpft. Iran war schließlich das erste Land im Nahen Osten, in dem Ölfelder im großen Stil erschlossen wurden! Allerdings – wie auch in anderen Ländern der Region – waren es nicht iranische Unternehmen, die diese Ölvorkommen erschlossen, sondern es waren Akteure aus dem Westen. In diesem Fall war es die Anglo-Persian Oil Company aus Großbritannien. Ihre Geschichte zeichnet zugleich den Auftakt des großen Erdölzeitalters nach, in dem wir uns noch heute befinden. Zeit sie zu erzählen!
Die Geschichte beginnt mit dem britischen Unternehmer William Knox d’Arcy, der im Jahr 1900 den Versuch unternimmt, in Iran nach Erdöl zu suchen. Die Erzählung bringt uns aber in ihrem Verlauf auch zurück bis ins 19. Jahrhundert, in die Zeit direkt vor dem Ersten Weltkrieg und in die 50er-Jahre, als Iran seine Erdölindustrie und die Erschließung neuer Ölreserven schlicht verstaatlichte und beinahe alles veränderte. Dazwischen finden wir Jahrzehnte der einseitigen Deals, Intrigen, Korruption und die Entstehung einer komplett neuen Wirtschaftsordnung.
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