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  • Grundgesetz-Podcast | Entnazifizierung in Deutschland - Von Tätern und Mitläufern
    Wer war Täter?

    Straße wurden umbenannt, Hakenkreuze von Gebäuden entfernt, Denkmäler wieder abgerissen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollte Deutschland schnell wieder von allen Überbleibseln aus der Zeit der Nationalsozialisten befreit werden. Dazu gehörte auch der Kern der Entnazifizierung, nämlich die Identifizierung der Täterinnen und Täter, der Mitläufer, Befehlshaber und der Unbeteiligten.

    Wichtig war dafür das „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“ vom März 1946. Dieses galt in der US-amerikanischen Besatzungszone und darin wurden die Deutschen in fünf Gruppen eingeteilt: Hauptschuldige (I), Belastete (II), Minderbelastete (III), Mitläufer (IV) und Entlastete (V). Je nach Kategorie drohten unterschiedliche bzw. keine weiteren Strafmaßnahmen.

    „Wenn man das Ziel vor Augen hat, dass alle Nationalsozialisten dauerhaft aus dem Staatsdienst entfernt werden sollten, dann ist das Gesetz natürlich ein Misserfolg“, urteilt Dr. Clemens Vollnhals.

    Im Grundgesetz ist darüber hinaus zu lesen, dass diese Rechtsvorschriften von der Verfassung nicht berührt werden. Aber was ist damit eigentlich gemeint? Und wie lief diese Entnazifizierung aus dem historischen Blickwinkel betrachtet eigentlich ab? Der freie Journalist Hajo Schumacher und detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz schauen sich den Artikel 139 des Grundgesetzes an. Außerdem kommt Dr. Clemens Vollnhals zu Wort. Er ist Stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden.

    Ihr habt Fragen oder Feedback? Dann schreibt uns gerne an grundgesetz[at]detektor.fm

    29 min
  • Grundgesetz-Podcast | Wählbarkeit von Beamten und Süddeutsches Notariat - Interessenkonflikte vermeiden

    Für Beamte, Soldatinnen und Soldaten, Angestellte im öffentlichen Dienst und Richterinnen sowie Richter können besondere Regeln gelten, wenn sie für ein Mandat kandidieren. Ihre Wählbarkeit darf nämlich laut Grundgesetz eingeschränkt werden. Die Verfassung gibt keine Notwendigkeit, eröffnet aber die Möglichkeit.

    Beamtentum: Einschränkung des passiven Wahlrechts

    Warum ist das so? In früheren Verfassungen war von solchen Einschränkungen nicht explizit die Rede. Heute aber will man durch eine solche Regelung Interessenkonflikte vermeiden. Wer ein Mandat ausübt und gleichzeitig für die Durchführung oder die Kontrolle verantwortlich ist, könnte voreingenommen agieren.

    Wichtig bei diesen Einschränkungen ist allerdings die Verhältnismäßigkeit. Dadurch wird aber nicht ausgeschlossen, dass zum Beispiel eine Bundesrichterin trotzdem nicht für ein Amt im Stadtrat kandidieren kann, sofern begründete Zweifel an der Unvoreingenommenheit vorliegen.

    Süddeutsches Notariat als Sonderregelung

    Außerdem findet sich in den letzten Artikeln des Grundgesetzes noch eine Vorschrift zum sogenannten Süddeutschen Notariat in den Ländern Baden-Württemberg und Bayern. Was es damit auf sich hat, schaut sich detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz einmal genauer an.

    Ihr habt Fragen oder Feedback? Dann schreibt uns gerne an grundgesetz[at]detektor.fm

    10 min
  • Die Outtakes des Jahres 2019 - Versprecher, Lachanfälle und die Frühstücks-Frage
    Die Outtakes 2019

    Das Internet vergisst nie. Unser Audio-Archiv leider auch nicht. Dabei haben wir uns solche Mühe gegeben! „Das schneiden wir dann raus“, sagt sich so leicht, aber irgendjemand in der Redaktion findet sich immer, der den Quatsch dann im Outtakes-Ordner konserviert. 2019 waren wir wieder mal besonders fleißig darin, jede Menge Blödsinn im Studio zu fabrizieren.

    Versprecher, Lachanfälle und Frühstücks-Fragen

    Als da wären: Mikrofonchecks, die sich (einmal mehr) in detaillierten Frühstücksbeschreibungen verlieren. Gescheiterte Zungenbrecher der Marke „Gretel Kramp-Karrenbauer“. Ein Pornoeinstieg für den Grundgesetzpodcast. Sexy Warteschleifenmusik beim Anwalt unseres Vertrauens. Eine sächselndes Moderatorinnenduo, abrauschende Mikrofonstative, übersprudelnde Wasserflaschen, kurzum: der ganz normale Redaktionswahnsinn.

    Hört hier in gebündelter Form, was wir euch das ganze Jahr über verheimlicht haben.

    14 min
  • Grundgesetz-Podcast | Der Präsident des Bundesrates: Dietmar Woidke - Grüße nach Brandenburg!
    „Rate doch einfach mal“

    Der Bundesrat tagt zum ersten Mal an dem Tag, an dem auch der Bundestag zusammentritt. Aber wann war das nochmal? Diese Frage stellt detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz ihrem Kollegen Hajo Schumacher. Und der errät den Tag sogar wirklich.

    Außerdem sprechen die beiden in dieser Folge vom Grundgesetz-Podcast „In guter Verfassung“ über den allerersten Präsidenten des Bundesrates. Der nämlich hat die Position des Bundespräsidenten so lange inne, bis das allererste Staatsoberhaupt gewählt worden ist. Und sie reden über den aktuellen. Der vertritt heute nämlich immer noch den Bundespräsidenten, wenn dieser anderweitig eingespannt ist.

    Seit dem 1. November dieses Jahres hat Dietmar Woidke (SPD) dieses Amt inne. Einmal jährlich rotiert der Vorsitz unter den Bundesländern. Als Ministerpräsident von Brandenburg war Woidke zuvor schon zweiter Vizepräsident unter Daniel Günther (CDU), im kommenden Jahr wird er seinen Nachfolger noch einmal im Präsidium unterstützen. Dietmar Woidke hat also entsprechend zu tun, gerade erst hat er die Landtagswahlen in Brandenburg gewonnen.

    „Viele Verpflichtungen dienen der Repräsentation, zum Beispiel bei Veranstaltungen“, erklärt Dietmar Woidke, der Präsident des Bundesrats.

    Aber was macht der Präsident des Bundestages eigentlich genau, wie sieht sein Arbeitsalltag aus? Darüber spricht Rabea Schloz mit Dietmar Woidke. Und sie fragt mal nach, wie man den Bundesrat ein bisschen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken kann.

    Ihr habt Fragen oder Feedback? Dann schreibt uns gerne an grundgesetz[at]detektor.fm

    22 min
  • Grundgesetz-Podcast | Das Reichsvermögen - Geld geht an den Bund
    Reichsvermögen: Neu-Verteilung

    Was passiert mit dem Reichsvermögen des Deutschen Reichs? An wen geht es, wenn es den Staat nicht mehr gibt? In diesem Falle an die neu gegründete Bundesrepublik Deutschland. Im Grundgesetz steht: Reichsvermögen ist grundsätzlich Bundesvermögen.

    Das bedeutet aber nicht, dass die Länder von dem Geld nichts abbekommen. Sie haben nach wie vor viele Aufgaben zu bewältigen, für die sie Geld benötigen. Deswegen steht auch ihnen etwas zu und der Bund hat entsprechend Vermögen zu transferieren. Das gilt im Übrigen nicht nur für Geld, sondern auch für Gebäude oder ähnliche Vermögenswerte.

    Wer ist wofür zuständig?

    Wichtig für die Verteilung ist dabei nicht, wer im Deutschen Reich wofür zuständig war, sondern welche Aufgaben in der Bundesrepublik zu erfüllen sind. Aber was geschieht mit dem Vermögen der Länder, die es nach den neuen Grenzen nicht mehr gibt? Preußen zum Beispiel ist nicht mehr Teil Deutschlands. Entsprechend muss das Vermögen anders verteilt werden.

    Worauf man sich geeinigt hat und wie die Aufteilung in der Praxis letzten Endes durchgezogen wurde, bespricht detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz in dieser Folge vom Grundgesetz-Podcast „In guter Verfassung“ mit dem Verfassungsexperten Alexander Thiele.

    21 min
  • Grundgesetz-Podcast | Fortgelten von Recht II: Beamte und Ermächtigungen - Wer darf bleiben?

    In den 1930er-Jahren verändert sich das Beamtentum stark. Juden ist es verboten, als Beamte zu arbeiten, für Frauen gelten noch einmal spezielle Regeln. Der komplette Staatsapparat wird auf die vorherrschende Rassenideologie ausgerichtet.

    Beamte im Dritten Reich

    Das „Deutsche Beamtengesetz“ aus dem Jahr 1937 festigt dieses Vorgehen weiter. Beamte schwören ab sofort ihren Amtseid auf Adolf Hitler und stellen sich nicht mehr nur in den Dienst des Staates, sondern in den der NSDAP. Beamte versprechen, zur Not auch ihr Leben für das Terrorregime zu opfern.

    „Führer und Reich verlangen von ihm echte Vaterlandsliebe, Opferbereitschaft und volle Hingabe der Arbeitskraft, Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten und Kameradschaftlichkeit gegenüber den Mitarbeitern. Allen Volksgenossen soll er ein Vorbild treuer Pflichterfüllung sein. Dem Führer, der ihm seinen besonderen Schutz zusichert, hat er Treue bis zum Tode zu halten.“ (Auszug aus § 3 Abs. 1 des Deutschen Beamtengesetzes)

    Wie geht die Bundesrepublik mit diesen Beamten um? Ein Thema in der neuen Folge vom Grundgesetz-Podcast „In guter Verfassung“.

    Besondere Rechte der Exekutive

    Ein anderes Thema ist das Fortgelten von Recht. Denn wo Gesetze sind, sind oft auch Ermächtigungen für Rechtsverordnungen. Was passiert mit ihnen mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland? detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz schaut im Grundgesetz nach und erklärt, welche Ermächtigungen auch weiter gültig bleiben – und welche außer Kraft gesetzt werden.

    20 min
  • Flopcast | Christoph Kruse - Von der Konkurrenz ausgebootet

    Mit 90elf ist 2008 das erste digitale Fußball-Radio Deutschlands an den Start gegangen. Ein damals gewagtes Projekt, denn die Digitalisierung war noch weit von heutigen Standards entfernt. Das iPhone beispielsweise gab es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr. Die digitalen Audio-Rechte der Deutschen Bundesliga mussten sogar extra für den Sender entwickelt werden.

    Steiler Aufstieg – und dann der Supergau

    90elf steigerte sich von Jahr zu Jahr, wie der damalige Geschäftsführer Christoph Kruse im Flopcast erzählt. Immer mehr Fußballbegeisterte schalteten den Leipziger Sender ein, um Bundesligaspiele live und kommentiert zu hören. Die teuren Investitionen schienen sich zu lohnen. Trotzdem scheiterte 90elf überraschend im Jahr 2013.

    „Ich glaube, wir haben die Konkurrenz unterschätzt. Wir dachten, das könne man so schnell nicht nachbauen“, resümiert Christoph Kruse.

    Gerade durch den Erfolg von 90elf wurden größere Unternehmen auf den Plan gerufen. 2013 war es der Sender Sport1.fm, der von der DFL den exklusiven Zuschlag für die Bundesliga-Übertragungsrechte bekam. Damit war 90elf aus dem Rennen – und Christoph Kruse und sein Team alles andere als glücklich: „Man kann gar nicht beschreiben, was das am nächsten Tag für eine Grabesstimmung war. Weil alle ahnten, das könnte der Anfang vom Ende sein.“

    „Jahrelange Achterbahnfahrt“

    Die ganze Geschichte vom Aufstieg bis zum plötzlichen Crash von 90elf und warum er der DFL trotzdem nicht böse ist, erzählt Christoph Kruse im Flopcast mit detektor.fm-Moderatorin Maja Fiedler.

    Der Flopcast – Was wir von gescheiterten Unternehmen lernen können

    Wer hierzulande ein Unternehmen gegen die Wand fährt, wird schnell als Verlierer abgestempelt. Dabei ist Scheitern keineswegs ein Makel – es ist eine große Chance. Im Flopcast von detektor.fm beschreiben Unternehmerinnen und Unternehmer, was sie vom Scheitern gelernt haben. Hier sprechen sie über große und kleine Fehler, über Lehren für die Zukunft und über ihren Weg zurück in die Erfolgsspur. Präsentiert von Lexware.

    Den Flopcast gibt es überall, wo es Podcasts gibt – bald auch direkt bei Apple Podcasts, Spotify, Deezer und Google Podcasts. Hier entlang zur Übersicht.
    25 min
  • Saitenwechsel | Beethoven 2020 - Der ewige Fremde

    Warum ist Beethovens Musik so dauerhaft relevant, dass er kein Jubiläum nötig hat? Und was sagt uns Beethoven 2020?

    Darüber denkt die Klassikwelt in verschiedenen Ausprägungen nach. Das Podium Esslingen hat unter #bebeethoven schon mit reichlich Vorlauf zum Jubiläumsjahr Fellowships vergeben um junge Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt auf diese Fragen anzusetzen. Sie sollen destillieren, was heute in der Musikwelt so revolutionär ist, wie Beethovens Musik zur damaligen Zeit.

    Zunächst: Was war denn damals so revolutionär an seiner Musik? Für den Dirigent Omer Meir Wellber, dass er aus einer kleinen musikalischen Idee etwas Großes macht.

    Und das kam nicht wie man es sich romantisch vorstellt als genialer Geistesblitz, sondern durch harte Arbeit, stundenlanges feilen und denken an der Partitur.

    Beethoven 2020 – Anlass für neue Komposition

    Auch die Komponistin Ella Milch-Sheriff findet diese Art des Komponierens bemerkenswert. Sie hat im Kompositionsunterricht genau das studiert: wie Beethoven aus wenig Material ganze Sonaten und Sinfonien entfaltet. Für sie ist Beethoven gewissermaßen die Basis und gleichzeitig auch ein großer Schatten:

    „Wir alle Komponisten haben auf unseren Schulten diese große Komponisten. Wenn ich denke an Bach und Beethoven, Schubert und Mendelssohn, kann ich nicht komponieren. Nur wenn ich vergesse, dass es diese große Musik gab, kann ich meine Noten zusammenbringen.“ – Ella Milch-Sheriff, Komponistin

    Zum Jubiläumsjahr hat sie vom Gewandhausorchester und zwei weiteren den Auftrag bekommen, ein neues Werk zu komponieren.

    Sie hat als Zugang einen Brief von Beethoven aus dem Jahr 1821 gewählt, den er an seinen Freund Tobias Haslinger schreibt. Darin übermittelt er ihm einen Kanon: „O Tobias, Dominus Haslinger“ – Beethoven war anscheinend noch zu Scherzen aufgelegt, obwohl zu dem Zeitpunkt schon krank.

    Beethoven in der arabischen Welt

    Abseits von Albernheiten und Wortspielen erzählt Beethoven in dem Brief auch die Geschichte, der Kanon sei ihm in einem Traum eingefallen: er träumte von einer Reise nach Syrien, Arabien und schließlich Jerusalem.

    Diese Fantasie greift Ella Milch-Sheriff auf, die selbst aus Israel kommt. Musikalisch verwendet sie den Kanon als Material, bringt Klänge der traditionellen arabischen Musik ein, zum Beispiel durch die Darabuka-Trommel. Dazu kommt eine weitere Ebene durch einen Erzähler. Sie bittet den israelischen Dramatiker Joshua Sobol ausgehend von dem Traum etwas zu schreiben. Mit Beethoven muss es nicht direkt zu tun haben.

    Herausgekommen ist „Der ewige Fremde“, der Monolog einer Person, die sich in einem fremden Land wiederfindet, wo sie sich nicht verständigen kann. Inwiefern diese aktuelle politische Interpretation auch mit Beethovens Biographie zu tun hat, ergründet Eva Morlang im Saitenwechsel.

    8 min
  • Reden ist Geld | Nils Bomhoff, Rocket Beans - Spaß wird schlecht bezahlt
    Nils Bomhoff, Rocket Beans

    Nils Bomhoff hätte mit seiner Produktionsfirma Rocket Beans keinen 24/7 Internet-Fernsehsender starten können, wenn ihnen „die Community“ nicht eine ordentliche Anschubs-Finanzierung gegeben hätte. Aber wer ist überhaupt diese „Community“ – und warum klappt das bei Rocket Beans TV, besagtem Fernsehsender, bis heute so gut?

    „Ich hätte es wahrscheinlich auch ohne Geld gemacht. Ich war einfach nur glücklich, endlich das machen zu können, was ich wollte“, meint Nils Bomhoff.

    Dabei hatten die fünf Gesellschafter Glück! Durch ihre erfolgreiche Sendung Game One bei MTV hatten sie bereits einen großen Stamm an treuen Fans, die ihnen nach dem Aus der Sendung den eigenen Internet-Fernsehsender ermöglichten. Seit ziemlich genau 5 Jahren sendet der nun schon täglich Shows, Let’s-Plays und alles, was einen Fernsehsender ausmacht.

     

    Kooperationen heißt Kompromisse

    Dabei finanziert sich ein Fernsehsender mit mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristig natürlich nicht mit freiwilligen, unregelmäßigen Spenden von Fans. Neben einem umfangreichen Merchandise oder Content-Verkäufen gibt es viele Kooperationen mit Firmen – auch, wenn diese Kooperationen manchmal Kompromisse bedeuten.

    „Diesen Konflikt findet man in jeder Redaktion, das war so, ist so und wird auch immer so sein. Wir versuchen natürlich, den Einfluss möglichst klein zu halten. Aber natürlich gibt es Kompromisse“, sagt Nils Bomhoff.

    Mit kostenlosem Content Geld verdienen – mit diesem Problem steht Rocket Beans TV natürlich nicht allein in der Medienlandschaft. Nils Bomhoff hat in seinen Anfängen als Moderator bei GIGA selbst erfahren, wie wenig Geld man mit dieser Arbeit verdient. Im Vergleich zu seinem BWL-Studium musste er trotzdem nicht lange überlegen, welchen Beruf er lieber macht.

    „Ich hätte es wahrscheinlich auch ohne Geld gemacht. Ich war einfach nur glücklich, endlich das machen zu können, was ich wollte“, meint Nils Bomhoff.

    Und jetzt sitzt er auf der anderen Seite des Tisches und muss Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den niedrigen Lohn erklären. Diese Arbeit macht aber einfach Spaß – und Spaß wird halt schlecht bezahlt.

    Wie genau sich Nils Bomhoff und die anderen Rocket Beans-Gründer zusammen gefunden haben, wie sich Rocket Beans wirtschaftlich entwickelt und warum es ihm nichts ausmacht, wenn bei seiner Fußball-Sendung eine Flasche Bier auf dem Tisch steht – das erzählt er der detektor.fm-Moderatorin Nina Sonnenberg in einer neuen Folge von „Reden ist Geld.“

    Reden ist Geld – Der Podcast mit Nina Sonnenberg

    Über Geld spricht man nicht? Pah! In unserem Podcast „Reden ist Geld“ trifft sich Nina Sonnenberg mit bekannten Personen, um mit ihnen über das Thema zu sprechen, über das selten jemand öffentlich reden will. Hier hört ihr ganz persönliche Geschichten. Können wir nicht alle von mehr Offenheit beim Thema Geld profitieren?

    Keine Folge „Reden ist Geld“ verpassen? Abonniert doch einfach den Podcast, auch direkt bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts und Spotify.
    35 min
  • Grundgesetz-Podcast | Bizone - Die Vorgängerin
    Bizone: für die Wirtschaft

    Als Deutschland nach dem Krieg in vier Besatzungszonen eingeteilt wird, ist zunächst unklar, wie das alles funktionieren soll. Was bedeutet das für die Wirtschaft, wie geht man politisch damit um?

    Mit der Zeit hat man Lösungen gefunden. Und auch die Besatzungsmächte untereinander haben einen Weg gefunden, zusammenzuarbeiten. So haben sich zum Beispiel die britische und die amerikanische Besatzungszone – also ungefähr auf dem Gebiet des heutigen Bayerns, Hessens, Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, Bremens, Hamburgs und Schleswig-Holsteins – zum Vereinigten Wirtschaftsgebiet zusammengeschlossen. Im Englischen hieß dieser Raum schließlich nur noch Bizone, der Name wurde dann auch umgangssprachlich im Deutschen benutzt.

    „Heute spielt der Artikel nur insofern eine Rolle, als dass er die Nachfolge legitimiert“, so der Jurist Alexander Thiele.

    Aus zwei mach drei

    Später wurde dann die sogenannte Trizone daraus, das von Frankreich besetzte Gebiet schloss sich dem Wirtschaftsraum an. Die Basis dafür liefert das Grundgesetz in Artikel 127. Darin ist geregelt, dass die Bundesregierung darüber bestimmen kann, ob die Länder Baden, Groß-Berlin, Rheinland-Pfalz und Württemberg-Hohenzollern der Vereinigung beitreten sollen. Das Saarland war als autonome Region von diesem Zusammenschluss nicht betroffen. Bis auf diese Ausnahme erstreckte sich die Trizone allerdings über die komplette Bundesrepublik. Und die ist dann auch der direkte Nachfolger des Vereinigten Wirtschaftsgebiets – Artikel 133 der Verfassung gibt das vor.

    Wie aber hat diese Bizone funktioniert und warum hat es diesen Zusammenschluss überhaupt gegeben? detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz spricht mit Hajo Schumacher und dem Juristen Alexander Thiele darüber.

    Ihr habt Fragen oder Feedback? Dann schreibt uns gerne an grundgesetz[at]detektor.fm

    18 min

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