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  • piqd Thema | BONUS: Reporter Slam in München - Wer unterhält am besten?

    In Wort, Ton und Bild berichten beim Reporter Slam sechs Reporter von ihren witzigsten Begegnungen und aufregendsten Enthüllungen. Ein Vortrag, zehn Minuten Zeit. Am Ende kührt das Publikum den Slam-Champion des Abends.

    In den Reporter Slam-Ring treten…

    …Elisa Britzelmeier von der Süddeutschen Zeitung und Marc Baumann, der für das  Magazin der Süddeutschen Zeitung schreibt. Außerdem dabei sind Nico Brugger für den Bayrischen Rundfunk (BR) und Kathi Flau von der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung. Und auch Bastian Berber für Die Zeit und Christian Bollert, Geschäftsführer von detektor.fm stellen jeweils eine Recherche vor.

    Wer am Ende das Publikum überzeugen konnte, hört ihr in der letzten Folge piqd Thema live aus München.

    Das ist die vorerst letzte Folge von piqd Thema. Alle Folgen könnt ihr weiterhin jederzeit im Podcast-Feed hören.

    2 hr 3 min
  • Tracks & Traces | Charlotte Brandi – „My Days In The Cell“ - Die Verwandlung
    Ein komplizierter Bruch

    „Das sind Cornflakes“, sagt der Chirurg, als er Charlotte Brandis gebrochenen Fuß untersucht. Ein Fahrradunfall sorgt dafür, dass die Musikerin ein paar Monate nicht laufen kann und sich auf dem elterlichen Sofa einquartiert.

    „Der ganze Fuß war zerkrümelt und zerbröselt. Der Chirurg konnte das nicht perfekt nachbauen. So eine Verletzung bleibt. Ich dachte: ‚Wie krass ist das eigentlich, wenn jemand seine Beine verliert?'“

    Gedanken wie diese sorgen dafür, dass in Brandis Kopf kreativ irgendwas losgeht. Nur ist sie diesmal auf sich allein gestellt. Wir erinnern uns: 2009 bis 2018 bildet Charlotte Brandi zusammen mit Schlagzeuger Matze Pröllochs das Dreampop-Duo Me And My Drummer. Ihr Sound ist geprägt von Synthieflächen und Thermalbad-Hall. Zwei Alben entstehen in dem Zeitraum, dazu spielen sie unzählige Konzerte in ganz Europa, bis sich das Paar zuerst privat und dann auch musikalisch trennt.

    Charlotte Brandi macht seitdem alleine weiter und bringt im Februar 2019 ihr erstes Soloalbum „The Magician“ raus. Darauf klingt sie weniger überzuckert, dafür intimer, organischer und zeitloser. Einer der zentralen Songs auf dem Album ist „My Days In The Cell“.

    Verwandlung ist weiblich

    Ein ganzes Musical habe sie sich ausgedacht, sagt Brandi. Übrig geblieben ist dieser Song um eine junge Frau, die sich in eine Pflanze oder ein Tier verwandelt. Die hinfällt und ihre Beine verliert und deswegen kein Mensch mehr ist und sich andere kreatürliche Dinge aussuchen muss, die sie dann werden kann.

    „Bei Kafka ist es typisch maskulin, dass das krasseste für den Mann sein muss, verwandelt zu werden. Für eine Frau ist das eigentlich nicht so weit weg. Dadurch, dass wir einen Zyklus haben, der uns einmal im Monat verwandelt und dass man auch Kinder auf die Welt bringen kann, was auch eine krasse Verwandlung mit sich bringt, ist es für uns etwas ganz natürliches.“

    Schmutzigkeit muss sein

    Musikalisch unterfüttert wird dieses Szenario in „My Days In The Cell“ von Gitarren, Klavier, Streichern, einer Ukulele, einer Flöte (gespielt von Charlotte Brandis Mutter), „pseudo-lateinamerikanischen“ Rhythmen und Streichern. Fast alles selbst eingespielt, versteht sich.

    „Wenn man die Streicher so nackt hört, klingen sie sehr atmosphärisch, aber schlecht gespielt. Das ist aber oft genau das, was ich will. Wenn Töne ein bisschen absacken, macht das so eine ganz andere Schmutzigkeit in einem Lied, als wenn das perfekt gespielt worden wäre.“

    In Tracks & Traces nimmt Charlotte Brandi „My Days In The Cell“ Spur für Spur auseinander, erinnert sich an die Entstehungsphase mit dem gebrochenem Fuß und erklärt, warum sie dem Song eine Eins minus geben würde.

    27 min
  • Zurück zum Thema | Progressives Finnland - Femininland
    Jüngste Regierungschefin der Welt

    Wieder einmal scheint Finnland seinem Image als Vorreiter in Sachen progressiver Politik gerecht zu werden. Denn dort amtiert seit kurzem die jüngste Regierungschefin der Welt. Die 34-jährige Sanna Marin ist Mitte Dezember vom Parlament zur neuen Ministerpräsidentin gewählt worden. Sie löst damit den bisherigen Ministerpräsidenten Antti Rinne ab, der Anfang Dezember nach nur sechs Monaten im Amt zurückgetreten ist.

    Generell dominieren junge Frauen die neue finnische Regierung. Vier der fünf Regierungsparteien werden von Frauen geführt, ebenso wie elf der 18 Ministerien. Der Frauenanteil im finnischen Parlament liegt ebenfalls bei fast 50 Prozent. Eine solche Parlamentszusammensetzung ist in Europa bisher noch eine Seltenheit. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Frauenanteil lediglich bei 30 Prozent.

    Vorbild Finnland?

    Was die Gleichstellung von Männern und Frauen betrifft scheint Finnland anderen europäischen Ländern also einiges voraus zu haben. Aber auch sonst gilt das Land als Vorbildnation, was progressive Politik angeht. So haben die Finnen nicht nur einen umfangreichen Feldversuch zum bedingungslosen Grundeinkommen gestartet, das Land hat es außerdem geschafft, die Straßenobdachlosigkeit so gut wie abzuschaffen. Auch das finnische Schulsystem belegt in internationalen Vergleichen, wie etwa bei der Pisa-Studie, regelmäßig die vorderen Plätze.

    Populisten im Norden

    Aber auch an Finnland sind die gesellschaftlichen Krisen, die den Rest Europas derzeit beschäftigen, nicht spurlos vorbeigegangen. Populistische Parteien haben dort einen enormen Zulauf erhalten. Bei der letzten Wahl ist die rechtspopulistische Partei „die Finnen“ sogar zweitstärkste Kraft geworden.

    Was die Finnen besser zu machen scheinen als andere europäische Länder und wie sie selbst über ihr Image als Vorbildnation denken, das erklärt die Leiterin des Berliner Finnland Instituts Laura Hirvi im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop. Vorher ordnet Saskia Geisler von der Deutsch-Finnischen Rundschau ein, wie die neue finnische Regierung zustande gekommen ist und vor welchen Herausforderungen diese nun steht.

    18 min
  • Musikzimmer – Ausgabe 12/2019 - Das Musikzimmer im Dezember
    Playlist
    1. Mav Phoenix – Boys Toys
    2. Champyons – Sergio’s Dream
    3. Angela Aux – Won’t Break Any Day Now (detektor.fm-Session)
    4. Nausica – Tropical Waves
    5. Cascade Lakes – For the Record
    6. Children – Poor Boy
    7. Telquist – Trash Talk (Snippet)
    8. Karo Lynn – Hurricane (Snippet)
    9. Phools – Part of Me (Snippet)
    10. Lea Porcelain – Sink Into the Night
    11. Odd Couple – Fahr ich in den Urlaub rein
    12. Peter Piek – Blue
    13. Henny Herz – Landen
    14. The Micronaut feat. Gewandhausorchester – Amsterdam (Radio Edit)
    15. Die nächste Musikzimmer-Ausgabe kommt am 15. Januar 2020. Bis dahin läuft immer mittwochs um 19 Uhr im Wortstream die Wiederholung dieser Folge.

      Ihr wollt auch unter den Newcomern im Musikzimmer sein? Wir bringen eure Band ins Radio! Schickt uns eure Songs, am besten per Link (Soundcloud, Bandcamp, Dropbox …) an musikzimmer[at]detektor.fm.

      Newcomer-Vorstellungen

      Statt „das Internet“ über Bandy McBandface abstimmen zu lassen, kuratieren wir seit Kurzem die Newcomer im Musikzimmer ohne Abstimmung und Wettbewerb. Weil sie im Gegensatz zu den restlichen Songs in der Sendung nur angespielt werden, kriegen sie dafür hier mehr Platz.

      Phools

      Marcel Aue hat schon 1998 angefangen als DJ Rap und Soul aufzulegen, mit der Hiphop Band Rowdyclub sammelte er Erfahrung als Produzent. Seit einigen Jahren lebt er in Leipzig und betreibt das Behind The Plane Tonstudio. Dort wurde nicht nur Cluesos Single Freidrehen aufgenommen. Sondern dort hat Marcel Aue auch Paul Tetzlaff und Antje Seifarth getroffen. Die musikalische Chemie zwischen den dreien funktioniert. Das gemeinsame Projekt Phools kombiniert in „Part of Me“ schwermütige Dreampop-Harmonien mit einem philosophisch weisen Text. Guter Soundtrack für die verblassende Erinnerung an die letzten Sommertage. Oder das Nachhause-Trotten an einem grauen Dezembermorgen.

      Karo Lynn

      Die Lieder der Leipziger Singer-Songwriterin Karo Lynn sind ehrlich und gefühlvoll und voller Kraft. Sie besingt das, was unser Leben immer wieder befüllt: Hier etwas Liebe, dort ein Hauch von Sehnsucht. Ihre ungewöhnliche Stimme ist das herausragende Merkmal ihrer Songs. Die Musik folgt der Tradition bester UK-Indie-Bands. In den Texten betreibt Karo Lynn ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, drückt Zerrissenheit aus. „Hurricane“ ist aus ihrem zweiten Albums „Outgrow“, das detailreicher und tiefgründiger ist als ihr Debüt von 2014.

      Telquist

      Nicht immer, aber oft, vermitteln Bandnamen schon eine Vorstellung davon, wie die Musik klingen könnte. Aber genau das wollte Sebastian Eggerbauer aus Regensburg gerade nicht. Deswegen hat er bei seinem eigenen Projekt Telquist einfach random zwei Silben zusammengefügt. Telquists Musik besteht aus elektronisch untermaltem sphärischer Indiepop und Eggerbauers leicht kratzigem Gesang. Serviervorschlag: Bunt bedruckte Jacke, ausgelatschte Sneaker und wildes Rumgehüpfe mit halbvollem Flaschenbier im Indie-Club.

       

      43 min
    16. Flopcast | Inga Höltmann - "Fail harder!" als Lebensmotto

      Ein Online-Business-Magazin für Frauen – damals einzigartig in der eher männerdominierten Wirtschaftswelt. Dieses Ziel verfolgten Inga Höltmann und ihre Mitgründerinnen mit „BizzMiss“. Die Gründerinnen: allesamt Journalistinnen. Und hier lag auch schon das erste Problem.

      Gute Inhalte, von denen keiner wusste

      „Wir sind zu journalistisch an das Projekt herangegangen“, sagt Höltmann im Flopcast. Es fehlte das Geschäftsmodell.

      „Passion und Freude an etwas zu haben und vielleicht auch eine Vision, das reicht einfach nicht. Das ist zwar super wichtig, aber reicht am Ende nicht“, so Inga Höltmann.

      Gründen hinter verschlossenen Türen

      Ein weiteres Problem: Vier Frauen mit ähnlichem beruflichen Hintergrund und im ähnlichen Alter gründeten gemeinsam – weitgehend hinter verschlossenen Türen und ohne viel Feedback von außen. „Wir haben viel über Diversity geschrieben, dann aber undivers gegründet“, resumiert Inga Höltmann.

      Am Ende musste das Projekt eingestampft werden. Doch Inga Höltmann nahm die Erfahrung für sich mit, spricht seitdem auf vielen Veranstaltungen über das Scheitern und berät verschiedene Unternehmen im Bereich New Work und Digitalisierung.

      Warum über ihrem Schreibtisch bis heute der Satz „Fail harder!“ steht und wie sehr sie sich durch die Erfahrung persönlich weiterentwickelt hat, erzählt Inga Höltmann im „Flopcast“ mit detektor.fm-Moderatorin Maja Fiedler.

      Redaktion: Javan Wenz

      Der Flopcast – Was wir von gescheiterten Unternehmen lernen können

      Wer hierzulande ein Unternehmen gegen die Wand fährt, wird schnell als Verlierer abgestempelt. Dabei ist Scheitern keineswegs ein Makel – es ist eine große Chance. Im Flopcast von detektor.fm beschreiben Unternehmerinnen und Unternehmer, was sie vom Scheitern gelernt haben. Hier sprechen sie über große und kleine Fehler, über Lehren für die Zukunft und über ihren Weg zurück in die Erfolgsspur. Präsentiert von Lexware.

      Den Flopcast gibt es überall, wo es Podcasts gibt – bald auch direkt bei Apple Podcasts, Spotify, Deezer und Google Podcasts. Hier entlang zur Übersicht.
      32 min
    17. Zurück zum Thema | Crasht 2020 die Automobilbranche? - "Es ist eine kritische Zeit"
      Stellenabbau in der Schlüsselindustrie

      Mercedesstern, Audi-Ringe und VW-Kreis – diese Symbole sind weltweite Exportschlager. Von insgesamt 45 Millionen Erwerbstätigen arbeiten deutschlandweit etwa 800 000 Menschen in der Automobilindustrie. Dazu gehören nicht nur große Autobauer wie Daimler, Audi, BMW oder VW, sondern auch zahlreiche Zulieferbetriebe wie Bosch, Continental und ZF. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beschäftigten trotz des Dieselskandals weiter gestiegen.

      Was die Arbeitsplätze in der Autobranche nun doch ins Wanken bringt, ist die E-Wende. Im kommenden Jahr sollen insgesamt rund 50 000 Arbeitsplätze wegfallen. Denn die Umstellung von Verbrennungs- zu E-Motoren kostet Jobs. Ein E-Motor ist leichter zu produzieren, dementsprechend werden weniger Angestellte für die Herstellung benötigt.

      Automobilbranche: Jobs und Klima in der Waagschale

      Wo das Klimapaket der Bundesregierung locker war, lässt der Green Deal der EU weniger Spielraum. Der Elektro-Motor ist derzeit die greifbarste Lösung, um bis zur ersten Marke 2030 die CO2-Grenzwerte einzuhalten.

      Wie der Strukturwandel funktionieren kann, zeigt VW in Zwickau. Dort wird derzeit ein ganzes Werk vom Verbrenner- auf den E-Motor umgestellt. Ohne Stellenabbau schult der VW-Konzern seine Angestellten auf das zukünftige Aufgabengebiet um. Dazu investiert das Unternehmen nicht zu knapp: Für etwa 1,2 Milliarden Euro wird das Werk in Zwickau grunderneuert und vom Fließband bis zum Teambuilding auf die E-Flotte eingestellt. Aber für so einen Umbau müssen nicht nur die finanziellen Mittel einigermaßen locker sitzen, auch die Produktionsumstellung muss grundsätzlich möglich sein.

      Ob die Automobilbranche den Spagat zwischen Klimafreundlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplatzerhalt schafft, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop im Tagespodcast „Zurück zum Thema“ mit dem Ökonom Stefan Bratzel und mit Gewerkschaftler Olivier Höbel.

      17 min
    18. Mission Energiewende | Klimakonferenz endet im Desaster - Das war nix

      Nach einer 40-Stündigen Verlängerung endet die Klimakonferenz in Madrid in einem Desaster, titeln manche Beobachter, Minimalkonsenz sagen andere.

      Marktmechanismen, not today

      Wir haben in den letzten Wochen schon versucht zu erklären, worum es auf der Klimakonferenz geht, nämlich um Marktmechanismen. Genauer: um die Frage, wer andere wie dafür bezahlen kann, damit sie für ihn CO2 einsparen. So könnte Deutschland zum Beispiel Aufforstungsprojekte oder Stromnetze in Lateinamerika finanzieren, anstatt zum Beispiel die eigenen Kohlekraftwerke abzuschalten.

      Das Thema stand schon 2018 im polnischen Kattowitz auf der Agenda. Damals hatte sich Brasilien dagegen gewehrt und es wurde nach Chile 2019 verschoben, diese Konferenz wurde abgesagt und fand jetzt eben in Madrid statt. Aber auch diesmal konnten sich die Staaten nicht einigen und haben das Thema weitergeschoben: Glasgow 2020 ist das Stichwort.

      Neue, hehre Ziele?

      Außerdem wollte man sich darauf einigen, im nächsten Jahr in Glasgow die Klimaziele der einzelnen Staaten zu verschärfen, denn so steht es im Pariser Abkommen von 2015. Auch das hat nicht funktioniert.

      Warum die Weltklimakonferenz in Madrid so ein Flop geworden ist, hat detektor.fm-Redakteur Christian Eichler mit der Tagesspiegel-Journalistin Nora Marie Zaremba besprochen, die die Konferenz begleitet hat.

      18 min
    19. Ist das gerecht? | Gerichtsurteile nach Verkehrsunfall - Zu mild?
      Unterschiedliche Blickwinkel

      Beim Abbiegen nicht aufgepasst, zu schnell durch die Stadt gefahren, betrunken hinters Steuer gesetzt. Unfälle passieren aus ganz unterschiedlichen Gründen. Mal macht ein unerfahrener Fahrer einen Flüchtigkeitsfehler, der Leben kostet. Mal rast der Rentner mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Stadt und verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Gemeinsam haben diese Fälle meistens nur eines: die Bevölkerung findet das Urteil im Anschluss zu lasch.

      Achim Doerfer meint, dass dies oft auf unterschiedlichen Bewertungen des Falles beruhe. Die Bevölkerung, überwiegend juristische Laien, sehen vor allem den „Erfolgsunwert“: eine schwer verletzte Person oder vielleicht sogar das Todesopfer. Und wo jemand ums Leben kommt, muss die Strafe entsprechend ausfallen. Das Gericht aber sieht auch den „Handlungsunwert“: Wie ist es zum Unfall gekommen, welche Schuld trägt der Angeklagte dabei? Gerade bei Unfällen, bei denen der Verursacher nur einen Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam war und es deswegen zu einem Unfall gekommen ist, ist die Schwere der Schuld nur schwer einzuschätzen. Fehler passieren, auch im Straßenverkehr.

      Verkehrsunfall: Betrunken und schuldunfähig?

      Anders ist es beim Fahren unter Alkoholeinfluss oder bei stark überhöhter Geschwindigkeit. Wie das zu bewerten ist und welche Faktoren bei der Urteilsfindung nach Verkehrsunfällen eine Rolle spielen, besprechen detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz und der Rechtsanwalt Achim Doerfer anhand von drei Urteilen. Beide stellen fest: alles gar nicht so einfach.

      19 min
    20. Grundgesetz-Podcast | Kriegsfolgekosten und Lastenausgleich - Wer gleicht was aus?

      In den 1950er Jahren wusste man einfach, was der Lastenausgleich ist. Und was das Bundesausgleichsamt macht. Heute ist das anders, die Behörde hat immer weniger zu tun, in ein paar Jahren wird es sie vermutlich gar nicht mehr geben. Warum nicht?

      Lastenausgleich: Mehr als 100 Milliarden DM

      Das Bundesausgleichsamt bearbeitet Anträge für Entschädigungszahlungen nach dem Lastenausgleichsgesetz. Wer im Zweiten Weltkrieg enteignet wurde oder durch Bomben Grund und Boden verloren hat, konnte in der jungen Bundesrepublik auf eine Entschädigung hoffen.

      Und es waren viele Menschen betroffen. Bis in die 1980er Jahre hinein wurden schon mehr als 100 Milliarden DM dafür ausgegeben. Und die Bearbeitung der Anträge läuft bis heute.

      Henning Bartels ist stellvertretender Leite des Bundesausgleichsamts. Seit fast 30 Jahren arbeitet er nun schon dort – und er weiß, wie sich die Arbeit seit dem verändert hat. detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz hat ihn angerufen, um mit ihm über seine Arbeit zu sprechen und um den Lastenausgleich einmal historisch einzuordnen.

      „Der Lastenausgleich war nach dem Zweiten Weltkrieg erforderlich. […] Von den Wohnungen und Häusern waren 2,5 Millionen vollkommen zerstört. Und nach dem Krieg stellte sich die Frage: Sollen das diejenigen bezahlen, die den Schaden haben oder lässt man es die ganze Bevölkerung bezahlen?“, erläutert Henning Bartels.

      Außerdem bespricht sie mit dem freien Journalisten Hajo Schumacher, was er über all das weiß und was er vom Grundgesetz darüber lernen kann.

       

      Anmerkung: im Podcast sprechen Hajo und Rabea von der „Haager Landkriegsverordnung“. Richtig ist aber „Haager Landkriegsordnung“. Danke für den Hinweis an einen unserer Hörer!

      37 min
    21. Zurück zum Thema | Verschwörungsmythos Umvolkung - Was ist so gefährlich an der Ideologie vom Großen Austausch?

      Verschwörungsmythen sind lange Zeit ein randständiges Thema für Sonderlinge gewesen. Viele kommen irrtümlich daher: UFO-Sichtungen und esoterische Hochstaplerei. Doch durch die AfD und das Erstarken der Neuen Rechten finden Gedanken, die vormals ihren Platz in den eher absurden Ecken des Internets hatten, nun Eingang in die Politik. Dabei verweisen Begriffe wie „Umvolkung“ oder „Der große Austausch“ auf einen alten, rechtsradikalen Verschwörungsmythos.

      In diesem Mythos wird behauptet, mächtige Eliten würden die Migration steuern, um die weiße Bevölkerung Europas durch Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten auszutauschen. Und AfD-Politiker wie Björn Höcke erzeugen für diese Erzählungen eine größere Öffentlichkeit.

      „Umvolkung“ – ein populärer rechter Mythos

      Der neue AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla hält den Begriff Umvolkung für unproblematisch. Doch Fakt ist: Der Mythos ist der ideologische Nährboden für Rechtsterroristen wie Stephan B. aus Halle oder den Attentäter von Christchurch. Die Mär von der angeblichen Umvolkung geistert schon länger durch den Kosmos rechter Verschwörungsgläubiger, wirkt aber auch darüber hinaus: Der ungarische Präsident Viktor Orbán zum Beispiel nimmt darauf Bezug und unterstellt den „Internationalisten“ aus der EU, sie würden gezielt die eigene Bevölkerung durch Geflüchtete austauschen.

      Der Verschwörungsmythos als Propaganda

      Viele, wenn nicht die meisten Verschwörungsmythen folgen der gleichen Struktur, so auch die Geschichte der vermeintlichen „Jüdischen Weltverschwörung“: Eine geheime Elite kontrolliere Weltfinanzen und Weltpolitik, dagegen müsse sich das geknechtete Volk zur Wehr setzen. Mit solchen Erzählungen haben schon die Nationalsozialisten Hetze betrieben. Aber auch heutige Rechtsextremisten nutzen Verschwörungstheorien für ihre Propaganda.

      So auch beim Mythos von der angeblichen Umvolkung: Rechte Think-Tanks wie das „Institut für Staatspolitik“ und die Identitäre Bewegung sorgen gezielt dafür, dass sich diese Erzählung verbreitet. Wie dies genau geschehen ist und woher der Mythos ursprünglich kommt, das erfährt detektor.fm-Moderatorin Yvi Strüwing von dem Historiker Volker Weiß. Was Verschwörungsmythen im Allgemeinen so gefährlich macht, und wie man diesen gefährlichen Geschichten begegnen kann, darüber hat Redakteur Dominik Lenze mit dem Psychologen Sebastian Bartoschek und mit Melanie Hermann von der Amadeu-Antonio-Stiftung gesprochen. Was er erfahren hat, berichtet er im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop.

      15 min

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