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Ohne einen Podcast hätte es diesen Film wahrscheinlich nicht gegeben. Denn Regisseurin Lulu Wang hat sehr lange niemanden gefunden, der ihn finanzieren wollte. Erst als sie ihre Geschichte im Podcast This American Life erzählt hat, kamen die Angebote.
In „The Farewell“ geht es um Billi, die in China geboren wurde und in den USA aufgewachsen ist. Sie hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter, die jedoch eines Tages an Krebs erkrankt. Als Billie mit ihrer Großmutter darüber sprechen will, erfährt sie, dass die Familie entschieden hat, es ihr nicht mitzuteilen – das sei chinesische Tradition. Um ihre Großmutter noch ein letztes Mal zu sehen, plant die Familie eine Hochzeit für Billies Cousin in Changchun und so beginnt eine Scharade, in der alle still trauern, aber eigetlich eine große Party feiern müssen.
Bemerkenswert an „The Farewell“ ist dabei, wie er diese Spannungen aushält, ohne einfache Antworten zu geben. Eine Erfahrung, die viele Menschen machen müssen, die sich zwischen verschiedenen Kulturen und Gesellschaften bewegen.
Über „The Farewell“ sprechen die Journalistinnen Xifan Yang (China-Korrespondentin der ZEIT, Autorin) und Lin Hierse (taz-Redakteurin, Podcast Weißabgleich) mit detektor.fm-Redakteur Christian Eichler.
Jede Woche zankt sich detektor.fm-Filmkritiker Christian Eichler mit Freunden und Kolleginnen über einen aktuellen Film. Dabei ist es egal, ob der im Kino, auf Netflix oder im Fernsehen anläuft. Angedickt wird das Ganze durch ein hintergründiges Interview und einen kurzen Überblick über weitere Kino- und Streaming-Starts.
Um in Deutschland einen handwerklichen Betrieb zu führen, war der Meistertitel bis 2004 Pflicht. Diese Meisterpflicht wird unter Gerhard Schröder (SPD) im Rahmen der Handwerksnovelle dann aber für 53 von 94 Berufen aufgehoben. Die Zahl der Arbeitslosen ist damals sehr hoch. Die rot-grüne Bundesregierung erhofft sich von der Maßnahme mehr Wettbewerb und Unternehmensgründungen. Nun wird die Meisterpflicht für zwölf Berufe wieder eingeführt.
Zum einen erhalten die Berufe eine Meisterpflicht, deren unsachgemäße Ausübung lebensgefährlich sein könnte. Das ist zum Beispiel bei Mosaik-, Fliesen- und Plattenlegern der Fall. Zum anderen hat man die Berufe berücksichtigt, die zur Herstellung „immaterieller Kulturgüter“ beitragen, Orgelbauer zum Beispiel. Dabei soll der Meisterbrief vor allem eine qualitätssichernde Rolle spielen, so argumentiert zumindest die Bundesregierung.
Für viele Handwerker hängt die Qualität der Arbeit jedoch gar nicht mit dem Meisterbrief zusammmen.
Was sich die Bundesregierung von der Meisterpflicht für Verbraucher erhofft, das fragt detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Goedde Sabine Poschmann. Sie ist Mittelstandsbeauftragte der SPD und befürwortet die Meisterpflicht. Welche Hürden die Meisterpflicht für Handwerker bedeuten kann und was diejenigen ohne Meistertitel nun tun müssen, das bespricht detektor.fm-Moderatorin Maureen Welter mit Jonas Kuckuk vom Bundesverband unabhängiger Handwerker und Handwerkerinnen.
Nach nur zehn Tagen im Amt hat Ursula von der Leyen ihr bislang wohl größtes Zeichen gesetzt. Der „European Green Deal“ soll dafür sorgen, dass Europa bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent wird. Der Plan beinhaltet Vorschläge, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Mit einer „Just Transition Strategie“ soll besonders betroffenen Ländern geholfen werden, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Dazu gehören etwa Länder wie Polen und Tschechien, die mehr als andere von fossilen Energieträgern wie Kohle abhängig sind. Für sie ist ein Budget von 100 Milliarden Euro vorgesehen. Außerdem sollen Flüge innerhalb der EU höher besteuert und im Frühjahr über neue Vorgaben für Pestizide in der Landwirtschaft abgestimmt werden. Für die EU sei dieser Schritt mit der Mondlandung zu vergleichen, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Auch Umweltschutzorganisationen begrüßen das Klimapaket der Europäischen Union. Die EU-Kommission zeige jetzt eine klare Priorität und den Willen, das Klima zu schützen. Ob alle Mitgliedsstaaten mitziehen, ist aber noch unklar.
Trotzdem wird der Green Deal auch kritisiert. Manche Ziele seien zu ehrgeizig gedacht und viele sehen das Paket jeglich als eine „Ankündigung von Gesetzen“, die erst viel zu spät umgesetzt werden würden.
Was drin steht im „European Green Deal“ der EU-Kommission und ob der Plan wirklich halten kann, was er verspricht, fragt detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop den CDU-Europaabgeordneten Peter Liese und Oldag Caspar, Teamleiter für deutsche und europäische Klimapolitik bei Verein Germanwatch.
Idyllische Ruhe auf dem Land, niemand stört. So stellt man sich das gerne vor, die Realität ist aber eine andere. Hühner beim Nachbarn, der Traktor auf dem Feld – auch im Dorf ist nicht immer alles still. Das musste jetzt auch eine Frau feststellen, die vorm Landgericht Koblenz geklagt hatte. Der Grund: Die Hühner nebenan seien zu laut, der Hahn krähe immer schon lauthals am sehr frühen Morgen. Ob man den Nachbarn nicht verpflichten könnte, einen Schallschutz einzurichten?
Kann man nicht, urteilt das Gericht. Im Urteil ist die Rede von „ortsüblichen Lärm“, den man hinnehmen müsse. In der Stadt ist das der Verkehr, eine Baustelle oder auch Kinderlärm aus der Wohnung gegenüber. Und auf dem Dorf sind es eben unter anderem Hühner und Hähne.
Aber was muss ich eigentlich, in der Stadt und auf dem Land, hinnehmen? Gegen welchen Lärm kann ich mich wehren und macht es einen Unterschied, wer zu erst da war – der Lärm oder der Mensch, der Ruhe will? detektor.fm-Redakteurin fragt den Rechtsanwalt Achim Doerfer. Und er findet: Früher war eben doch manchmal was besser.
Idyllische Ruhe auf dem Land, niemand stört. So stellt man sich das gerne vor, die Realität ist aber eine andere. Hühner beim Nachbarn, der Traktor auf dem Feld – auch im Dorf ist nicht immer alles still. Das musste jetzt auch eine Frau feststellen, die vorm Landgericht Koblenz geklagt hatte. Der Grund: Die Hühner nebenan seien zu laut, der Hahn krähe immer schon lauthals am sehr frühen Morgen. Ob man den Nachbarn nicht verpflichten könnte, einen Schallschutz einzurichten?
Kann man nicht, urteilt das Gericht. Im Urteil ist die Rede von „ortsüblichen Lärm“, den man hinnehmen müsse. In der Stadt ist das der Verkehr, eine Baustelle oder auch Kinderlärm aus der Wohnung gegenüber. Und auf dem Dorf sind es eben unter anderem Hühner und Hähne.
Aber was muss ich eigentlich, in der Stadt und auf dem Land, hinnehmen? Gegen welchen Lärm kann ich mich wehren und macht es einen Unterschied, wer zu erst da war – der Lärm oder der Mensch, der Ruhe will? detektor.fm-Redakteurin fragt den Rechtsanwalt Achim Doerfer. Und er findet: Früher war eben doch manchmal was besser.
Schon auf den ersten Seiten seines Buches über die ersten fünf Jahre im EU-Parlament dröselt Martin Sonneborn auf den Euro genau auf, wie viel er in seinem Job verdient. Da wären einmal 8.600 Euro brutto als Diät, zusätzliche 300 Euro für jeden Tag, an dem er auch tatsächlich im EU-Parlament arbeitet, 4.416 Euro Bürokosten-Pauschale, Spritgeld für jeden selbst gefahrenen Kilometer sowie Flüge und eine Bahncard 100.
Doch das Luxuriöseste an seinem Job sei etwas, das man sich nicht mit Geld kaufen könne, verrät er im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Nina Sonnenberg: Anspruch auf den Limousinenservice des Deutschen Bundestags! „Ich kann mich in Berlin 24/7 rotzbesoffen aus jeder Kaschemme abholen lassen und werde dann von einem intelligenten, angenehmen Chauffeur nach Hause geleitet.“
Dabei sind diese Ausgaben der EU für ihre Parlamentarierinnen und Parlamentarier vermutlich noch nachvollziehbarer als der „europäische Reisezirkus“, wie Sonneborn ihn nennt, bei dem das gesamte Parlament einmal im Monat von Brüssel nach Straßburg zieht. Diese Umstände den Menschen „da draußen“ zu zeigen, ist das selbstgesteckte Ziel von Martin Sonneborn.
Wie kommt das bei den Menschenan, die sich in ihrer Freizeit für die PARTEI engagieren? Gegründet als Spaßpartei hat die PARTEI laut eigenen Aussagen inzwischen um die 100 Mandate. Kommt da nicht manchmal auch Missgunst innerhalb der PARTEI auf?
„Menschen, die in der PARTEI sind, kommen umsonst auf meine Veranstaltungen, manchmal gibt es danach auch Bier“, sagt dazu Martin Sonneborn.
Geld scheint in der PARTEI und bei Sonneborn persönlich also keine große Rolle zu spielen. Was Martin Sonneborn dann mit den fast 5.000 Euro monatlicher Bürokosten-Pauschale anstellt und wie er vor seiner Zeit als Satiriker Geld verdient hat, erzählt er in der neuen Folge von „Reden ist Geld.“
Über Geld spricht man nicht? Pah! In unserem Podcast „Reden ist Geld“ trifft sich Nina Sonnenberg mit bekannten Personen, um mit ihnen über das Thema zu sprechen, über das selten jemand öffentlich reden will. Hier hört ihr ganz persönliche Geschichten. Können wir nicht alle von mehr Offenheit beim Thema Geld profitieren?
Für Attila von Unruh kam nie etwas anderes in Frage, als Unternehmer zu sein. Und wenn ein Projekt für ihn nicht mehr richtig passte, wandte er sich neuen Dingen zu. So war es auch mit seiner Werbeagentur, die er an einen guten Geschäftspartner verkaufte. Der hatte einen Deal für ein großes Projekt abgeschlossen, den er mit von Unruhs Firma umsetzen wollte. Alles sah gut aus. Bis der Kunde des Projekts überraschend absprang.
Das Problem für Attila von Unruh: Er hatte für alte Kredite seiner Firma noch persönlich gebürgt. Nach der Insolvenz seiner ehemaligen Firma kamen deshalb sechsstellige Summen auf ihn zu, die er nicht bezahlen konnte. Er musste in die Privatinsolvenz. Die Erfahrung, so erzählt er heute, sei traumatisch gewesen: „Ich bin dann in die Volksbank bei uns auf dem Dorf gegangen und wollte ein Guthabenkonto eröffnen. Dann stand dieser Bankmitarbeiter tatsächlich auf, zeigte mir die Tür und sagte: ‚Wir wollen Sie nicht als Kunden.‘ Da war ich sprachlos.“
Wie von Unruh die Jahre in der Privatinsolvenz überstand, wie er wieder Mut gefasst und am Ende vielen anderen Menschen in einer ähnlichen Situation geholfen hat, erzählt er im „Flopcast“ mit detektor.fm-Moderatorin Maja Fiedler.
Redaktion: Javan Wenz
Wer hierzulande ein Unternehmen gegen die Wand fährt, wird schnell als Verlierer abgestempelt. Dabei ist Scheitern keineswegs ein Makel – es ist eine große Chance. Im Flopcast von detektor.fm beschreiben Unternehmerinnen und Unternehmer, was sie vom Scheitern gelernt haben. Hier sprechen sie über große und kleine Fehler, über Lehren für die Zukunft und über ihren Weg zurück in die Erfolgsspur. Präsentiert von Lexware.
Frauen verfügen nicht über ihr eigenes Geld, dürfen ohne die Einwilligung des Ehemannes nicht arbeiten gehen, erfüllen ihre „ehelichen Pflichten“ ohne Widerstand und kümmern sich selbstverständlich um Kindererziehung und Haushalt.
So sah die Stellung der Frau vor der Emanzipation aus, auch rechtlich. Die Gesetzbücher regelten das Zusammenleben zwischen Ehepartnern bis in die intimsten Bereiche hinein. Der Mann hatte in der Ehe das Sagen, durfte über die Erziehung, den Wohnort, das Vermögen und selbst über die Erwerbsarbeit der Frau allein entscheiden.
„Im Gleichberechtigungsgesetz (von 1957) wurden diese ehelichen Sachen neu geregelt. Es wurde die Vorrangstellung des Mannes und der Letztentscheid abgeschafft. Aber auch nur mit sehr knappen Mehrheiten“, berichtet Anja Weusthoff vom Bundesvorstand des DGB.
Seit den 50er Jahren werden diese Ungleichbehandlungen nach und nach abgeschafft, man nähert sich langsam der vom Grundgesetz vorgeschriebenen Gleichstellung zwischen Männern und Frauen. Es kommt der Mutterschutz, mehr Selbstbestimmungsrechte der Frauen, in den späten 90er Jahren wird schließlich die Vergewaltigung in der Ehe strafbar.
Hajo Schumacher und detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz rollen die Geschichte der Gleichstellung auf. Und sie werfen einen Blick auf die heutige Situation: Wie sieht es rechtlich aus und wie spiegelt sich das in der Gesellschaft wider? Auch in dieser Folge gibt es wieder Unterstützung. Die Politikwissenschaftlerin Anja Weusthoff leitet die Abteilung für Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Im Podcast spricht sie darüber, wo Frauen heute immer noch benachteiligt werden und woran das liegt.
Kunst ist der Kram, der von vier Holzleisten eingerahmt in einem Museum steht – oder? Aktions- und Performancekünstler sehen das anders. Sie bringen die Kunst raus aus ihrem sicheren Gehege und fordern aktiv die öffentliche Aufmerksamkeit ein. Aktionskunst ist der Sammelbegriff für viele verschiedene Formen. Oft zielt sie darauf ab, die Grenze zwischen Kunst und Alltag zu durchbrechen.
Jüngstes Beispiel hierfür ist David Datuna. Auf der Kunstmesse Art Basel hat er eine Banane verspeist, für die ein Käufer ganze 120 000 Dollar hingelegt hat. In eine ähnliche Richtung geht eine Aktion des berühmten Street-Art-Künstlers Banksy. 2018 wurde ein Bild von ihm für rund 1,2 Millionen Euro versteigert – nur um es kurz darauf selbst zu schreddern.
Was diesen verschiedenen Aktionen gemeinsam ist: Es gehe nicht mehr darum, ein Objekt zu gestalten, sondern ein Ereignis zu schaffen, sagt Kunstwissenschaftlerin Pamela Geldmacher. Ein früher Klassiker der Aktionskunst ist die Predigt von Michel Mourre, einem französischen Künstler. Als Mönch verkleidet hat er sich im April 1950 auf die Kanzel der Notre-Dame geschlichen und den Tod Gottes verkündet. Die ungefragt zum Künstler-Publikum gewordenen Kirchengänger haben ungehalten reagiert, erst die Polizei hat den Künstler vor dem wütenden Mob gerettet.
Dass Provokation bis heute fester Bestandteil der Aktionskunst ist, hat zum Beispiel das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) in den letzten Jahren wiederholt gezeigt. Zuletzt etwa mit einem umstrittenen Mahnmal im Berliner Regierungsviertel, welches offenbar Asche von Holocaust-Opfern enthalten hat.
Was Aktionskunst ausmacht außer der Provokation, warum Künstler sich dieser Form bedienen und ob der mittelalterliche Hofnarr sich auch guten Gewissens Aktionskünstler nennen dürfte, darüber spricht detektor.fm-Moderator Christian Erll mit der Düsseldorfer Kunstwissenschaftlerin Pamela Geldmacher. Außerdem unterhält er sich mit Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr über ihre Meinung zum teuersten Obst-Imbiss der jüngeren Kunstgeschichte sowie mit einem Künstler vom Peng-Kollektiv über deren Aktionen.
Dieses Mal sind sie still geblieben. Luisa Neubauer und Greta Thunberg, die beiden Gesichter der europäischen Klimabewegung. Eine Bewegung, die immer mal wieder dafür kritisiert wird, vor allem priviligiert und weiß zu sein. Hat man die Kritik gehört?
Immerhin: An diesem Tag in Madrid sprechen andere, die sonst nicht zu hören sind. Nakabuye Hilda Flavia aus Uganda zum Beispiel oder die US-amerikanische Indigene Rose Whipple, die von ihrem Kampf gegen eine Öl-Pipeline am Mississippi erzählt.
Über die UN-Klimakonferenz sprechen wir mit Bernhard Pötter von der taz. Schon seit Jahren verfolgt er aufmerksam die internationale Klimapolitik. In einem Kommentar hat er kürzlich geschrieben, wir sollten die Klimakonferenz boykottieren. Die Räder mahlten zu langsam, die Beschlüsse wären zu schwach.
In unserem Interview sieht er das gelassener und erklärt, welche Rolle Deutschland in Madrid spielt und warum Greta Thunberg und Fridays for Future eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.
„Mission Energiewende“ ist eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick und dem WWF
Die detektor.fm-Sessions werden präsentiert von Dockin. Promo-Code: detektor.fmDockin10
Besonders bayrisch klingt es nicht, was Angela Aux aus München musikalisch so macht. Und auch das Bühnenoutfit mit Abendkleid und blonder Perücke würde ein Traditionalist vermutlich ablehnen. Die Idee, auf der Bühne ein Frauenkleid zu tragen, kam aber erst später als der weibliche Name für sein „Weird Folk“-Projekt Angela Aux, sagt Florian Kreier. Am Anfang stehen ein paar Fotos mit Perücke. Mehmet Scholl, Mitgründer des Plattenlabels Millaphon Records, schlägt ein entsprechendes Crossdresser- oder Burlesque-Auftreten vor. Das aber bereitet Florian Kreier Bauchschmerzen, auch wenn er sich durchaus abgrenzen möchte vom breitbeinigen Machismo alter Rollenklischees.
Und dann habe ich darüber nachgedacht und gemerkt, dass ich das überhaupt nicht will. Weil ich natürlich nicht in so eine Subkultur reingrätschen und mir da was raus-copy-pasten will. – Angela Aux über sein Outfit
Trotzdem merkt Kreier: In Frauenkleidern verhält er sich anders auf der Bühne: weniger gespielt-cool, dafür freundlicher. Das gefällt ihm und nachdem die Vorwürfe kultureller Aneignung ausbleiben, genießt er die Reaktionen, die seine ungewöhnliche Garderobe beim Publikum hervorrufen.
Neben seiner Musik ist Florian Kreier noch in zahlreichen anderen Kunstprojekten aktiv. Er hat mit dem Musikproduzenten Sepalot gearbeitet, ein Festival organisiert und am Musikalgorithmus für einen sich autonom fortsetzenden Film mitgewirkt. Neben dem Angela-Aux-Album „In Love with the Demons“ hat er 2019 zudem ein Buch veröffentlicht. Am liebsten würde er immer schreiben, sagt er:
Manchmal ist es für mich unerträglich, dass ich zwischendurch Wäsche waschen muss oder einen Antrag ausfüllen oder einkaufen gehen. – Angela Aux
Welches seine Lieblingskunstform ist und warum ihm der Verriss seiner eigenen Musik Spaß macht, erklärt Florian Kreier detektor.fm-Moderator Christian Erll im Gespräch. Außerdem spielt er zusammen mit Maria de Val von Me + Marie und Henny Herz die Songs „The Story of Heavy Mike“ und „Won’t Break Any Day Now“ ein.
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