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Charlie (Adam Driver) ist Theaterregisseur in New York, Nicole (Scarlett Johansson) war mal das Starlett in einer Teenie-Komödie. Mittlerweile arbeiten beide seit Jahren zusammen und haben einen gemeinsamen Sohn. Und irgendwie geht es einfach nicht mehr. Warum, erfahren wir erst spät, als sich beide schon mitten im Rosenkrieg befinden. Streitpunkt: das Sorgerecht.
Dabei erzählt Noah Baumbach in „Marriage Story“ eine fast universale Geschichte, die unterschwellige Gesellschaftskritik an allen Ecken aufweist und trotzdem sehr nachvollziehbar und menschlich ist. Aber macht er es sich damit am Ende vielleicht ein bisschen zu leicht?
Über „Marriage Story“ sprechen die Psychologin Christiane Attig (Brainflicks, Rantvoll), der Journalist Christian Fahrenbach (WTH America, Krautreporter) und Christian Eichler von detektor.fm.
Jede Woche zankt sich detektor.fm-Filmkritiker Christian Eichler mit Freunden und Kolleginnen über einen aktuellen Film. Dabei ist es egal, ob der im Kino, auf Netflix oder im Fernsehen anläuft. Angedickt wird das Ganze durch ein hintergründiges Interview und einen kurzen Überblick über weitere Kino- und Streaming-Starts.
Das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) macht mal wieder von sich reden. Und zwar mit einer Gedenksäule. Diese wurde am Montag vor dem Reichstagsgebäude aufgestellt und soll angeblich die Asche von Ermordeten in deutschen Konzentrationslagern während des Nationalsozialismus enthalten.
„Wenn man mal länger drüber nachdenkt, ist das jetzt bislang die einzige Aktion von denen, wo ich wirklich sagen würde: Das ging jetzt gar nicht, beziehungsweise das hat auch seinen Zweck nicht erfüllt“, sagt die Chefredakteurin des Monopol-Magazin Elke Buhr.
Nicht zum ersten Mal steht das Künstlerkollektiv in der Kritik. Diesmal jedoch von Seiten der Betroffenen.
Insbesondere der Zentralrat der Juden und auch einige andere jüdische Organisationen kritisierten die Aktion. Zwar seien die Proteste gegen das Erstarken der extremen Rechten begrüßenswert, aber die mögliche Störung der Totenruhe verstößt gegen das jüdische Religionsgesetz.
Am Mittwoch hat auch das ZPS Fehler eingeräumt. Auf der Website der Gruppe ist jetzt eine Entschuldigung zu lesen: „Wir bedauern aufrichtig, dass wir den zentralen Wirkungsaspekt unserer Arbeit nicht im Vorfeld erkannt haben.“
Über die Grenzen der Kunst hin zur Geschmacklosigkeit spricht detektor.fm-Moderatorin Anja Bolle mit Elke Buhr vom Monopol-Magazin.
Anlässlich des 10. Jubiläums unseres Sendestarts am 4. Dezember haben wir hier eine Generalüberholung gestartet. Seit dieser Woche erstrahlt unsere Webseite dank der Medienfreunde in frischem Glanz, wir haben mit Marie Schiller und Adrian Breda eine neue Redaktionsleitung und mit „Zurück zum Thema“ einen brandneuen täglichen Podcast.
Neben unverschämt viel Kuchen und Sekt in dieser Woche haben wir also in den Monaten sehr viel Zeit und Gedanken in die Neuerungen gesteckt.
Mit dem 10. Geburtstag sind wir auch zum „Podcast-Radio“ geworden. Denn neben den vielen eigenen Produktionen räumen wir seit dieser Woche auch den „Podcasts der Anderen“ Platz in unserem Wortstream ein. Morgens senden wir „Was Jetzt?“ von Zeit Online, mittags läuft das „Spiegel Update“ und am Nachmittag gibt es Ausschnitte aus „Hotel Matze“, „Das Thema“ von der Süddeutschen Zeitung, „Rice And Shine“ oder „Madame Moneypenny“.
Adrian Breda, eine Hälfte der neuen Redaktionsleitung, plaudert in „detektor.fm destilliert“ mit Christian Bollert über all die neuen Sachen bei detektor.fm, seinen persönlichen Werdegang und die Bedeutung von Kuchen für die Redaktion.
Wie gefallen euch unsere Podcasts? Gibt es ein Thema, was wir unbedingt einmal bearbeiten sollten? Kommt gern mit uns Gespräch in der Facebook-Gruppe, per Mail an [email protected] oder bei Twitter.
00:00:08 Begrüßung
Das hat nicht nur die eigene Basis überrascht: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen den SPD-Parteivorsitz übernehmen. Vor allem viele jüngere Parteimitglieder haben sich das eher linke Duo gewünscht – dass sie aber wirklich die meisten Stimmen kriegen, galt als eher unwahrscheinlich.
Nun müssen die Delegierten des Bundesparteitags das Ergebnis der Mitgliederbefragung noch bestätigen. Oder kippen sie es sogar? Christian Fahrenbach hat die Situation von Übersee aus beobachtet und glaubt nicht an einen solchen Coup. Aber er sagt auch, dass die Situation angespannt sei:
Auch bei Googles Mutterkonzern Alphabet gibt es einen Wechsel an der Spitze. Die beiden Gründer Sergey Brin und Larry Page ziehen sich aus dem Unternehmen zurück. In Zukunft soll Sundar Pichai die Unternehmensführung übernehmen, der bereits seit 2015 den Google-Konzern leitet. Verändert sich dadurch die Unternehmenskultur, bei der das Experimentieren immer auch im Vordergrund stand?
Seitdem der Verdacht eines Auftragsmordes durch Russland im Raum steht, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau. Russland bestreitet, etwas mit dem Mord im Berliner Kleinen Tiergarten zu tun zu haben. Im August war dort mitten am Tag ein 40 Jahre alter Georgier erschossen worden.
Wie die Beziehungen darunter leiden und ob auf dem SPD-Bundesparteitag noch die große Revolte droht, bespricht detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz mit dem Krautreporter Christian Fahrenbach. Er arbeitet als Journalist in New York und hält die Geschehnisse von dort aus im Blick.
Jedes Jahr am 5. Dezember wird das Ehrenamt gefeiert. Denn ohne Menschen, die sich allein um der guten Sache willen in Sport- und Kulturvereinen, in der Freiwilligen Feuerwehr oder anderswo engagieren, ist eine funktionierende Zivilgesellschaft kaum denkbar.
40 Milliarden Euro spare der Staat jährlich durch die rund 30 Millionen Ehrenamtler in Deutschland, sagt Hans-Jürgen Schwarz. Er ist Präsident des Bundesverbandes der Vereine und des Ehrenamtes (BVVE). Nachvollziehbar also, dass derzeit Politiker und Wohlfahrtsorganisationen darüber nachdenken, wie man den Ehrenamtlern auch auf anderem Weg Danke sagen könnte.
„Insbesondere für die rund 600. 000 Vereine in Deutschland spielt das Ehrenamt eine große Rolle“, sagt Jana Priemer vom Think Tank „Zivilgesellschaft in Zahlen“.
Doch seit einigen Jahren geht eine Sorge um: Insbesondere junge Menschen würden sich immer weniger ehrenamtlich engagieren, erst Recht nicht mehr in Vereinen, mit Mitgliedschaften und Pflichten. Tatsächlich hat sich zwischen 2006 und 2016 jeder neunte Verein aufgelöst, betroffen sind gerade ländliche Regionen.
Doch es gibt auch junge Menschen, die gegensteuern: Junge App-Entwickler etwa suchen nach neuen, zeitgemäßen Wegen, Menschen ins Ehrenamt zu bringen. Und in Großstädten sind es junge Menschen, die neue Vereine gründen. Klar ist: Wie und wo sich Menschen ehrenamtlich engagieren, verändert sich zur Zeit stark.
Wie die aktuelle Lage und auch die Zukunft des Ehrenamts aussieht, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde mit Hans-Jürgen Schwarz vom BVVE, mit Jana Priemer vom Think-Tank ZiviZ, die aktuelle Daten zum Ehrenamt in Deutschland kennt, und mit Paul Bäumler, der die Ehrenamts-App „Let’s Act“ mitentwickelt hat.
Redaktion: Dominik Lenze & Yannic Köhler
Im Verteidigungsfall gelten andere Regeln, im Notfall auch für das Bundesverfassungsgericht. Die Richterinnen und Richter legen Wert auf ihre Unabhängigkeit, deswegen haben sie die Ausnahmen selbst mit erarbeitet. Es soll verhindert werden, dass eine Krise ausgenutzt wird, um das höchste Gericht abzuschaffen.
Eine ganz andere Herausforderung sind Wahlen während eines solchen Ausnahmezustands. Diese sollen, wenn möglich, vermieden werden. Das liegt insbesondere am Organisationsaufwand, den solche Wahlen mit sich bringen. Hinzu kommt, dass die Politik in einer solchen Situation in der Regel wichtigeres zu tun hat, als Wahlkampf zu führen.
Deswegen können die Legislaturen von Bundestag, Bundespräsident und Bundesverfassungsgericht verlängert werden. Gleiches gilt natürlich ebenso für den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin. Wenn die Kanzlerin allerdings nicht mehr in der Lage ist, die Regierung zu führen – weil sie z. B. entführt wurde oder anderweitig ausfällt – ist eine Neuwahl möglich.
„Hier wird im Grunde ein Krieg, der Verteidigungskrieg – deswegen ja auch Verteidigungsfall – vom Anfang bis zum letzten Moment durchgespielt“, so Hajo Schumacher.
Warum es solche Regeln gibt und wie sie im Detail ausgestaltet sind, besprechen detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz und der freie Berliner Journalist Hajo Schumacher.
Weißer Bart, weiße Haare, eindringlicher Blick. Konrad Lorenz ist vielen durch seine charismatischen Fernsehauftritte in Erinnerung geblieben. Mit eindrucksvoller Gestik und einer Menge Wortwitz hatte er auf die meisten Fragen eine Antwort.
Die Arbeit des Wiener Ethologen war grundlegend für die Verhaltensforschung im deutschsprachigen Raum. Seine Arbeit mit Tieren aller Art führte verschiedene Forschungsgebiete zusammen. Insbesondere seine Arbeit mit Gänsen brachte ihm den Ruf des „Tierpsychologen“ ein. Ein Forschungsgebiet, als dessen Begründer Lorenz gilt.
Doch für den wissenschaftlichen Erfolg war Lorenz bereit, alles zu tun. 1938 schließt er sich den Nationalsozialisten an und wird Mitarbeiter im Rassenpolitischen Amt der NSDAP.
„Er wollte sein Kaiser-Wilhelm-Institut haben und dafür war ihm jedes Mittel recht“, so Kurt Kotrschal, Verhaltenspsychologe an der Uni Wien.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges läuft die Karriere des Wiener Forschers rasant weiter. Er wird Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, Dozent an der Uni Münster und bekommt schließlich 1973 den Medizin-Nobelpreis.
„Als er den Nobelpreis bekommen hat, da hat der SPIEGEL über die furchtbaren Texte aus der NS-Zeit geschrieben. Das hat niemanden vom Hocker gerissen“, berichtet der Wissenschaftsjournalist Karl-Heinz Wellmann.
Im selben Jahr veröffentlicht Lorenz das Werk „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“. Dort geht er unter anderem mit der Domestikation des Menschen ins Gericht und bedient sich weiterhin der Rhetorik und Denklogik der NS-Ideologie.
Für diese Folge des Forschungsquartetts hat detektor.fm-Redakteur Jonas Junack einen Blick auf Leben und Werk von Konrad Lorenz geworfen und fragt, wie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Forschers abgelaufen ist.
Sie sind überall: auf Spotify, Deezer, Soundcloud und im Radio. Podcasts sind seit einigen Jahren wieder voll im Trend und thematisch ist alles dabei. Sowohl klassische Laberpodcasts à la „Fest und Flauschig“ als auch kurze Infopodcasts wie das „Tagesticket“ vom Bayerischen Rundfunk sind beliebt. Die Gründe dafür sind klar: Podcasts sind überall und zu jeder Zeit für jeden zugänglich. Wir lassen uns eben gern berieseln, unterhalten oder informieren.
Nach einem kurzen Podcast-Hype Anfang der 2000er ging es vor drei Jahren so richtig los. Erst ging der True-Crime-Podcast „Serial“ durch die Decke, dann folgte ein inzwischen riesiges Angebot. Allein diesen September hat Spotify vier ihrer Podcasts in eine zweite Staffel geschickt. Kritiker sprechen deshalb bereits von einer „Übersättigung“ des Podcast-Marktes. Podcastmacherinnen und -macher trauen ihren Hörerinnen und Hörern aber zu, den Überblick zu bewahren.
„Du hörst doch Musik. Da sagst du doch auch nicht: ‚Hör auf, Musik zu machen!‘ Da geht noch ganz viel und da soll auch noch lange was gehen, weil die Möglichkeiten so riesengroß sind“, so Elisabeth Rank von Audible.
Einer, der rechtzeitig auf dem Podcast-Zug aufgesprungen ist, ist Matze Hielscher. Er ist eigentlich gelernter Lampenverkäufer und gründete 2010 das Stadtmagazin „Mit Vergnügen“ in Berlin. Seit drei Jahren lädt er dafür Prominente in seinen Podcast „Hotel Matze“ ein. Er finanziert sich, wie viele andere Podcaster, durch Werbeeinnahmen. Die kommen bei ihm nicht durch das Geld der Streaminganbieter, sondern durch Werbekooperationen mit anderen Firmen.
„Wenn ich das Produkt selber nutze, hat das den größten Effekt. Ich glaube, dass die Stimme das ehrlichste Transportmittel ist“, findet der Podcaster Matze Hielscher.
Die Gäste im „Hotel Matze“ sind fast alles Prominente. Die Bekanntheit der Gäste spielt für Hielscher aber eigentlich keine Rolle, denn für ihn ist sein persönliches Interesse an einer Person der ausschlaggebende Grund für eine Einladung. Mit dabei waren schon Frank Elstner, Karls Erdbeerhof-Gründer Robert Dahl und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.
Matze Hielscher erzählt von seinen Gästen und bewertet „das Phänomen Podcast“. Und wir haben Deezer-Chef Richard Wernicke, Audible-Produzentin Elisabeth Rank und radioeins-Wortchefin Dorothee Hackenberg gefragt, was sie über den boomenden Podcastmarkt denken.
Das Verfahren gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger wird vorläufig eingestellt – er sei zu krank, heißt es. Das angefertigte Gutachten widerspricht dieser Ansicht. Wollte der Richter den Fall etwa nur schnell vom Tisch haben? Bei den Cum-Ex-Ermittlungen hingegen liegt es nicht am Gericht, das Landgericht Bonn hatte extra neue Richter eingestellt. Dafür fehlen die Ermittler, die den Fall aufarbeiten können. Nun drohen die Straftaten zu verjähren. Ein Richter aus Mecklenburg-Vorpommern bearbeitete sogar 816 Ordnungswidrigkeiten nicht, bis sie verjährt waren. Seine Verteidigung: Er habe das Pensum nicht geschafft.
Das System krankt. Die Richterinnen und Richter sind überlastet, Verfahren dauern oft mehrere Jahre, bis es zu einem Urteil kommt. Darunter leiden vor allem die Opfer. Insbesondere weil sich eine zu lange Verfahrenszeit immer wieder auch mildernd auf das Urteil auswirkt.
Die Richterinnen und Richter können aber nicht einfach mal schneller arbeiten. Das Grundgesetz sichert ihre Unabhängigkeit, sie dürfen so gründlich arbeiten, wie sie es für richtig halten. Wenn das eben länger dauert, ist das so – manchmal braucht Gerechtigkeit auch Zeit.
Hinzu kommt, dass es an Nachwuchs fehlt. Damit droht sich die Lage noch zu verschlechtern. Welche Folgen diese Überlastung konkret für die Justiz und damit auch für die Demokratie hat und warum das Problem gar nicht so leicht zu lösen ist, bespricht detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz mit dem Juristen Achim Doerfer.
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