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Riester geht in Rente, das Altersvorsorgedepot kommt: Ab 2027 können Förderberechtigte mit einem Eigenbeitrag von 150 Euro im Monat bis zu 540 Euro staatliche Grundzulage pro Jahr erhalten. Für Eltern kommen bis zu 300 Euro je Kind hinzu, für Berufseinsteiger unter 25 Jahren einmalig 200 Euro. Edda Vogt von der Deutschen Börse sieht darin eine Chance, mehr Deutsche vom Sparen zum Investieren zu bringen. Ohne verpflichtende Kapitalgarantie bieten breit gestreute ETFs höhere Renditechancen, bergen aber auch Kursrisiken. Viel Aktionismus braucht es laut Vogt nicht: Ein Welt-ETF kann genügen, eine Überprüfung pro Jahr reicht. Entscheidend sind Zeit und Kosten. In ihrer Beispielrechnung führen um knapp einen Prozentpunkt höhere Gebühren über 40 Jahre zu mehr als 60.000 Euro weniger Endvermögen. Auch steuerlich gibt es Besonderheiten: Erträge und Umschichtungen werden in der Ansparphase nicht besteuert, Auszahlungen hingegen später schon. Ihr Rat: gefördertes und frei verfügbares Depot kombinieren, bestehende Riester-Verträge individuell prüfen und Anbieter vergleichen, statt auf Werbeversprechen hereinzufallen. Denn der größte Fehler sei, gar nicht zu investieren.
"Ich habe keinerlei Ahnung, wo die Börse hingeht", sagt Heiko Thieme nach 55 Jahren Markterfahrung. Gerade deshalb kauft er antizyklisch: Erst wenn eine solide Aktie mindestens 20 % gefallen ist, steigt er in bis zu drei Tranchen ein. Bei Kursgewinnen von 25 % und 35 % nimmt er teilweise Gewinne mit, den Rest lässt er mit einem Stopp abgesichert weiterlaufen. Sein DAX-Ziel von 27.500 Punkten bis Ende 2026 hält er trotz geopolitischer Risiken für erreichbar. Einen großen Crash erwartet er in diesem Jahrzehnt nicht mehr, Rücksetzer von 20 % seien aber jederzeit möglich. Bei Einzelwerten wird Thieme konkret: BYD traut er binnen ein bis zwei Jahren eine Verdopplung zu. SAP sieht er als Profiteur der KI-Revolution, Rheinmetall nach dem Kursrutsch als Kaufchance. Bei Nvidia ist er für Späteinsteiger zurückhaltender. Sein Depot-Rezept: maximal 30 Positionen, 50 % in regionalen ETFs und höchstens 5 % Gold. Im Gespräch mit Edda Vogt von der Deutschen Börse plädiert Thieme für mehr Geduld statt Börsenpanik: Nicht jeder Kurssturz ist ein Grund zum Aussteigen. Entscheidend seien Geschäftsmodell, glaubwürdiges Management und konsequentes Risikomanagement.
Neun Experten, neun Börsenthemen - ein Werkzeugkasten! Edda Vogt von der Deutschen Börse verbindet die Interviews des Anlegertags Berlin.
Alle Videos auf https://www.brn-ag.de/7tage
"Breit gestreut statt Einzelwetten. Zeit mitbringen und auf die Kosten achten." In dieser Folge blicken wir hinter die Kulissen von Welt-ETFs: Wie wird aus einer Index-Idee ein real handelbarer Milliardenfonds? Tobias Wittkamp von State Street Global Advisors (SPDR) erklärt das Zusammenspiel zwischen Indexanbietern wie MSCI und dem Emittenten, wie breite Indizes wie der MSCI ACWI IMI über Optimised Sampling abgebildet werden und warum ein ETF nicht ausverkauft sein kann. Zudem gibt er praktische Tipps, worauf Anleger bei Handelszeiten, Spreads und Kosten wirklich achten sollten.
"Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld!“ Der deutsche Zertifikatemarkt bietet Privatanlegern eine enorme Auswahl - und genau darin liegen Chancen wie Risiken. Daniel Saurenz, Mitgründer von Feingold Research, erklärt, warum beim Deutschen Zertifikatepreis nicht nur Rendite zählt, sondern auch Preisstellung, Spreads, Liquidität, Handelsqualität, Service und Finanzierungskosten. Gesamtsieger 2026 ist Société Générale vor BNP Paribas und Vontobel. Für Anleger entscheidend bleibt jedoch: Nicht das Siegel kaufen, sondern das konkrete Produkt vergleichen. Saurenz warnt vor vermeintlich sicheren "heißen Tipps" und überzogenen Renditeversprechen. Hohe Rendite bedeutet fast immer auch höheres Risiko. Besonders bei Hebelprodukten zählt deshalb das Verständnis für Funktionsweise, Laufzeit und Kosten. Spannend ist auch der Generationenwechsel: Jüngere Anleger handeln stärker US-Tech, Bitcoin oder Solana, ältere greifen eher zu Allianz, Siemens oder Münchener Rück. Und bei hoher Volatilität? Nicht automatisch flüchten. Saurenz sieht gerade in unruhigen Marktphasen Chancen: "Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld." Seine drei Regeln: Chancen und Risiken abwägen, Geduld bewahren und nur handeln, was man wirklich versteht.
Vom Tagesgeld zum Geldmarkt-ETF: Cash mit Plan. Bargeld ist bequem, aber Bequemlichkeit kostet Rendite. Edda Vogt von der Deutschen Börse nennt zwei gute Gründe für Cash: als Reserve für Unvorhergesehenes und als taktisches Pulver für Kaufgelegenheiten an der Börse. Der schlechte Grund: Geld einfach unverzinst liegen zu lassen, während die Inflation daran knabbert. Für kurzfristige Liquidität hält Vogt Geldmarkt-ETFs für interessant, weil sie sich am EuroSTR (Der €STR ist der Euro Short-Term Rate,) orientieren, börsentäglich handelbar sind und als Sondervermögen gelten. Wer etwas länger planen kann, findet Alternativen in kurzlaufenden Bundesanleihen oder Laufzeit-ETFs. Entscheidend ist der Zeithorizont: jederzeit verfügbar, in einigen Monaten oder erst in mehreren Jahren? Wichtig bleibt auch die Kostenkontrolle. Vogts Praxistipp für den ETF-Kauf: den Echtzeitpreis am Hauptmarkt prüfen, ein Limit innerhalb der Handelsspanne setzen und nicht unnötig lange grübeln. Ihre Botschaft: Auch Cash braucht eine Strategie.
Besteht die Gefahr, dass sich zu viele Einzelaktien in einem Depot befinden? "Die 10‑%-Schwelle des unsystematischen Risikos wird bei 90 Titeln erreicht." Für Privatanleger kaum zu überwachen. Pascal Kielkopf von HQ Trust erläutert im Gespräch mit Edda Vogt seine Rolle als Kapitalmarktstratege und beschreibt, wie sein Team die Kapitalmärkte beobachtet, um mögliche Anpassungen in Portfolios abzuleiten. Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist Diversifikation bei Einzelaktien: Er erklärt den Unterschied zwischen unternehmensspezifischem und allgemeinem Marktrisiko und betont, dass breite Streuung über viele Titel, Länder und Branchen wichtig ist. "Ich würde mein Kernportfolio auf einen neutralen Index aufbauen und dann gegebenenfalls eine gleichgewichtete Strategie beimischen. Abschließend spricht er über die Grenzen der Diversifikation und nennt Anleihen, Gold oder Geldmarkt als mögliche zusätzliche Anlageklassen, um Risiken weiter zu reduzieren.
** Auf https://hqtrust.de/ finden Interessierte regelmäßig Kapitalmarkt-Analysen.
Teuer ist nicht automatisch unattraktiv, hohe Renditen sind nicht nur ein Risiko: Das sind zwei Kernthesen von Endrit Çela in Folge #319 von börse@home mit Edda Vogt. Çela rechnet auf Sicht von mehreren Jahren mit sinkenden Renditen langlaufender Staatsanleihen: Dauerhaft hohe Refinanzierungskosten seien für schwach wachsende Volkswirtschaften kaum tragbar. Bei Aktien hält er das KGV allein für wenig aussagekräftig. Erst zusammen mit dem erwarteten Gewinnwachstum zeige sich, ob ein Markt teuer ist. Deshalb zieht er den S&P 500 trotz seiner höheren Bewertung anderen Indizes vor, während der Hang Seng für ihn günstig bewertet ist. Im Energiesektor sieht Çela nach der starken Rallye nur noch begrenztes Potenzial, sofern die Geopolitik nicht erneut eskaliert. In Europa achtet er auf international erzielte Umsätze, Preissetzungsmacht und solide Geschäftsmodelle. Deutsche Mid Caps bieten Chancen, doch Liquidität gehört zur Renditerechnung: Was nützt ein guter Kurs, wenn sich eine Position im Ernstfall kaum verkaufen lässt? Eine Cashquote von 4 bis 5 % hält er kurzfristig für gesund. Langfristig bleibt seine klare Botschaft: Für den Vermögensaufbau führt kein Weg an Aktien vorbei.
Laufzeit, Rendite, Altersvorsorgedepot. "Erstmalig wird in Deutschland eine staatlich geförderte private Altersvorsorge ohne Garantiezwang möglich sein. Ziel ist es, den Kapitalmarkt sehr viel stärker in die Altersvorsorge heranzuziehen", erklärt David Krahnenfeld von Ampega im neuen Podcast börse@home. Die Förderung ab dem 1. Januar 2027 soll einfacher (und lukrativer) als Riester sein und für mehr Menschen offenstehen, darunter auch Selbstständige, Freiberufler und Beamte. Beschrieben werden drei Produktarten: ein Standardprodukt mit Kostendeckel und Pflichtfonds, ein flexibleres Altersvorsorge-Depot ohne Kostendeckel sowie ein Garantieprodukt. Genannt werden außerdem Förderregeln mit Eigenbeiträgen, Zulagen, Steuerstundung in der Ansparphase und Auszahlungsregeln ab 65 beziehungsweise spätestens 70 Jahren. "Das ist der volle Wirkungseffekt des Kapitalmarkts in der Altersvorsorge."
Vergleichsrechner Riester-Rente und das neue Altersvorsorgedepot
Frankfurter Aktientalk – Podcast von Heiko Böhmer:
Online-Session zur ETF-Auswahl mit Edda und Jana:
Der nächste Termin zur ETF-Auswahl:
Österreichs Aktienmarkt ist zurück im Spiel. Christian Drastil sieht im ATX nach der starken Aufholjagd zwar keine massive Unterbewertung mehr, aber weiterhin Potenzial. Bemerkenswert: Seit 1991 kommen ATX Total Return und DAX langfristig auf eine nahezu gleiche Entwicklung - trotz völlig unterschiedlicher Wege. Die eigentliche "Equity Story" Wiens ist für Drastil der Osteuropa-Hebel: Vor allem Banken profitieren von schneller wachsenden Volkswirtschaften und höheren Margen in Mittel- und Osteuropa. Genau darin steckt aber auch das Risiko, denn der kleine Markt ist stark konzentriert und weniger liquide. Für weiteres Catch-up spricht aus seiner Sicht, dass bislang wenig ETF-Geld oder internationales "Fast Money" in den Markt geflossen ist und heimische Privatanleger kaum vertreten sind. Die Schwächen bleiben klar: nur rund 25 bis 26 börsennotierte Unternehmen, kein IPO seit 2019 und die österreichische Besteuerung von Kursgewinnen in Höhe von 27,5 %. Bei Einzelwerten nennt Drastil AT&S als KI-Zulieferer, Verbund und EVN als mögliche Nachzügler sowie Wienerberger, Porr und Strabag. Sein Fazit: kein FOMO-Markt, sondern eine kleine, solide Beimischung mit Osteuropa-Fantasie. Und genau das könnte Wien wieder stärker auf den Radar internationaler Anleger bringen.
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