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Xenix-Gründer Markus Thomas zeigt, wie Anleger passende Welt-ETFs auswählen. Das Xenix-Rating vergleicht Produkte, Indizes und ähnliche Anlagekonzepte. Rankings ordnen dagegen meist nur nach Wertentwicklung. Thomas betont: "Kosten sind ein wichtiger Indikator, können aber nicht gleichgesetzt werden mit Qualität." Deshalb prüft Xenix auch Transparenz, Transaktionskosten, Handelskosten und Handelsspannen, die Spreads. Spreads belasten Anleger beim Kauf und Verkauf. Thomas hält die Auswahl bei Weltaktien-ETFs für beherrschbar. Xenix zählt aktuell 128 breite Produkte ohne Themen-, Sektor- oder ESG-Filter. "Beide Typen sind ideal als Kernposition in einem Anlegerdepot", sagt Thomas. Gemeint sind Welt-ETFs mit oder ohne Schwellenländer. Besonders breite Varianten beziehen zusätzlich Smallcaps ein. "Auf diese Art und Weise können Sie sich das Leben relativ leicht machen." Ein Welt-ETF kann die Aktienseite bereits breit abdecken. Euro-Anleihen-ETFs können den defensiven Anteil ergänzen. Anleger sollten Doppelungen und Scheindiversifikation vermeiden. Thomas empfiehlt das rechtsverbindliche Basisinformationsblatt.
"Finanzplanung ist eine wichtige Basis für gute Entscheidungen." Lisa Hassenzahl startet deshalb nicht mit Aktien oder ETFs. Zuerst empfiehlt sie Ordnung im Kopf und in den Unterlagen. Persönliche Glaubenssätze prägen den Umgang mit Geld und Risiken. Danach folgen Budgetplanung, Rücklagen und der Abbau teurer Schulden. "Niemand schlägt langfristig die Dispozinsen." Hassenzahl rät, monatliche Überschüsse sofort auf ein separates Konto zu überweisen. Erst nach dem Aufbau einer Reserve fließt Geld langfristig in Kapitalanlagen. Klare Ziele bestimmen anschließend Sparrate, Anlagestrategie und erforderliche Rendite. Eine persönliche Bilanz zeigt Vermögenswerte, Eigentumsverhältnisse und verfügbare Liquidität. Gerade Immobilien erhöhen das Vermögen, finanzieren aber nicht automatisch den Ruhestand. Testament, Vorsorgevollmacht und Nachfolge gehören ebenfalls zum Finanzplan. "Inflation ist der größte Gegner der Ruhestandsplanung." Als Orientierung nennt Hassenzahl eine wichtige Größenordnung: "Pro 500 Euro zusätzlich braucht man etwa 150.000 Euro Kapital."
Wie sichern Anleger ihr Depot sinnvoll gegen Rückschläge ab? Darüber spricht Falko Block in Folge 311 des Podcasts Börse@home der Frankfurter Börse. Der Anlagestratege der DZ Bank unterscheidet klar zwischen langfristiger Geldanlage und einem taktischen Depot. Für die Altersvorsorge gilt: "Für das Langfristportfolio bitte nichts machen - einfach liegen lassen." Anders bewertet er stark gestiegene Einzelwerte. Dort entstehen schnell Klumpenrisiken. "Von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden." Block erklärt, wie Stop-Loss-Orders, Trailing-Stop-Losses und Put-Optionsscheine Verluste begrenzen können. Niedrige Volatilität macht solche Absicherungen oft günstiger. "Wenn keiner damit rechnet, dann kann etwas passieren." Sein Rat: Eine Depotabsicherung gehört in eine feste Strategie und nicht in spontane Entscheidungen.
KI verändert Wirtschaft und Börse nachhaltig. Davon ist Torsten Tiedt, Gründer von Aktienfinder.net, überzeugt. Im Podcast börse@home der Deutschen Börse warnt er gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. "KI ist gekommen, um zu bleiben", ist Tiedt überzeugt. Dennoch könnten überbewertete Aktien deutlich korrigieren. Besonders kritisch sieht er die defizitären LLM-Anbieter und die enormen Investitionen der Hyperscaler. "Geschichte reimt sich, aber sie wiederholt sich nicht." Das stärkste Glied der Wertschöpfungskette sieht er derzeit im Hardware-Sektor. Gleichzeitig empfiehlt er breite Diversifikation statt einseitiger Wetten auf einzelne KI-Aktien. "Nicht alle Eier in einen Korb legen." Als Beimischungen nennt er Halbleiter-ETFs, Qualitätsunternehmen wie MSCI sowie Versorger wie NextEra Energy, die vom steigenden Strombedarf profitieren könnten. Auch China und Japan hält er langfristig für interessante Märkte. Sein Fazit: "Der Hardware-Bereich ist derzeit das stärkste Glied der KI-Kette."
Im Podcast "börse@home" der Deutschen Börse diskutiert Edda Vogt mit Gast Anton Gneupel über Covered-Call-Strategien. Diese bieten Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, regelmäßige Erträge aus ihrem Depot zu erzielen. Gneupel erklärt, warum diese Strategie durch neue ETFs und ETPs inzwischen auch in Deutschland leicht zugänglich ist. Das Prinzip: Aktien oder ETFs halten und darauf Call-Optionen verkaufen. "Wir verdienen die Prämie in allen drei Marktszenarien", beschreibt Gneupel den entscheidenden Vorteil. Dafür verzichtet man auf einen Teil möglicher Kursgewinne in starken Börsenphasen. "Im Aufwärtsmarkt verpassen wir einen Teil des Kursanstiegs", fasst er den wichtigsten Nachteil zusammen. Gneupel erläutert außerdem, für welche Anleger sich Covered Calls eignen, welche Bedeutung Marktphase und Volatilität haben und welche Unterschiede zwischen breit gestreuten Indizes und Einzelaktien bestehen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Covered Calls keine sichere Geldanlage sind und sich vor allem für Anlegerinnen und Anleger eignen, die regelmäßige Erträge höher gewichten als maximale Kursgewinne.
Im Podcast "Börse@home" der Deutschen Börse diskutiert Edda Vogt mit Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege bei Shareholder Value Management, über einen Markt, in dem KI gerade fast alles überstrahlt. Seine Kernthese: KI ist mehr als ein Hype, eher eine strukturelle Veränderung in einer Größenordnung wie Dampfmaschine, Elektrizität oder Internet. Aber genau deshalb wird die Auswahl schwieriger. Denn nicht jede Aktie mit KI-Etikett ist automatisch ein Zukunftsgewinner.
Böhmer warnt vor einer Börse ohne Weißraum: alles voller Fantasie, aber nicht immer mit belastbaren Cashflows. Software wurde zuletzt pauschal abgestraft, doch SAP oder Microsoft zeigen für ihn, dass starke Geschäftsmodelle durch KI sogar robuster werden können. Spannend wird es für Value-Investoren besonders dann, wenn die operative Qualität steigt, der Kurs aber fällt.
Modern Value heißt für Böhmer: nicht billig um jeden Preis, sondern Qualität, Wachstum, hohe Kapitalrenditen und wenig Schulden. Dividenden sind nett. Wichtiger ist aber, wenn Unternehmen aus 1 USD 1,10 oder 1,20 USD machen. Chancen sieht er auch abseits der Mega-Caps, etwa bei Versicherern oder Serienakquisiteuren. Sein Rat: weniger Raketenromantik, mehr Bilanzblick. Und vor allem: Das größte Risiko bleibt, gar nichts zu tun.
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KI treibt die Märkte, aber Dr. Andreas Beck warnt bei Börse Frankfurt vor zu einfachen Erklärungen: Zwischen schwacher Wirtschaft im Euroraum, hoher Staatsverschuldung und einem gewaltigen Innovationsschub durch KI liegen derzeit Welten. Becks Kernthese: KI ist nicht nur eine Gewinnmaschine, sondern auch eine Machtfrage. Wer Zugang zu den besten Modellen hat, kann Wettbewerbsvorteile zementieren. Europa droht dabei im Nebel aus Bürokratie und Energiekosten den Anschluss zu verlieren. Für Anleger heißt das aber nicht: alles auf die großen US-Tech-Gewinner setzen. Im Gegenteil: "Breite Streuung ist das A und O", sagt Beck sinngemäß. Hypes erkennt man selten rechtzeitig, die späteren Gewinner oft erst im Rückspiegel. Seine praktische Depot-Botschaft: nicht hektisch das Depot absichern, sondern handlungsfähig bleiben, Liquiditätsreserven halten und regelmäßig rebalancieren. Spannend auch sein Perspektivwechsel: Anleger sollten in Krisen nicht nur prozentual, sondern nominal denken. Denn am Ende zählt nicht die Quote im Depot, sondern das echte Geld.
Jahrzehnte sparen, investieren, durchhalten – und dann?
In dieser börse-at-home-Folge spricht Edda Vogt mit dem Kapitalmarktexperten Markus Weis, Co-Founder, CEO und Head of Growth von Retire Capital, über einen Punkt, den viele Anlegerinnen und Anleger zu spät planen: die Entnahme aus dem Depot.
Die zentrale Botschaft: Die Auszahlphase funktioniert anders als die Ansparphase. Buy-and-Hold reicht nicht mehr, wenn monatlich Geld aus dem Depot kommen soll. Wer bei fallenden Kursen verkaufen muss, kehrt den Cost-Average-Effekt gegen sich selbst. Weis warnt vor zwei Extremen: 100 Prozent Aktien in der Entnahmephase können zu schwankungsreich sein, komplett aus Aktien auszusteigen, kostet Rendite und Inflationsschutz. Als sinnvolle Mitte nennt er Mischungen aus Aktien und sichereren Bausteinen wie kurzlaufenden Staatsanleihen, Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-ETFs.
Besonders spannend: die dynamische Entnahme. Läuft das Depot gut, kann mehr entnommen werden; läuft es schlecht, wird reduziert. Wichtig sind drei Fragen: Wie viel brauche ich wirklich? Wie lange soll das Geld reichen? Wie flexibel kann ich meine Ausgaben anpassen? Take-home-Message: Nicht der perfekte Verkaufszeitpunkt entscheidet, sondern ein Plan, der Crashs, Steuern, Kosten und Lebensrealität aushält.
Weitere Links: https://retire.capital
Der wichtigste Gedanke: Entnehmen ist nicht einfach Sparen rückwärts. In der Ansparphase helfen fallende Kurse beim Nachkaufen, in der Entnahmephase erzwingen sie im schlechten Fall Verkäufe zu ungünstigen Preisen. Deshalb braucht es einen klaren Rhythmus und keine Bauchentscheidungen.
Die zweite Kernbotschaft: Aktien bleiben wichtig, aber nicht allein. Sie liefern Renditechance und Inflationsschutz, müssen aber durch stabilere Bausteine ergänzt werden, wenn ein fixer monatlicher Bedarf gedeckt werden soll.
Drittens: Dynamik schlägt starre Regeln. Die 4-Prozent-Regel ist einfach und planbar, reagiert aber nicht auf Marktphasen. Eine dynamische Entnahme passt sich dem Depotwert an und reduziert so das Risiko, zur falschen Zeit zu viel zu verkaufen.
Tech ist teuer? Nicht mehr überall. In dieser börse-at-home-Folge spricht Edda Vogt mit Stefan Waldhauser über den Absturz vieler Software- und SaaS-Aktien, die einst mit zweistelligen Umsatz-Multiples gefeiert wurden und heute teilweise zu einstelligen Free-Cashflow-Multiples gehandelt werden. Waldhausers Kernthese: Oft frisst KI nicht das Geschäftsmodell, sondern die Angst vor KI frisst den Aktienkurs. Entscheidend sei deshalb der Blick unter die Software-Haube: Cashflow statt KGV, Rule of 40 statt Bauchgefühl, Geschäftsmodell statt KI-Panik. Besonders wichtig ist seine Einteilung in Systems of Record, Systems of Engagement und Systems of Intelligence. Während klassische Kernsysteme wie SAP oder ServiceNow schwerer angreifbar sind, geraten Tools für Webseiten, Dashboards oder kreative Inhalte stärker unter Druck. Bei UiPath sieht Waldhauser dagegen eher Ergänzung als Ersetzung durch KI-Agenten. Genannt werden außerdem Monday.com, Lyft, IAC, PayPal, TeamViewer und IONOS. Die Story des Podcasts: Tech-Value ist zurück, aber nicht als Schnäppchenjagd mit verbundenen Augen. Geduld, Cash-Reserve, weniger Klumpenrisiko und ein kühler Kopf sind wichtiger als der nächste Raketen-Hype.
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Kapitelmarken:
00:00 Begrüßung: Edda Vogt spricht mit Tech-Investor Stefan Waldhauser
Drei Börsenplätze, ein Ziel: mehr Menschen an den Kapitalmarkt bringen. In diesem Börsen-Panel-Talk diskutiert Philipp Hacker von Consors mit Edda Vogt von der Deutschen Börse, Werner Lang von der Börse München und Norbert Paul von der Börse Stuttgart über den Wandel des Wertpapierhandels.
Früher bedeutete Börse schriftliche Orders, kurze Handelszeiten und hohe Hürden. Heute geht vieles per App, ETF-Sparplan oder Neobroker. Die Handelszeiten sind länger, die Kosten deutlich niedriger, der Zugang einfacher. Doch genau deshalb wird Wissen wichtiger.
Edda Vogt betont die Rolle von Finanzbildung, ETFs, Xetra und klugen Ordertypen wie Trailing-Stops. Werner Lang erklärt, warum gettex auf günstigen Handel, Market-Making und breite Handelbarkeit setzt. Außerdem zeigt er, weshalb Börsenaufsicht, Vorhandelstransparenz und Nachhandelskontrolle wichtige Schutzmechanismen für Anleger sind. Norbert Paul beschreibt, wie Stuttgart mit Euwax und Easy-Euwax mehr Qualität in den Handel mit strukturierten Produkten gebracht hat.
Die gemeinsame Botschaft: Börse ist zugänglicher geworden, aber Anleger sollten wissen, was sie tun. Langfristigkeit, Ruhe in volatilen Märkten und ein bewusster Blick auf den passenden Handelsplatz bleiben entscheidend.
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