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Für immerhin acht Oscars ist "Like A Complete Unknown" von James Mangold nominiert. Timothée Chalamet verwandelt sich in die Liedermacherlegende Bob Dylan. Die Ähnlichkeit ist in der Tat frappierend, aber Chalamet hat schon wesentlich komplexere Rollen gespielt. Zwar wollte Mangold kein klassisches Biopic drehen, doch das Genre erfindet er mit diesem Werk nicht neu. Er arbeitet zwar nicht alle Stationen von Dylans Leben ab oder versucht psychologische Erklärungen zu liefern, aber trotz des engen Zeitrahmens, nämlich die frühen 1960er-Jahre, bleibt es eines lineare, konventionell erzählte Dramaturgie, die den Songs von Dylan nichts hinzuzufügen weiß. Vielleicht auch, weil diese Lieder keiner Bilder bedürfen. Der Film ist nett anzuschauen, aber eigentlich völlig überflüssig. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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Laura Dern und Nicholas Cage begeben sich in „Wild at Heart“ von David Lynch auf einen außergewöhnlichen, märchenhaften Road-Trip durch die USA. Dabei bewegen sie sich durch ein Geflecht von Zeichen und Symbolen aus alten Hollywood-Filmen. Lynch präsentiert eine postmoderne Version von „Der Zauberer von Oz“ – allerdings für Erwachsene. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Filmkompass!
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Quo vadis? Wird Hollywood nun auch den Rechtsruck vollziehen? Neben Jon Voight und Sylvester Stallone wurde Mel Gibson von US-Präsident Donald Trump zum Hollywood-Sonderbotschafter ernannt. Man kann das als Kuriosität verbuchen. Kaum ist der Präsident ein zweites Mal im Amt, läuft Gibsons neuer Film „Flight Risk“ an, in dem Mark Wahlberg mit einer schlecht aufgeklebten Halbglatze einen fiesen Ganoven spielt, gegen den sich eine US-Marshal zur Wehr setzen muss. Ist das jetzt sogenanntes anti-wokes Kino? So einfach ist die Sache nicht. Währenddessen präsentiert Netflix mit „Zero Day“ eine Mini-Serie mit Trump-Gegner Robert De Niro in der Hauptrolle. Der Schauspieler mimt einen ehemaligen US-Präsidenten, der aus dem Ruhestand zurück auf das politische Parkett beordert wird, um im Ausnahmezustand wichtige Entscheidungen zu treffen: Ein landesweiter Blackout mit fatalen Folgen muss aufgeklärt werden. Wer steckt hinter dem Anschlag? Die Serie bäumt sich auf gegen die Verbreitung von Fake News und gegen andere virulenten anti-demokratischen Kräfte, aber sie zeigt auch, wie blank das linksliberale Hollywood inzwischen ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse!
Literatur:Philip Manow: (Ent-)Demokratisierung der Demokratie. Suhrkamp.
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1981 brachte der große französische Regisseur und Hitchcock-Bewunderer diesen düsteren Liebesthriller in die Kinos: Gérard Depardieu als Bernard Coudray und Fanny Ardant als Mathilde Bauchard waren einmal ein Paar. Einige Jahre später, sie sind längst mit anderen Partnern verheiratet, begegnen sie sich wieder, da sie zufällig Nachbarn werden. Alte Gefühle brechen aus, aber auch ein Gefühl von undurchdringlicher Verbitterung macht sich breit. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Filmkompass!
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Der Disney-Konzern steckt in einer tiefen Krise und das Marvel-Universum ist inzwischen ein Ort, in dem sich selbst viele Marvel-Fans nicht mehr wohlfühlen. Jedoch sollten wir diese Krise in einen größeren Kontext setzen, die üblichen Maßstäbe einer Filmkritik greifen nicht. Lange Zeit haben die Superhelden eine Weltordnung propagiert, die stark auf einer unipolaren Anschauung fußte, die mit der Dominanz der USA gleichzusetzen ist. Jetzt aber, da sich die Verhältnisse radikal ändern und mit Donald Trump, Peter Thiel und Elon Musk Figuren wie aus einem Marvel-Film das Weiße Haus erobert haben, kommt die althergebrachte Erzählweise an ihr Ende. Die Ratlosigkeit ist groß, zudem will sich der Disney-Konzern politisch nicht in die Nesseln setzen. So bleibt alles im Ungefähren. Angeboten werden Versatzstücke, die sich nicht mehr zu einem Ganzen zusammenfügen. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse!
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Tom Hardy und Austin Butler gründen eine Biker-Gang, die sich ähnlich wie in David Finchers FIGHT CLUB zu einem Franchise entwickeln. Jeff Nichols erzählt eine wahre Geschichte aus den 1960er-Jahren, als sich die „Vandals“ gründeten und brutale Biker-Rivalitäten im Mittleren Westen der USA ausbreiteten. „The Bikeriders“ ist eine beeindruckende Milieustudie und ein packendes Drama. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Filmkompass!
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Auf dem Filmfestival in Cannes begann der Siegeszugs dieses Films, es folgte der Europäische Filmpreis, die Golden-Globe-Verleihung und jetzt ist Jacques Audiards Gangster-Musical „Emilia Pérez“ für 13 Oscars nominiert – und man fragt sich: Warum nur? Musikalisch bietet das Werk eine Mischung aus „Hamilton“, „Joker: Folie à Deux“ und Andrew Lloyd Webber. Die Geschichte handelt von einem mexikanischen Kartell-Boss namens Manitas Del Monte, der nicht nur untertauchen und ein neues Leben beginnen will, sondern sich in eine Frau verwandeln möchte: Emilia Pérez (Karla Sofía Gascón). Die Anwältin Rita Moro Castro (Zoë Saldaña) soll die Geschlechtsangleichung organisieren und zugleich Ehefrau (Selena Gomez) und Kinder in Sicherheit bringen. In der Tat liegt in dem Plot Potenzial, jedoch verstrickt sich der Film bald in seinem eigenen Schulddiskurs: Nicht nur geht es hier um eine individuelle Selbstverwirklichung, sondern mit der Geschlechtsangleichung soll auch gleich die moralische Läuterung stattgefunden haben. In grässlichen Liedern wird besungen, was meist falsch oder schlichtweg banal ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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Das erwachsene Kino kehrt mit „Babygirl“ zurück, zugleich macht es sich frei von einer politischen Korrektheit, die manche Dimensionen des Lebens einfach ausklammern wollte. Nicole Kidman spielt die CEO eines Robotikkonzerns, die sich in einem von Männer dominierten Business durchgesetzt hat. Bei allem Erfolg ist doch ihr Liebesleben, das sie mit dem von Antonio Banderas gespielten Ehemann führt, unbefriedigend. Als mit Samuel (Harris Dickinson) ein unerhört souverän auftretender Praktikant erscheint, eröffnet sich ein neuer Weg zu Lust und Unterwerfung. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Filmkompass!
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Brady Corbet hat mit weniger als 10 Millionen Dollar ein Werk geschaffen, das ähnlich gigantomanisch ist wie der Protagonist: „The Brutalist“ ist dreieinhalb Stunden lang und wurde im VistaVision-Format gedreht. Adrien Brody spielt den jüdisch-ungarischen Architekten László Tóth, der das KZ Buchenwald überlebt hat und 1947 in die USA übersiedelt. Noch immer weiß er nicht, dass seine Frau ebenfalls noch lebt. László wird zunächst bei seinem Cousin wohnen, bald aber Bekanntschaft mit einem Industrie-Tycoon machen, der sich nach einer Weile als großer Förderer des Architekten aufspielen wird. László soll seine brutalistische Vision verwirklichen können, indem er ein modernes Gemeindezentrum errichtet. Es könnte sich zwischen beiden eine Männerfreundschaft entwickeln, aber es bleibt ein Ausbeutungsverhältnis. „The Brutalist“ zeigt die brutale Herrschaft des Kapitals. Für zehn Oscars ist der Film nominiert, aber ist dieses monumentale Werk wirklich so großartig? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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Mit Romy Schneider, Yves Montand und Sami Frey in den Hauptrollen zeigt Claude Sautet eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung. Sautet ist ein äußerst feinfühliger Regisseur, der mit seinen charakterzentrierten Filmen intime Konflikte mit großer Präzision und Empathie darzustellen vermag. So auch hier: Bildsprachlich elegant, mit dialogischem Witz und einer Nüchternheit, die von Dramatik immer wieder durchbrochen wird, hat Sautet mit „César und Rosalie“ einen unvergleichlich schönen Film gedreht. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Filmkompass!
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