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Mit „Black Panther“ legte Ryan Coogler 2018 einen Film vor, der von vielen Kritikern und Zuschauer als progressiv gefeiert wurde. Sah man jedoch näher hin, entdeckte man eine eigenartig homogene Auffassung von Kultur und Identität. Dieses Thema begegnet uns in „Blood + Sinners“ nun wieder. Der Gangster- und Vampirfilm, der zugleich in der Tradition des Spätwestern steht, erzählt von eineiigen Zwillingen (Michael B. Jordan), die aus Chicago nach Mississippi aufs Land zurückkommen, um dort ein Tanzlokal für ihre schwarze Community zu errichten. Der Eröffnungsabend lockt jedoch auch weiße Vampire an, die mit ihren Bissen alle auf ihre Seite ziehen können. Was vielversprechend beginnt, entpuppt sich in der zweiten Hälfte des Films als recht schlicht gedachte Allegorie über Kapitalismus und kulturelle Aneignung. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Aretha Franklins sensationeller Konzertfilm AMAZING GRACE – Affiliate-Link: https://amzn.to/4iK6lej Sie können DIE FILMANALYSE finanziell unterstützen - vielen Dank!PayPal: http://www.paypal.me/filmanalysePatreon: https://www.patreon.com/wolfgangmschmitt Wolfgang M. SchmittSparkasse NeuwiedIBAN: DE29 5745 0120 0130 7858 43BIC: MALADE51NWD Das Best-Of von DIE FILMANALYSE als Buch. Mit einem Vorwort von Dominik Graf. Affiliate-Link: https://amzn.to/3NCkVHB
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Celeste Dalla Porta heißt die Schauspielerin, die in Paolo Sorrentinos neuem Film die Titelrolle spielen darf. Eine unglaubliche Entdeckung! Ein Gesicht für die große Leinwand, eine enorme Vielschichtigkeit im Spiel, eine Verführungskünstlerin – die Kamera von Daria D’Antonio ist entzückt. „Parthenope“ handelt von einer modernen Sirene, die Anfang der 1950er-Jahren in Neapel im Wasser zur Welt kommt und in den 70ern alle bezirzen wird – mit ihrer Schönheit, ihrer Schlagfertigkeit und ihrem Intellekt. Selbst der schwule Schriftsteller John Cheever (Gary Oldman) ist dieser Göttin, wie man sie immer wieder nennt, erlegen, wenn er sie auch nicht begehrt. Paolo Sorrentinos neues Werk handelt erneut von Liebe und Tod, von Schönheit, Jugend und Vergänglichkeit. In traumhaft schönen Bildern arbeitet Sorrentino jedoch nicht nur an einer Wiederverzauberung der Welt, er stellt diesen Zauber auch infrage. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Sie können DIE FILMANALYSE finanziell unterstützen - vielen Dank!PayPal: http://www.paypal.me/filmanalysePatreon: https://www.patreon.com/wolfgangmschmitt Wolfgang M. SchmittSparkasse NeuwiedIBAN: DE29 5745 0120 0130 7858 43BIC: MALADE51NWD Das Best-Of von DIE FILMANALYSE als Buch. Mit einem Vorwort von Dominik Graf. Affiliate-Link: https://amzn.to/3NCkVHBUnser Kinderbuch „Die kleinen Holzdiebe und das Rätsel des Juggernaut“ ist erschienen! Affiliate-Link: https://amzn.to/47h1LQIDie Anthologie SELBST SCHULD! ist jetzt erschienen.Affiliate-Link: https://amzn.to/47qau3a
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Schon Alex Garlands Film „Civil War“ wurde von vielen Kritikern und Zuschauern nicht richtig verstanden. Manche warnten gar vor dem dystopischen Film, denn dieser könne zu Aufständen in den USA anstiften. Dabei war „Civil War“ eine kluge Analyse des Mediums Fotografie und der Arbeit von Kriegsfotografen. „Warfare“ wird nun vorgeworfen, dieser Film vollziehe eine Täter-Opfer-Umkehr, da einer von einem Kriegseinsatz von US-Soldaten im Irak erzählt und tatsächlich die andere Seite nur als anonyme Feinde zeige. Zudem stört man sich an der Besetzung von attraktiven Stars. Alex Garland ist nicht der alleinige Regisseur, neben ihm auf dem Regiestuhl sitzt Kriegsveteran Ray Mendoza, der aus der Erinnerung heraus sein Erlebnis an einem Tag im Irak verfilmen kann. „Warfare“ betreibt eine extreme Dekontextualisierung: Es geht allein darum, den Krieg so zu zeigen, wie er ist. Gewiss, auch dies ist eine filmische Inszenierung, aber selten kam man dem Kriegserlebnis so nah. Vor allem wird deutlich, welche Rolle einem Soldaten zukommt – ganz gleich, ob es ein Angriffs- oder Verteidigungskrieg ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Literatur:Ole Nymoen: Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Rowohlt. Affiliate-Linke: https://amzn.to/42ElcB8
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Mike White ist mit der Serie „The White Lotus“ ein großer Serienerfolg gelungen. Einzelne Szenen und Figuren führen im Netz inzwischen ein Eigenleben – nicht zuletzt deshalb, weil die Serie einen Nerv der Zeit getroffen hat. Die Faszination für die Superreichen ist groß, ihre Macht zu brechen, ist der Wunsch vieler Politiker, Aktivsten und Intellektuellen. Zugleich ist auch bei diesen die Sehnsucht latent vorhanden, in den Bildern des Luxus zu schwelgen. „The White Lotus“ bietet ein Genießen des Luxus und zugleich die Kritik daran, um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Der selbstreflexive Zuschauer bestaunt unreflektierte Superreiche und deren Personal. Das Zentrum in den beiden ersten Staffeln bildet die von Jennifer Coolidge gespielte Tanya, die zetert und wettert, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Sie ist es, die sich als das größte Opfer und den sensibelsten Menschen der Welt wahrnimmt, jederzeit aber selbst zur Tyrannin werden kann. Wir erleben in beeindruckenden Genrebildern die Launen des Kapitals. Mehr dazu in der Filmanalyse von Wolfgang M. Schmitt! Literatur:Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Ästhetik I. In: Ders.: Werke in zwanzig Bänden, Bd. 13. Suhrkamp.Norbert Schneider: Geschichte der Genremalerei. Die Entdeckung des Alltags in der Kunst der Frühen Neuzeit. Reimer.
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Vor elf Jahren begannen die Planungen für eine Adaption des beliebten Open-World-Computerspiels Minecraft. Nach vielen Hürden und Umbesetzungen vor und hinter der Kamera ist das Desaster nun in den Kinos zu bestaunen. Jason Momoa und Jack Black grimassieren sich durch 100 blöde, ästhetisch einfallslose Minuten, um schließlich dort anzukommen, von wo sie gestartet sind: In der realen Welt. Der Film verlässt bedauerlicherweise nie die übliche Blockbuster-Logik, das berühmte Spiel dient nur als Marke, um Zuschauer ins Kino zu locken. Eigentlich ist das Minecraft-Universum faszinierend, weil darin wirklich Gegenwelten entstehen können. Daraus macht Regisseur Jared Hess jedoch nichts. Stattdessen wiederholt er nicht nur Story-Klischees, sondern auch die üblichen Imperative „Sei mutig!“, „Sei kreativ!“, „Lass deine Träume wahr werden!“ – und verschleiert so die eigentlichen Bedingungen, unter denen man erfolgreich sein kann. Mehr zu „Ein Minecraft Film“ von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
LiteraturKevin Kuhn: Hikikomori. Piper Verlag. Affiliate-Link: https://amzn.to/4j16uuX
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Die Netflix-Serie „Adolescence“ von Philip Barantini hat eine große Debatte angestoßen: Erzählt wird die Geschichte eines 13-jährigen Jungen in England, der unter dringendem Tatverdacht steht, eine Mitschülerin mit sieben Messerstichen ermordet zu haben. Die Polizei dringt in sein Elternhaus ein, nimmt ihn mit zum Revier. Die erste Folge zeigt uns das Verhör. In der zweiten Folge begleiten wir die Ermittler an die Schule des Jungen, in der dritten Folge sind wir vorwiegend mit dem mutmaßlichen Täter und der psychologischen Gutachterin allein in der Jugendstrafanstalt, um dann in der vierten Folge zurück ins Reihenhaus der Eltern zu gelangen, in dem Vater, Mutter und Schwester die Welt nicht mehr verstehen. Die Radikalisierung zum Incel verlief nicht zuletzt über das Smartphone, aber darüber hinaus zeigt die herausragend gut gespielte Serie, bei der jede Folge im One-Shot-Verfahren gedreht wurde, wie der Nährboden für solch frauenfeindliche Inhalte entstehen kann. Klassenkonflikte und eine entsolidarisierte Gesellschaft wurden selten so gut präzise mit einem Kriminalplot verknüpft. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Literatur:FT-Artikel von John Burn-Murdoch: https://www.ft.com/content/17606f25-1d03-4f37-b7f4-f39989af9bdeMehr zum Heiratsmarkt und den Geschlechterverhältnissen in WfA:https://www.youtube.com/watch?v=i1ypHMEsDkg
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Disney wagt sich erneut an eine Realverfilmung und scheitert mehr denn je: „Schneewittchen“ von 1937 setzte zeichnerische Maßstäbe, glänzte mit geschmeidigen Bewegungen und perfekten Choreographien, borgte sich allerhand aus der europäischen Kunstgeschichte, während der neue Film schlichtweg hässlich ist. Die Schauspieler Rachel Zegler, Gal Gadot und Andrew Burnap übertreffen sich gegenseitig mit schlechten Leistungen. Damit nicht genug. Noch einmal, vielleicht ein letztes Mal, können wir beobachten, wie der Konzern eine woke Agenda umzusetzen versucht, ohne den Märchenstoff auch nur annährend verstanden zu haben. Der Kulturkampf um den Film wird zwar teilweise von rechten Akteuren betrieben, diese haben die Geschichte aber auch nicht richtig verstanden. Und ohnehin sollten diese reaktionären Kulturkämpfer uns nicht dazu führen, den Film zu verteidigen. Stattdessen muss es darum gehen, ihn grundsätzlicher zu kritisieren. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Das Best-Of von DIE FILMANALYSE als Buch. Mit einem Vorwort von Dominik Graf. Affiliate-Link: https://amzn.to/3NCkVHB
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Showrunner Jan Schomburg präsentiert mit „Die Affäre Cum-ex“ („Other People’s Money“) eine außergewöhnliche Mini-Serie zum Cum-Ex-Skandal, die ab dem 22. März in der ZDF-Mediathek zu sehen sein wird. Dabei geht es nicht nur um die Erinnerungslücken von Olaf Scholz, vielmehr vermag es die Serie, die Strukturen zu erklären und zu analysieren, wobei zugleich spannende, hochkarätig besetzte Unterhaltung geboten wird. Nils Strunk und Justus von Dohnányi spielen zwei gerissene Rechtsanwälte, die gemeinsam mit Superreichen und vermeintlich seriösen Privatbanken den größten Steuerraub der Geschichte planen. Bald ist ihnen eine Staatsanwältin (Lisa Wagner) aus NRW auf der Spur, und auch eine Finanzbeamtin in Dänemark wird stutzig. Es beginnt ein Kampf gegen Korruption, Verschleierung und gegen eine Eigentumsordnung, der man nur mit den Mitteln der Farce beikommen kann. „Die Affäre Cum-ex“ ist eine kluge, humorvolle und ideologiekritische Serie mit phantastischen Schauspielern. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! DIE FILMANALYSE zu VERGISS MEIN ICH: https://www.youtube.com/watch?v=YOCCU86ok
DIE FILMANALYSE zu VOR DER MORGENRÖTE: https://www.youtube.com/watch?v=rCOT7MdB25g
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Die Erwartungen waren nach „Snowpiercer“ und „Parasite“ hoch: Regisseur Bong Joon-hos Adaption des Science-Fiction-Romans „Mickey 7“ ist jedoch eine klamaukige Katastrophe. Robert Pattinson spielt einen Expandable, der als Versuchskaninchen und im Auftrag eines sinisteren Milliardärs und Politikers einen fremden Planeten erkunden soll. Stirbt er bei den Missionen, ist das kein Problem, denn er kann binnen Stunden durch einen biologischen 3-Drucker reproduziert werden. Inzwischen gibt es Mickey 17, der aber bald auf die 18. Version treffen wird, da 17 fälschlicherweise für tot gehalten wird. Rivalitäten drohen; außerdem eskaliert die Lage immer mehr dadurch, dass die Creeper, jene eigenartigen Panzertiere, die den Planeten Niflheim bevölkern, zu Recht den Aufstand proben. Eigentlich sollte die Mission die Menschheit von einer zunehmend unwirtlichen Erde mit hoher Arbeitslosigkeit in eine bessere Welt führen, jedoch stehen dem die kolonialistischen Träume des Initiators im Wege. „Mickey 17“ ist ein Thesenfilm, vergleichbar mit „Barbie“. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Literatur:Edward Ashton: Mickey 7. Der letzte Klon. Übersetzt v. Felix Mayer. Heyne.Fjodor: Dostojewski: Der Doppelgänger. Die Urfassung. Übersetzt v. Alexander Nitzberg. Galiani Berlin.
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Wie konnte es dazu kommen, dass zwei der vier Töchtern, die die Tunesierin Olfa hat, sich dem IS angeschlossen haben? Die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania geht dem in diesem außergewöhnlichen Film nach, in dem Dokumentarisches mit Fiktionalem überlagert wird. Olfa und ihre verbliebenen zwei Töchter treten zwei Schauspielerinnen gegenüber, die die verschwundenen Töchter spielen. Die Vergangenheit wird rekonstruiert und kommentiert. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Filmkompass!
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