Iran ist ein Land im Umbruch: in den letzten Wochen kam es vermehrt zu Protesten gegen die Regierung, die mit Gewalt auf die Proteste reagierte. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist groß. Dazu kommt eine große persische Diaspora: viele Iranerinnen und Iraner leben im Exil und hoffen auf Veränderung in ihrer Heimat. Einer der Betroffenen: Farshid, Medienmacher und politischer Aktivist, der seit über 30 Jahren in den Niederlanden lebt und nicht mehr in seine Heimat zurückkehren kann.
Wenn heute über den Iran berichtet wird, dominieren Themen wie der Konflikt mit Israel, das Atomprogramm, Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung von Presse- und Religionsfreiheit. Doch diese politische Realität steht in starkem Kontrast zur historischen Rolle Persiens: Im Interview erklärt Farshid, warum Iran und Israel über Jahrtausende enge Verbündete waren – und weshalb diese Geschichte für das Verständnis der aktuellen Krise entscheidend ist.
Farshid findet Inspiration in biblischen Figuren wie Esther, Daniel, Nehemia und Ezra, die im damaligen Persien lebten. König Kyros von Persien ermöglichte dem jüdischen Volk die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau der Stadt. „Wer die Bibel liest, weiß mehr über Iran, als er denkt“, sagt Farshid, der für den christlichen Radiosender Persian World Radio arbeitet und TV-Sendungen für Transform Iran konzipiert.
Gleichzeitig spricht der Exil-Iraner über die dramatische Situation im heutigen Iran: die Bevölkerung leidet unter Wasser- und Stromknappheit, wirtschaftlichem Niedergang und politischer Repression. Farshid betont: „Es ist wichtig, zwischen der iranischen Regierung und dem iranischen Volk zu unterscheiden.“
Als Medienmacher bei internationalen christlichen Sendern und als politischer Aktivist setzt sich Farshid dafür ein, dass Menschen in Europa ein differenziertes Bild des Iran gewinnen. Sein Anliegen ist es, historische Zusammenhänge sichtbar zu machen, das Leid der Bevölkerung ernst zu nehmen und Hoffnung zu vermitteln – getragen von der Überzeugung, dass Iran und Israel mehr verbindet, als die aktuelle politische Lage vermuten lässt.
Tanja Rinsland hat mit Farshid gesprochen.
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