Die Geschichtsgreißlerei

Flugfeld Aspern


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Vom internationalsten Flughafen der Welt zur Boomtown

Ort:

Das Flugfeld Aspern befand sich auf dem heutigen Areal der Seestadt Aspern im 22. Wiener Gemeindebezirk. Bis zum Vollausbau 2028 sollen auf dem ehemaligen Flugfeld auf insgesamt 240 Hektar mehr als 25.000 Menschen wohnen und 20.000 arbeiten. Das Areal gehört zu den wichtigsten gegenwärtigen Wohnbauprojekten der Stadt Wien und ist mit insgesamt 5.Mrd Euro Investitionsvolumen eines der größten in der Stadtgeschichte.

Inhalt:

1912 wird auf Initiative mehrerer Fliegerklubs und Vereinen in Donaustadt ein Flugfeld im Nord-Osten von Wien errichtet. Österreich hatte schon damals eine beachtliche Flugzeug- und Fesselballonproduktion, die u.a. im Bezirk Donaustadt angesiedelt war. Schnell entwickelte sich das Flugfeld zur zentralen Anflugstelle für Flugzeuge und Zeppeline. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Aspern zu einem der wichtigsten europäischen Flughäfen, von dem zahlreiche Fluglinien west- und osteuropäische Destinationen anflogen. Während des 2.Weltkriegs wurde der Flughafen vor allem militärisch genützt, hier landete am 12.März 1938 schon frühmorgens die Spitze der SS um den österreichischen Polizeiapparat rasch unter Kontrolle zu bringen. Nach der Niederlage HitlerDeutschlands verlor das Flugfeld immer mehr an Bedeutung, Schwechat wurde in den 1950er Jahren zum internationalen Airport. Aspern diente seitdem vor allem für Sport- und Segelflieger. Das Flugfeld wurde zunehmend anders genützt, unter anderem als Auto-Rennstrecke. Spätere Formel 1
Weltmeister wie Jochen Rindt oder Niki Lauda fuhren dort Rennen. 1977 wurde das Gelände endgültig für den Flugverkehr gesperrt, danach wurde ein großes Autozuliefererwerk von General Motors bzw. Opel errichtet. Am Höhepunkt der Motorproduktion waren hier 2200 Menschen beschäftigt. Mit der Krise der Automobilindustrie wurde auch dieses Werk Anfang der 2020er endgültig geschlossen. Das Industriegelände wurde stückweise geschliffen und auf dem ehemaligen Gelände die Seestadt Aspern errichtet.

Gast:

Wolfgang Stritzinger ist Kustos am Technischen Museum Wien für Flug- und Schiffverkehr und ausgewiesener Experte für die Geschichte der österreichischen Zivilluftfahrt.

Tipps:

Zum Lesen:
Reinhard Keimel: Aspern. Geschichte eines Flughafens Sutton Verlag, 2009
Thomas Ballhausen, Andrea Grill, Hanno Millesi : aspern. Reise in eine mögliche Stadt“. Wien 2013
Cornelia Dlabaja: Die Seestadt Aspern. Ein Stadtteil im Werden. Wien 2023

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Die GeschichtsgreißlereiBy Andreas Filipovic, Walter Szevera


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