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Europa ist ein Hotspot der Klimakrise. Hitzewellen haben hier in den vergangenen Jahrzehnten drei- bis viermal schneller zugenommen als in anderen Regionen, das vergangene Jahr war im Durchschnitt schon 2,2 Grad wärmer als zur Zeit vor der Industrialisierung.
Vor allem im Mittelmeerraum gehen die Niederschläge zurück, Länder wie Spanien, Frankreich oder Griechenland leiden unter massiver Dürre, in Spanien war es bereits im April bis zu 40 Grad heiß.
Daniela Jacob, Klimawissenschaftlerin und Leitautorin des Weltklimarates, erklärt in dieser Gradmesser-Folge, warum wir die Klimakrise in Europa besonders stark zu spüren bekommen und was das für unsere Wasserversorgung bedeutet. Auch wenn in Deutschland noch kein Verbot für den Bau neuer Swimmingpools verhängt wurde wie in manchen Regionen Frankreichs (ca. ab Min. 5:10).
Susanne Ehlerding vom Tagesspiegel Background Energie und Klima ordnet ein, warum das heftig umstrittene Gebäudeenergiegesetz ab dem kommenden Jahr in Kraft treten sollte, wenn Deutschland sein Ziel Klimaneutralität im Jahr 2045 erreichen will (ca. ab Min. 30).
Tipps zum achtsamen Umgang mit Wasser von den Berliner Wasserbetrieben.
Habt Ihr Fragen rund ums Klima, die wir im Gradmesser beantworten können? Dann schreibt uns gerne an [email protected].
Moderation & Redaktion: Ruth Ciesinger & Michael Reinhardt
Die Welt soll sich nicht mehr als um 1,5-Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erwärmen, doch aktuell führen uns die weltweiten Emissionen hinein in eine 2,8-Grad wärmere Zukunft. Dass das Ziel des Pariser Klimaabkommens heute nicht mehr plausibel ist, liegt aber nicht an mangelnder Technik. Der Hamburg Climate Futures Outlook 2023 zeigt: Entscheidend für das Einhalten der Pariser Ziele ist der soziale Wandel. Und der reicht bisher dafür nicht aus.
Anita Engels, Soziologieprofessorin an der Uni Hamburg und Sprecherin des Excellenzclusters CLICCS erklärt, warum wir beim Klimaschutz sehr viel schlechter sind, als wir denken, und was es braucht, damit sich eine Gesellschaft verändert. Engels sagt auch, warum gerade dieses Jahrzehnt entscheidend für unsere Klimazukunft ist, und warum sie zwar nicht alle Aussagen der Letzten Generation teilen würde, die Aktvist:innen hier aber einen wichtigen Punkt machen (ca. ab Min. 6:20).
Cornelia Huth, Ökotrophologin und Mitglied bei Scientist Rebellion, steht gerade in München wegen einer Straßenblockade vor Gericht. Sie glaubt, Vorlesungen und Aufklärungsgespräche reichen nicht aus für genügend Klimaschutz (ca. ab Min. 2:30).
Sinan Recber vom Tagesspiegel Background Energie und Klima hat beim Petersberger Klimadialog in Berlin dem designierten Präsidenten der nächsten Weltklimakonferenz in Dubai, Sultan Ahmed Al Jaber zugehört. Der hat bei seiner Rede wenig Interesse am Ausstieg auf fossilen Energien gezeigt (ca. ab Min. 32:20).
Eure Anregungen, Kritik und Fragen erreichen uns am besten, wenn Ihr an [email protected] schreibt. Wir freuen uns, von Euch zu lesen.
Die Verbindung der Öl- und Gasfans in die Politik sind stabil, auch in die Ampel. Wer diese fossile Lobby ist, und warum sie so großen Erfolg hat, darum geht es im Gradmesser, unter anderem mit Christina Deckwirth von Lobbycontrol.
Auch wenn FDP-Chef Christian Lindner Wind- und Sonnenenergie nach Russlands Angriff auf die Ukraine zu „Freiheitsenergien“ erklärt hat: Praktisch geht der Abschied von Öl und Gas in Deutschland nur sehr langsam und unter lautem Protest von sich.
Aktuelles Beispiel: Das Gebäudeenergiegesetz und das geplante Verbot neuer Öl- und Gasheizungen. Festgelegt hat es die Ampel bereits im Koalitionsvertrag, der Koalitionsausschuss hat es nach Russlands auf die Ukraine auf ein früheres Datum vorgezogen – und seit Wochen machen vor allem FDP-Politiker, aber auch Sozialdemokraten massiv Stimmung dagegen.
Das liegt – auch – am Einfluss der fossilen Lobby, davon ist Christina Deckwirth von Lobbycontrol überzeugt. Im Podcast spricht sie darüber, wer eigentlich hinter der fossilen Lobby steckt, wo sie politisch gerade Klimaschutz bremst, und warum sie so erfolgreich ist. Außerdem geht es um enge Verbindungen zwischen Parteipolitikern und Lobbyorganisationen und darum, wie sich das Ungleichgewicht auflösen lassen kann (ca. ab Min. 6:20). (Hier geht es zur Lobbycontrol-Studie "Pipelines in die Politik".)
Wenn Ihr Kritik, Fragen oder Anregungen habt, schreibt gerne an [email protected]. Wir freuen uns, von Euch zu hören.
Gerade erst hat der Thinktank Agora Energiewende prognostiziert, dass Deutschland im vergangenen Jahr viel zu viel Treibhausgase ausgestoßen hat und trotz hoher Energiepreise seine CO2-Einsparziele verfehlt hat. Ob das stimmt, wird erst das Frühjahr zeigen, wenn das Umweltbundesamt seine Berechnungen zum deutschen CO2-Ausstoß veröffentlicht. Aber klar ist schon heute: Die Treibhausgasemissionen sinken viel zu langsam.
Angesichts heftigster Regenfälle, Hitzerekorde oder Dürren fragt sich jedes Jahr öfter: Ist das noch Wetter oder ist das schon der Klimawandel? Friederike Otto, Physikerin am Grantham Institute for Climate Change and the Environment des Imperial College in London, weiß die Antwort. Die Mitbegründerin der sogenannten Attributionsforschung untersucht, einfach gesagt, wie extremes Wetter und Klimawandel zusammenhängen (ca. ab Min. 1:50).
Digitale Technik kann theoretisch enorm dazu beitragen, dass künftig Strom, Rohstoffe und verarbeitetes Material gespart werden – und damit auch CO2-Emissionen. Praktisch jedoch werden für immer mehr digitale Geräte weltweit immer mehr Rohstoffe abgebaut, Treibhausgase und Umweltverschmutzung sind die Folge, und der Betrieb der Geräte verbraucht immer mehr Energie.
Derzeit führt die Digitalisierung also zu einem Mehrverbrauch an natürlichen Ressourcen und zu höherem Energieverbrauch als zu Einsparungen. Das ist gerade erst wieder bei einer Anhörung im „Ausschuss für Digitales“ im Bundestag deutlich geworden. In dieser Gradmesser-Folge spricht Christian Löwe vom Umweltbundesamt darüber, wie digitale Technik helfen kann, das Klima zu schützen, und was dafür getan werden sollte, damit das klappt (ca. ab Min. 9:30).
Derzeit verursacht im Durchschnitt jeder Mensch in Deutschland rund eine Tonne CO2 im Jahr allein durch sogenannte Informations- und Kommunikationstechnik, also dass er oder sie mit Smartphones, Tablets oder Notebooks arbeitet, streamt, einkauft oder andere Anwendungen nutzt. Das Öko-Institut hat das berechnet, manche Institute kommen auf leicht andere Zahlen, aber die Tendenz ist überall die gleiche. Will Deutschland aber klimaneutral werden und bleiben, kann jeder Menschen künftig nur noch eine bis maximal zwei Tonnen CO2 im Jahr insgesamt verpulvern.
Lina Rusch, Leiterin des Tagesspiegel Background Digitalisierung und KI erklärt, ob die Bundesregierung das Thema Digitalisierung und Klimaschutz richtig anpackt (ca. ab Min. 3:30). Und Armin Lehmann hat zur Finanzierung von Klimaaktivist:innen recherchiert. Er berichtet im Podcast über den Climate Emergency Fund und die Verbindung zu Gruppen wie Scientist Rebellion oder der Letzten Generation (ca. ab Min. 27:00). Die ganze Recherche könnt Ihr hier lesen.
Und noch eine Empfehlung: Der Podcast „Der Tag“ vom Deutschlandfunk hat die Hausdurchsuchungen bei der „Letzten Generation“ am 13. Dezember sehr spannend eingeordnet. Ich verlinke Euch die Folge mit Ulf Beurmeyer, Jurist und Podcast-Host der „Lage der Nation“. „Den Tag“ könnt Ihr hier hören.
Fragen, Kritik oder Wünsche könnt Ihr an [email protected] schicken. Wir freuen uns darüber.
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