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Organisationsberatung, Organisationsentwicklung und Prozessberatung sowie Unternehmensberatung sind Begriffe aus dem Bereich der Managementberatung:
Organisationsberatung:
Organisationsentwicklung: Dies ist ein spezifischer Ansatz innerhalb der Organisationsberatung, der sich prinzipiell auf die Entwicklung und Verbesserung der gesamten Organisation oder wesentlicher Teile von ihr konzentriert. Es geht darum, die Organisation so zu gestalten, dass sie besser auf Herausforderungen reagieren kann, ihre Ziele effektiver erreicht und ein positives Arbeitsumfeld schafft, insbesondere aber einen besseren, sprich humaneren Platz für die in ihr arbeitenden Menschen bietet. Organisationsentwicklung steht für die Humnanisierung der Arbeitswelt. Methoden der Organisationsentwicklung beinhalten deshalb oft Gruppenarbeit, Mitarbeiterbeteiligung und kontinuierliches Lernen - und stellen den Menschen in den Mittelpunkt.
Prozessberatung/Prozessbegleitung: Dieser Ansatz konzentriert sich auf die Verbesserung spezifischer Prozesse innerhalb einer Organisation. Im Gegensatz zur Expertenberatung, bei der der Berater Lösungen vorgibt, arbeitet der Prozessberater eng mit den Mitarbeitern der Organisation zusammen, um Probleme zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf der Optimierung von Arbeitsabläufen, Kommunikationswegen und Entscheidungsprozessen.
Unternehmensberatung: Unternehmensberatung ist die Dienstleistung, die Unternehmen oder Organisationen dabei unterstützt, ihre Geschäftsabläufe, Leistung und Strategie zu verbessern. Unternehmensberatungen bringen Expertise und externe Perspektiven in eine Organisation ein, um spezifische Herausforderungen zu adressieren und langfristige Verbesserungen zu erzielen. Sie arbeiten oft eng mit dem Management des Unternehmens zusammen, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Dies kann eine Vielzahl von Aspekten abdecken:
Gast:
Was Mediation in der Lage ist zu eröffnen, ein Gericht aber kaum je, ist, dass die Konfliktentscheidung selbst und direkt mit der Zukunft rechnet, dass die Entscheidung auf Füße gestellt wird, die bereits einen Abdruck in der (vorgestellten) Zukunft hinterlassen haben. Das ist eine strategische Ausrichtung der Konfliktbearbeitung und -entscheidung, die allein nur die Mediation anbietet und Konfliktparteien nutzen können, die sich, weil vertraglich vereinbart, in Mediationen das anvisieren, ausformulieren und aushandeln können. Das unterscheidet im Kern die Mediation von anderen Konfliktbearbeitungsmethoden, wenn sie es denn in der Praxis auch tut.
Mediation will und kann den Kuchen vergrößern und sich nicht nur einfach gut beim Backen unterhalten.
Im Gespräch mit Lucian Hölscher werden die Anfänge dieser mentalen Revolution, die noch nichts mit Moderner Mediation zu tun hatten, erläutert, die für uns Heutigen fast schon selbstverständlich sind. Interessant dabei ist nicht nur der Entwicklungsprozess selbst, sondern dass sein Wirkungsfeld vor allem der umwälzende Perspektivenwechsel ist, den der Frühkapitalismus praktisch angeboten hat, namentlich dass die Zukunft durch gegenwärtige Vorstellungen und insoweit riskante Umsetzungsideen und -akte gestaltbar ist.
Die Vorstellungen von künftigen Zuständen sind Teil gegenwärtiger Entscheidungsprozesse.
Literatur:
Zukunftsvorstellungen und Mediation
Mediation ist in der Lage, die Zukunft als Reflexionskategorie für die Konfliktbearbeitung in den Blick zu nehmen, wie es eine juristische oder schlichtende Bearbeitung nicht kann. Während die Schlichtung ihrer Anlage nach allein die Differenzen der Gegenwart in den Blick nimmt und deren Mitte als Kompromiss anbietet, nimmt der Richter das Gesetz als aus der Vergangenheit geronnenes Erfahrungswissen in den Blick, um Konfliktentscheidungen zu fällen. (Dass auch Richter oder Schlichter ganz praktisch eine Folgenabschätzung vornehmen und damit gewissermaßen in die Zukunft schauen, lass' ich hier mal unter den Tisch fallen, weil Praxis und Theorie doch zweierlei Dinge sind…)
Die Zukunft als Reflexions- und Entscheidungskategorie ist allerdings nicht allein eine sog. Zukunftsorientierung. Konflikte werden immer und von allen allein deshalb bearbeitet, damit eine bessere Zukunft daraus erwächst. Diese Zukunftsorientierung allein reicht nicht aus, um den Mehrwert zu generieren, wie ihn erkennbar nur der Mediation offen steht.
Es erscheint als Ironie der Geschichte, dass die Mediation zwar den Kuchen vergrößern wollte, aber das kapitalistische Erbe geradewegs ablehnt.
Hintergründe
Bereits diese Verabschiedungen, mehr noch aber der Titel dieses Podcasts war - das ist mir durch ihren Hinweis klargeworden - von Lucian Hölschers Buch "Die Entdeckung der Zukunft" beeinflusst gewesen.
Lucian Hölscher, deutscher Historiker, am 17. August 1948 in München geboren. Er lehrte von 1991 bis 2014 als Professor für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Autor mehrere Bücher und Artikel zu historischen Themen, darunter v.a. "Die Entdeckung der Zukunft". Hölschers Forschungsinteressen umfassen die Theorie der historischen Zeit und die Geschichte der Zukunft.
Als der Pfropfen des Jüngsten Gerichts als einzige Zukunftsaussicht sich gelöst hatte, begann die zukünftige Zeit für die Irdischen zu laufen und Eile war geboten.
Reinhard Greger, Richter am Bundesgerichtshof a.D. sowie Professor an der Universität Nürnberg-Erlangen. Er ist Mitautor des ZPO-Kommentars Zöller und Redaktionsbeirat der Zeitschrift für Konfliktmanagement.
„Neue Wege in die Mediation“ sollten beim Bayerischen Mediationstag 2023 gesucht und gefunden werden. 200 Teilnehmer sind erschienen, die in 20 Arbeitsgruppen Ihre Gedanken formulierten. Dabei wurden neue Wege entwickelt, aber vor allem darauf hingewiesen, auf den bestehenden Wegen Hindernisse und Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Hier wurde mitunter als besonderes Ärgernis der Weg zu Gericht ins Visier genommen: Dieser sei zu stark vorstrukturiert und "übergeht" gewissermaßen die Mediationsmöglichkeit.
Eine besondere Aufmerksamkeit erhielten vertragliche Konfliktlösungsklauseln, die in allen bedeutsamen Verträgen Einzug halten müssten. Hierauf müssten Unternehmensjuristen und Anwälte, insbesondere aber auch Notare verstärkt hinwirken. Anstelle standardmäßiger Schieds- oder pauschaler Mediationsklauseln seien auf die Gegebenheiten des konkreten Rechtsgeschäfts abgestimmte und abgestufte Vereinbarungen zu treffen; dies sollte durch Fortbildung und Publikationen, z.B. in Formularbüchern unterstützt werden.
Arbeitsgruppen auf der Tagung "Wege in die Mediation"
Gruppe 1: Gesellschaftliche Veränderungen
Literatur zur Tagung:
Christoph C. Paul, Rechtsanwalt und Notar a.D., Mediator (BAFM – Bundes Arbeitsgemeinschaft für Familienmediation) und Ausbilder.
"Für Mediationen braucht es einen langen Atem, einen sehr langen Atem!"
"Mediation bei internationalen Kindschaftskonflikten" (MiKK e.V.)
Der Verein "Mediation bei internationalen Kindschaftskonflikten" (MiKK e.V.) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Mediation in internationalen Kindschaftskonflikten spezialisiert hat. Diese Konflikte umfassen typischerweise Fälle von grenzüberschreitender Kindesentführung, Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten.
MiKK e.V. bietet hierfür:
Beratung und Vermittlung: Sie beraten betroffene Eltern und vermitteln speziell ausgebildete Mediatoren, die in grenzüberschreitenden Fällen tätig sind.
Ausbildung und Weiterbildung: MiKK organisiert Schulungen und Weiterbildungen für Mediatoren, um ihre Kompetenzen in der Handhabung internationaler Kindschaftskonflikte zu stärken.
Netzwerkbildung: Der Verein arbeitet mit einem internationalen Netzwerk von Mediatoren, Fachleuten und Institutionen zusammen, um in grenzüberschreitenden Fällen effektive Lösungen zu finden.
Förderung des Mediationsgedankens: MiKK setzt sich für die Förderung der Mediation als friedliche Konfliktlösungsmethode ein, insbesondere in Fällen, die Kinder und internationale Elemente betreffen.
Forschung und Entwicklung: Der Verein beteiligt sich auch an Forschungsprojekten und entwickelt Methoden zur Verbesserung der Mediationspraxis in internationalen Kindschaftskonflikten.
quote here
Gästin: Damaris Deinert, Wirtschaftspsychologin und Mediatorin; arbeitet heue als Fachbereichsleiterin bei Arbeit und Leben e.V. (Chemnitz).
Die Masterarbeit von Damaris Deinert mit dem Titel: "Das ungenutzte Mediationsangebot der IHK – kein Bedarf bei KMU*?" ist eine wissenschaftliche Untersuchung zur Dienstleistung Mediation.
Die wesentlichen psychologischen Einflussfaktoren hinsichtlich der Nutzung des Produktes Mediation in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) umfassen verschiedene Aspekte.
Im Podcast besprechen Sascha Weigel und Damaris Deinert die verschiedenen psychologischen Einflussfaktoren auf die Entscheidung für oder gegen Mediation als Konfliktlösungsverfahren.
Dabei kann es hilfreich sein, sich als Mediatorin auf bestimmte Zielgruppen zu spezialisieren, um das Vertrauen zu erhöhen.
Inhalte:
Der Ansatz:
Maßgebend ist die tragende Rolle der kooperativ verhandelnden Rechtsanwälte der Streitparteien, die praktisch eine „Mediation ohne Mediator“ durchführen. Ihnen kommt also die Doppelrolle zu, einerseits und formal parteiische Vertreter der Mandanten zu sein, andererseits und materiell gemeinsam als Leiter des mediationsanalogen Verhandlungsverfahren aufzutreten.
Die Bedingung: Disqualifikationsklausel
Flankiert wird diese Doppelrolle durch eine notwendige Begrenzung, die Disqualifikationsklausel.
Haben Streitparteien jeweils Rechtsvertreter, treten diese ohnehin direkt in Kontakt. Was macht Collaborative Law anders, als in den üblichen Fällen, wenn ein Rechtsbeistand die gegnerische Partei kontaktiert und Ansprüche erhebt und sodann an den Rechtsberater verwiesen wird bzw. dieser antwortet?
Cooperative Praxis kommt erst dann zustande, wenn die Parteien ihre Rechtsbeistände das ausschließliche Mandat für außergerichtliche Verhandlungen erteilen und jene auch nur dieses wahrnehmen. Die Parteien schließen vorab eine Vereinbarung, mit der sie das Mandat ihrer Anwälte von Beginn an auf die außergerichtliche Verhandlungen beschränken und damit eine verfahrensvertragliche Disqualifikationsklausel einführen. Das Aufnehmen eines Gerichtsprozesses (mit neuen Rechtsbeiständen) wird dadurch "künstlich" verteuert und der Wille zur außergerichtlichen Lösung auch für aufkommende Zweifelssituationen während der strittigen Verhandlung vertieft.
Ähnlich wie Mediationsklauseln in Vertragsverhältnissen wirken Disqualifikationsklauseln in Streitverhältnissen für kommende Situationen freiheits- bzw. freiwilligkeitsbeschränkend, indem sie vorab als Ausdruck der Selbstbestimmungsfreiheit genutzt werden. Wir haben es hier mit dem klassischen Fall eines Odysseus-Paktes zu tun, der hilft, dass kluge Überlegungen auch Entscheidungen bleiben und nicht bei der ersten Verführungssituation abgeändert werden.
Links:
** Yvonne Rogger Hofstetter**, diplomierte Sozialarbeiterin, seit 2014 selbständige Tätigkeit in Mediation und Bildung in der rohof GmbH, Lehrbeauftragte an der Berner Fachhochschule (BFH) und der PROGES Linz, Mitherausgeberin und Redaktionskoordinatorin der Zeitschrift perspektive mediation – Beiträge zur Konfliktkultur; ehem. Professorin an der Berner Fachhochschule, Schwerpunkt Mediation und Case Management (1993 – 2015).
Themenfelder für die Elder Mediation
Anpassungsprobleme und alte Familienkonflikte in neuem Gewand
Themen bei der Neustrukturierung von (Familien-)Beziehungen
Themen im Zusammenhang mit Paar- und (werdenden) Fürsorgebeziehung für die Elder Mediation
Themen im Zusammen mit Alters- und Pflegeeinrichtungen für die Elder Mediation
Links:
Gast
Prof. Dr. Guido Möllering: Wirtschaftswissenschaftler, Professur an der Universität Witten-Herdecke, leitet das Reinhard Mohn Institut für Unternehmensführung. Arbeitsschwerpunkte sind Vertrauen, Kooperation und Führung
Komik und Konflikte
Grundhaltungen der Komik
Literatur
Sascha Weigel spricht mit den bekannten und erfahrenen Beratern Günther Mohr und Rolf Balling zu Fortschrittsverlusten und einer soziologisch fundierten Konzeption von Verlustreaktionen, statt einer ausschließlich psychologisch begründeten Verlustdefinition.
Inhaltliche Aspekte:
Mehr Hintergrundinformationen auf der Folgenwebseite bei INKOVEMA.
Literatur
Damaris Deinert: Wirtschaftspsychologin und Mediatorin; arbeitet heue als Fachbereichsleiterin bei Arbeit und Leben e.V. (Chemnitz)
Heute geht es um die Praxis von Mediation.
Es geht um den ganzen Berg von Konflikten, bei denen die jeweiligen Konfliktparteien, die potenziellen Mediatorinnen, aber auch die sonstigen Stakeholder (Anspruchsgruppen und Interessengruppen) einer Konfliktsituation, es nicht schaffen, diesen Konflikt einer Mediation zuzuführen. Was läuft da schief im Anbieter- und Anpreisungsprozess, wenn doch, so die Grundannahme, das Produkt so wichtig, toll und notwendig ist?
Podcast-Empfehlung: "Episoden der Mediation" #16 – Mediation und Marketing II – Paradoxien beim Mediationsmarketing Die zwei grundlegenden Fehlannahmen beim Mediationsmarketing
Mediation ist Vieles.
Die Perspektive des heutigen Gesprächs ist die, dass Mediation ganz einfach ein marktvertriebenes Produkt ist. Schnöde wie das klingt, aber Mediation will auch verkauft werden!
Literatur:
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