Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Kunst als Reflexion von Krisen-Verhältnissen - Überlegungen im Anschluss an Hegel
    In Hegels systematischer Konzeption bildet die Kunst (gefolgt von Religion und Philosophie) die erste Form des absoluten Geistes, in der sich das Absolute in der Unmittelbarkeit sinnlicher Anschauung darstellt. Als diese erste Stufe artikuliert die Kunst damit zugleich den Übergang vom objektiven Geist – als dem Inbegriff endlicher gesellschaftlich-politischer Verhältnisse – zum absoluten Geist. Im Vortrag wird diese systematische Konfiguration für Überlegungen fruchtbar gemacht, wonach die Kunst als Reflexion gesellschaftlich-politischer Krisen-Verhältnisse verstanden wird. Damit soll eine Perspektive zur Diskussion gestellt werden, die Hegels Philosophie in ihren systematischen Voraussetzungen ernst nimmt und sie gerade in diesem Anspruch als Form noch immer aktueller Gesellschaftskritik akzentuiert.
    Referent: Gregor Schäfer schrieb seine Dissertation zu Hegel an der Universität Basel, wo er auch als Lehrbeauftragter tätig war. Zurzeit ist er Research Fellow an der University of London mit einem Projekt zum Verhältnis von Krise und Transformation in der Klassischen Deutschen Philosophie. In seiner Forschung und in seinen Publikationen befasst er sich vor allem mit der Klassischen Deutschen Philosophie (vor allem Fichte und Hegel), mit der Geschichte und Gegenwart der Metaphysik und spekulativen Denkens, mit Ästhetik und mit politischer Philosophie.
    59 min
  • „Schutztruppe der Republik“ - Hans-Rainer Sandvoß erinnert an den Kampf des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold gegen den Faschismus
    Die Weimarer Republik war keinesfalls eine Demokratie ohne Demokraten. Viele Menschen erkannten rechtzeitig die wachsende faschistische Gefahr und riskierten ihr Leben im Kampf zur Abwehr einer Hitlerdiktatur. Dazu gehörten die Angehörigen einer zu Unrecht vergessenen, parteiübergreifenden Organisation, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, das sich selbst als „Schutztruppe der Republik“ verstand. Der Historiker Hans-Rainer Sandvoß von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat sich in jahrelanger akribischer Forschungsarbeit mit deren Wirken in Berlin und Brandenburg befasst und nun eine beeindruckende Monografie vorgelegt, die aufrechte Antifaschisten und Antifaschismus würdigt, der auch heute wieder dringend notwendig ist.
    Moderation: Karlen Vesper
    1 hr 7 min
  • Das Ende der DDR und der Abzug der Sowjetarmee aus der Sicht von Diplomaten
    Wie erlebten Botschaftsmitarbeiter aus der Bundesrepublik und der DDR den Kalten Krieg in den 1980er Jahren, den Herbst 1989 und den Abzug der Sowjetarmee in den Neunzigern? Darüber tauschen sich am 22. April zwei unmittelbar beteiligte Zeitzeugen bei uns aus:
    Walter Stechel (*1953) erlebte der Ereignisse im Herbst 1989 als Mitarbeiter der Bundesdeutschen Botschaft in Kanada und wurde nach seiner Rückkehr 1993 Referent/Stellvertretender Referatsleiter für Wirtschaftsbeziehungen zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion beim Auswärtigen Amt in Bonn. In der Veranstaltung berichtet er darüber, wie er die Auflösung von DDR-Botschaften erlebte und wie in den neunziger Jahren das Wohnungsbau- und Umschulungsprogramm für die abziehenden sowjetischen Truppen ablief.
    Mit ihm spricht und diskutiert Dr. Oswald Schneidratus (*1951), der als DDR-Diplomat in London und bei den Wiener Abrüstungsverhandlungen NATO/Warschauer Vertrag, für die UNO auf Zypern und für die OSZE in Moldau/Transnistrien tätig war. Nach dem Ende der DDR wurde er nicht ins Auswärtige Amt übernommen. Er ging in die freie Wirtschaft und war u.a. in der GUS im Bereich Entsorgung chemischer Kampfstoffe, militärischer Altlasten und Umstellung ehemaliger Rüstungsbetriebe auf zivile Produktion tätig.
    1 hr 8 min
  • Rudolf Bahros Gefängnisschriften von 1978/79 - Selbstverständigung eines marxistischen Häretikers
    Rudolf Bahro ist einer der bekanntesten SED-Kritiker aus der DDR. Sein 1977 im Westen erschienenes Buch "Die Alternative" machte ihn über Nacht weltbekannt. Bahro war ein Häretiker aus der Partei, der den Machthabern die Klassiker des Marxismus-Leninismus unter die Nase hielt und die Diskrepanzen zwischen Theorie und Realität herausarbeitete.
    Er wurde gleich nach Erscheinen des Buches verhaftet und wegen "Geheimnisverrats" zu 8 Jahren Haft im berüchtigten Zuchthaus Bautzen II verurteilt. Dagegen regte sich weltweit Protest. Auch deshalb entließ ihn die Staats- und Parteiführung aus Anlass des 30. Jahrestages der DDR 1979 in den Westen.
    Während seiner Haftmonate schrieb Bahro heimlich Texte, in denen er seine bisherigen politischen (leninistischen) Überzeugungen überdachte. Er schlug einen am Eurokommunismus orientierten Weg ein.
    Bahros Biograf und damaliger Weggefährte Guntolf Herzberg hat diese Texte nun veröffentlicht und kommentiert. In der Veranstaltung wird er die damaligen Geschehnisse und den Inhalt der Gefängnisschriften schildern.
    Referent: Guntolf Herzberg
    Moderation: Alexander Amberger
    55 min
  • Widerstand in Recht und Literatur - Lesung und Gespräch zwischen dem Schriftsteller Mesut Bayraktar und dem Rechtswissenschaftler Tim Wihl
    Widerstand unterhält ein spannungsreiches Verhältnis zum Recht, aber auch zur Literatur. Das Recht hegt Widerstand vielfach ein, ermöglicht ihn aber zugleich durch Grundrechte auf Protest und Gelegenheiten zur Negation. Moderne Verfassungen sehen gar ein Widerstandsrecht der Bevölkerung als letztes Mittel gegen die eigene Regierung vor, so auch das Grundgesetz.
    Die Literatur dagegen kann Widerstand historisieren, heroisieren und verurteilen, zu ihm anstiften oder seine Ambivalenz aufzeigen. Vor allem kann sie auch reflektieren, unter welchen Bedingungen Widerstand überhaupt materiell und geistig möglich wird, wann und wie er scheitert und in welchen subtilen Formen er auftritt, ohne überhaupt ins Blickfeld des Rechts zu rücken.
    In diesem Gespräch denken ein Schriftsteller und ein Dozent, beide Juristen und Philosophen, gemeinsam darüber nach, inwiefern Recht und Literatur hier und heute Spiegel, Instrumente oder Bremsen des Widerstands sind.
    Mesut Bayraktar, geboren 1990 in Wuppertal und Kind türkischer Arbeitsmigranten, hat Jura und Philosophie studiert. Als Schriftsteller schreibt er Romane und Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke sowie Essays für diverse Zeitungen und Magazine. Er hat das Kollektiv nous – konfrontative Literatur 2013 mitgegründet und ist dort Redakteur. 2024 erschien sein Erzählband Die Lage. 2025 erschien sein Lyrikdebüt Linke Melancholie.
    Tim Wihl hat Politik- und Rechtswissenschaft studiert und zu Aufhebungsrechten promoviert. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gastprofessor an der Humboldt-Universität mit Aufenthalten an der Sorbonne und in Princeton sowie Fellow am The New Institute in Hamburg. Derzeit ist er Vertretungsprofessor für Öffentliches Recht und Grundlagen des Rechts an der Universität Erfurt. Von ihm erschien 2024 das Buch Wilde Demokratie. Das Recht auf Protest.
    Moderation: Johanna Bröse
    1 hr 26 min
  • Verdrängte Philosophie - Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx' Kritik der politischen Ökonomie
    Norbert Walz unternimmt in seinem Vortrag eine Rekonstruktion der Beziehung von Karl Marx zur Philosophie von den Anfängen bis zum "Kapital". Im Gegensatz zum traditionellen Marxismus sieht der Autor in der "marxistischen Philosophie", die vor allem auf Friedrich Engels zurückgeht, keine Entsprechung mit dem, was Marx unter Philosophie verstand. Allerdings blieb das Verhältnis von Marx zur Philosophie ambivalent: Einerseits bezieht er sich positiv auf sie, andererseits lehnt er sie seit der "Deutschen Ideologie" schroff ab. Unter der Oberfläche seiner Antiphilosophie verbergen sich philosophische Inhalte, die aufgrund einer Verdrängung nicht in der manifesten Theorie adäquat erscheinen konnten. Es enstanden Leerstellen der Theorie (Theorien des Individuums, der Geschichte, der Natur und des Wissens), die mit einer Metatheorie bzw. Postphilosophie aufzufüllen sind.
    Walz' Ansatz integriert mehrere unorthodoxe Lesarten von Marx, insbesondere die Wert- und Arbeitskritik, die Neue Marx-Lektüre und die Kritische Theorie.
    Referent: Dr. Norbert Walz ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig und beschäftigt sich insbesondere mit Kritischer Theorie, philosophischer Anthropologie und Ethik. 2025 erschien sein Buch Verdrängte Philosophie. Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx' Kritik der politischen Ökonomie beim Schmetterling Verlag.
    45 min
  • "Mein Vater, der Spion" Jürgen Tatzkow gibt Einblicke in das Leben eines Doppelagenten
    Der gebürtige Thüringer Horst Tatzkow glaubte wohl, seiner Familie Gutes zu tun, als er sich in Zeiten des Kalten Krieges als Diener zweier Geheimdienste verdingte. Das Gegenteil war der Fall. Mit seiner Enttarnung als CIA-Agent in der DDR brach für seinen ahnungslosen 15-jährigen Sohn eine Welt zusammen. Jürgen Tatzkow fand trotzdem seinen Weg, studierte und machte im Schuldienst Karriere, während sein Vater nach Haftentlassung nunmehr für die HVA, den ostdeutschen Auslandsgeheimdienst spionierte.
    Der Sohn bietet, gestützt auf spätere Gespräche mit dem Vater sowie Recherchen in diversen Archiven, Einblicke in seine Familiengeschichte im Schatten des zweitältesten Gewerbes der Welt.
    1 hr 43 min
  • "bin weiblich, bin männlich, doppelt" Queere DDR-Literatur
    Eine Frau mit männlicher Vergangenheit müsste man sein. (Irmtraud Morgner)
    Die im Band „bin weiblich, bin männlich, doppelt“ Queere DDR-Literatur" (Mitteldeutscher Verlag 2025) versammelten Beiträge sind ein unvollständiger Versuch, den literarischen Spuren des Nichtidentischen in Geschlecht, Sexualität und Begehren in der (Literatur) der DDR nachzugehen. „Queer“ beschreibt – wenn auch nachträglich – das, was in Bezug auf Geschlechterfragen in der DDR-Literatur so kostbar und interessant ist: dass sich in ihr eine Sprache der Abweichung, der Spuren und Reste für das Sexuelle, das Begehren und Geschlecht finden lässt. Eine Sprache, die noch keine festen Kategorien und Termini kennt und somit Sexualität von den nichtidentischen Rändern aus erschreibt. Queer sind die Texte auch, weil sie nicht „nur“ die Geschlechtsidentität, die vergeschlechtlichen Rollen und Normen infragestellen, sondern auch das vermeintlich gegebene Geschlecht brüchig werden lassen.
    Neben den FDJ-Poetenseminaren, der Lesbenzeitschrift „frau anders“ und einem Gespräch mit dem Autor Norbert Marohn beschäftigen sich die Artikel mit den Autor:innen Irmtraud Morgner, Brigitte Reimann, Christa Wolf, Christa Reinig, Helga Königsdorf, Helga Schütz, Sarah Kirsch, Maxie Wander, Waldtraut Lewin, Christa Kożik, Norbert Marohn, Ronald M. Schernikau, Franz Fühmann und Erich Loest. Diese Liste ist unvollständig und auch nicht als Systematik Queerer DDR-Autor:innen bzw. Queerer DDR-Literatur zu verstehen. Vielmehr ist sie ein erster Vorschlag, Literatur aus der DDR unter queermaterialistischer Perspektive zu betrachten. Queer ist – das wird in allen Beiträgen deutlich – in der der hier besprochenen Literatur weniger allein ein inhaltliches Akronym für diverse Sexualitäten, Begehren und Geschlechter. Mehr noch zeigt sich Queeres ausgehend vom literarischen Material als ein ästhetisches Verfahren sowie als textuelle erotische Praxis.
    Die Herausgeberin Franziska Haug führt in das Thema und den Band ein, Alexander Wagner stellt seine Arbeit zu Irmtraud Morgners Trobadora Beatriz (1974) vor und Lucas Mielke seinen Artikel über Norbert Marohns Plötzlich mein Leben (1989). Anschließend freuen wir uns auf Gespräch und Austausch.
    1 hr 2 min
  • Pazifismus in schwierigen Zeiten
    Frieden ist eine zentrale Säule linker Politik und Programmatik. In Zeiten fortschreitender Militarisierung wird es jedoch immer schwieriger, am Pazifismus festzuhalten, auch weil sich die internationale Bedrohungslage in den letzten drei Jahren seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine massiv verschärft hat und klassische linke Freund-Feind-Gewissheiten nicht mehr greifen. Für linke Friedens- und Verteidigungspolitik stellt das eine neue Herausforderung dar.
    Wie viel Pazifismus kann sich die Linke also heute noch "leisten", bzw. wie können heutige Kriege ohne weiteres Blutvergießen und Rüstungsspiralen beendet werden?
    Darüber sprechen und diskutieren wir mit:
    Pascal Beucker, taz-Journalist und Autor des Buches "Pazifismus - ein Irrweg?"
    sowie Desiree Becker, Sprecherin für Friedens- und Abrüstungspolitik der Linksfraktion im Bundestag und Mitglied des Verteidigungsausschusses.
    Moderation: Olaf Miemiec
    52 min
  • Haziran Zeller: Negative Dialektik und Erkenntnispraxis. Eine materialistische Philosophie für die Gegenwart.
    Vortrag von Dr. Haziran Zeller am 28. Februar 2025 in der Hellen Panke, Berlin, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Philosophische Gespräche"
    Wer unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen will, kann dies per PayPal tun: paypal.me/hellepanke
    Dass Theodor W. Adorno ein wichtiger Vertreter der (materialistischen) Philosophie ist, würde wohl kaum jemand bestreiten. Trotzdem spielt der als "Klassiker" desinfizierte, philosophiegeschichtlich eingemottete Adorno in der theoretischen Debatte unserer Gegenwart kaum eine Rolle. Dem Ungleichgewicht von Adornos kritischer Relevanz und seiner tatsächlichen Bedeutung versucht dieser Vortrag durch eine aneignende Deutung zu begegnen. Die These lautet, dass man die negative Dialektik in Erkenntnispraxis verwandeln muss, wenn man dem Postfordismus begegnen möchte.
    Referent: Dr. Haziran Zeller war Assistent bei Konrad Ott am Lehrstuhl für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er arbeitete als Postdoc im DFG-Projekt »Sittlichkeit und Nachhaltigkeit in einer Postwachstumsgesellschaft« und verteidigte 2021 seine Dissertation an der Technischen Universität Berlin. 2024 erschien seine Dissertation Negative Dialektik und Erkenntnispraxis. Neben seinen akademischen Texten schreibt er auch für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, den »Freitag« und die »Welt«.
    Moderation: Dr. Falko Schmieder
    47 min

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