Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Podium: Arbeits- und Freundschaftsbeziehungen im Leben und Werk von Anna Seghers
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Jahr 2014
    Referentinnen: Dr. Nadine Steinitz und Dr. Monika Melchert (Mitarbeiterin der Anna-Seghers-Gedenkstätte)
    Moderation: Birgit Ziener
    Pablo Neruda und Jorge Amado, Bert Brecht und Helene Weigel, Jeanne und Kurt Stern
    "Jetzt ist doch ein Brief an Dich daraus geworden" schreibt Anna Seghers am 2. Januar 1945 noch aus Mexiko an Kurt Kersten. Die Frage, wie der Kampf gegen die Nazis erfolgreich geführt werden kann, Nachrichten vom ungewissen Tod ihrer Mutter im KZ, aber auch die eigenen Publikations- und Arbeitsbemühungen in Mexiko und ihre Sorgen um politische Auseinandersetzungen nach der Niederschlagung des Faschismus werden in den Briefen von Anna Seghers aus dem Exil an ihre Freunde ohne Umschweife und dringendst offengelegt.
    Die Schriftstellerin betrieb ihre Freundschaften und sozialen Kontakte in einer außerordentlich umfangreichen Korrespondenz. Ihre biographischen Beziehungen spiegeln sich, davon berichten ihre Briefe, aber nicht einfach nur in ihren Werken wider, sie gehen darin als ästhetische Codierungen von Freundschaft ein. Seghers’ Briefe, die nicht nur im Exil "den Besuch der besten Freunde" ersetzen mussten, liefern einen wichtigen Baustein zu der von Eickenrodt und Rapisarda eingeforderten "Kulturgeschichte des Vertrauens" (1998).
    Unter den komplizierten politischen Bedingungen in der DDR zeugt die Korrespondenz von Seghers’ anhaltend "großem Verlangen nach Freundschaft und Lebensfreude" (Seghers an W. Steshenski). Zu denken ist auch an literarische Wahlverwandtschaften zu Bertolt Brecht und Helene Weigel, deren Beziehungen zu Seghers ebenso beleuchtet werden wie die zu Jeanne und Kurt Stern sowie Pablo Neruda und Jorge Amado.
    1 hr 7 min
  • Wladislaw Hedeler: Philosophie unter dem Banner des Marxismus
    Referent: Dr. Wladislaw Hedeler, Berlin, Historiker und Publizist
    Moderation: Dr. Falko Schmieder
    Am 19. Mai 1922 hatte sich Lenin an den Chef der Geheimpolizei, Feliks Dzershinskij, gewandt, um das Vorgehen gegen die Vertreter der "alten Professur" abzustimmen. Das Ziel der geplanten "Operation" bestand darin, die im Zusammenhang mit der in der Neuen Ökonomischen Politik in Sowjetrussland entstandenen, partei- und regierungsunabhängigen Strukturen und Netzwerke innerhalb kürzester Zeit zu zerschlagen. Anderthalb Wochen zuvor hatte Lenin dem Volkskommissar für Justiz der RSFSR, Dmitri Kurski, vorgeschlagen, das Strafgesetzbuch um einen Paragrafen zu erweitern, der die Anwendung von Terror rechtfertigt.
    Die Parteizeitung "Prawda" veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 17. Mai 1922 einen Leitartikel, der gegen die "Illusion der konterrevolutionären 'Demokratie'" gerichtet war. "Die Hoffnungen der liberalen Demokraten sind auf Sand gebaut", hieß es darin. "Aus der Diktatur der Arbeiter wird nie eine Demokratie gegen die Arbeiter." Diese Kampfansage ging mit der Planung der ersten "Massenoperation" gegen politische Gegner der Bolschewiki einher. Zu den ersten Aktionen gehörte die Ausbürgerung von über 200 Intellektuellen. Leben und Werk der ausgebürgerten Philosophen wird anhand neuer russischer Publikationen vorgestellt.
    Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Sozialtheorie Bochum e.V.
    49 min
  • Burkhard Bierhoff : Humanistischer Sozialismus nach Erich Fromm
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Jahr 2013
    Referent: Prof. Dr. Burkhard Bierhoff, Erziehungssoziologe, lehrt als Fachhochschullehrer an der Hochschule Lausitz im Studiengang Soziale Arbeit; Forschungsschwerpunkte: Erziehungstheorie, Subjekttheorie, Lebensstile, Konsum und Nachhaltigkeit; Gründungsmitglied der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft.
    In seiner Analytischen Sozialpsychologie strebte Erich Fromm eine Verbindung von materialistischer Philosophie (Marx) und Psychoanalyse (Freud) an. Sein Ansatz steht für eine freiheitliche sozialistische Variante, die u.a. an den Frühschriften von Karl Marx orientiert ist und Übereinstimmungen mit osteuropäischen Diskussionspartnern wie Adam Schaff, Prednag Vranicki und Gajo Petrović aufweist.
    Der humanistische Sozialismus als Weltanschauung, die auch im Messianismus wurzelt, zeigt ein ethisches und politisches Engagement für soziale Gerechtigkeit, die Aufhebung von Entfremdung und das Ende der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Sein Potenzial an Aufklärung, Kritik und Erneuerung erscheint noch längst nicht ausgeschöpft.
    In der von Fromm vertretenen Theorie des Subjekts werden u.a. Fragen nach Normalität, Gesundheit und Entfremdung aufgeworfen. Im Gegensatz zu seinen früheren Kollegen aus der kritischen Theorie, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse, hat Fromm sich nicht gescheut, seelische Grundlagen einer zukünftigen Gesellschaft zu skizzieren und Grundlinien dieser neuen Gesellschaft aufzuzeigen. In seinem Denken verbindet er eine schonungslose Sozialkritik mit hoffnungsvollen Visionen, die den Blick aus den Einseitigkeiten einer zerstörerischen Lebensweise lösen, den produktiven Menschen favorisieren und Gesellschaft und Wirtschaft strukturell umbauen.
    In der Vortragsveranstaltung soll es um die utopiehaltigen Ansätze und Ideen von Erich Fromm gehen, die dieser besonders seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt hat. In sozialökologischer Hinsicht hat Rudolf Bahro an Ideen von Fromm angeknüpft und diese politisch weitergeführt.
    45 min
  • Franz Hochstrasser: Zur Kritik des Konsumismus
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Jahr 2013
    Referent: Dr. Franz Hochstrasser (Psychologe, Unterkulm/Schweiz)
    Konsumismus meint eine Kultur, in welcher der Konsum eine bisher nicht gekannte Bedeutung für die Menschen angenommen hat. Die Subjekte gewinnen Sinn aus dem Konsum, definieren sich über den Konsum und prägen Konsumidentitäten aus. Sinngewinn, der aus der kooperativen Arbeit entstand, ist in den Hintergrund getreten.
    Das ökonomische Wachstumsprinzip ist auch dem Konsum eingraviert. Eine unüberschaubare Masse an Waren, die konsumiert werden sollen, drängt auf uns ein. Sicher: Konsum ist lebensnotwendig, wir essen, kleiden uns, wohnen und bewegen uns fort, um die eigene Existenz zu gewährleisten.
    Im Vergleich dazu konsumieren wir jedoch viel mehr. Dabei entstehen grundlegende Probleme: Schon die Produktion der Waren, aber auch der Konsum selbst zeigt destruktive Seiten. Die Zerstörung der ökologischen Bedingungen, aber auch der individuellen Gesundheit der Menschen sind Hinweise darauf. Dadurch gerät das bestehende Wirtschaftssystem an seine Grenzen. Es zerstört seine eigenen Grundlagen. Angesichts dieser Wirkungen stellt sich die Frage, wieso die Menschen (in den durchschnittlich reichen Weltregionen) dennoch weiter konsumieren.
    Der Referent analysiert die feinen Mechanismen, mit denen die Unternehmen und ihre Werbeleute in die Bedürfnisse der Menschen eingreifen und sieht sie als Teil der strukturellen Gewalt, die ihnen zugefügt wird. Wenn die Menschheit überleben will, muss die kapitalistische Ordnung zum Thema werden. Perspektivisch sind solche Modelle des Zusammenlebens zu denken und zu praktizieren, die ohne Wachstum auskommen. Das bedeutet zugleich die Umwälzung des Systems, denn dieses ist zwingend auf Wachstum angewiesen.
    51 min
  • Jan van Aken: Mordsgeschäfte. Deutsche Chemie- und Waffenexporte in alle Welt
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Jahr 2013
    Abgedroschen klingt die Parole "Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt". Doch sie bringt es auf den Punkt: Ob Panzer nach Saudi-Arabien, Aufstandsbekämpfungstechnologie in die Hände autoritärer Regime oder Chemikalien zur Herstellung von Chemiewaffen - deutsche Firmen sind immer dabei, wenn es Gewinne mit Mordgerät zu steigern gilt. Die Ausbilder werden häufig gleich mit gestellt.
    Dabei unterliegt das Geschäft mit Waffen- und Kriegsgerät formal einer politischen Kontrolle. In der Realität werden aber zu Gunsten deutscher Firmen oft beide Augen zugedrückt.
    Über Deutschlands Waffenproduktion und deren Export in die Krisenherde der Welt spricht Jan van Aken. Der Bundestagsabgeordnete (DIE LINKE) hat mit seinem Team neun Rüstungsskandale aufgedeckt. Die Spanne reicht vom Datenstaubsauger Euro Hawk bis zu den Chemie-Lieferungen an Assad.
    1 hr 37 min
  • Alexander Amberger: Ernst Bloch und die DDR-Dissidenten der siebziger Jahre
    Referent: Alexander Amberger
    Moderation: Frank Engster
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Jahr 2013
    Ernst Bloch und die DDR-Dissidenten der siebziger Jahre
    Elemente seines utopischen Denkens bei Rudolf Bahro, Wolfgang Harich und Robert Havemann
    Von 1949 bis 1961 lebte und wirkte der Philosoph Ernst Bloch in Leipzig. Als nahezu Unbekannter eingereist, wurde er innerhalb weniger Jahre zum wohl wichtigsten Denker der jungen DDR und geriet schließlich mit der SED in Konflikt. Während seiner 12 Jahre in der DDR veröffentlichte Bloch u.a. sein Hauptwerk "Das Prinzip Hoffnung" – eine Geschichte des utopischen Denkens, verknüpft mit einem praxisphilosophischen Imperativ.
    Blochs Lesart der 11. Feuerbachthese von Marx, wonach die Philosophen die Welt nur verschieden interpretiert hätten und es doch auf deren Veränderung ankäme, war einer der zentralen Konflikte zwischen ihm und den Dogmatikern des Marxismus-Leninismus (ML). Unter anderem ging es dabei um die Rolle des Subjekts in der Geschichte; in einer Geschichte, die Bloch nicht deterministisch als quasi automatische Entwicklung hin zum Kommunismus verstand. Das Subjekt nahm in seiner Hoffnungsphilosophie eine weitaus größere Rolle ein als in der Ideologie der SED. Gleichfalls trifft dies auch auf das Utopische und die Utopie zu, die Bloch als Motor der Geschichte betrachtete, während Vertreter des ML sie als vormarxistisch diskreditierten.
    Die Aufwertung des Subjekts findet sich auch in den utopischen Schriften späterer Querdenker wie Rudolf Bahro oder Robert Havemann. Sie knüpften zudem an Blochs Forderung an, die Utopie als Mittel der Transformation in das marxistische Denken zu (re-)integrieren. Eine utopische Schrift verfasste nicht zuletzt auch Wolfgang Harich, der Blochs Kollege bei der "Deutschen Zeitschrift für Philosophie" in den 1950er Jahren gewesen war.
    In dem Vortrag werden das Wirken und Denken Blochs in der DDR nachgezeichnet und Elemente seiner Utopie und Philosophie in den Schriften der genannten marxistischen SED-Kritiker herausgearbeitet und verglichen.
    37 min
  • Christoph Lieber: Die Eigentumsfrage heute (1/5)
    Christoph Lieber: Das Eigentum in der Theorie und Politik der Linken – Zeitgemäßes Plädoyer für ein "altes" Thema
    Die Eigentumsfrage heute
    Konferenz (16. November 2013)
    Die Eigentumsfrage war, ist und bleibt ein zentrales Thema in den theoretischen Auseinandersetzungen und in der praktischen Politik der Linken. Sie ist eng verflochten mit den zentralen Fragen einer Transformation des gegenwärtigen Finanzmarkt-Kapitalismus in eine solidarische, emanzipative und zukunftsfähige Gesellschaft.
    Auf der Tagung soll es darum gehen, sowohl neue Antworten auf „alte“ Fragen zum Eigentum als auch neue Fragen, Sichten und Praxen in Sachen Eigentum aufzuzeigen und zu erörtern.
    22 min
  • Dr. Jürgen Leibiger: Die Eigentumsfrage heute (2/5)
    Dr. Jürgen Leibiger: Die Eigentumsverhältnisse im Finanzmarktkapitalismus der Bundesrepublik
    Die Eigentumsfrage heute
    Konferenz (16. November 2013)
    Die Eigentumsfrage war, ist und bleibt ein zentrales Thema in den theoretischen Auseinandersetzungen und in der praktischen Politik der Linken. Sie ist eng verflochten mit den zentralen Fragen einer Transformation des gegenwärtigen Finanzmarkt-Kapitalismus in eine solidarische, emanzipative und zukunftsfähige Gesellschaft.
    Auf der Tagung soll es darum gehen, sowohl neue Antworten auf „alte“ Fragen zum Eigentum als auch neue Fragen, Sichten und Praxen in Sachen Eigentum aufzuzeigen und zu erörtern.
    34 min
  • Daniela Dahn: Die Eigentumsfrage heute (3/5)
    Die Eigentumsfrage heute
    Konferenz (16. November 2013)
    Daniela Dahn: Wo beginnt Vergesellschaftung? Staatseigentum versus Gemeineigentum
    Die Eigentumsfrage war, ist und bleibt ein zentrales Thema in den theoretischen Auseinandersetzungen und in der praktischen Politik der Linken. Sie ist eng verflochten mit den zentralen Fragen einer Transformation des gegenwärtigen Finanzmarkt-Kapitalismus in eine solidarische, emanzipative und zukunftsfähige Gesellschaft.
    Auf der Tagung soll es darum gehen, sowohl neue Antworten auf „alte“ Fragen zum Eigentum als auch neue Fragen, Sichten und Praxen in Sachen Eigentum aufzuzeigen und zu erörtern.
    32 min
  • Friederike Habermann: Die Eigentumsfrage heute (4/5)
    Die Eigentumsfrage heute
    Konferenz (16. November 2013)
    Dr. Friederike Habermann: Emanzipatorische Potentiale der Eigentumskonzepte und -praxen einer "Ecommony"
    Die Eigentumsfrage war, ist und bleibt ein zentrales Thema in den theoretischen Auseinandersetzungen und in der praktischen Politik der Linken. Sie ist eng verflochten mit den zentralen Fragen einer Transformation des gegenwärtigen Finanzmarkt-Kapitalismus in eine solidarische, emanzipative und zukunftsfähige Gesellschaft.
    Auf der Tagung soll es darum gehen, sowohl neue Antworten auf „alte“ Fragen zum Eigentum als auch neue Fragen, Sichten und Praxen in Sachen Eigentum aufzuzeigen und zu erörtern.
    23 min

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