Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Dipesh Chakrabarty: Rethinking Working Class
    Postcolonial Perspectives on a Revolutionary Concept
    Podiumsdiskussion mit Prof. Dipesh Chakrabarty (University of Chicago)
    Moderation: Felix Fiedler
    [English below]
    Der indische Historiker Dipesh Chakrabarty ist einer der profiliertesten Theoretiker postkolonialer Kritik. In Europa wurde vor allem seine Studie “Provincializing Europe” breit diskutiert. Chakrabarty untersucht darin, wie “Europa im historischen Wissen als stillschweigender Maßstab fungiert”: Die politischen Begriffe und Bilder des “alten Kontinents” beherrschen noch immer den globalen Diskurs, und schreiben so die koloniale und imperialistische Macht Europas fort: Gemessen am europäischen Standard von Bürgerlichkeit, Aufklärung, Liberalismus, Staat und Kapitalismus erscheinen nicht-europäische Gesellschaften meist als defizitär und zurückgeblieben.
    ___
    RETHINKING WORKING CLASS
    Postcolonial Perspectives on a Revolutionary Concept
    Key note and discussion with Dipesh Chakrabarty (University of Chicago)
    Indian historian Dipesh Chakrabarty is one of the leading exponents proponents of postcolonial critique. In Europe, he is most widely known for his book “Provincializing Europe”. The study investigates how the “old continent” served as a “silent referent in historical knowledge”: European political theory and imagery still dominate the global discourse, he argues, thus perpetuating Europe’s colonial and imperialist supremacy. Against the implicit European standard of modernity – of republicanism, liberalism statehood and capitalism – all non-European societies appear deficient and backward.
    Does this criticism also apply to the concept of class – the focus of this year’s Marx Autumn School?
    For Marx, as for the socialist regimes of the 20th century, class division was the fundamental source of contention within any given society. Liberation had to be achieved through class struggle. Yet as a dogma, the primacy of class itself became a tool of suppression. It reenforced the hegemony of the state socialist party apparatus and obscured other modes of domination beyond the stereotypical “contradiction of capital and labor”: colonial exploitation, nationalism, racism, antisemitism, patriarchal gender regimes, and other ideologies of inequality.
    Since the 60s and 70s, poststructuralist and postcolonial authors have highlighted those very modes of subjugation, citing conceptual and political shortcomings of orthodox Marxism. The collapse of state socialism after 1989/90 has given this criticism a new spin: While deepening social divisions, the triumph of neoliberal capitalism has further deteriorated any notion of class. And there seems to be no prospect of a new theoretical and political synthesis. Under these problematic premises, Dipesh Chakrabarty embarks on a new reading of the once revolutionary concept of class.
    1 hr 35 min
  • Ulrike Herrmann: Wie weiter mit Europa? (1/2)
    Mitschnitt einer Veranstaltung am 19. September 2014 in der Reihe „Forum Wirtschafts- und Sozialpolitik“
    ReferentInnen:
    Ulrike Herrmann (Wirtschaftsredakteurin der taz)
    Fabio De Masi (MdEP, Ökonom, Vollmitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Währung, ECON, im Europaparlament und ehem. wiss. Mitarbeiter von Sahra Wagenknecht)
    Die Krise in Europa ist weit davon entfernt, einer Lösung zuzusteuern. Insbesondere die europäische Peripherie leidet unter der strikten Austeritätspolitik, wie sie durch die Herrschenden, nicht zuletzt durch Deutschland, weiter exekutiert wird. Die Wahlen zum Europäischen Parlament haben daran nichts geändert. Rechtspopulistische Parteien sind dabei erstarkt und die Linken ihrerseits haben zwar zugelegt, sind aber noch nicht stark genug, um den gegenwärtigen Kurs der europäischen Union entscheidend zu korrigieren.
    Es stellt sich die Frage, was zu tun ist, insbesondere in wirtschaftspolitischer Hinsicht. Mit welchen Konzepten sollte hier interveniert werden, um den austeritätspolitischen Kurs des Neoliberalismus endlich abzulösen?
    Dies soll bei dieser Veranstaltung aus der Sicht einer kritischen Wirtschaftspublizistin, die sich schon seit längerem pointiert mit den Problemen der EU auseinandersetzt, und eines Abgeordneten der neuen Linksfraktion im Europaparlament beleuchtet und debattiert werden.
    32 min
  • Fabio De Masi: Wie weiter mit Europa? (2/2)
    Mitschnitt einer Veranstaltung am 19. September 2014 in der Reihe „Forum Wirtschafts- und Sozialpolitik“
    ReferentInnen:
    Ulrike Herrmann (Wirtschaftsredakteurin der taz)
    Fabio De Masi (MdEP, Ökonom, Vollmitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Währung, ECON, im Europaparlament und ehem. wiss. Mitarbeiter von Sahra Wagenknecht)
    Die Krise in Europa ist weit davon entfernt, einer Lösung zuzusteuern. Insbesondere die europäische Peripherie leidet unter der strikten Austeritätspolitik, wie sie durch die Herrschenden, nicht zuletzt durch Deutschland, weiter exekutiert wird. Die Wahlen zum Europäischen Parlament haben daran nichts geändert. Rechtspopulistische Parteien sind dabei erstarkt und die Linken ihrerseits haben zwar zugelegt, sind aber noch nicht stark genug, um den gegenwärtigen Kurs der europäischen Union entscheidend zu korrigieren.
    Es stellt sich die Frage, was zu tun ist, insbesondere in wirtschaftspolitischer Hinsicht. Mit welchen Konzepten sollte hier interveniert werden, um den austeritätspolitischen Kurs des Neoliberalismus endlich abzulösen?
    Dies soll bei dieser Veranstaltung aus der Sicht einer kritischen Wirtschaftspublizistin, die sich schon seit längerem pointiert mit den Problemen der EU auseinandersetzt, und eines Abgeordneten der neuen Linksfraktion im Europaparlament beleuchtet und debattiert werden.
    30 min
  • Manfred Lauermann: Kybernetik als verborgene Theorie-Revolution
    Zum 40. Todestag von Georg Klaus
    Mitschnitt einer Veranstaltung am 29. September 2014 in der Reihe „Vielfalt sozialistischen Denkens“
    Referent: Dr. Manfred Lauermann
    Walter Ulbrichts Sturz 1971 und die Beerdigung des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung (NÖSPL) markieren das Ende eines neuen Paradigmas, ja, einer Revolution in der Theorie: der Kybernetik in der DDR. Ihr Urheber, Georg Klaus (1912-1974), war einer der einflussreichsten Kaderphilosophen der DDR, und er hat möglicherweise die einzige "Revolution von oben" (Engels) in der marxistischen Theorie initiiert, die es im (Real-)Sozialismus gab.
    Der Gehalt dieser Theorie-Revolution wird in der Rekonstruktion seines Theorieentwurfs zu bestimmen sein, unter Berücksichtigung der Sekundärliteratur in West und Ost. Nach 1971 zerfiel der Marxismus wieder in seine Ideologieteile, die der Referent allesamt für ungeeignet hält, die Realität zu begreifen. Er wird daher im Anschluss an Georg Klaus’ Kybernetik der Frage nachgehen, warum die marxistische Linke bis heute diese verborgene Revolution nicht bemerkt hat. Verfügt sie deshalb nicht über die für jede Art gesellschaftliche Veränderung notwendigen Begriffe? Kann in Anlehnung an Lenins Ausspruch "Ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis" gesagt werden: Ohne Kybernetik keine revolutionäre Realisation?
    52 min
  • Die Stefan Bollinger: Gründung der DDR - unumgängliche Antwort auf die Gründung der BRD (1/2)
    Mitschnitt einer Veranstaltung am 2. Oktober 2014 in der Reihe „1989 und 1949 – Versuche für ein anderes Deutschland“.
    Einleitung: Dr. Stefan Bollinger
    Die Deutschen in Ost und West zogen unterschiedliche Konsequenzen aus der Geschichte. 1949 gab es dann zwei deutsche Staaten. Im Osten suchten Provisorische DDR-Regierung und Provisorische Volkskammer nach Wegen für eine demokratische Wiedervereinigung. Zugleich war der neue Staat ein Staat im vom Stalinismus geprägten Ostblock, mit Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden zu den anderen Volksdemokratien.
    Seine Startbedingungen waren im Vergleich zum westdeutschen Pendant schwierig. Schwerwiegende Teilungs-Disproportionen und überproportionale Reparationsbelastung lasteten auf der DDR. Nicht zuletzt prägte die neue DDR der Widerspruch zwischen demokratischer Verfassung und führender Rolle der SED, die gegenüber allen anderen Parteien des Demokratischen Blocks durchgesetzt wurde.
    6 min
  • Siegfried Prokop: Die Gründung der DDR - unumgängliche Antwort auf die Gründung der BRD (2/2)
    Mitschnitt einer Veranstaltung am 2. Oktober 2014 in der Reihe „1989 und 1949 – Versuche für ein anderes Deutschland“.
    Referent: Prof. Dr. Siegfried Prokop
    Die Deutschen in Ost und West zogen unterschiedliche Konsequenzen aus der Geschichte. 1949 gab es dann zwei deutsche Staaten. Im Osten suchten Provisorische DDR-Regierung und Provisorische Volkskammer nach Wegen für eine demokratische Wiedervereinigung. Zugleich war der neue Staat ein Staat im vom Stalinismus geprägten Ostblock, mit Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden zu den anderen Volksdemokratien.
    Seine Startbedingungen waren im Vergleich zum westdeutschen Pendant schwierig. Schwerwiegende Teilungs-Disproportionen und überproportionale Reparationsbelastung lasteten auf der DDR. Nicht zuletzt prägte die neue DDR der Widerspruch zwischen demokratischer Verfassung und führender Rolle der SED, die gegenüber allen anderen Parteien des Demokratischen Blocks durchgesetzt wurde.
    41 min
  • Dr. Leonore Krenzlin: Zerwürfnisse - nicht überscharf?
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Jahr 2014
    Referentin: Dr. Leonore Krenzlin (Literaturwissenschaftlerin mit den Forschungsschwerpunkten Literatur des Nationalsozialismus und der inneren Emigration, Literatur der Remigration und DDR-Literatur)
    DDR-Schriftsteller zwischen Loyalität und Konfrontation mit der Obrigkeit
    "Nicht überscharf", so dichtete Peter Hacks im Jahre 1974, wären seine "Zerwürfnisse" mit der Obrigkeit - und er behauptete, mit diesem Zustand zufrieden zu sein. Andere Schriftsteller waren es keineswegs.
    Aus Anlass ihres 80. Geburtstages schaut die Referentin auf viele Jahre Arbeit zur DDR-Literatur zurück: Sie analysiert verschiedene Konflikte zwischen den Schriftstellern und der Staats- bzw. Parteiführung der DDR, sucht Modelle dieser schwierigen Beziehung aufzuzeigen und fragt nach den literarischen Folgen dieser kulturpolitischen Gefechte.
    53 min
  • Annelen Micus: Unternehmen und ihre juristische Verantwortung für Diktaturverbrechen in Argentinien
    Mitschnitt einerVeranstaltung im Jahr 2014
    Referentin: Annelen Micus (European Center for Constitutional Human Rights)
    Wirtschaftliche Akteure, die die Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 gefördert und von ihnen profitiert haben, müssen juristisch zur Verantwortung gezogen werden. Daher unterstützt das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) emblematische Fälle, in denen die Rolle von Unternehmen während der argentinischen Militärdiktatur aufgearbeitet wird. Annelen Micus, Referentin für Völkerstraftaten in Lateinamerika beim ECCHR, wird über den aktuellen Stand der Verfahren in Argentinien berichten.
    32 min
  • Anita Cristina Escher Echeverria: El Salvador nach den Präsidentschaftswahlen
    Referentin: I.E. Anita Cristina Escher Echeverria (Botschafterin)
    Im März 2009 gewann nach zwanzig Jahren konservativer Regierung der Alianza Republicana Nacionalista de El Salvador (ARENA) der Kandidat der ehemaligen Guerilla - der linksgerichteten Nationalen Befreiungsfront Farabundo Marti (FMLN) - die Präsidentschaftswahlen: Mauricio Funes.
    Er regierte seitdem das Land mit seinen großen Problemen ohne Mehrheit im Parlament. Zur aktuellen Wahl am 2. Februar 2014 stellt die FMNL mit dem bisherigen Vizepräsidenten Salvador Sanchez Ceren einen ehemaligen Commandante der Befreiungsfront zur Wahl. Am 9. März gewann Sanchez Ceren mit hauchdünnem Vorsprung (50,1%) die Stichwahl um das Amt Staatspräsidenten. Das Endergebnis wurde am 13. März vom mehrparteilich besetzten Obersten Wahlrat bestätigt.
    Wird El Salvador den Weg zur Rückkehr zu wahrer Demokratie und Aufarbeitung des Bürgerkrieges jetzt fortsetzen können?
    Botschafterin Anita Escher ist seit März 2010 in Berlin.
    26 min
  • Sina Arnold: Occupy Antisemitism
    Mitschnitt einer Veranstaltung am 3. Juni 2014 in der Reihe „Vielfalt sozialistischen Denkens“
    Referentin: Sina Arnold (Soziologin)
    Debatten um Antisemitismus polarisieren die deutsche Linke seit beinahe zwei Jahrzehnten. Dabei geht es stets auch um linke Traditionen und Theorien, um die Geschichte des NS und heutige Ausdrucksformen des deutschen Antisemitismus. Was aber resultiert aus dem deutschen Kontext, und was ist das "Linke"? Welche Positionen nehmen Linke in einem anderen nationalen Setting ein, in dem Antisemitismus historisch weniger virulent, die jüdische Community sichtbarer, der positive Bezug auf Israel selbstverständlicher ist?
    Der Vortrag betrachtet das historische Verhältnis der parteikommunistischen "Old Left" der 1930er sowie der studentisch geprägten, pluralistischen "New Left" der 1960er/70er Jahre zu Antisemitismus, jüdischer Identität, dem Holocaust und Israel.
    Gegenwärtig werden Entwicklungen in der pro-palästinensischen, der Friedens- und der "Occupy Wall Street"-Bewegung beleuchtet.
    Gefragt werden soll nach Theorietraditionen wie dem Marxismus-Leninismus oder den Critical Whiteness Studies und ihren jeweils spezifischen Anknüpfungspunkten für antisemitische Stereotype. Dargestellt werden aber auch antisemitismuskritische Initiativen. Diese Beobachtungen werden in den spezifischen US-amerikanischen Kontext, darunter jüdisches Engagement in der Linken sowie innen- und außenpolitische Entwicklungen seit 9/11, eingebettet.
    55 min

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