Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Dr. Stefan Bollinger: Der Vertrag von Rapallo – 100 Jahre und immer noch keine Makulatur
    ufzeichnung vom 13. April 2022
    Referent: Dr. Stefan Bollinger, Historiker u.a. mit Schwerpunkt deutsch-sowjetische Geschichte
    Moderation: Dr. Janeta Mileva
    "Helle Panke" e.V. dankt für Spenden, z.B. via PayPal an: [email protected]
    1922 war die Osternacht kurz für Reichskanzler Joseph Wirth. Im Schlafzimmer saß er mit seinen Ministern im Kurort Rapallo und beriet, ob das Deutsche Reich mit Sowjetrussland einen Vertrag abschließen sollte. Beide Staaten wurden von Mächten, die in Genua über die Nachkriegsordnung berieten, als Paria geschnitten. Da bot sich ihnen eine Chance für wirtschaftliche Zusammenarbeit, ohne ihre Klassenziele aufgeben zu müssen. Und es funktionierte bis zur faschistischen Machtübernahme gut, bescherte Profite selbst in der Weltwirtschaftskrise und ermöglichte – im Geheimen – Reichswehr und Roter Armee die Vorbereitung des
    modernen Krieges. Eine auch zwiespältige Bilanz, die aber beispielgebend sein konnte für das Zusammenleben und gegenseitige Profitieren gegnerischer Mächte. Heute liegen die deutsch-russischen Beziehungen wieder danieder, so schlimm wie selten im einstigen Kalten Krieg.
    32 min
  • Was für ein Sozialismus war der "real existierende"? Über paradoxen Sozialismus (Dr. Ulrich Knappe)
    Audiomitschnitt vom 6. April 2022.
    Die Publikation zum Vortrag kann hier bestellt werden: https://www.helle-panke.de/de/topic/158.publikationen.html?productId=73004
    Was für ein Sozialismus ist in der Sowjetunion und später in der DDR tatsächlich entstanden? Was waren Faktoren für diese Entwicklung?
    Dr. phil. Ulrich Knappe, Philosophiehistoriker aus Dresden, wird seine Auffassungen zu diesem Thema entwickeln. Erst nachdem diese Positionsbestimmung zum Charakter der Gesellschaft erfolgt ist, sollte man die Sicht auf oppositionelles Denken und Handeln richten.
    Moderation: Dr. phil. Wladislaw Hedeler
    "Helle Panke" e.V. dankt für Spenden, z.B. via PayPal an: [email protected]
    1 hr 12 min
  • Die Wechselbeziehungen der Geschichtspolitik in Russland, der Ukraine, Deutschland und der EU
    Panel 2 unseres Diskussionsabends anlässlich des 8. Mai 2022 zu den Erinnerungen an den 2. Weltkrieg in Europa, Ukraine und Russland
    Geschichte wird nicht allein Fachleuten überlassen, sondern dient immer wieder der Legitimierung der herrschenden Politik. Am deutlichsten wird dies beim russischen Angriffskrieg, der mit der Entnazifizierung der Ukraine begründet wird und somit die antifaschistische Befreiung für eine neue imperiale Politik instrumentalisiert. Dabei wird an das Gedenken an den “Großen Vaterländischen Krieg”, den Tag des Sieges am 9. Mai angeknüpft, das schon länger eine zentrale Rolle in der russischen Geschichtspolitik spielt. Seit dem Beginn des Kriegs im Donbas 2014 hat sich in der Ukraine das nationalistische Narrativ durchgesetzt, das im Zuge der “Dekommunisierung” die Erinnerung an den gemeinsamen Sieg aller Sowjetvölker über Nazideutschland in den Hintergrund drängt und statt dessen Stepan Bandera und die OUN als neue Nationalhelden deklariert. Aber auch in Deutschland spielt Geschichtspolitik eine große Rolle, was sich unter anderem daran zeigt, dass es immer noch keinen zentralen Gedenkort für die Opfer des deutschen Vernichtungskrieg in Osteuropa gibt. Im Gespräch wollen wir mit Expert*innen aus Russland, der Ukraine und Deutschland die Geschichtspolitiken der drei Länder und die Wechselwirkungen zwischen diesen kritisch diskutieren.
    Gespräch mit Irina Scherbakowa (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Memorial), Stas Serhiienko (Redakteur der Zeitschrift "Commons", Ukraine) und Gerd Wiegel (Politikwissenschaftler und Referent der Bundestagfraktion DIE LINKE)
    Moderation: Fabian Wisotzky (Referent für Mittel- und Osteuropa, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
    Das Gespräch wurde auf Deutsch geführt.
    Eine gemeinsame Veranstaltung von Helle Panke und Rosa Luxemburg Stiftung.
    1 hr 8 min
  • Vernetzung der Rechten mit der Ukraine und Russland
    Panel 1 unseres Diskussionsabend anlässlich des 8. Mai 2022 zu den Erinnerungen an den 2. Weltkrieg in Europa, Ukraine und Russland
    Deutsche Neonazis bereiten sich auf die Ausreise in die Ukraine vor, um an Kampfhandlungen teilzunehmen, rechte Politiker*innen schwanken zwischen der Verurteilung des Krieges und der Loyalität zu Russland. Am 8. und 9. Mai mobilisieren Nationalist*innen und Verschwörungsideologen nach Berlin - um das Gedenken zu stören oder für sich zu instrumentalisieren. Doch welche Akteur*innen spielen dabei eine besondere Rolle und welche Motive stecken dahinter? Darüber und über die Verbindungen der extremen Rechten in die Ukraine und nach Russland möchten wir mit unseren Gästen ins Gespräch kommen.
    Gespräch mit Alexander Tushkin (Aktivist aus Russland) und Michael Sulies (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin - MBR)
    Moderation: Anika Taschke (Referentin Neonazismus und Strukturen / Ideologien der Ungleichwertigkeit, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
    Das Gespräch wurde auf Englisch und Deutsch geführt.
    Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung in Kooperation mit Helle Panke.
    44 min
  • Krieg und Besatzung in der Ukraine: Historische Perspektiven und ihr Ausstrahlen in die Gegenwart
    Viele Facetten des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion und der Besatzungsherrschaft sind der deutschen Öffentlichkeit bis heute kaum bekannt. Dazu zählen insbesondere die spezifischen Gewalthandlungen der späten Kriegsphase (1943/44), wozu das Abbrennen von Dörfern, der Terror gegen ihre EinwohnerInnen wie auch massive Verschleppungen zur Zwangsarbeit gehören. Diese Phänomene werden in der Veranstaltung erläutert sowie diskutiert, welche Relevanz diese heute im Angesicht des Totalangriffs der Russländischen Föderation auf die Ukraine seit dem 24. Februar 2022 vor Ort wie auch in Deutschland besitzen. Dabei soll auch diskutiert werden, inwiefern der nach wie vor oft koloniale Blick Deutschlands auf die Ukraine durch historische Erfahrungen bedingt ist.
    Es diskutieren: Hanna Lehun (Kulturwissenschaftlerin, sie arbeitet als Archivarin bei Arolsen Archives), Dr. Johannes Spohr (Historiker, Autor der Studie „Die Ukraine 1943/44. Loyalitäten und Gewalt im Kontext der Kriegswende") und Dr. Franziska Davies (Historikerin und Akademische Rätin auf Zeit, LMU München)
    Moderation: Verena Meier (Kontakte – Kontakty e.V.)
    Eine Veranstaltung von Helle Panke e.V. in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung.
    (Leider setzt die Aufnahme abrupt ein während der Vorstellung von Dr. Franziska Davies.)
    1 hr 20 min
  • Was ist zu erwarten vom Untersuchungsausschuss zum "Neukölln-Komplex" Podiumsgespräch vom 30.3.2022
    Aufzeichnung vom 30. März 2022 aus dem k-fetisch, Berlin
    Gespräch mit Niklas Schrader (er sitzt für die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus im Untersuchungsausschuss), Claudia v. Gélieu ( Initiative Rudow empört sich, Galerie Olga Benario - als Aktive der Galerie Olga Benario wurde sie zur Zielscheibe dieser neonazistischen Angriffswelle und setzte sich sehr früh für den Untersuchungsausschuss ein) und Bianca Klose (Projektleiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin).
    Moderation: Fabian Kunow
    Jahrelang bemühten sich Betroffene und antifaschistische Initiativen um einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum sog. Neukölln-Komplex, der über siebzig Brandanschläge, Sachbeschädigungen und gezielte Drohungen bei Privatadressen von antifaschistisch engagierten Menschen und Projekten umfasst. Der Kreis der Tatverdächtigen aus der Neonazi-Szene ist übersichtlich. Doch selbst als schließlich intensiv ermittelt wurde, gab es lange Zeit keine Ermittlungserfolge, und bis heute gibt es keine Verurteilungen. Das lässt viele Menschen nach der Rolle der verschiedenen Sicherheitsbehörden im „Neukölln-Komplex“ fragen. Hinzu kommen Enthüllungen über Kontakte von Polizisten in die Neuköllner AfD, deren ehemaliges Mitglied als einer der Hauptverdächtigen gilt.
    Nun kommt endlich der geforderte Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus. Was genau soll von ihm untersucht werden? Welche Möglichkeiten hat dieser Untersuchungsausschuss? Was fordern die Betroffenen?
    1 hr 5 min
  • Milo Probst: Für einen Umweltschutz der 99 % - Zur Geschichte des Öko-Anarchismus
    Mitschnitt vom 17. März 2022 aus der Reihe "KLASSIKER LINKER WACHSTUMSKRITIK"
    Begrüßung: Alexander Amberger
    Ab 2:16 Vortrag Milo Probst
    Das jüngst in der Edition Nautilus erschienene Buch von Milo Probst „Für einen Umweltschutz der 99 %. Eine historische Spurensuche“ stellt zentrale Fragen hinsichtlich des Verhältnisses der Linken zur ökologischen Krise. Probst weist darauf hin, dass alle sozialen Kämpfe unter dem Vorbehalt der ökologischen Frage stehen. Denn was nützen politische und emanzipatorische Errungenschaften, wenn der Planet nicht mehr bewohnbar ist, auf dem diese stattfinden sollen?
    Unter „Umweltschutz der 99 Prozent“ versteht er eine globale Kooperation von verschiedensten antikapitalistischen Akteuren im Interesse allen organischen Lebens. Umweltzerstörung sieht er nicht etwa als Folge menschlicher Triebe. Die Hauptschuld liege beim Kapital, bei den Reichen, Mächtigen, Großkonzernen und deren Regierungen. An diese zu appellieren, wie es etwa Fridays for Future tun, »setze immer voraus, dass wir in einer vernünftigen Welt leben«. Real sei jedoch die Unvernunft, so Probst.
    Er sucht auch in der Geschichte des Öko-Anarchismus nach Ideen, Lösungen, Ansätzen für heutige Kämpfe. Wir haben ihn eingeladen, um erstmalig in Berlin seine Thesen zur Diskussion zu stellen.
    48 min
  • Hans-Christoph Rauh: Zur Generationengeschichte der DDR-Philosophie 1945-1995
    Mitschnitt des Vortrags vom 22. Februar 2022
    Referent: Prof. Dr. Hans-Christoph Rauh (arbeitet seit über drei Jahrzehnten zur Geschichte der DDR-Philosophie; Autor und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zum Thema, zuletzt „Personenverzeichnis zur DDR-Philosophie 1945–1995“, De Gruyter, Berlin/New York 2021)
    Moderation: Dr. Alexander Amberger
    Es gab nicht die eine DDR-Philosophie, sondern Zäsuren, Umbrüche und Zerwürfnisse; vor allem aber einzelne bestimmte philosophische Personen. So musste nach dem Zweiten Weltkrieg auf Lehrkräfte zurückgegriffen werden, die vor und in der Weimarer Zeit bzw. im Exil, Konzentrationslager oder Kriegsgefangenschaft Denken gelernt und praktiziert haben, wozu bis 1948 auch einige "altbürgerliche" Universitäts-Philosophen und bis 1956 auch noch Ernst Bloch in Leipzig und Günther Jacoby in Greifswald gehörten.
    Nach dem Krieg wurde zugleich dazu die antifaschistische Gründer- und erste Lehrer-Generation junger SED-Philosophen, späterhin abschätzig als „Kaderphilosophen“ bezeichnet, ausgebildet und eingesetzt, was zumeist gleichzeitig geschah. Ihnen folgte dann durchgehend vorherrschend eine zweite Lehrer- und "Siegergeneration" sowie drittens eine sog. nicht-eigentliche DDR-Schülergeneration, der "ewige Nachwuchs".
    Während ihres 40jährigen Bestehens bildete die DDR jährlich neue Philosophiestudenten aus. Während die erste und zweite Generation mit dem Ende der DDR teilweise schon das Renteneintrittsalter erreicht hatte bzw. zumeist vollständig abgewickelt wurde, mussten sich ihre allein gelassenen "Schüler" nach 1990 völlig neu orientieren, was teilweise durchaus bemerkenswert und anhaltend wirkungsvoll gelang.
    Die aber vollständig abgeschlossene DDR-Philosophie wurde selbst zum theoriegeschichtlichen Forschungs- bzw. historisch-kritischen Aufarbeitungsgegenstand und gelangte dadurch zu einem erstaunlichen "philosophischen Nachleben" (Peer Paternack). Ihre historisch-systematische Gesamtdarstellung ist erst noch zu leisten. Der versuchte personen- und generationsgeschichtliche Einblick in deren einhalbhundertjährige Gesamtentwicklung 1945-1995 (nationalgeschichtlich und gesamtdeutsch mit zwei zusätzlichen Zeitfenstern) muß dazu natürlich seine Ergänzung vor allem noch durch eine thematisch-problem- und institutionengeschichtliche Sichtweise erfahren.
    Kann man also von einer dreifachen Generationenabfolge sprechen? Wie wäre sie dokumentarisch und personengeschichtlich darstellbar? Und könnte bei dieser Generationenabfolge auch von einer nachkriegszeitlichen, realsozialistischen und dann auch noch postsozialistischen Transformationsabfolge gesprochen werden?
    59 min
  • Marlon Grohn: Die schöne Seele, das Böse und die Vernunft des Wirklichen bei Hegel
    Der Vortrag möchte Hegels Begriff des Bösen im Zusammenhang auch heutiger politischer Debatten darstellen und erläutert dazu das Verhältnis von Schöner Seele und Bösem Bewusstsein sowie das beide Haltungen verbindende Problem der Moralität. Grohn zieht dazu die "Phänomenologie des Geistes" heran, in der bereits 1807 die heute wieder sehr aktuelle Unterscheidung zwischen dem Bewusstsein des bloßen Gewissens und dem wirklicher Praxis getroffen wird. Warum z.B. muss, laut Hegel, "die schöne Seele verglimmen"? Was sind "tote Gemüter"? Wie steht die Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft mit Furcht, Angst und Arbeit in Verbindung? Und warum sollten gerade jene, die den Sozialismus zu erstreiten versuchen, von Hegel lernen?
    Marlon Grohn ist Autor der Bücher Kommunismus für Erwachsene. Linkes Bewusstsein und die Wirklichkeit des Sozialismus (Verlag Das Neue Berlin 2019), Hegel to go (Hrsg. mit Dietmar Dath, Verlag Neues Leben, 2020) und 2021 Hass von oben, Hass von unten. Klassenkampf im Internet. Er publiziert regelmäßig in Medien wie Telepolis und Neues Deutschland.
    59 min
  • Axel Troost: Staatsverschuldung - Neoliberale vs. linke Ansätze der Schuldenpolitik
    Aufzeichnung von Mittwoch, 17. November 2021, 19:00 - 21:00, Helle Panke e.V.
    Auf https://www.helle-panke.de/de/topic/3.termine.html?id=3247 und auf www.axel-troost.de finden Sie die Folien der Präsentation.
    Die Corona-Pandemie hat die Staatsschulden der Bundesrepublik stark ansteigen lassen. Hierfür lockerte die sonst so penibel auf die Einhaltung der Schuldenbremse achtende GroKo kurzzeitig ihr Finanzregime. Nun, da die schlimmste Zeit der Pandemie hoffentlich hinter uns liegt, wird eine Rückkehr zur Schuldenbremse gefordert. Mantraartig wird auf Generationengerechtigkeit und Schulden als Erblast verwiesen.
    In neoliberalen Vorstellungen soll Schuldenabbau vor allem durch verminderte öffentlicher Investitionen und Reduzierung der Ausgaben zur sozialen Sicherheit stattfinden. Die alternativen linken Vorstellungen sind darauf gerichtet, die öffentlichen Investitionen zur Bewältigung der Klimakrise, für den Ausbau notwendiget Infrastrukturen sowie für soziale Sicherheit zu erhöhen. Auch die Konsequenzen für die Steuerpolitik sind entgegengesetzt. Das dies entgegen der verschiedenen Schuldenmythen möglich wäre, wird im Vortrag verdeutlicht.
    Referent: Dr. Axel Troost (Geschäftsführer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Senior Fellow für Wirtschaftspolitik beim Institut für Gesellschaftsanalyse der RLS, Mitglied im Vorstand des ISM und im Parteivorstand DIE LINKE)
    52 min

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