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Industrie und Identität und die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Arbeit prägt Biografien, Orte und Selbstbilder. Sie hinterlässt Spuren im Alltag, in Familiengeschichten und in der Art, wie Gemeinschaften sich erinnern. In Westfalen ist diese Prägung besonders sichtbar: in Zechen, Fabriken, Werkshallen – und in den Erzählungen, die sich um sie gebildet haben.
Die Folge Industrie und Identität richtet den Blick auf Industriekultur als gesellschaftliche Erfahrung. Es geht um Arbeit als identitätsstiftende Praxis, um Wandel und um die Frage, wie industrielle Vergangenheit in neue Formen von Alltag, Verantwortung und Zukunft hineinwirkt.
Zu Gast ist Dr. Kirsten Baumann, Direktorin der LWL-Industriemuseen. Die Museen umfassen acht Standorte zwischen Glashütte, Schiffshebewerk und Textilfabrik. Im Gespräch wird deutlich, wie eng Arbeit, Herkunft und Erinnerung miteinander verwoben sind – und warum Museen heute mehr sind als Orte der Bewahrung.
Wer durch eine stillgelegte Zeche geht, begegnet nicht allein Maschinen und Architektur. Es sind Erfahrungen von Stolz, Erschöpfung und Zugehörigkeit, die in den Räumen eingeschrieben sind. Industriekultur wird hier nicht als abgeschlossene Epoche verstanden, sondern als Teil gegenwärtiger Identitätsbildung.
Industrie ist nicht verschwunden. Sie hat sich verändert. Und mit ihr die Art, wie Arbeit wahrgenommen wird: körperlich, digital, fragmentiert, neu organisiert. Die Spuren dieser Transformation wirken weiter – in Lebensläufen, in Regionen, in gesellschaftlichen Debatten.
Im Gespräch schildert Dr. Kirsten Baumann ihren Weg durch unterschiedliche Institutionen: vom Bauhaus Dessau über das Museum der Arbeit bis zur heutigen Leitung der LWL-Industriemuseen. Diese Stationen stehen für unterschiedliche Zugänge zu Arbeit, Gestaltung und Erinnerung.
Deutlich wird eine Haltung, die Museen als offene Denk- und Erfahrungsräume versteht. Orte, an denen Geschichte nicht erklärt, sondern erfahrbar wird – über Räume, Objekte und Erzählungen.
Industriekultur ist mehr als Denkmalpflege. Sie verbindet materielle Überreste mit immateriellen Erfahrungen: Wissen, Routinen, Konflikte und Hoffnungen. In den LWL-Industriemuseen wird sichtbar, wie Industriegeschichte in Beziehung zur Gegenwart gesetzt werden kann – ohne Nostalgie, ohne Verklärung.
Arbeit erscheint hier als kulturelle Praxis. Als etwas, das Werte, Rollenbilder und Selbstverständnisse geprägt hat – und weiterhin prägt, auch wenn Produktionsformen sich verändern.
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist der Strukturwandel. Er betrifft Regionen, Berufe und soziale Gefüge. Museen stehen dabei vor der Aufgabe, Wandel sichtbar zu machen, ohne ihn zu vereinfachen.
Industriekultur wird zur Frage von Verantwortung: gegenüber den Geschichten der Arbeitenden, gegenüber den Orten, gegenüber zukünftigen Generationen. Sammlung, Vermittlung und Programmgestaltung werden so zu gesellschaftlichen Aufgaben.
Westfalen dient in der Folge Industrie und Kultur nicht als Kulisse, sondern als konkreter Erfahrungsraum. Hier verdichten sich Fragen nach Arbeit, Identität und Gemeinschaft. Die industrielle Vergangenheit wirkt in Sprache, Mentalität und Alltagspraktiken fort.
Die Region wird zum Brennglas für größere Zusammenhänge: Wie gehen Gesellschaften mit ihrem industriellen Erbe um? Welche Narrative werden bewahrt? Und wie lassen sich neue Perspektiven öffnen?
Industrie und Identität · Arbeit · Industriekultur · Strukturwandel · Erinnerung · Institutionelle Verantwortung · Westfalen
LWL-Museen für Industriekultur
1250 Jahre Westfalen
LWL-Kulturstiftung
Website · Spotify · Apple Podcasts · YouTube
Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.
Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:
Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
By Claudia LinzelIndustrie und Identität und die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Arbeit prägt Biografien, Orte und Selbstbilder. Sie hinterlässt Spuren im Alltag, in Familiengeschichten und in der Art, wie Gemeinschaften sich erinnern. In Westfalen ist diese Prägung besonders sichtbar: in Zechen, Fabriken, Werkshallen – und in den Erzählungen, die sich um sie gebildet haben.
Die Folge Industrie und Identität richtet den Blick auf Industriekultur als gesellschaftliche Erfahrung. Es geht um Arbeit als identitätsstiftende Praxis, um Wandel und um die Frage, wie industrielle Vergangenheit in neue Formen von Alltag, Verantwortung und Zukunft hineinwirkt.
Zu Gast ist Dr. Kirsten Baumann, Direktorin der LWL-Industriemuseen. Die Museen umfassen acht Standorte zwischen Glashütte, Schiffshebewerk und Textilfabrik. Im Gespräch wird deutlich, wie eng Arbeit, Herkunft und Erinnerung miteinander verwoben sind – und warum Museen heute mehr sind als Orte der Bewahrung.
Wer durch eine stillgelegte Zeche geht, begegnet nicht allein Maschinen und Architektur. Es sind Erfahrungen von Stolz, Erschöpfung und Zugehörigkeit, die in den Räumen eingeschrieben sind. Industriekultur wird hier nicht als abgeschlossene Epoche verstanden, sondern als Teil gegenwärtiger Identitätsbildung.
Industrie ist nicht verschwunden. Sie hat sich verändert. Und mit ihr die Art, wie Arbeit wahrgenommen wird: körperlich, digital, fragmentiert, neu organisiert. Die Spuren dieser Transformation wirken weiter – in Lebensläufen, in Regionen, in gesellschaftlichen Debatten.
Im Gespräch schildert Dr. Kirsten Baumann ihren Weg durch unterschiedliche Institutionen: vom Bauhaus Dessau über das Museum der Arbeit bis zur heutigen Leitung der LWL-Industriemuseen. Diese Stationen stehen für unterschiedliche Zugänge zu Arbeit, Gestaltung und Erinnerung.
Deutlich wird eine Haltung, die Museen als offene Denk- und Erfahrungsräume versteht. Orte, an denen Geschichte nicht erklärt, sondern erfahrbar wird – über Räume, Objekte und Erzählungen.
Industriekultur ist mehr als Denkmalpflege. Sie verbindet materielle Überreste mit immateriellen Erfahrungen: Wissen, Routinen, Konflikte und Hoffnungen. In den LWL-Industriemuseen wird sichtbar, wie Industriegeschichte in Beziehung zur Gegenwart gesetzt werden kann – ohne Nostalgie, ohne Verklärung.
Arbeit erscheint hier als kulturelle Praxis. Als etwas, das Werte, Rollenbilder und Selbstverständnisse geprägt hat – und weiterhin prägt, auch wenn Produktionsformen sich verändern.
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist der Strukturwandel. Er betrifft Regionen, Berufe und soziale Gefüge. Museen stehen dabei vor der Aufgabe, Wandel sichtbar zu machen, ohne ihn zu vereinfachen.
Industriekultur wird zur Frage von Verantwortung: gegenüber den Geschichten der Arbeitenden, gegenüber den Orten, gegenüber zukünftigen Generationen. Sammlung, Vermittlung und Programmgestaltung werden so zu gesellschaftlichen Aufgaben.
Westfalen dient in der Folge Industrie und Kultur nicht als Kulisse, sondern als konkreter Erfahrungsraum. Hier verdichten sich Fragen nach Arbeit, Identität und Gemeinschaft. Die industrielle Vergangenheit wirkt in Sprache, Mentalität und Alltagspraktiken fort.
Die Region wird zum Brennglas für größere Zusammenhänge: Wie gehen Gesellschaften mit ihrem industriellen Erbe um? Welche Narrative werden bewahrt? Und wie lassen sich neue Perspektiven öffnen?
Industrie und Identität · Arbeit · Industriekultur · Strukturwandel · Erinnerung · Institutionelle Verantwortung · Westfalen
LWL-Museen für Industriekultur
1250 Jahre Westfalen
LWL-Kulturstiftung
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Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.
Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:
Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.

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