Kultur-Talk

Kultur-Talk

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kultur-Talk episodes

  • Die Krönung Charles’ III – eine Zeremonie voller Symbolik
    Am 6. Mai wird König Charles III in der Westminster Abbey gesalbt und gekrönt. Das Ritual ist rund 900 Jahre alt. Es spiegelt das Selbstverständnis des Königshauses, das sich explizit auf die biblischen Könige bezieht. Im Kultur-Talk: die Anglistin und christkatholische Theologin Susanne Cappus.
    Manches wirkt archaisch beim Krönungsgottesdienst der britischen Monarchen. Sie sind die einzigen, die noch gesalbt werden, mit Öl vom Jerusalemer Ölberg. Schwerter, Zepter, goldene Sporen und Reichsapfel kommen zum Einsatz. Den Ritus vollzieht der Erzbischof von Canterbury, das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Der König gelobt, diese Kirche zu beschützen. – Die Theologin und Anglistin Susanne Cappus ist keine Royalistin. Angesichts der miserablen Lebensverhältnisse der Britinnen und Briten sei Kritik am Pomp angebracht. Zudem funkelt in den Kronjuwelen Kolonialgeschichte durch.
    29 min
  • Das Geld und wir – eine toxische Beziehung?
    Es ist überall und doch nirgends – das Geld. Kaum ein Tabuthema ist in unserer Gesellschaft so omnipräsent. Was machen wir mit Geld und was macht Geld mit uns? Die Autorin Mareice Kaiser erzählt ihre eigene Geldgeschichte und trifft Menschen, mit denen sie über Geld spricht.
    «Wie viel Geld ist genug?» – Das ist eine der Fragen, die die deutsche Journalistin Mareice Kaiser verschiedenen Menschen gestellt hat: vom 85 Jahre alten Pfandflaschensammler bis zum neureichen Selfmade Millionär. Die Portraits dieser Menschen geben einen tiefen Einblick, wie unterschiedlich unsere Gefühle in Zusammenhang mit Geld aussehen können: Scham, Neid, Angst. Aber auch Sicherheit, Glück und Freiheit. Das Buch «Wie viel – Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht» regt dazu an, über die eigene Geldgeschichte nachzudenken und darüber, wie Geld gerechter verteilt werden könnte.
    29 min
  • Aktuelle österreichische Literatur
    Was ist das Spezielle an der aktuellen österreichischen Literatur? Wo kommt sie her und wo geht sie hin? Und wie erklärt sich ihre andauernde hohe Qualität? Anlässlich des österreichischen Auftritts als Gastland an der diesjährigen Leipziger Buchmesse geht der Kultur-Talk diesen Fragen nach.
    «Meaoiswiamia». Mit diesem wohl am ehesten mit «mehr als bloss wir» zu übersetzenden Motto betont das österreichische Gastland an der diesjährigen Leipziger Buchmesse seine Diversität. Und tatsächlich zeigt sich Österreich in Leipzig als Land mit einer mehrsprachigen und breitengefächerten Literatur. Der Kultur-Talk mit der Leiterin des österreichischen Auftritts Katja Gasser und dem Schriftsteller und ORF-Literaturredakteur Peter Zimmermann zeigt auf, was aktuelle österreichische Literatur ist, wer sie auf welche Art und Weise betreibt und wie der Weg zu diesem «Meaoiswiamia» verlaufen ist.
    Buchangaben:
    Karin Peschka. Dschomba. Otto Müller Verlag, 2023.
    Robert Prosser. Verschwinden in Lawinen. Jung und Jung, 2023.
    29 min
  • Wie weiter? Die Ethnologie im Rampenlicht
    Spätestens seit der Debatte zu den Benin-Statuen steht die Ethnologie im Rampenlicht wie nie zuvor: Das ist gut so – meint Anna Schmid, Direktorin des Basler Museums der Kulturen, die froh ist um die plötzliche Aufmerksamkeit und den Beginn längst fälliger Diskussion – auch in der Öffentlichkeit.
    Die Ethnologie abschaffen, weil sie im Fahrwasser des Kolonialismus entstanden ist? Oder ihr endlich einen gebührenden Stellenwert beimessen, gerade weil sie sich seit je her mit der Erforschung fremder Kulturen beschäftigt und dabei über ein Wissen verfügt, das für eine sinnvolle Dekolonialisierung dringend nötig ist? Aspekte wie z.B. kulturelle Aneignung sind Themen, die zur Geschichte der Ethnologie gehören, aber erst seit Emanuel Macrons Rede über die Rückgabe afrikanischer Objekte nun auch die breite Öffentlichkeit erreicht haben.
    29 min
  • Ist Russland ein «Reich des Bösen»?
    Der Ukraine-Krieg verstört. Auch weil die Fronten zwischen Russland und dem Westen so sehr verhärtet sind, wie schon lange nicht mehr. In dieser Konfrontation zeige sich ein historisches Grundmuster, sagt der Osteuropa-Historiker Manfred Hildermeier im Gespräch mit Felix Münger.
    Als 1991 der Kalte Krieg endete, schien es möglich, dass Russland und der Westen nun zu Partnern würden. Ein Trugschluss. Heute macht vielmehr die Vorstellung die Runde, Russland sei «ein Reich des Bösen».
    Aus russischer Sicht sei der Westen stets beides gewesen – Vorbild und Feindbild, erklärt Manfred Hildermeier, emeritierter Professor an der Universität Göttingen. Zuwendung und Abschottung hätten sich abgewechselt, bisweilen auch recht schnell. Besteht also Hoffnung auf einen Wandel?
    Buchhinweis: Manfred Hildermeier: Die rückständige Grossmacht – Russland und der Westen, C.H. Beck 2022.
    30 min
  • «Credit Suisse»: Ethische Fragen zur seltsamen Finanzwelt
    Die CS machte in 10 Jahren 3 Milliarden Franken Verlust – und bezahlte intern 32 Milliarden an Boni. Kann man das verstehen? Kann überhaupt noch jemand die Finanzwelt verstehen, vielleicht sogar die Banker selbst? 
    Im Gespräch mit Raphael Zehnder macht sich der Wirtschaftsethiker und Theologe Thomas Wallimann (Institut für Sozialethik «ethik22», Mitglied der Ethikkommission der Schweizer Bischöfe und Fraktionschef der Grünen und SP im Nidwaldner Landrat) Gedanken über Risikobereitschaft und Verantwortungsgefühl, über Fairness und Gier, über Ethik und undurchsichtige Finanzprodukte.
    28 min
  • Stadt-Land-Kluft? (2/2)
    Der politische Einfluss der Städte ist in der Schweiz kleiner als jener der Landkantone. Gesellschaftlich soll es zwischen Stadt und Land in Zukunft mehr Annäherung geben als auch schon.
    Die Kluft zwischen Stadt und Land wird hier wie dort beklagt. Die landwirtschaftliche Genossenschaft Fenaco hat sich deshalb vorgenommen, diesen Graben mit einem verstärkten Dialog zwischen der städtischen und ländlichen Bevölkerung zu überwinden. Dafür hat sie 10 Millionen Franken an eine Stiftung überwiesen. Im Stiftungsrat ist Yvonne Koller Renggli, Bäuerin und Bildungsverantwortliche beim Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband. Im Kultur-Talk schildert sie, wie sie den Stadt-Land-Graben wahrnimmt und welche Projekte zu seiner Überwindung lanciert werden.
    27 min
  • Stadt-Land-Kluft? (1/2)
    Die bevölkerungsmässig kleinen Landkantone haben in der Schweiz im Vergleich zu den grössten Städten überproportional viel zu sagen. Der politische Einfluss der Städte ist beschränkt, obwohl ihre Mitwirkung in der Verfassung garantiert wird.
    Nach der letzten Bundesratswahl wurde die Kluft zwischen Stadt und Land beklagt: Ob es sich um Kandidierende der SVP oder der SPS handelte - eine Vertretung vom Land für den Bundesrat kam im Parlament besser an als eine aus der Stadt. Es schien, als hätten die Schwarznasenschafe eine bessere Presse als Unternehmer und Wissenschaftlerinnen in den städtischen Zentren, die auf eine europäische Vernetzung angewiesen wären. Politologe Sean Müller hat die Interessensvertretung der Städte im föderalen System untersucht und zeigt im Kultur-Talk auf, wie es um ihre Vertretung in Bundesbern steht.
    29 min
  • Wie künstliche Intelligenz das literarische Schreiben verändert
    Chatbots wie ChatGPT schreiben und kommunizieren mittlerweile wie Menschen. Der Hype ist riesig und doch schwingt die Sorge mit, dass die digitale Schöpfung den Menschen irgendwann überflügelt. Wer braucht noch Schriftsteller, Poeten und Journalisten, wenn auch die künstliche Intelligenz das kann?
    Hannes Bajohr ist Medien- und Literaturwissenschaftler und Experte für digitale Literatur. Er hat keine Angst vor schreibenden Maschinen und befürchtet auch nicht den bereits vielzitierten Tod des Schriftstellers. Vielmehr sieht er eine Chance für «Co-Creative-Writing», also eine inspirierende Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Im Kulturtalk sprechen wir über Kreativität, neue Ästhetiken und poetische Formen und hören, wie es klingt, wenn Maschinen zu fabulieren beginnen.
    29 min
  • Brennpunkt Amazonas
    Der Amazonas ist bedroht und seine indigenen Bewohner:innen mit ihm: Umweltzerstörung und Corona machen ihnen das Leben schwer bis unmöglich. Doch jetzt ist nicht mehr der brasilianische Präsident Bolsonaro am Ruder, sondern Lula da Silva. Könnte das eine Kehrtwende bedeuten?
    Vor 22 Jahren machte die Ethnologin Ulrike Prinz im Indigenen-Schutzgebiet am Rio Xingu Feldforschung. Als wegen Corona und Präsident Bolsonaros «Gesundheitspolitik» im Amazonasgebiet das grosse Sterben losging, wurde sie eingeladen zum traditionellen Totenfest. Sie traf auf ihre ehemaligen Gastgeber:innen und deren Kinder, die zwischen Tradition und Moderne neue Wege suchen, ideologisch unterstützt vom prominenten indigenen Widerstandskämpfer Ailton Krenak. Grosse Hoffnung setzen die Indigenen auf den neuen Präsidenten Lula da Silva, der ihnen den Schutz des Amazonas versprochen hat. Ulrike Prinz im Gespräch mit Maya Brändli.
    30 min

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«Kultur-Talk» nimmt kulturelle und gesellschaftliche Themen auf, die bewegen und einer Vertiefung oder Klärung bedürfen.

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