Seitdem ein Auto im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren ist, verwandelt sich Vertrautes in Unvertrautes. Was diese Gefühle mit dem Einzelnen und mit der Gesellschaft machen, wann sie produktiv ist und wann lähmend.
Wir nehmen den mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Berliner CSD vom vergangenen Wochenende zum Anlass, um über Angst zu sprechen - Angst als eine wichtige Emotion in der Politik, die gerade wieder überall zu spüren ist. Terror wirkt durch das schwarze Gift der Angst. Er infiziert den Alltag mit Misstrauen und Argwohn, er schlägt zu, wo und wann er will, zerstört das Vertrauen in eine sinnhafte Ordnung. Angst organisiert dann ihre eigene Realität. Was dieses Gefühl mit dem Einzelnen und mit der Gesellschaft macht, wann sie produktiv ist, wann lähmend - darüber spricht Jayrôme C. Robinet mit uns. Der Schriftsteller ("Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund") wurde als Frau geboren und lebt jetzt als Mann in Berlin. Er hat den Berliner CSD am vergangenen Wochenende selbst besucht. Und wir schauen aus historischer Perspektive auf Angst als politische Kraft. Angstmanagement sei zu einer zentralen Aufgabe der politischen Klasse geworden, sagt uns außerdem Ute Frevert. Die Historikerin forscht schon lang zu Gefühlen in Gesellschaft und Geschichte.