Die Spuren der maurischen Geschichte Spaniens sind überall zu finden: besonders prächtig in Cordoba mit der Mezquita-Catedral, aber auch im Alpujarra-Gebirge - und sogar in Kastillien, mit seiner traditionsreichen Schweinekruste, die fast schon eine religiöse Bedeutung hatte.
Die Spuren der maurischen Geschichte Spaniens sind überall zu finden: besonders prächtig in Cordoba mit der Mezquita-Catedral, aber auch im Alpujarra-Gebirge – und sogar in Kastillien, mit seiner traditionsreichen Schweinekruste, die fast schon eine religiöse Bedeutung hatte.
Moderation: Bärbel Wossagk
Ab Minute (6:30) besuchen wir die Moschee-Kathedrale von Cordoba und fragen, wieviel Miteinander von Christen und Muslimen heute möglich ist.
Córdobas Mezquita-Catédral war einst die zweitgrößte Moschee der Welt: 40.000 Gläubige fanden darin Platz, mehr Sitzgelegenheiten gab es nur in Mekka. Dann kamen die Christen nach Andalusien und weihten die Mezquita zur katholischen Kathedrale um. Das ist sie bis heute, und eine prächtige noch dazu – größer als der Petersdom in Rom. Aber eben auch immer noch eines der weltweit schönsten Beispiele islamischer Kunst und Kultur. Vanja Budde hat herausgefunden: Die Mezquita-Catédral vereint Kulturen – und entzweit sie zugleich.
Wiederholung vom 10.09.2022
Ab Minute (21:30) wandern wir durch das Gebirge Alpujarra, entlang von Bewässerungskanälen aus der Zeit der maurischen Herrschaft.
Andalusien verbindet man erst mal nicht mit Bergen. Aber im Süden Spaniens befindet sich La Alpujarra, ein amtliches Gebirge, das hinter Granada beginnt und in der Sierra Nevada bis auf dreieinhalbtausend Meter ansteigt - entlang Jahrhunderte alter Bewässerungssysteme. Hier findet Tom Noga den Ort zur Wassermarke Lanjaròn, Ruhe, Schinken und einen gigantischen Ausblick.
Wiederholung vom 9.11.2024
Ab Minute (38:00) hören wir in Kastillien die Schwarte krachen und lernen, wie sehr die Geschichte bis heute Tradition und Identität prägt.
In Soria, Kastiliens Eisschrank, einer der kältesten Regionen Spaniens, wird in gigantischem Ausmaß dem Schwein gehuldigt, und vor allem seiner Schwarte. Denn für die muslimischen Mauren waren Schweine – ähnlich wie Hunde – das niedrigste Tier der Schöpfung. Als es den christlichen Heeren schließlich gelang, ganz Spanien zu erobern, zettelten die besiegten Mauren Rebellionen an, die 250.000 Menschen das Leben kosteten. Daraufhin wollten die christlichen Könige endlich Ruhe. Sie ordneten die sofortige Zwangs-Konversion aller verbliebenen Mauren an und beauftragten die Inquisition, diese zu überwachen. So gerieten auch die Ernährungsgewohnheiten der Menschen in den Fokus: Wer keine Würste im Haus hängen hatte, wer keinen Krustenspeck aß, der machte sich verdächtig.
Wiederholung vom 28.10.2018