Nach Serbien ist Albanien das zweite Land auf dem Balkan mit einer Dauer-Protestbewegung. Seit Ende Mai kommt es in der Hauptstadt Tirana fast täglich zu Massenprotesten mit Tausenden Teilnehmern.
Der Protest nennt sich „Flamingo-Revolution“, denn der Auslöser ist eine mögliche Zerstörung eines Natur- und Vogelschutzgebietes an der Narta-Lagune an der albanischen Küste. Und das Ganze zugunsten eines Luxus-Tourismusresorts, das ausgerechnet Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bauen will. Doch es sind auch noch eine Reihe weiterer ähnlicher Projekte in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Journalisten haben recherchiert, dass es in Albanien ein bemerkenswertes Netzwerk gibt, mit Premier Edi Rama im Zentrum, mit internationalen Bauherren und kriminellen Geschäftemachern, z.T. aus der albanischen Drogenmafia.
Doch für die Demonstranten scheint es im Moment keine politische Alternative zu Edi Rama zu geben. Der mächtigste Oppositionsführer des Landes ist der Ex-Premier, dem auch Korruption vorgeworfen wird.