Rio de Janeiro: Strände und Favelas, Caipirinha und Chaos, Urwald und Beton, Samba, Karneval und Drogenkrieg, nirgends liegen die Gegensätze so nah beieinander.
Brasiliens Metropole unterm Zuckerhut ist Großstadtdschungel und Dschungelgroßstadt in einem – dabei gibt es wohl keinen Ort, der ungünstiger gewesen wäre, um eine Stadt zu gründen, sagt zumindest der Historiker Luiz Simas. Die Portugiesen haben Rio de Janeiro inmitten des tropischen Klimas des Atlantischen Urwaldes nur deswegen errichtet, weil sie ihre Pfründe in Übersee sichern wollten – und kämpften dabei von Beginn an gegen Natur. Dabei hätten sie beinahe den Regenwald um die Stadt zerstört und eine Wasserkrise ausgelöst – was dann allerdings zum ersten Aufforstungsprojekt Brasiliens führte. Die Kolonialstadt Rio wurde später nicht nur zur Hauptstadt des portugiesischen Kolonialreiches, sondern war eine lange Zeit auch der größte Sklavenhafen der Welt – beides hat die Stadt und ihre Kultur bis heute geprägt.