Künste im Gespräch

Künste im Gespräch

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Künste im Gespräch episodes

  • Restitutionsfragen und Frühlingserwachen
    Viele Kulturgegenstände in europäischen Museen sind während der Kolonialzeit geraubt oder billig erworben worden. Wie können sie fair und gerecht zurückgegeben werden? – Der Film «Petite Nature» erzählt eine mutige Coming-of-Age-Geschichte in der Provinz.
    Der öffentliche Druck ist gross und die Debatten um koloniale Raubkunst reissen nicht ab: Wie umgehen mit Museumsobjekten, die aus ehemaligen Kolonien stammen? Würde ein internationaler Leitfaden helfen, analog den Washingtoner Prinzipien zur Rückgabe von Raubkunst der NS-Zeit?
    Der Filmemacher Samuel Theis verarbeitet im Spielfilm «Petite Nature» Erinnerungen an seine Kindheit in Lothringen. Er hat keine Angst vor sexuellen Tabus und erzählt in seinem neuen Film vom Erwachsenwerden als Befreiungsschlag. Weitere Themen: Restitution gut, alles gut? Über die Rolle internationaler Abkommen - «Petite Nature»: Frühlingserwachen aus Kinderperspektive
    27 min
  • She-Punks und die verlorene Unschuld von Plastik
    Wie hat Punk Frauen auf die Bühne gebracht? Im Buch «Die Rache der She-Punks» erzählt Vivien Goldman die Geschichte des Punks aus weiblicher Sicht. Und dann tauchen wir ein in die ambivalente Welt von Plastik. Ein Besuch im Vitra Desing Museum.
    «Oh Bondage! Up Yours!» – «Schiebt euch eure Fesseln sonst wo hin!» – schreit Poly Styrene 1977 in ihr Mikrofon und bringt damit einen Stein ins Rollen. Punk ist eine Musikrichtung, die Frauen auf die Bühne bringen wird. Vivien Goldman erlebt als Musikerin, Musikjournalistin und «Punk-Professorin» hautnah, wie Musikerinnen der ganzen Welt dafür kämpfen, gehört zu werden – seit den 1970ern und bis heute. In ihrem Buch «Die Rache der She-Punks» erzählt sie die Geschichte des Punk aus weiblicher Sicht und sucht nach dem Empowerment, das diese Musikrichtung für Frauen bereithält.
    Ob Kinderpuppe, Kult-Stuhl oder Marken-Turnschuh: Plastik ist ein äusserst ambivalentes Material. Es prägt unseren Alltag von Haushaltsgeräten über Verpackungen bis zur Architektur. Einst stand es für fast grenzenlose Innovation. Doch seit klar ist, wie schädlich Plastik für die Umwelt ist, hat es seine Unschuld verloren. Die Ausstellung «Plastik. Die Welt neu denken» im Vitra Design Museum in Weil am Rhein untersucht Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Plastikgebrauchs. Weitere Themen: Vivien Goldman und die Rache der She-Punks - Plastik – ein kontroverser Kunststoff
    28 min
  • Ein schreibender Amerikaner in Marokko und eine starke Filmheldin in Frankreich
    Mit einer reich ausgestatteten Edition seines Theaterstücks «The Garden» (1967) ist der amerikanische Schriftsteller und Komponist Paul Bowles neu zu entdecken. Der Film «l'événement» erzählt mit einer starken Heldin und vom Albtraum Abtreibung im Frankreich der 1960er-Jahren.
    Sein stoischer Existentialismus zog Generationen von Sinnsuchenden an. Selber war der Exilamerikaner Paul Bowles (1910-1999) ein Leben lang unterwegs. In Marokko schrieb er 1967 das Theaterstück «The Garden», das jetzt erstmals auf deutsch erschienen ist.
    «L'événement» ist starkes Kino nach dem gleichnamigen Roman von Annie Ernaux. Er erzählt davon, wie der Wunsch nach einer Abtreibung für die Studentin Anne in den frühen 1960er-Jahren zum albtraumhaften Spiessrutenlauf wird, denn nicht nur der Abbruch ist illegal, sondern auch jede Hilfeleistung dazu. Regisseurin Audrey Diwan erzählt im Gespräch, warum sie widerborstige Heldinnen mag. Weitere Themen: Existentialismus pur: Paul Bowles’ einziges Theaterstück - Starkes Kino: «L’événement» nach dem Roman von Annie Ernaux
    28 min
  • Hoffnung aus gescheiterter Utopie und Debüt in zwei Sprachen
    Der deutsch-koreanische Theaterautor Bonn Park untersucht in «Jugojugoslavija», ob in einer gescheiterten Utopie Hoffnung steckt. Die Schweizer Autorin Rebecca Gisler hat ihren Roman «DOncle»/»Vom Onkel» gleichzeitig auf Französisch und Deutsch verfasst.
    Eine etwas andere Suche nach Hoffnung: Im Theaterstück «Jugojugoslavija» versucht der Theaterautor Bonn Park Hoffnung aus einer Utopie zu schöpfen. Auch wenn sie gescheitert ist. Ob dies gelingt, zeigen die Bühnen Bern.
    Autorin und Übersetzerin zugleich: Rebecca Gisler zeigt in ihrem französischsprachigen Romandebüt «DOncle» eine düstere Familiengeschichte. Nun erscheint der Roman auf Deutsch. Das Aussergewöhnliche daran: Sie hat ihr Werk gleich selbst übersetzt.
    Buchhinweis: Rebecca Gisler: Vom Onkel. Atlantis Verlag 2022. Weitere Themen: «Jugojugoslavija»: Kann eine gescheiterte Utopie Hoffnung geben? - Rebecca Gisler: Ein Debüt in zwei Sprachen
    29 min
  • Filmisches Duett und Oper im Altersheim
    Das Opernhaus Zürich zeigt eine Barockoper, angereichert mit Gesprächen aus dem Altersheim. Der Spielfilm «Robuste» der Regisseurin Constance Meyer zeigt eine professionelle Ringerin, die einen kapriziösen Altstar beschützen soll.
    Das Libretto in der Barockoper «L'Olimpiade» von Giovanni Battista Pergolesi handelt von Menschen auf der Suche nach einer selbstbestimmten Existenz und ihrer eigenen Identität. Wie sehen ältere Menschen diese Themen? Opernregisseur David Marton hat Gespräche im Altersheim geführt und lässt sie in seine Inszenierung im Opernhaus Zürich einfliessen.
    «L'Olimpiade» von Giovanni Battista Pergolesi ist ab dem 12.3.22 im Opernhaus Zürich zu sehen.
    Eine professionelle Ringerin, die einen Altstar beschützen soll: Das ist der Film «Robuste» mit Déborah Lukumuena und Gérard Depardieu. Regisseurin Constance Meyer macht daraus eine Erzählung über Einsamkeit, Zuneigung, Vertrauen und Annäherung. Weitere Themen: «Was sagt dir die Musik?» Barockoper geht ins Altersheim - Filmischer Pas de deux: «Robuste» mit Depardieu und Lukumuena
    29 min
  • Kuriose Foto-Geschichten und eine filmische Zugfahrt
    Für das Buch «Das schreckliche Zebra» hat sich der Autor Klaus Zehrer von Fotofunden aus Flohmarktkisten zu Geschichten anregen lassen. Und im finnischen Film «Compartment Nº 6» treffen sich auf einer tagelangen Zugfahrt zwei komplett unterschiedliche Menschen.
    Der Autor Klaus Cäsar Zehrer hat seine Fotofunde aus Flohmarktkisten und alten Fotoalben zusammengestellt und sich von ihnen zu kurzen Erzählungen, Betrachtungen, Szenen und Gedichten anregen lassen. Entstanden ist daraus ein einzigartiges Buch.
    Der finnische Regisseur Juho Kuosmanen hat einen einzigartigen, fast schon dokumentarisch anmutenden Spielfilm gedreht: eine zierliche Finnin und ein ungehobelter Russe sitzen auf einer tagelangen Zugfahrt von Russland nach Murmansk im gleichen Abteil und lernen sich zwangsläufig besser kennen. Weitere Themen: Klaus Cäsar Zehrer – «Das schreckliche Zebra» - «Compartment Nº 6» – Ein Zugfilm von Juho Kuosmanen
    30 min
  • Cineastischer Spagat und Stabübergabe im Theater
    Der Film «Olga» von Elie Grappe zeigt eine Tochter beim Leichtathletik-Training in Magglingen, während ihre Mutter in Kiew um ihr Leben fürchtet. «Ich habe genug» heisst die Abschiedsproduktion des Leitungsduos des Theaters Marie, in Anlehnung an Bachs berühmte Kantate.
    Der Spielfilm «Olga» zeigt eine Leichtathletin in Magglingen, während ihre Mutter in Kiew in Gefahr schwebt. Regisseur Elie Grappe führt mustergültig vor Augen, wie Kino äussere Entsprechungen für innere Konflikte finden kann.
    Nach zehn Jahren gibt das Leitungsduo des aargauischen Theaters Marie den Stab weiter. Es verabschiedet sich mit der Musiktheater-Inszenierung «Ich habe genug». Der Titel stammt aus einer Bach-Kantate. Weitere Themen: «Olga»: Ein cineastischer Spagat zwischen Kiew und Magglingen - Theater Marie: Stabübergabe mit Bach
    26 min
  • Filmerin Specogna und Auswanderungsbiografien
    Eine äthiopische Sängerin im Dok-Film von Heidi Specogna und Biografien von Menschen, die aus der Schweiz ausgewandert sind, im Landesmuseum.
    Bis ins 20. Jahrhundert war die Schweiz ein Auswanderungsland. Eine Ausstellung im Landesmuseum in Zürich zeigt Auswanderungsgeschichten seit 1848 unter dem sinnigen Titel "Weg aus der Schweiz". Die Sängerin Nardos Wude Tesfaw recherchiert über Jahre zu äthiopischen Frauenbiografien für ihr erstes eigenes Lied «Stand Up My Beauty». Und Heidi Specogna dokumentiert mit dem gleichen Filmtitel parallel Nardos Leben und die Veränderungen in Äthiopien. Weitere Themen: Heidi Specognas äthiopisches Doku-Musical «Stand Up My Beauty» - In der Ferne künstlerisches Glück gefunden
    29 min
  • Fünf 1964 Geborene und ein Amoklauf in Luzern
    Der Schweizer Dokumentarfilm «Parallel Lives» erzählt von fünf Menschen auf der ganzen Welt, die sich nicht kennen, die aber alle am 8. Juni 1964 geboren sind. - Im Theaterstück «Der Chor» beschäftigt sich der Autor Dominik Busch mit einem Amoklauf in Luzern im Jahr 2001.
    Fünf Menschen, alle, wie Regisseur Frank Matter, am 8.Juni 1964 geboren. Sie leben in unterschiedlichen Verhältnissen, in anderen Weltgegenden. Was verbindet sie? Wie erleben sie die grossen Weltgeschehnisse? Diese Fragen stellt Frank Matter in seinem Dokumentarfilm «Parallel Lives». - Seit dieser Spielzeit ist der Hörspiel- und Theaterautor Dominik Busch Dramaturg am Luzerner Theater. Nun kommt dort ein neues dokumentarisches Stück von ihm auf die Bühne. Weitere Themen: Der Film «Parallel Lives» von Frank Matter - Die Kraft der Gemeinschaft
    29 min
  • Mit knallendem Wort und scharfem Pinsel
    «Wortknall»: Ein Buch zeigt, wie die Schweizer Spoken-Word-Szene immer diverser und populärer wird. «Tiefenschärfe» heisst die Abschiedsausstellung von Christoph Vögele im Solothurner Kunstmuseum. Sie zeigt gestochen scharfe Bilder der Gegenwartskunst.
    Seit den 1990er-Jahren existiert in der Schweiz eine Spoken-Word-Szene. Und in diesen 25 Jahren hat sie sich vergrössert und verändert. Die Themen wurden globaler, die Formen vielfältiger, auch sprachlich diverser.
    Gestochen scharfe Bilder in der Malerei der Gegenwartskunst: die Ausstellung in Solothurn ist die letzte des scheidenden Kurators Christoph Vögele im Kunstmuseum Solothurn. Sie ist eine kleine Schule des Sehens und eröffnet neue Sichtweisen ¬– nicht nur auf die Kunst. Weitere Themen: Von der Peripherie ins Urbane: 25 Jahre Schweizer Spoken Word - Kunst zwischen lustvoller Täuschung und jähem Schrecken
    29 min

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