Künste im Gespräch

Künste im Gespräch

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Künste im Gespräch episodes

  • Geflüchtete filmisch begleitet und dem Schönen auf der Spur
    Der Exil-Iraner Mehdi Sahebi hat über lange Zeit afghanische Flüchtlinge in der Schweiz mit der Kamera begleitet. Und: «Was ist das Schöne?», fragt der Autor Michael Köhlmeier in seinem neuen Buch. Eine genaue Antwort liefert er nicht, doch er vermittelt Wesentliches über das Wesen des Menschen.
    Filmregisseur Mehdi Sahebi, mit 20 aus dem Iran in die Schweiz gekommen, erkundet in seinem Dok-Film «Gefangene des Schicksals» den Weg Geflohener aus Afghanistan und dem Iran. Sie müssen sich im fremden Land zurechtfinden und verarbeiten, was sie in der Heimat und auf der Flucht erlebt haben.
    Nicht zufällig heissen die Künste im Französischen «les beaux-arts». Doch warum finden wir etwas schön? Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier unternimmt eine Reise von Shakespeare über Tolstoi, Mozart und Bob Dylan bis zum Joker, dem Bösewicht aus «Batman». Eine Schule des Schwärmens.
    Weitere Themen:
    - «Gefangene des Schicksals» – CH-Dokumentarfilm von Mehdi Sahebi
    - Mit Begeisterung dem Schönen auf der Spur
    29 min
  • Die Ambivalenzen des Mutter-Seins und 30 Jahre Mädchenkantorei
    Immer mehr Bücher loten das Thema Mutterschaft und dessen Tiefen literarisch aus. Und die Basler Mädchenkantorei wird 30 und schenkt sich ein neues Werk, rund um Themen, die die jungen Sängerinnen beschäftigen.
    2015 interviewte die israelische Soziologin Orna Donath 23 Mütter zu ihren Gefühlen. Jede dieser Frauen gab an, sich in ihrer Mutterrolle gefangen zu fühlen. Das Schlagwort «Regretting Motherhood» machte daraufhin die Runde. Seither ist es kein Tabu mehr, über die Tiefen des Mutterseins zu sprechen. Auch literarisch wird das Thema immer öfter aufgegriffen.
    Die Basler Mädchenkantorei wird 30 und schenkt sich ein neues Werk, an dem die Chormitglieder mitarbeiten konnten: Komponist Marius Felix Lange hat die Sängerinnen befragt, welche Themen ihnen am Herzen liegen.
    Weitere Themen:
    - Drei aktuelle Bücher über die Tiefen des Mutter-Seins
    - «Für Euch, Mädchen!» Basler Mädchenkantorei singt an die Zukunft
    28 min
  • Erinnerung wachhalten, Literaturgeschichte neu schreiben
    Regisseur Jonathan Glazer verdeutlicht die Schrecken von Auschwitz lediglich mit der Tonspur hinter der Mauer beim Haus des Lagerkommandanten. – Wenn von der Gruppe 47 die Rede ist, dieser Institution der deutschen Nachkriegsliteratur, geht meist vergessen, wie Autorinnen auf die Debatten blickten.
    Auschwitz ist die grösste Unmenschlichkeit, die Menschen je an Menschen begangen haben. Wie diese Verbrechen darstellen? Der britische Regisseur Jonathan Glazer findet in seinem neuen Film «The Zone of Interest» einen neuen erzählerischen Weg, damit nie vergessen geht, was geschehen ist.
    Die Gruppe 47? Natürlich, das waren die deutschsprachigen Autoren, die Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 zu Treffen eingeladen hat. Ein wichtiges Forum für noch unbekannte Schreibende. Die Literaturwissenschaftlerin Nicole Seifert beleuchtet die Gruppe 47 nun aus der Sicht von Autorinnen.
    Weitere Themen:
    - Im Kino: «The Zone of Interest» – ungezeigter Horror geht tiefer
    - Literaturgeschichte neu geschrieben: Die Autorinnen der Gruppe 47
    29 min
  • Liebend gern kochen und fotografisch erzählen
    Eine Liebeserklärung an die französische Küche, angerührt von einem Filmemacher mit vietnamesischen Wurzeln: Trân Anh Hùng bringt «La passion de Dodin Bouffant» ins Kino. Und: Werke von Jeff Wall, des Meisters der fotografischen Erzählung, sind derzeit in der Fondation Beyeler in Riehen zu sehen.
    Der Filmemacher Trân Anh Hùng verbindet in seinem Film «La passion de Dodin Bouffant» die Leidenschaft fürs Kochen mit Liebeskunst. Im Mittelpunkt steht eine Köchin auf einem französischen Landgut Ende des 19. Jahrhunderts, dargestellt von Juliette Binoche, die sich in der Küche emanzipiert und den Schlossherrn für sich gewinnt.
    Werke des international bekannten kanadischen Fotografen Jeff Wall sind derzeit in der Fondation Beyer in Riehen bei Basel zu sehen. Seine Bilder sind, einem Filmset gleich, stark inszeniert und weisen ihn als Meister der fotografischen Erzählung aus.
    Weitere Themen:
    - Essen, kochen und lieben: «La passion de Dodin Bouffant»
    - Jeff Wall – Meister der fotografischen Erzählung
    28 min
  • Blutbuch auf der Bühne und fehlende Vielfalt beim Dirigieren
    Für seinen Debutroman «Blutbuch» hat Kim de l'Horizon schon viele Preise bekommen. Nun kommt der Roman auf die Bühne, und zwar gleich mehrmals. – Dirigieren gilt immer noch als ein Männerberuf. Weshalb steht es so schlecht um die Vielfalt am Dirigierpult?
    In Bern, in Hannover, in Magdeburg und bald auch in Zürich: «Blutbuch» von Kim de l'Horizon wird an verschiedenen Bühnen gespielt, und der Roman präsentiert sich dabei auch als ein fabelhafter Theatertext. Ein Blick auf die unterschiedlichen Inszenierungen.
    Die meisten klassischen Orchester und Ensembles werden von Männern geleitet. Menschen aus anderen gesellschaftlichen Gruppen und anderer Identitäten sind unterrepräsentiert. Welche Hürden stehen ihnen im Weg?
    Weitere Themen:
    - Das «Blutbuch» von Kim de l'Horizon kommt auf die Bühne
    - Wer dirigiert? Über Musik, Macht und Männlichkeit
    26 min
  • Anerkennung für den Lehrberuf und ein Sammelband, der Mut macht
    Der Film «Un métier sérieux» zeigt unaufgeregt den Alltag von Lehrpersonen und entwickelt einen erstaunlichen Sog. Der Sammelband «Worte in finsteren Zeiten» vereinigt Texte von Denkerinnen und Dichtern. Mit dem Ziel, den Leserinnen und Lesern Mut zu machen angesichts der düsteren Weltlage.
    Das Kino liebt Lehrerinnen und Lehrer, haben doch alle im Publikum eigene Erinnerungen dazu. Regisseur Thomas Lilti zeigt die ganz normalen, guten, weniger guten oder auch mal überforderten Lehrer in seinem überraschend unterhaltsamen Spielfilm.
    Einen Monat nach dem Attentat der Hamas auf Israel und dem Krieg in Gaza fragte der Verlag S. Fischer 100 Autorinnen und Autoren an, Texte von anderen Literaten, die ihnen in schwierigen Zeiten Mut machen, an den Verlag zu schicken. Entstanden ist eine Sammlung von Texten und Gedichten. Von Hannah Arendt bis zum palästinensischen Dichter Mahmoud Darwish.
    Weitere Themen:
    - Im Kino: «Un métier sérieux» – Anerkennung für den Lehrerberuf
    - «Worte in Finsteren Zeiten» – ein Sammelband, der Mut macht
    28 min
  • Ein gewagter Film und der Horror der stalinistischen Strafjustiz
    Der Kinofilm «Stella. Ein Leben» wagt sich an einen heiklen Stoff und das Buch «Fone Kwas oder Der Idiot» vom sowjetischen Schriftsteller Georgi Demidow zeigt die Abgründe der stalinistischen Strafjustiz.
    Der Spielfilm «Stella. Ein Leben» erzählt die grauenvolle Geschichte einer jungen Jüdin in Berlin, die in den 1940er Jahren untergetauchte Jüdinnen und Juden an die Gestapo verraten hat. Vor fünf Jahren geriet Takis Würgers Roman «Stella» in die Kritik, weil er die Biografie der realen Stella Goldschlag zu einer Art Abenteuergeschichte verarbeitet hatte. Regisseur Kilian Riedhof geht die Geschichte für seinen Film anders an. Aber auch «Stella. Ein Leben» hat Kritiker gefunden.
    Es ist eine Lebensgeschichte, wie sie sich wohl niemand ausdenken kann - voller Tragik und Schmerz und zum Schluss hin doch mit einer lichten Wendung – die Geschichte des sowjetischen Schriftstellers Georgi Demidow. Demidow war ein begnadeter Physiker. Er geriet in den 1930er Jahren in die Mühlen des stalinstischen Terrors und schrieb später über diese Erfahrungen Literatur, bis ihn die Behörden mundtot machten. Nun erscheint ein erstes Buch von ihm auf Deutsch: der Kurzroman mit dem Titel «Fone Kwas oder Der Idiot».
    Weitere Themen:
    - Im Kino: «Stella. Ein Leben» mit Paula Beer
    - Georgi Demidow: Gefangen im System des Terrors
    27 min
  • Der CH-Dokfilm «Die Anhörung» und Komponist Adrian Frutiger
    Wer in der Schweiz Asyl beantragt, muss das Anliegen vor dem Staatssekretariat für Migration begründen. Der Dokfilm «Die Anhörung» gewährt Einblicke in dieses Prozedere. Und: Wie klingt Kälte? Adrian Frutiger gibt Einblicke in sein musikalisches Schaffen z.B. für Serien wie «Wilder».
    Was sage ich? Was sage ich nicht? Wer in der Schweiz Asyl beantragt, muss das Anliegen vor dem Staatssekretariat für Migration begründen. Was ein klärendes Gespräch sein soll, fühlt sich für die befragt Person unweigerlich an wie ein Verhör: Ihre Zukunft hängt davon ab, ob ihr geglaubt wird oder nicht. Die Schweizer Regisseurin Lisa Gerig hat für ihren Dokfilm «Die Anhörung» solche Gespräche nachgestellt – mit echten Gesuchstellenden und Staatsangestellten. Im Interview erzählt sie von der Herausforderung, im Dienst der Aufklärung intimste Momente festzuhalten.
    Adrian Frutiger vertont Kälte und Hochspannung. Seine Arbeit ist zu hören in Serien wie «Wilder» oder im Filmklassiker «Mein Name ist Eugen». Ursprünglich war der 53-jährige Adrian Frutiger aber Dekorationsgestalter. Wie fand er 1996 seinen Weg zur Musik?
    Weitere Themen:
    - Sich mit Worten Asyl erkämpfen: Der CH-Dokfilm «Die Anhörung»
    - Der Komponist Adrian Frutiger
    25 min
  • Eine literarische Alpenüberquerung und ein moderner Heimatfilm
    Der Reiseschriftsteller Sylvain Tesson schreibt in seinem neuen Buch über eine Alpenüberquerung. Die Regisseurin Katalin Gödrös hat Silvia Tschuis Bestseller «Jakobs Ross» über die Magd Elsie verfilmt und taucht damit in die ländliche Schweizer Geschichte des späten 19. Jahrhunderts ein.
    In seinem Reisebericht «Blanc» / «Weiss» schildert Sylvain Tesson eine Alpenüberquerung von Menton in Frankreich bis nach Triest in Italien. Annette König spricht mit dem Autor über seine Faszination fürs Bergsteigen und seine Leidenschaft fürs Schreiben.
    In Silvia Tschuis Roman «Jakobs Ross» konterkariert die heimelige Sprache die tragische Handlung. Die Filmregisseurin Katalin Gödrös erzählt Michael Sennhauser, warum in ihrer Verfilmung des Bestsellers die Magd Elsie Schwizzerörgeli statt Geige spielt und warum das Val Bavona der perfekte Drehort war.
    Weitere Themen:
    - Sylvain Tesson: «Ich liebe die Stille, ich liebe die Schönheit»
    - «Jakobs Ross» – Katalin Gödrös’ Schweizer Bestseller-Verfilmung
    27 min
  • Ausgezeichnetes filmisches Tagebuch und dystopischer Klimaroman
    Der Kanada-Schweizer Peter Mettler befasst sich in seinem Film «While the Green Grass Grows» mit dem Tod seiner Eltern und dem Lauf des Lebens. Und der Schweizer Schriftsteller Charles-Ferdinand Ramuz erreicht mit seinem Roman «Présence de la mort» von 1922 posthum überraschende Aktualität.
    Der Regisseur Peter Mettler verfolgt in seinem Filmtagebuch «While the Green Grass Grows» den Lauf der Flüsse und des Lebens – und den Tod seiner Eltern. Dabei nimmt er das Publikum mit auf eine meditative Reise, die von den Appenzeller Alpen bis in den Lockdown in Toronto führt.
    Ungeahnte Aktualität erreicht über hundert Jahre nach seiner Veröffentlichung der Roman «Présence de la mort» des Waadtländer Schriftstellers Charles-Ferdinand Ramuz: Erstmals in deutscher Sprache unter dem Titel «Sturz in die Sonne» erschienen, handelt der Roman davon, dass es auf der Erde immer heisser wird.
    Weitere Themen:
    - Filmisches Yoga: «While the Green Grass Grows» von Peter Mettler
    - Wiederentdeckung: Ein Klimaroman von Charles-Ferdinand Ramuz (W)
    28 min

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