Kunstpause | Podcast der JUNGEN FREUNDE der Nationalgalerie

Kunstpause | Podcast der JUNGEN FREUNDE der Nationalgalerie

By JUNGE FREUNDE der NationalgalerieSociety & CultureArtsVisual Arts
Download on the App Store

Kunstpause | Podcast der JUNGEN FREUNDE der Nationalgalerie episodes

  • #18 Eduardo Basualdo/Slavs and Tartars x Martin Heller&Beat Raeber
    Der Stoberkreis Podcast

    In unserer 18. Folge spricht Felix von Boehm mit Martin Heller und mit Beat Raeber. Martin Heller ist Jurist, berät Künstler:innen und Galerist:innen und steht dm Freundeskreis der KW Freunde vor. Beat Raeber ist Galerist und war mehrere Jahre im Komitee der Art Basel. Die beiden Gäste sind Mitinitiatoren der Non-Profit-Plattform TheArtists.net.

    Martin Heller und Beat Raeber sprechen in der 18. KUNSTPAUSE über die 2016 entstandene Arbeit Incisive des Künstlers Eduardo Basualdo. Die Arbeit ist auch aktuell in der Ausstellung „Under Construction“ im Hamburger Bahnhof zu sehen. Es handelt sich um eine riesige raumgreifende Zeichnung. Mithilfe der Frottage-Technik wird die Gitterstruktur eines sehr engmaschigen Metallzauns mithilfe eines Grafitstifts auf hauchdünnes Papier übertragen. Bei jedem Aufbau dieses Werkes wird die Arbeit neu geschaffen und ist gewissermaßen auch eine performative Arbeit.

    EDUARDO BASUALDO, Incisive > > > zum Werk

    Darüber hinaus sprechen unsere Gäste über eine Arbeit von Slavs and Tatars. Das Künstlerkollektiv war für den Preis der Nationalgalerie 2015 nominiert und erhielt damals den Publikumspreis. Im Hamburger Bahnhof hatten Slavs and Tatars die Installation Qit Qat Qlub in der Shortlist-Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie eingerichtet. Hier fand sich ein Teppich in Form eines aufgeklappten Buches, der das Publikum zum Verweilen und Lesen der ausliegenden Publikationen einlud. Martin Heller ist begeistert von den kulturellen Bezügen, die diese Arbeit herstellt.

    SLAVS AND TATARS, Qit Qat Qlub

    zum Werk

    Finanzkapitalismus in der Kunstwelt? Die Frage, ob das eigentlich auch anders geht, haben sich Martin Heller und Beat Reader gestellt und die Non-Profit-Plattform TheArtists.net gegründet. Auf der Online-Plattform kann man die Werke von Künstler:innen, die noch nicht von einer Galerie vertreten werden, erwerben. Die Auswahl der Werke treffen renommierte Kurator:innen, Künstler:innen und andere Expert:innen. TheArtists.net ist sowohl ein Online-Marktplatz als auch als Unterstützungsplattform für Künstler:innen und versteht sich als ein Zusammenschluss, der sich auf die Grundsätze Transparenz, Offenheit und Solidarität stützt.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    SLAVS AND TATARS, Qit Qat Qlub > > > zum Werk

    39 min
  • #17 Alexander Calder × Alicja Kwade
    Der Stoberkreis Podcast

    In unserer 17. Folge sprechen Felix von Boehm & Michael Krieger mit Alicja Kwade, eine der spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart.

    Felix und Michael betrachten gemeinsam mit Alicja Kwade das kleine Mobile „Dancing Stars“ (ca. 1948) von dem amerikanischen Künstler Alexander Calder. Bei diesem Mobile handelt es sich um eine der ersten Erwerbungen (1978) der Freunde der Nationalgalerie für die Sammlung. Als studierter Ingenieur ist Calder Wegbereiter der kinetischen Kunst. Das kleine und filigrane Mobile erinnert an Blätter im Wind und besteht aus geformten Metallscheiben, die durch Drähte und Gelenke zusammengehalten werden.

    ALEXANDER CALDER, Untitled (Dancing Stars) > > > zum Werk

    Eine Konzertaufführung ohne Probe - so beschreibt die deutsch-polnische Künstlerin Alicja Kwade die aufwendige Herstellung ihrer raumgreifenden, materialintensiven und eleganten Arbeiten. Ende des letzten Jahres hat sie eine riesige, 24 Tonnen schwere, azurblaue Steinkugel ("Solid Sky") - gehalten von zehn Metallketten - im Entrée eines New Yorker Bürogebäude installiert. Ein atemberaubendes Projekt. Im Gespräch beschreibt Alicja den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten. Sie spricht über den Arbeitsalltag in ihrem Berliner Atelier mit ihrem 30-köpfigen Team. Alicja Kwade lebt und arbeitet in Berlin. Sie stellt in den USA und Europa aus.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    34 min
  • #16 Cyprien Gaillard × Julia Stoschek
    Der Stoberkreis-Podcast

    KUNSTPAUSE Folge #16 Cyprien Gaillard × Julia Stoschek

    In unserer 16. Folge sprechen Felix von Boehm & Michael Krieger mit Julia Stoschek, eine der wichtigsten und innovativsten Kunstsammlerinnen Deutschlands.

    Felix und Michael betrachten gemeinsam mit Julia Stoschek die Videoarbeit „Artefacts“ des Künstlers Cyprien Gaillard . Für diese Arbeit über den Mythos der Stadt Babylon erhielt Cyprien Gaillard 2011 den Preis der Nationalgalerie. Die Arbeit wurde in diesem Zuge von den Freunden der Nationalgalerie angekauft und ist auch Teil von Julia Stoscheks Sammlung. Ihre Sammlung besitzt das weltweit größte Konvolut an Arbeiten von Cyprien Gaillard.

    Cyprien Gaillard hatte für Artefacts - bewacht von einer zehnköpfige Schutztruppe - zehn Tage im Irak verbracht und dort mit seinem Handy gefilmt. Musikalisch untermalt wird seine Arbeit von dem in Endlosschleife abgespielten Refrain des Songs „Babylon“ von David Gray, ein Titel, den die Amerikaner zur Folterzwecken in Verhören im Irak einsetzten.

    CYPRIEN GAILLARD, Artefacts > > > zum Werk

    Felix und Michael sprechen mit Julia Stoschek über ihren Werdegang Medienkunst zu sammeln. Darüber hinaus kündigt Julia Stoschek die neue Ausstellung „at dawn“, kuratiert von Lisa Long an.

    Julia Stoscheks umfangreiche Privatsammlung zeitbasierter Kunst wird in der JULIA STOSCHEK COLLECTION an den Standorten Düsseldorf und Berlin gezeigt. Julia Stoschek ist Kuratoriumsmitglied der Freunde der Nationalgalerie.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    34 min
  • #15 Otto Dix × Sebastian Pflum
    Der Stoberkreis Podcast

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie!

    Anmerkung: Die Folge wurde vor dem Kriegsausbruch aufgezeichnet.

    Felix von Boehm und Michael Krieger betrachten in der 15. KUNSTPAUSE gemeinsam mit dem Kunsthistoriker und Geschäftsführer der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank Sebastian Pflum das Werk "Die Skatspieler (Kartenspielende Kriegskrüppel)" (1920) von Otto Dix. Es wurde 1995 von den Freunden der Nationalgalerie für die Sammlung der Nationalgalerie erworben.

    Das Werk, das einen prominenten Platz in der Neupräsentation der Sammlung "Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945" einnimmt, zeigt drei Offiziere beim Kartenspiel, die im Ersten Weltkrieg schwerwiegende Verletzungen und Verkrüppelungen erlitten haben. Trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigungen scheint die Stimmung der Kriegsversehrten am Kartentisch optimistisch und ausgelassen. Sie wollen am Leben teilhaben, wollen gesehen werden und Otto Dix will sie zeigen.

    Für Sebastian Pflum hat das Bild trotz seiner historischen Spezifität nichts von seiner Tagesaktualität eingebüßt. Kriege, Flucht und Armut fügen Menschen heutzutage auch äußere und innere Verletzungen zu. Interessant ist das Bild für ihn zudem auch auf Grund der Geschichte seiner Erwerbung für die Nationalgalerie: Als das Werk Mitte der Neunziger Jahre wieder aus einer privaten Sammlung auftauchte, lag sein Marktwert bei über 6 Millionen D-Mark – selbst für einen Förderverein viel zu hoch. Also organisieren die Freunde der Nationalgalerie ein spektakuläres Skatturnier, im Laufe dessen die erforderliche Spendensumme schließlich doch zusammenkommt. Mehr über den Ankauf, den Alltag als Geschäftsführer einer privaten Kunststiftung und die Frage, ob Kunst "systemrelevant" ist, erfahrt ihr in dieser KUNSTPAUSE.

    OTTO DIX "Die Skatspieler (Kartenspielende Kriegskrüppel)", 1920, Öl und Collage auf Leinwand, 110 x 87 cm >> Abbildung hier

    Sebastian Pflum ist Geschäftsführer der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank und hat an der Universität Tübingen Kunst- und Bildgeschichte studiert. Die kommende Ausstellung "Cash on the Wall" wird seit dem 17. Februar 2022 in den Räumen der Stiftung zu sehen sein.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    (Episodenbild: Sebastian Pflum, Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank gGmbH, Fotograf: Peter Adamik)

    34 min
  • #14 Sylvie Fleury × Johanna Dumet
    Der Stoberkreis Podcast

    **English shownotes below

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie!

    In unserem neuen Podcast sprechen wir mit Johanna Dumet über die Installation "Modeleur ombre et lumière Chanel" (1996) von Sylvie Fleury - eine Wandmalerei in vier pudrigen Rosatönen. Sylvie Fleury beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Glamour, Luxus und Alltagsprodukten. Berühmt sind ihre Einkaufstaschen-Readymades oder ihr goldener Einkaufswagen.

    SYLVIE FLEURET, "Modeleur ombre et lumière Chanel", 1996, Latex auf Wand, Installationsmaß variabel >>> zum Werk

    Johanna Dumet - geboren im Herzen Frankreichs - lebt und arbeitet in Berlin. Mit ihrem Abschluss in Modedesign begann sie ihre Karriere 2012 als Autodidaktin. Sie liebt Stoffe, Farben und Kleidung und das sieht man auch in ihren Bildern, die farbenfrohe Stillleben mit Einrichtungsgegenständen, Luxusobjekten oder extravagant gedeckte Tischen zeigen. Das Atelier von Johanna befindet sich in der historischen Villa Heike in Berlin Hohenschönhausen.

    Mit Johanna sprechen wir über die Bedeutung von Luxusmarken und darüber wie Modeartikel ihre Bilder beeinflussen. Johanna beschreibt, dass sie es liebt, in ihren Bildern mit französischen Klischees zu spielen. In Deutschland gelten Austern als Inbegriff von Luxus. Wusstet ihr, dass das in Frankreich ganz anders ist? Johanna spricht über klassische Sonntage in Frankreich und ihren Erfolg der letzten Jahren.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    **

    In our new podcast we talk with Johanna Dumet about the installation by Sylvie Fleury's "Modeleur ombre et lumière Chanel" (1996) - a wall painting in four powdery shades of pink. Sylvie Fleury’s work is focused on glamour, luxury and everyday products. Famous are her shopping bag readymades or her golden shopping cart.

    SYLVIE FLEURET, "Modeleur ombre et lumière Chanel", 1996, Latex on wall, variable dimensions >>> zum Werk

    Johanna Dumet - born in the heart of France - lives and works in Berlin. She graduated in fashion design and started her career as an autodidact in 2012. She loves fabrics, colors and clothes which you can see in her paintings that show colorful still lifes with interior pieces, luxury objects or extravagant laid tables. Johanna’s studio is located in the historic Villa Heike in Berlin Hohenschönhausen.

    With Johanna we are talking about the meaning of luxury labels and how fashion items influence her work. Johanna describes that she loves to play with French cliches in her paintings. In Germany, oysters are considered a luxury. Did you know that this is totally different in France? Johanna talks about classic Sundays in France and her success in the last years.

    // Portrait photo of Johanna Dumet by Rita Castanheira.

    35 min
  • #13 Sophie Kluge
    Der Stoberkreis-Podcast

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie!

    Felix von Boehm betrachtet in der 13. KUNSTPAUSE gemeinsam mit der Filmemacherin und Autorin Sophie Kluge das Originalkostüm aus dem Theaterstück "Bambiland" (2003) von Christoph Schlingensief. Es wurde 2012 von den Freunden der Nationalgalerie für die Sammlung der Nationalgalerie erworben.

    CHRISTOPH SCHLINGENSIEF, Theaterkostüm aus "Bambiland" mit Plastik-Harnisch, Federhelm und Lederschuhen > > > zum Werk hier

    Elfriede Jelinkes "Bambiland" wurde in einer Inszenierung von Christoph Schlingensief 2003 am Wiener Burgtheater uraufgeführt. Jelinek thematisiert in "Bambiland" den Irakkrieg und wie sich dieser in den Medien spiegelt. Sie zitiert in ihrem Werk Passagen aus den „Persern“ des Aischylos, das als erstes Kriegsdrama der Theatergeschichte gelten soll. Das Kostüm wurde von Schlingensief in der Inszenierung getragen und erinnert Sophie Kluge an einen sehr prägenden Besuch einer Schlingensief-Inszenierung an der Berliner Volksbühne. Für Sophie macht Schlingensief "das Normale besonders".

    Sophie Kluge studierte Filmwissenschaften in Paris und machte anschließend ihren Master in Regie am Kings College in London und der Royal Academy of Dramatic Arts. Ihr Kino-Debüt "Golden Twenties" (2019) beschreibt die Herausforderungen einer jungen Frau, die nach ihrem Studium wieder zu ihrer Mutter zieht.

    Erfahrt im Podcast, wie die Kunst die Arbeit von Sophie Kluge beflügelt und wie sich Sophie von der Kunst für ihre Arbeit inspirieren lässt. Wir sprechen mit Sophie Kluge darüber, wie das Metier Film von der Kunst profitieren kann.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    27 min
  • #12 Felix Becker
    Der Stoberkreis Podcast

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie!

    Michael Krieger betrachtet in der zwölften KUNSTPAUSE gemeinsam mit dem Künstler Felix Becker das Werk "Die Malmaschine / Arie in Schwarz“ (1991) von Rebecca Horn. Es wurde 2003 von den Freunden der Nationalgalerie für die Sammlung der Nationalgalerie erworben.

    “Die Malmaschine“ ist eine installative Maschine, die aus einem Trichter und einem mechanischen Arm besteht. In den Trichter wird Farbe geladen, die der Arm in zufälligen Bewegungen über die Wand verteilt. Die Arbeit kann als eine Verbindung des weiblichen und des männlichen Prinzips gelesen werden, die sich miteinander zu einer harmonischen Komposition vereinen. Aber auch Fragen nach der Autorenschaft und der Verbundenheit zwischen Maler*in und Werk werden aufgeworfen: Ist das Produkt der Malmaschine als eigenständiges Kunstwerk zu verstehen? Oder ist es als Teil der Installation von Rebecca Horn auch immer untrennbar mit ihr als Künstlerin verbunden?

    Wir sprechen mit Felix Becker über den künstlerischen Prozess bei Horn und als Teil seiner eigenen Malerei, die die Materialität der Ölfarbe als Thema hat. Wie er sich für seine Holzskulpturen von Gabelstaplern in Marseille inspirieren ließ und warum er Distanz als kritisches Element seiner Arbeit ansieht, erfahrt ihr in dieser KUNSTPAUSE!

    REBECCA HORN, “DIE MALMASCHINE / ARIE IN SCHWARZ“, Installation, Zwei Glastrichter, schwarze Tinte, Champagner, Metallkonstruktion, Motor > > > Abbildung hier.

    Felix Becker hat an der Universität der Künste in Berlin und der École supérieure des Beaux-Arts in Marseille studiert und lebt und arbeitet in Berlin. Nächstes Jahr ist seine Einzelausstellung in der Galerie Heike Strelow zu sehen.

    Folgt uns auf Instagram @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    35 min
  • #11 Dario Suter - live aus der Neuen Nationalgalerie
    Der Stoberkreis Podcast

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie.

    Die elfte KUNSTPAUSE wurde live und vor Publikum in der Neuen Nationalgalerie aufgenommen! Felix von Boehm und Michael Krieger betrachten gemeinsam mit dem Medienunternehmer Dario Suter das Werk “Abend über Potsdam“ von Lotte Laserstein, das im Rahmen der Ausstellung “Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945“ einen prominenten Platz im Foyer der Neuen Nationalgalerie einnimmt. Es konnte 2010 durch gemeinsame Anstrengungen der Kulturstiftung der Länder mit der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie (DKLB Stiftung), des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch Unterstützung einzelner Mitgliedern der Freunde der Nationalgalerie auf einer Versteigerung in London erworben werden.

    Das Gemälde von Lotte Laserstein entsteht im Lauf des Sommers 1930 auf einer großen Holzplanke. Die abgebildeten Figuren stellen Lasersteins tatsächlichen Freundeskreis dar, anwesend sind sowohl Lasersteins Ehemann als auch ihre Lebensgefährtin Traute Rose. Die Gruppe ist um einen gedeckten Tisch versammelt, auf dem sich Wein und reife Birnen erkennen lassen, doch die Stimmung scheint gedrückt und die Blicke der einzelnen Personen wirken seltsam abwesend. Laserstein malt das Werk kurz nach der Weltwirtschaftskrise, bei ihrer Emigration nach Schweden 1937 nimmt sie das Bild mit und behält es bis kurz vor ihrem Lebensende. Wie der politische Kontext, in dem es entsteht, scheint die Situation auf dem Gemälde ungewiss: In die spätsommerliche Atmosphäre mischt sich die erste Kühle des herannahenden Herbstes, die Szenerie scheint von einer großen Sprachlosigkeit geprägt.

    Wir sprechen mit Dario Suter über die Melancholie, die das Bild auf seine Betrachter*innen zu übertragen scheint, die Erschöpfung seiner Figuren und die enge Verbindung, die Lotte Laserstein Zeit ihres Lebens zu ihrem Gemälde hatte. Warum die Darstellung in gewisser Hinsicht sehr aktuell wirkt, welche Parallelen es zur Neuverfilmung von Erich Kästners Roman Fabian gibt und was es eigentlich bedeutet, im Filmverleih tätig zu sein, erfahrt ihr in dieser KUNSTPAUSE!

    LOTTE LASERSTEIN, “Abend über Potsdam“, 1930, Öl auf Holz, 111 × 206 cm; Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie > > > Abbildung hier.

    Dario Suter war maßgeblich am Aufbau von StudiVZ beteiligt und hat gemeinsam mit Marc Schmidheiny, Christoph Daniel und Joel Brandeis den Filmverleih DCM gegründet.

    Folgt uns auf Instagram @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    37 min
  • #10 Florian Illies
    Der Stoberkreis Podcast

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie!

    Felix von Boehm betrachtet in der zehnten KUNSTPAUSE gemeinsam mit dem Bestsellerautor und Kunstexperten Florian Illies "Sonja“ (1928) von Christian Schad. Es wurde 1997 von den Freunden der Nationalgalerie für die Sammlung der Nationalgalerie erworben.

    Das Werk, das auch als Titelbild für die Neupräsentation der Sammlung der Nationalgalerie “Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945“ dient, zeigt eine junge Frau im eindringlichen Stil der Neuen Sachlichkeit. Allem Anschein nach führt sie ein emanzipiertes, vielleicht sogar libertäres Leben: Lässig eine Zigarette rauchend sitzt sie da, eine Strähne ihres „Bubikopfes“ fällt ihr in die Stirn und an der Schulter ihres eleganten schwarzen Kleides prangt eine rosafarbene Kamelie. Dennoch haftet Sonja eine Müdigkeit und Unnahbarkeit an, die nicht recht in den Kontext der sie umgebenden Tanzveranstaltung zu passen scheint.

    Für Florian Illies ist die distanzierte, unterkühlte Atmosphäre, die das Gemälde ausstrahlt, sinnbildlich für die Zeit, in der es entstanden ist. In seinem neuen Buch „Liebe in Zeiten des Hasses: Chronik eines Gefühls 1929-1939“ rekonstruiert er anhand der Tagebucheinträge und Liebesbeziehungen zeitgenössischer Persönlichkeiten wie Erich-Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Berthold Brecht, Hannah Ahrendt, Klaus Mann, Walter Benjamin und Gottfried Benn das Lebensgefühl im Deutschland der dreißiger Jahre.

    Erfahrt mehr über den Zeitgeist dieses nahezu unbekannten Jahrzehnts, die Liebe und innere Zerrissenheit seiner Protagonist*innen und seine spürbaren Parallelen zur Gegenwart in dieser KUNSTPAUSE.

    CHRISTIAN SCHAD „Sonja“, Öl auf Leinwand, 90 x 60 cm >> Abbildung hier

    Florian Illies ist Journalist, Autor, Kunsthistoriker und Mitbegründer von Monopol. Sein neues Buch „Liebe in Zeiten des Hasses: Chronik eines Gefühls 1929-1939“ erscheint am 27. Oktober im S. Fischer Verlag.

    Folgt uns auf Instagram: @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    31 min
  • #9 Matthias Kliefoth
    Der Stoberkreis-Podcast

    In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie!

    Felix vom Boehm betrachtet in der neunten KUNSTPAUSE gemeinsam mit dem Verleger Matthias Kliefoth das Werk "Official Welcome“ (2001/03) von Andrea Fraser. Es wurde 2005 von der Stiftung der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst für die Sammlung der Nationalgalerie erworben.

    In der ca. 30-minütigen Videoarbeit, die eine 2001 in New York gefilmte Performance zeigt, übt Andrea Fraser institutionelle Kritik am Kunstmarkt und dem Museumsdispositiv. Die Wirksamkeit dieser Performance basiert auf der meisterhaften Interpretation der Künstlerin, die von tadelloser Imitation bis zum Exzess reicht, sowie ihrem Diskurs, der sich aus akribisch gesammelten Fragmenten aus Reden von Kuratoren, Galeristen, Kritikern sowie Kunstaufsätzen und Statements von Künstlerkollegen zusammensetzt. Abwechselnd in verschiedene Rollen der Kunstwelt schlüpfend, entledigt sich Andrea Fraser kommentarlos nach und nach ihres schwarzen Outfits, bis sie nur noch mit ihrer Unterwäsche bekleidet auf der Bühne steht. Die Arbeit reiht sich thematisch in einen Werkkorpus ein, in dem die Künstlerin verschiedene Machtstrukturen im Kunstbetrieb offenbart und diese aus soziologischen, psychoanalytischen und feministischen Perspektiven hinterfragt.

    Wir sprechen mit Matthias Kliefoth über Feminismus, Gender und Identität im Werk Andrea Frasers und in Bezug auf die Sammlung der Nationalgalerie. Wie Matthias dazu gekommen ist, Kunstbücher zu verlegen, wie sich das Coronajahr auf das Verlagswesen ausgewirkt hat und warum die Menschen sich trotz voranschreitender Digitalisierung nach Büchern sehnen, erfahrt ihr ebenfalls in dieser KUNSTPAUSE!

    ANDREA FRASER „Official Welcome“, 2001/03, Video, DVD und Beta-Band, 30 min > > > Abbildung hier.

    Matthias Kliefoth @matthias.kliefoth ist Verlagsleiter beim 2010 gegründeten Distanz Verlag, der sich auf junge zeitgenössische Kunst, Design, Architektur und Fotografie spezialisiert hat. Zuvor arbeitete er bereits als Journalist und in der Kulturkommunikation.

    Folgt uns auf Instagram @stoberkreis und @freundedernationalgalerie. Alle Infos über eine Mitgliedschaft im Stoberkreis und bei den Freunden der Nationalgalerie findet ihr hier: Mitglied werden.

    24 min

About Kunstpause | Podcast der JUNGEN FREUNDE der Nationalgalerie

From the publisher's feed

In jeder KUNSTPAUSE sprechen wir mit einem Gast über ein Werk aus der Sammlung der Nationalgalerie, das dieser selbst ausgewählt hat. Ausgehend von der jeweiligen Arbeit entwickeln sich spannende…

More shows like Kunstpause | Podcast der JUNGEN FREUNDE der Nationalgalerie

Kunst und Leben – Der Monopol Podcast by detektor.fm – Das Podcast-Radio

Kunst und Leben – Der Monopol Podcast

8 Listeners

Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast by Claudia Linzel

Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast

1 Listeners

Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo by Podimo Podcast App

Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

7 Listeners

Augen zu by DIE ZEIT

Augen zu

26 Listeners

30 Minuten Kunst by Jens Trocha

30 Minuten Kunst

1 Listeners

10 Minuten Wissen - Kunst by Storywise Studios

10 Minuten Wissen - Kunst

2 Listeners