Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Sollen sich Christen der staatlichen Gewalt unterordnen?

    Unterordnung fällt schwerer, je gottloser unsere Regierungen werden. Aber das Verhältnis Christ und Staat ist im Neuen Testament eindeutig geregelt. Sowohl Jesus als auch Paulus und Petrus zeigen uns in Wort und Tat, dass sie sich den Ordnungen des Staates untergeordnet und nicht als Rebellen in der Auflehnung gelebt haben, obwohl sie im römischen Weltreich, z. T. unter Kaiser Nero ganz andere Probleme erlebten als wir heute in unserer Demokratie. (Siehe 1. Petrus 2,13-15; Römer 13,1-7; Matthäus 22,21.)

    Gott hat die Regierungen eingesetzt. Ohne diese staatliche Ordnung endet ein Volk in der Anarchie. Und dieses totale Chaos will niemand. Nun wundert es mich nicht, dass heute in unserem Staat Gesetze erlassen werden, die im Widerspruch zur Bibel stehen, denn wir haben keinen christlichen Staat, und den wird es auch im Hier und Jetzt nicht geben. Solange Christen also nicht gezwungen werden, die gottlosen Freiheiten, die unser Staat heute jedem einräumt, selbst zu leben, können sie sich ja trotzdem unterordnen und gleichzeitig nach einer christlichen Ethik leben, so wie es Jesus Christus auch in den 33 Jahren seines irdischen Lebens getan hat.

    Natürlich gibt es Grenzen. In Apostelgeschichte 5 Vers 29 antworten Petrus und die Apostel, als ihnen der Hohe Rat verbieten wollte, das Evangelium zu sagen: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.« Sollten Christen dem göttlichen Auftrag nicht mehr nachkommen dürfen, müssen sie mit Augenmaß und in allem Respekt ihre Position behaupten und nach Gottes Geboten leben. Die wichtigste Aufgabe ist und bleibt, für unsere Regierungen zu beten, damit jeder ein »ruhiges und stilles Leben zur Ehre Gottes führen kann« (1. Timotheus 2,1-4).

    Hartmut Jaeger

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    5 min
  • Narben erzählen eine Geschichte

    Im Laufe meines Lebens habe ich einige Narben angesammelt. Selbst bei den kleinen Narben kann ich mich noch gut an die Situation erinnern. Als Kind versuchte ich zum Beispiel einmal, ein Schilfrohr abzureißen. Dabei schnitt ich mich an einem Schilfblatt in den kleinen Finger. Meine Mutter behandelte die Verletzung mit Jod, was den Schmerz verschlimmerte. Immer noch kann ich die Narbe sehen und erinnere mich an die Begebenheit. Narben erzählen von vergangenen Verletzungen. Das Gute an Narben ist: Es sind verheilte Wunden.

    Ähnlich geht es uns mit seelischen Verletzungen. Im Laufe unseres Lebens erfahren wir viele Situationen, in denen wir uns abgelehnt oder zurückgewiesen fühlen. Das beginnt schon in unserer Kindheit. Eine Person hat uns ungerecht behandelt oder ignoriert. Jemand hat uns wiederkehrend abgewertet, beleidigt oder lächerlich gemacht. Ein Konflikt mit einem Menschen oder eine schwierige Beziehung hat uns heftig zugesetzt. Viele dieser Erfahrungen vergessen wir wieder, aber manche treffen uns tiefer und werden zu Verletzungen, die schmerzen.

    Es ist wichtig, dass unsere Seele von solchen Verletzungen gesundet und dass diese unser Leben nicht bestimmen. In der Beziehung zu Jesus kann das geschehen. Jesus wurde verwundet, damit unsere Wunden heil werden. Er hat selbst Zurückweisung erfahren und weiß, was es bedeutet, verachtet und misshandelt zu werden. Seine Wunden waren seelischer und auch körperlicher Natur. Wir dürfen ihm unseren Schmerz und jede Verletzung bringen und Heilung erfahren. Bei bestimmten Gelegenheiten werde ich möglicherweise noch an das Ereignis erinnert, aber es ist dann nur noch eine Narbe und keine Wunde mehr.

    Manfred Herbst

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    4 min
  • Gott hat sein Versprechen gehalten

    Mitten in der Sonne herrschen 15 Millionen Grad Celsius. Im Weltraum hingegen, wo absolute Kälte regiert, sich also die Moleküle überhaupt nicht mehr bewegen, da würde ein Celsius-Thermometer 273 Grad unter 0 anzeigen.

    Mitten in diesem an sich tödlichen Szenario hat Gott unsere Erde genau da platziert, wo es das lebensnotwendige flüssige Wasser gibt, nicht nur Eis oder heißen Dampf, und wo wir Menschen leben können. Obwohl es immer wieder Schwankungen zwischen Warm- und Kaltzeiten gegeben hat, hielt Gott doch sein Versprechen, das er vor rund viereinhalbtausend Jahren dem Noah gab, und das wir in unserem Tagesvers nachlesen können.

    Die oben benannten Schwankungen lässt Gott zu, um uns Menschen unsere Abhängigkeit von ihm immer mal wieder vor Augen zu führen. So treten durch Dürre oder Überschwemmungen vielerorts Mangelsituationen ein, die uns wieder zu Gott treiben sollen.

    Je gottloser wir Menschen aber werden und je unvernünftiger und rücksichtsloser wir mit den geliehenen Vorräten der Erde umgehen, umso deutlicher spricht Gott durch Veränderungen zu uns, die uns ganz und gar nicht gefallen. Und wenn wir Gottes Langmut für Schwäche halten oder überhaupt nicht mehr mit ihm rechnen, dann mögen auch die »Tage der Erde« gezählt und an ihr Ende gekommen sein. Denn immerhin fängt unser Spruch nicht so an: »Weil die Erde ewig bleibt ….«, sondern: »Fortan, alle Tage der Erde ….«. Sie hat also ein Ende, was natürlich auch das Ende dessen bedeutet, was unser Tagesvers verspricht.

    Einerlei, ob dieses Ende dicht vor der Tür steht oder noch ein wenig hinausgezögert wird, die Hauptsache ist, dass wir dann bereit sind, in das ewige Reich Gottes hinüberzugehen.

    Hermann Grabe

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    6 min
  • Der einzige Notausgang war ein Bootseingang

    Kennen Sie den Ursprung der beiden Begriffe »Sintflut« und »Arche«? Lassen Sie uns kurz darüber nachdenken, denn diese beiden Worte beinhalten eine unerbittliche Botschaft.

    Sintflut: Die germanische Vorsilbe »sin« bedeutet »andauernd, umfassend« – also eine weltumspannende, alles überschwemmende Flut. Sie betraf alles, was atmete, sie war universell, sie überstieg »alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel« waren (1. Mose 7,19). Die einzige Ausnahme: »Nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war« (1. Mose 7,23).

    Arche: Das Wort stammt aus dem lateinischen »arca« und bedeutet: »Kasten; Verschluss; Behältnis zum Verschließen«. Ja, Noah wurde buchstäblich von Gott unter Verschluss genommen, quasi »archiviert«, denn der HERR schloss hinter ihm zu (siehe Tagesvers).

    Die Botschaft der Worte Sintflut und Arche lautet also: Alles Bestehende versank in der Flut, nur Einzelne blieben bewahrt – dank der Arche. Auch für uns heute gibt es nur ein »Archiv«, den einen sicheren Bergungsort, die rettende Arche: Jesus Christus. Er ruft: »Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden« (Johannes 10,9). Wovor brauchen wir Rettung? Gott wird am Ende der Zeit ein umfassendes Gericht halten! Alle werden vor seinem Richterthron stehen und ein gerechtes Urteil empfangen (vgl. Offenbarung 20,12). Aus diesem Gericht gibt es kein Hintertürchen, kein Schlupfloch. Als Gott damals die Arche verschloss, war es für alle Außenstehenden zu spät – es gab keinen späteren Zustieg, kein halb drinnen und halb draußen, keine Grauzone. Nur wer rechtzeitig in die Arche ging, blieb verschont. Das ist die unerbittliche Botschaft von Sintflut und Arche: Es gibt Rettung, aber es gibt auch ein »zu spät«.

    Andreas Fett

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    4 min
  • Messi im Maisfeld

    Lionel Messi ist einer der besten Fußballer aller Zeiten. Er spielte vom 13. Lebensjahr an in der Jugendakademie des FC Barcelona, debütierte mit 17 Jahren in der Profimannschaft und wechselte erst 2021 im Alter von 34 Jahren nach Paris Saint-Germain. Während der Jahre in Spanien schoss er in 520 Spielen 474 Tore in der Primera División und gewann mit Barca 35 Titel (u. a. viermal die Champions League, zehnmal die spanische Meisterschaft). Sechsmal gewann er den Goldenen Schuh der UEFA als »Torschützenkönig Europas«. Seine Karriere krönte er mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft Argentiniens in Katar im Dezember 2022.

    Von seinem großen Idol inspiriert pflanzte im Januar 2023 der argentinische Maisbauer Charly Faricelli mit Hilfe moderner Technik ein riesiges Portrait von Lionel Messi auf seinen Acker. Diese Bild, das übrigens so groß ist wie vier Fußballfelder, ist nun weithin sichtbar und dank des Internets weltbekannt. Doch es bleibt ein vergängliches Bild eines vergänglichen Menschen, ohne dauerhafte Auswirkungen auf mein Leben.

    Völlig anders ist es mit Jesus Christus. Wer ihn sieht, der sieht nicht das Bild eines vergänglichen Menschen, sondern das Bild des (an sich) unsichtbaren, ewigen Gottes. Wir finden Jesu Gesichtszüge zwar nicht in einem Maisfeld. Aber in der Bibel werden uns seine Wesenszüge deutlich vor Augen gestellt. Er ist – laut Tagesvers – das »Icon« (Bild) Gottes. Wer sich also mit diesem Jesus beschäftigt, sieht nicht nur eine bekannte Person, sondern kann an ihm das Wesen Gottes erkennen. Und dieser Jesus hat sogar die Kraft, unser Leben zu verändern und uns Menschen aus der Verlorenheit unseres Daseins zu retten hinein in ewige und erfüllende Gemeinschaft mit Gott.

    Martin Reitz

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    4 min
  • Himmlischer Blitzableiter

    Sie ist das Wahrzeichen von Rio de Janeiro: die mit 38 Metern Höhe monumentale Christusstatue. Hoch über der Stadt thront sie seit 1931 auf dem Corcovado-Berg. Ihr Gewicht beträgt 1145 Tonnen; ihr Baumaterial ist Stahlbeton, der mit einem Mosaik aus Speckstein überzogen wurde. Heute vor 10 Jahren wurde der Statue durch einen Blitzeinschlag ein Finger »gebrochen«. Die Bilder in den Medien waren beeindruckend: Die Statue steht mit ausgebreiteten Armen (28 Meter Spannweite!) im Dunkel der Nacht, aus dem Himmel fährt ein gewaltiger Blitz in ihre rechte Hand. Ein passendes Bild für das, was Jesus am Kreuz für uns getan hat!

    Auch er hing dort mit ausgebreiteten Armen im Dunkel und wurde für uns alle zum »Blitzableiter«. Das gerechte Gericht Gottes über alles Böse hat ihn wie ein Blitz von oben getroffen. Er hat unser Gericht auf sich umgeleitet. Das konnte er tun, weil er selbst ein sündloses Leben gelebt hat. Und er tat es, weil er eine unfassbare Liebe zu Ihnen und mir hat! Es kostete ihn allerdings nicht einen Teil seines Fingers, sondern sein Leben.

    Am Kreuz ging Jesus für uns sozusagen durch die Hölle, damit wir für immer von ihr verschont bleiben können. Nun lädt Gott jeden Menschen ein, zu ihm umzukehren und an diese Stellvertretung Jesu zu glauben. Wer darauf vertraut, bekommt Vergebung für alle seine Sünden und das ewige Leben von Gott geschenkt. Er hat das Gericht über seine Sünden bereits hinter sich – weil Jesus ja dafür bezahlt hat. So verspricht er selbst es in Johannes 5,24: »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.«

    Stefan Hasewend

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    6 min
  • Berufung

    Als Matthäus zur Arbeit im Zollhaus ging, ahnte er sicher nicht, dass sich an diesem Tag sein Leben von Grund auf ändern würde. Vielleicht hatte er gerade seine Thermoskanne aufgeschraubt, den Laptop hochgefahren, kurz mit den Kollegen gequatscht und wartete jetzt auf den ersten Kunden. Der Job als Zöllner machte ihn unter seinen Landsleuten nicht sonderlich beliebt: Immerhin zog er den Zoll für die verhassten Besatzer (die Römer) ein. Und dabei nahm er auch gern etwas mehr, als ihm zustand, um sich selbst die Taschen zu füllen. Warum auch nicht, das machten doch die anderen auch so!

    Doch dann trifft ihn unvermittelt der Ruf Jesu, mitten in seinem Alltag am Arbeitsplatz: Folge mir nach! Was mag ihm da in kürzester Zeit durch den Kopf geschossen sein: Wer ist das? Lohnt sich das? Was werden meine Kollegen denken? Und vor allem: Wo führt mich das hin?

    Doch genau so unvermittelt, wie ihn der Ruf trifft, steht er sofort auf und tritt in die Nachfolge Jesu ein. Er beginnt bedingungslos etwas völlig Neues und lässt das alte Leben für alle sichtbar von jetzt auf gleich zurück. Aber ist das nicht total verrückt? Aus der Sicherheit und Berechenbarkeit des bisherigen Lebens auszubrechen – um Jesus nachzufolgen?

    Doch Jesus ist nicht irgendwer: Er ist der Sohn Gottes. Daher hat er wirklich die Autorität, Menschen in seine Nachfolge zu rufen. Und da er die ganze Schöpfung in seinen Händen hält, ist Nachfolge nicht im Mindesten unsicher, sondern in Wahrheit die einzig sichere Sache der Welt. Tatsächlich ist der Ruf in die Nachfolge ein unendlich gnädiger Ruf: Wer diesem Ruf folgt, ist im Leben nicht (mehr) ziellos unterwegs, sondern geht Seite an Seite mit dem Sohn Gottes und wird ewig sicher bei ihm sein.

    Markus Majonica

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    4 min
  • In der Töpferwerkstatt

    2022 habe ich das Töpfern für mich entdeckt. Mittlerweile liegen zwei Workshops hinter mir, die mich beide restlos begeistert haben. Warum? Ganz einfach: Abgesehen von der kreativen Herausforderung habe ich unglaublich viel über mich selbst und meine Beziehung zu Gott gelernt. Denn die Bibel spricht von Gott als einem Töpfer, in dessen Hand wir Menschen wie Ton sind. Seitdem ich mich selbst an die Drehscheibe setze, weiß ich ein bisschen besser, was das heißt.

    Zunächst knete ich mein Stück Ton ausgiebig. Danach positioniere ich den Klumpen in der Mitte der Drehscheibe und beginne mit dem Zentrieren. Gelingt mir dieser wichtige Arbeitsschritt nicht, wird es hinterher schwer, das Gefäß weiter zu bearbeiten. Wie genau funktioniert das Zentrieren? Sehr vereinfacht ausgedrückt: Während die Scheibe sich dreht, umschließe ich mit beiden Händen den Ton und lasse ihn zu einem Turm wachsen. Anschließend drücke ich ihn wieder mit beiden Händen in Richtung der Scheibe. Beides wiederhole ich so lange, bis der Ton seine Mitte gefunden hat und in sich ruht. Erst dann kann ich aus dem formlosen Klumpen hübsche Vasen, Tassen oder Krüge formen.

    Selbstverwirklichung wird heute groß geschrieben; jeder möchte etwas Besonderes und möglichst Aufsehenerregendes aus sich machen. Doch wir brauchen eine Mitte, ein Zentrum, einen Bezugspunkt. Den finden wir, wenn wir uns in Gottes Hände begeben und ihn unser Leben gestalten lassen. Nur er ist in der Lage, etwas Schönes und Nützliches aus uns zu machen.

    Der Ton hat keine Wahl: Er muss sich dem Töpfer fügen. Anders ist das bei uns. Gott möchte, dass wir uns ihm bewusst anvertrauen und ihn zum Herrn und Gestalter unseres Lebens machen. Dann wir können sicher sein: Das Ergebnis wird sich sehen lassen können!

    Eva Rahn

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    5 min
  • Erfolgreiche Erziehung im Zuchthaus?

    Der neunjährige Edward O’Brien steht an der Wand, wo seine Hände an eiserne Ringe gefesselt sind. Hinter ihm schwingt ein Gefängniswärter die Peitsche. Der junge Taschendieb bekommt zusätzlich zu seiner Haftstrafe zweimal wöchentlich Schläge auf den Rücken. Diese erschreckende Szene ist eine von vielen Stationen, mit denen im ehemaligen Stadtgefängnis in Cork (Irland) an die Bedingungen von Gefängnisinsassen im frühen 18. Jahrhundert erinnert wird. Eindrucksvoll stellen Wachsfiguren den Alltag der Gefangenen nach, die oft nur wegen Diebstahls von Kleidung oder Lebensmitteln verurteilt worden waren. In vielen Fällen handelt es sich um Kinder oder Jugendliche.

    Das Strafsystem in dieser Zeit war hart. Dennoch gab es Versuche, junge Strafgefangene zu schulen und zu einem besseren Leben zu erziehen. Allerdings waren die Ergebnisse so unbefriedigend, dass dieser Unterricht wieder aufgegeben wurde. Denn das Leben der Straftäter änderte sich nicht, und schnell begann der Kreislauf von Diebstahl, Verurteilung und Gefängnis aufs Neue.

    Diese Erfahrung unterstreicht die Aussage der Bibel, dass gute Gebote und konsequente Strafen allein das menschliche Herz nicht verändern. Gottes Antwort auf die Übertretungen seiner Gebote beschränkt sich darum nicht auf die Ankündigung einer gerechten Strafe. Statt die Position eines distanzierten Richters einzunehmen, wendet Gott sich uns liebevoll als Retter zu. Um uns einen Ausweg anzubieten, wurde Jesus, der Sohn Gottes, Mensch und nahm am Kreuz die Strafe für unsere Schuld auf sich. Gott gibt uns nicht die verdiente Strafe, sondern wendet uns seine Gnade zu. Wer diese Rettung durch den Glauben annimmt, wird von innen her verändert und erfährt einen echten Neubeginn.

    Andreas Droese

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    5 min
  • Die Gedanken sind frei?

    Mein alter Musiklehrer war ein echter Rebell. Ich sehe ihn immer noch vor mir, wie er seine Akustikgitarre spielt und dabei inbrünstig eines seiner Lieblingslieder schmettert: »Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? … Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen mit Pulver und Blei ...«. Mein stolzes Herz triumphierte bei diesem Lied: Ungestraft denken, was ich möchte – und niemand kann mir etwas anhaben!

    Doch ist das wirklich so? Die Bibel beschreibt das »Herz« als das Zentrum unseres Seins, das trügerisch und verschlagen ist. Jesus selbst sagte, dass aus dem Inneren des Menschen böse Gedanken hervorgehen. Hinterlist, Neid, Eifersucht, Hass und Stolz werden von Gott aufgedeckt und verurteilt (vgl. Markus 7,21-23).

    Auch wenn kein Mensch mein Innerstes durchschaut – Gott kennt es durch und durch. Er ist der absolute Herzenskenner, vor ihm kann ich nichts verbergen. Die Gedanken sind eben nicht frei in der Hinsicht, dass niemand sie erkennen könnte. Gott kennt sie! Das kann mir Angst machen oder aber mich erleichtert aufatmen lassen. Denn wenn Gott mich so gut kennt, brauche ich ihm nichts vorzumachen. Ich darf aufrichtig vor ihm sein. Er kennt die Abgründe meines Herzens, doch er liebt mich so sehr, dass er nicht zögert, mir einen Weg zu zeigen, diesen inneren Herzensdreck loszuwerden: durch Jesus, der mir anbietet, ihm mein schmutziges Herz zu geben, damit er es rein machen kann.

    Zugegeben, ich bin immer noch froh, dass niemand außer Gott meine Gedanken lesen kann. Denn wenn sie öffentlich wären, würde ich mich oft in Grund und Boden schämen ... Genau deshalb bringe ich Jesus täglich mein Herz mit der Bitte, daran zu arbeiten. Denn wer könnte das besser als er?

    Dina Wiens

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    5 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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