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Auf die Frage, warum Jesus in die Welt kam, würden die meisten Christen antworten: »Damit er uns durch seinen Tod mit Gott versöhnen konnte.« Das ist, Gott sei es ewig gedankt, Wahrheit! Aber warum war er außerdem noch 33 Jahre, also eine ziemlich lange Zeit, bei uns? Dafür gibt es zwei weitere Gründe:
1. Wir sollten durch unser Verhalten diesem Heiligen und Gerechten gegenüber zeigen, wie nötig wir Gottes Barmherzigkeit und Vergebung brauchen.
2. Wir sollten den Einzigen deutlich kennenlernen, der als Gott-Mensch ohne eine einzige Sünde über diese Erde lief, und uns damit zeigte, was der heilige Gott von uns allen erwartet.
Unser Tagesvers fasst in aller Kürze zusammen, was wir Menschen mit dem großen Gnadengeschenk des barmherzigen Gottes gemacht haben. Schon am Tag seiner Geburt waren für Jesus Christus alle Türen verschlossen, sodass er im Freien zur Welt kam, zwar unter dem Jubel der Engel, aber was uns angeht, »draußen vor der Tür«. Die Geschichten vom Schafstall und von Ochs und Esel dort, haben ja nur Leute erfunden, die sich der krassen Ablehnung schämten. Allein im Johannesevangelium kann man 22 Fälle finden, in denen Jesus von den Menschen gehasst und angegriffen wurde, die zu retten er gekommen war. Es waren immer nur wenige, die ihn liebhatten.
Und wie »revanchierte« sich Jesus für solches Verhalten? In Apostelgeschichte 10,38 heißt es, dass der von Gott mit Heiligem Geist und Kraft Gesalbte umherging und wohltat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren. Da gab es in Israel ganze Landstriche, in denen es keine Kranken gab, »denn er heilte sie alle«. Ach, möchten doch alle Leser zu denen gehören, die ihn dafür liebhaben!
Hermann GrabeDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Als ich 1969 eingeschult wurde, waren wir 42 Kinder in der Klasse. Frau Schwarze, unsere Lehrerin, hatte, so weit ich mich erinnere, in der gesamten Grundschulzeit kaum Disziplinprobleme. Häufig hatten wir nur drei oder vier Stunden Unterricht. Die Hausaufgaben waren schnell gemacht, und dann wurde gespielt. Im Sandkasten Burgen bauen, Kettcar fahren, im Wald Buden bauen, jeder hatte sein Taschenmesser dabei. Wir hatten kaum Spielzeug, waren aber meistens vergnügt und heiter. Und wenn wir nach Hause kamen, war die Mama da und hat uns, wenn nötig, bei den Hausaufgaben geholfen.
Das Bildungsniveau an deutschen Grundschulen hat sich im Jahr 2022 weiter verschlechtert. So verfehlten rund 25 Prozent aller Schüler der vierten Klassen die Mindeststandards beim Textverständnis, wie aus der internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (Iglu) hervorgeht. Bei der vergangenen Iglu-Erhebung aus dem Jahr 2017 waren es noch 19 Prozent gewesen.
Nicht mehr Knappheit, sondern Überfluss ist heute die überwiegende alltägliche Erfahrung. Nicht mehr nehmen, was zu bekommen ist, sondern aus dem Vollen schöpfen können. Nicht Versorgung, sondern Entsorgung. Bedroht ist nicht mehr das Leben, sondern sein Sinn. Dass die Welt nicht vorwärtskommt, sondern zurückgeht, hat meines Erachtens seinen Grund darin, dass die Menschen einander um Rat fragen, statt sich mit Gott zu beraten.
Ich meine nicht, dass früher alles besser war. Doch vor wenigen Jahrzehnten begann der Unterricht noch mit Gebet, Gott spielte eine Rolle in unserer Gesellschaft. In all unseren Krisen – ob es nun die Bildungskrise, die Wirtschaftskrise oder die Klimakrise ist –, Gott kommt nicht mehr vor! Wäre es nicht an der Zeit, eine Neuausrichtung vorzunehmen?
Peter LülingDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
An einem Tag im Februar war ich mit Freunden per Zug auf dem Weg nach Paris. Eine längere Reise lag vor uns. Wir mussten uns im Vorfeld genau überlegen, was wir wirklich in unserem Gepäck benötigten. Für unsere Gastgeber hatten wir technische Hilfsgüter besorgt; Versäumnisse oder Pannen sollte es auf dieser Reise möglichst nicht geben. Ich hatte auch tatsächlich alles dabei – außer eines: eine Getränkeflasche für unterwegs. Ich ignorierte tagsüber meinen Durst und bekam dafür am Abend höchst unangenehme Kopfschmerzen. Selbst als ich im Hotel genug zu trinken hatte, wollten sie bis in die Nacht hinein nicht abklingen ... Es war dumm von mir gewesen, die Durstsignale stundenlang zu übergehen.
Aus dem Zusammenhang unseres Tagesverses wird deutlich, dass David, der Autor dieses Psalms, Durst in doppeltem Sinn verspürte: Zum einen hielt er sich in der Wüste Juda auf, seine Trinkgefäße dürften schnell leer gewesen sein. Zum anderen war David innerlich ausgelaugt, weil feindlich gesinnte Menschen ihm das Leben schwer machten und er deshalb sogar in der Nacht gedanklich nicht zur Ruhe kam, sondern nach Auswegen grübelte. Infolgedessen hatte er ungeheuren Durst nach göttlicher Erfrischung. Mit wem – wenn nicht mit Gott – sollte er über seine zwischenmenschlichen Konflikte reden?
Von Davids Erfahrungen dürfen auch Sie profitieren. Vielleicht durchleben Sie im Augenblick Durststrecken, obwohl Sie Pannen vermeiden wollten. Vielleicht lernen Sie gerade »Wüsten der Einsamkeit« kennen, in denen Sie von allen anderen verlassen sind. Dann dürfen Sie diesen Psalm 63 als Vorlage für ein ähnlich formuliertes Gebet nehmen. Setzen Sie Ihren Namen und Ihre Umstände ein, und stillen Sie bei Jesus Ihren Durst!
Stefan TaubeDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
In einer Zeit, in der Wissen scheinbar unbegrenzt ist, ist es herausfordernd, wenn jemand sagt: Ich will nichts anderes wissen, als dass Jesus der Sohn Gottes ist und gekreuzigt wurde. Paulus bringt damit zum Ausdruck, dass alles andere Wissen hinter dieser Erkenntnis zurückstehen muss. Denn allein diese Tatsache, dass Jesus der Christus ist und gekreuzigt wurde, ist der Schlüssel, sowohl zum ewigem Leben, als auch zu einem erfüllten und erwachsenen Leben als Christ:
Jesus Christus war der einzige Mensch, der niemals Schuld auf sich geladen hat. An dem angesprochenen Kreuz hat er – selbst unschuldig – jede Schuld von uns auf sich genommen. Nur durch die Inanspruchnahme dieser Tatsache können wir unsere Lebensschuld los werden und mit Gott wirklich ins Reine kommen. Das nennt man Frieden mit Gott. Nur in Christus liegt diese Chance auf Rettung, sonst nirgendwo. Das allein schon rechtfertigt es, von Jesus nicht zu schweigen.
Aber auch für den, der dies für sich klar gemacht hat, muss der gekreuzigte Christus das Erste und Letzte sein, wovon wir reden. Denn nur in enger Verbindung zu ihm können wir zu mündigen Christen heranreifen (vgl. Epheser 4,13). Das Kreuz bleibt dabei von existenzieller Bedeutung: An anderer Stelle spricht Paulus davon, unser »alter Mensch« sei mit Christus gekreuzigt (vgl. Römer 6,6). Was bedeutet das? Es spricht davon, dass unser altes Wesen an sich nicht passend ist für die Gegenwart Gottes. Diese uns so vertraute, aber falsch gepolte Natur muss sterben, damit das Wesen des Sohnes Gottes in uns überhaupt wachsen kann. Und da Gott an seinem Sohn unendliches Wohlgefallen hat, freut er sich darüber, wenn er die Züge seines Sohnes in unserem Wesen wahrnehmen kann.
Markus MajonicaDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Viele erinnern sich sicher, dass vor einem Jahr ein Erdbeben im Südosten der Türkei und in Syrien mit einer Magnitude von 7,8 über 50 000 Menschen das Leben kostete. Hochhäuser fielen wie Kartenhäuser zusammen, weil sie nicht erdbebensicher gebaut waren. Die Stuttgarter Nachrichten berichteten am Tag danach: »Der Geologe Naci Görür brach in Tränen aus, als er von dem Erdbeben hörte. Er habe lange geweint, sagte der 76-jährige dem türkischen Sender Fox-TV – nicht nur um die Toten, sondern weil das Unglück viel weniger Menschen das Leben gekostet hätte ... Seit drei Jahren warnte er auf der Grundlage von Daten früherer Erdbeben, dass der nächste schwere Schlag Kahramanmaras treffen werde. Zuletzt hatte er drei Tage vor dem Unglück seine Warnung wiederholt. Doch die Behörden ignorierten ihn.«
Dieser Zeitungsartikel erinnert mich an eine Situation, die in der Bibel über Paulus berichtet wird (siehe Apostelgeschichte 17): Er ist in der philosophischen Hochburg der griechischen Kultur und will dort die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus weitergeben. Mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen baut er seine bekannte Rede auf dem Areopag auf. Dort tagte die höchste politische und richterliche Instanz und hier darf Paulus eine kurze Rede halten. Sie endet mit der Warnung des Tagesverses.
Die dringliche Rettungsbotschaft, die er verkündet, hat eine Kehrseite. Wer sie ignoriert, den trifft die Katastrophe: das Gericht Gottes. Wer aber seine Einstellung Gott gegenüber geändert hat und an die Rettungstat Jesu glaubt, für den hat Jesus stellvertretend das göttlich gerechte Urteil getragen. Für ihn selbst wird ein Freispruch wirksam.
Winfried ElterDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Ali (Name geändert) ist vor einigen Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Hier hat er Christen kennengelernt und sein Leben Jesus übergeben. Mittlerweile lebt er wieder in seiner alten Heimat, wo er oft wegen seines Glaubens belächelt und sogar angefeindet wird. Doch er liebt Jesus Christus und sein Wort, die Bibel. Dort liest er, dass es am Ende der Zeit, bevor Jesus Christus als Richter auf die Erde zurückkommt, häufige Erdbeben geben wird. Auch davon erzählt er seinen Nachbarn und Freunden. »Ihr müsst euch bekehren, eure Schuld vor Gott bekennen und an Jesus Christus glauben. Er ist der einzige Weg zu Gott. Nur dann könnt ihr dem Gericht Gottes entfliehen!« Aber weiterhin erntet Ali nur Spott und Ablehnung mit seiner Botschaft.
Doch dann passiert am 6. Februar 2023 die Katastrophe: ein ungeheureres Erdbeben, bei dem viele Tausend Menschen sterben. Ali und seine Familie leben in einer Region, die nicht davon betroffen ist. Er ist Gemüsebauer, hat durch den milden Winter eine großartige Ernte gehabt und die Nachfrage nach seinen Produkten ist groß. Aufgewühlt durch die schrecklichen Ereignisse und beeindruckt von dem Leben, das Ali führt, werden seine Nachbarn und Freunde nun doch fragend. Stimmt die Sache mit Jesus Christus am Ende doch? Könnte die Bibel vielleicht doch wahr sein? Was, wenn die Katastrophen unserer Tage eine Warnung Gottes sind, ihn endlich ernst zu nehmen?
Gott redet auf verschiedene Weise zu uns Menschen. Er tut es durch sein Wort, die Bibel, aber auch durch die Ereignisse, die um uns herum passieren. Und auch durch Christen, die andere Menschen immer wieder mit diesem Thema konfrontieren. Die entscheidende Frage ist nun: Wie reagieren Sie auf das Reden Gottes in Ihrem Leben?
Anna SchulzDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Ob Jogginghosen-Tag, Tag des Handtuchs oder Spaghetti-Tag – es gibt für fast alles einen besonderen Tag. An diesem Tag werden wir aufgefordert, uns an bestimmte Dinge zu erinnern oder uns mit einem konkreten Thema auseinandersetzen. Mancher dieser Gedenktage hat auch einen mahnenden Charakter, wie zum Beispiel der Weltkrebstag am 4. Februar.
An diesem Tag werden wir daran erinnert, dass allein in Deutschland mehr als 510 000 Menschen eine Krebserkrankung haben. Wir werden dazu ermutigt, Vorsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahrzunehmen, damit die Erkrankung möglichst frühzeitig erkannt wird. Medizin, Wissenschaft und Forschung werden angespornt, weiter zu forschen und Heilmittel zu finden. Kurz: Wir sollen nicht vergessen, dass Krebs eine Bedrohung für uns Menschen darstellt. Gedenktage sind wichtig und sinnvoll.
Aber für eine Sache gibt es noch keinen Gedenktag, obwohl die Sterberate – Stand heute – 100 % beträgt. Alle Menschen müssen einmal sterben, daran führt kein Weg vorbei. Und doch es gibt keinen »Welttodestag«, der uns das ins Gedächtnis ruft, und keine Werbetafel, die uns fragt »Wo verbringen Sie die Ewigkeit?«. Aber die Frage nach der Ewigkeit ist enorm wichtig. Denn die Bibel macht sehr deutlich, dass es nach dem irdischen Leben weitergeht, entweder in Gemeinschaft mit Gott oder getrennt von ihm.
Daher: Die Situation ist ernst und wir tun gut daran, uns wachrütteln zu lassen und uns zu fragen, was nach dem Tod geschieht. Wer Jesus Christus als seinen Herrn und Erretter angenommen hat, darf sicher wissen, dass ihn eine herrliche Zukunft im himmlischen Vaterhaus erwartet.
Ann-Christin BernackDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Ein Kennzeichen unserer modernen Kultur ist unser Streben nach allem, was neu und aufregend ist. Wir suchen ständig nach den neuesten Fortbewegungsmitteln, Handys, Computern, Filmen, Spielen, Extremsportarten, Urlauben usw. »Unterhalte mich!«, lautet das große Thema. Unterhaltung ist eine wilde Flucht vor der Langeweile. Wenn wir nicht unterhalten werden, dann müssen wir irgendwie die fürchterliche Stille fürchten. Blaise Pascal, der französische Philosoph, bemerkte scharfsinnig: »Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.« (Quelle: gutzitiert.de)
Langeweile ist ein Übel, dem alle irgendwann und irgendwie begegnen. Viele Menschen fürchten sich, dass sie in ein langweiliges, zielloses Dasein abrutschen. Deshalb versuchen sie, ständig Neues und Aufregendes zu finden, aber sie erleben darin keine wirkliche Befriedigung. Wir leben in einer Kultur der Ironie: Mit dem meisten Frieden, dem meisten Geld und der meisten Freizeit sitzen viele in der bösartigsten Traurigkeit.
Da klingt die Aufforderung in unserem Tagesvers einerseits befremdlich, andererseits aber macht sie auch neugierig. Kann Gott tatsächlich in unserem Leben eine so zentrale Rolle spielen, dass uns das erfüllt und Freude bereitet? Freudige Menschen sind jedenfalls bewegt, deshalb ist ihnen nicht langweilig. Wenn unsere Hoffnungen auf etwas Schönes und Herrliches gerichtet sind, das unendlich ist, kommt etwas ganz Besonderes in unser Leben hinein, von dem man aber nur dann etwas erfährt, wenn man sich auf die Person einlässt, mit der das untrennbar verbunden ist: Jesus Christus. Vor ihm braucht man nicht die Flucht zu ergreifen, denn er will uns ein erfülltes Leben schenken.
Sebastian WeißbacherDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Als Orthopädietechnik-Mechanikerin arbeite ich jeden Tag daran, Amputierten das verlorene Körperteil so gut wie möglich zu ersetzen und dabei dem natürlichen Original möglichst nahe zu kommen. Während früher bei einer Unterschenkelamputation ein Holzbein am Stumpf befestigt wurde, macht man heute einen individuellen Scan oder Gipsabdruck, gießt unter Vakuum einen Schaft aus Carbon- oder Glasfaser, wählt aus einem riesigen Angebot den genau auf den Anwender abgestimmten Fuß und die passenden Modularteile aus. Zusätzlich trainiert der Prothesenträger regelmäßig in Rehakliniken, in der Gangschule und mit Physiotherapeuten, um dem natürlichen Gangbild so nah wie möglich zu kommen und zu lernen, den künstlichen Beinersatz im Alltag zu gebrauchen. Ein extrem hoher Aufwand wird betrieben, damit der Amputierte den Verlust des Natürlichen ausgleichen kann.
Einen ähnlich hohen Aufwand betreibt fast jeder von uns, um ebenfalls etwas Natürliches zu ersetzen, das jedem Einzelnen verloren gegangen ist: die Beziehung, die wir als Geschöpfe eigentlich zu unserem Schöpfer haben sollten. Diese natürliche Verbindung existiert nicht mehr, und so versuchen wir Menschen, sie durch alles Mögliche zu ersetzen: Wohlstand, Familie, Erfolg, Selbstfindung, Spaß etc. Jeder tut auf seine Weise alles dafür, die Leere zu füllen, die wir spüren, wenn wir länger als fünf Minuten über unser Leben nachdenken. Doch genauso wie die Prothese den amputierten Unterschenkel niemals vollständig ersetzen wird, so wird auch keine noch so steile Karriere, erfülltes Familienerleben oder Einsatz in Sozialprojekten einem Leben vollständigen Sinn einhauchen. Das Original, die erfüllende Beziehung zum Schöpfer, kann nicht ersetzt, sondern muss wieder hergestellt werden.
Marielena KleinDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Der Verleger Anastas Bahr galt als kenntnisreicher Entdecker von Talent. Er stolperte in der Zeitung über Gedichte eines gewissen Loris. Trotz gedanklichen Tiefgangs schienen diese Verse mit leichter Hand hingestreut; so ungewohnt beschwingt, dass jeder aufhorchte. »Wer ist dieser Loris? Wer steckt hinter dem Pseudonym?« Bahr fragte sich durch, schrieb an den Unbekannten und vereinbarte eine Begegnung im Kaffeehaus. Da kommt ein schlaksiger Gymnasiast in kurzen Hosen an seinen Tisch, verbeugt sich und sagt mit hoher Stimme: »Hugo von Hofmannsthal. Ich bin Loris!« Noch Jahre später erzählte Anastas Bahr von seiner Verblüffung. Er konnte es nicht glauben: Dieser Knabe – solche Kunst? Woher hatte er das?
Hugo von Hofmannsthal wurde heute vor 150 Jahren geboren. Als Kind las er viel, verschlang alles, was irgend erreichbar war. Da er als Schüler keine eigenen Zeitungsbeiträge veröffentlichen durfte, reichte er seine Gedichte unter dem Decknamen Loris ein. Sie wurden sofort gedruckt. Sein früher Ruhm reichte bald über Wien hinaus; er wurde mehrmals für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen.
Vielleicht kann man sich nun besser die Verblüffung vorstellen, die der zwölfjährige Jesus im Tempel von Jerusalem ausgelöst haben muss. »Alle gerieten außer sich … und erstaunten sehr, aber sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete.« Er war kaum ein Teenager, verfügte aber über unermessliche Weisheit. Hier zeigt sich, dass Jesus im Vergleich zu Hoffmannsthal nicht nur ein außergewöhnlich begabtes »Wunderkind« war, sondern Gott selbst, fleischgeworden. Dennoch hielt er weitere 18 Jahre sein Licht unter dem Scheffel und begann erst im Alter von 30 Jahren, seine Göttlichkeit offen zu zeigen.
Andreas FettDiese und viele weitere Andachten online lesen
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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…
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