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An einem schönen Tag sind drei Jungs im Wald unterwegs. Die Dreizehnjährigen wollen sich einen Lagerplatz bauen. Dazu gehört natürlich auch ein Lagerfeuer, auf dem Kartoffeln, in Alufolie eingewickelt, gegart werden. So sitzen die drei erzählend und lachend zusammen – ein Erlebnis, das jedes Jungenherz höherschlagen lässt. Als es dann dämmerig wird, löscht das Trio das Feuer und macht sich müde und fröhlich auf den Heimweg.
Als später einer der Jungen zu Hause erzählt, was sie im Wald gemacht haben, hinterfragt seine Mutter die Gründlichkeit beim Löschen des Feuers: »Bist du dir sicher, dass das Feuer wirklich aus war? Du weißt, wie gefährlich das ist. Und dabei ist es gerade so trocken im Wald.« Das anfängliche Abwinken der mütterlichen Besorgnis verwandelt sich mehr und mehr in ein zweifelndes Bangen. Ihm wird heiß und kalt gleichzeitig. Was, wenn nun wegen ihrer Unvorsichtigkeit ein verheerender Waldbrand ausbricht? Und selbst wenn sie nachschauen wollten, würde man im Dunkeln den Lagerplatz mitten im Wald jetzt noch wiederfinden? In seiner Not wendet er sich an seine Mutter. Sie rät: »Dann müssen wir jetzt für Regen beten.« Das tun sie auch. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit öffnen sich die Fenster des Himmels, sodass es in Strömen regnet. Jetzt ist die Gefahr sicher gebannt.
Dieses Erlebnis mag kindlich und naiv erscheinen. Vielleicht denkt sogar der eine oder andere, dass das ja ein billiger Weg ist, eigenes Fehlverhalten zu korrigieren, statt selbst Verantwortung zu übernehmen. Doch tatsächlich hat der Junge genau das getan, indem er Gott seine Hilflosigkeit und seinen Fehler bekennt. Und Gott gibt gerne dem, der ihm wirklich vertraut. Sogar unverdient. Denn er ist ein Retter-Gott!
Jannik SandhöferDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Auf meinem Smartphone ist eine App, mit der ich meine Fitness messen kann. Diese App hält alle Bewegungen des Tages nach und rechnet sie in Kalorien um. Nun kann man sich individuelle tägliche Ziele setzen, z. B. einen bestimmten Kalorienverbrauch. Wenn man das Tagesziel erreicht, erhält man eine »Medaille«. Die nächste Stufe ist, eine ganze Woche dieses Ziel durchgängig zu erreichen usw. Eines Nachts fiel mir auf, dass an meinem Ziel für den vergangenen Tag etwa 40 Schritte fehlten. Kein Problem, meinte meine Frau (eher im Scherz!), lauf doch noch ein wenig herum und hole das Versäumte nach. Allerdings ging das nicht mehr. Denn mit 00:00 Uhr hatte ein neuer (Mess-)Tag begonnen. Das Versäumnis ließ sich nicht mehr ausgleichen.
Nun ist dieses Scheitern nicht wirklich schlimm. Allerdings verstehen viele Menschen Glauben und Religion ähnlich wie diesen Wettlauf um Kalorien: Ich muss genug Gutes tun, um das notwendige Tages-, Jahres- oder Lebensziel zu erreichen. Allerdings gibt es noch keine App, die mir zeigt, ob meine Bilanz bei Gott wirklich ausgeglichen ist. So »laufen« viele Menschen Tag für Tag und wissen nicht, ob ihre Verdienste reichen, um Gott zufriedenzustellen. Was ist überhaupt ausreichend, um dieses Ziel zu erreichen? Und was geschieht, wenn mein letzter Lebenstag vergangen ist und ich feststellen muss, dass mein Lebenswerk nicht gereicht hat und ich das Versäumte auch nicht mehr nachholen kann?
Tatsächlich will Gott uns aus diesem Hamsterrad der Ungewissheit erlösen. Denn das, was an meiner Lebensbilanz fehlt, hat er bereits sehr teuer, nämlich durch das Leben seines Sohnes, bezahlt. Nichts fehlt mehr an meiner Lebensschuld, wenn ich das für mich ganz persönlich annehme.
Markus MajonicaDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Wenn jemand sagt, er habe bei einer Handlungsweise ein gutes Gewissen, so kann sein Tun trotzdem höchst fragwürdig sein. Das in unseren Bibeln mit »Gewissen« wiedergegebene Wort heißt genau übersetzt »Zusammenschau«. Man sieht mit seinem »Gewissen« also jeweils mindestens zwei Dinge zusammen. (1) Das, was man selbst oder die Familie oder das eigene Umfeld für gut oder böse hält, und (2) das eigene Denken, Reden oder Tun. Stimmen beide Seiten überein, hat man ein gutes Gewissen. Dabei kann man Sklavenhändler, Rauschgiftschmuggler, Massenmörder oder Bigamist sein. Weil alle in ihrem jeweiligen Umfeld das machten oder guthießen, hatten selbst viele SS-Männer in Auschwitz oftmals ein gutes Gewissen, während sie jüdische Menschen jeden Alters und Geschlechts zu Tausenden vergasten.
Unser Tagesvers sagt, dass der Apostel Paulus die Messlatte für das, was er für gut oder schlecht hielt, nicht vom Gewohnheitsrecht der Menschen in ihrer Zeit und Welt ableitete, sondern von dem, was Gott in seinen Geboten angeordnet hatte. Das bedeutet nicht, dass er selbst dieses Ziel immer erreicht hat. So sagt er in Philipper 3,12: »Nicht dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möge.« Seine Grundausrichtung jedoch stimmte. Er war von Jesus Christus erfüllt.
Ja, die Messlatte lag für ihn sehr hoch; aber er wusste, dass Gottes Gebote allesamt nur das eine Ziel verfolgen: uns dem Sohn Gottes, also Jesus Christus, ähnlicher zu machen. Und je ähnlicher wir ihm hier werden, umso größer und herrlicher wird er uns erscheinen, wenn wir ihn sehen werden, wie er ist. Das sollte für Christen das höchste Ziel sein, und es ist nebenbei auch das nachhaltigste von allen denkbaren Zielen.
Hermann GrabeDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Die Rückfahrt scheint kein Ende zu nehmen. Wir beide haben nicht zu Abend gegessen, ein schwerer Fehler, denn um diese Uhrzeit hat kein Laden mehr auf. Hunger und der Mangel an Optionen treiben uns in eine Fast-Food-Filiale. Als ich das lauwarme Essen aus dem Papier wickele, weiß ich bereits, dass ich es nachher bereuen werde. Denn wirklich satt bin ich nach dieser schnellen Mahlzeit nicht, so dass wir bereits eine Stunde später die nächste Filiale für einen Nachtisch ansteuern.
Wir Menschen haben nicht nur Hunger nach Nahrung, sondern auch nach Erfüllung. Jeder von uns möchte etwas finden, das ihn zufrieden stellt. Oft wenden wir uns dabei »Fast Food« zu, kurzen Vergnügen, die nicht lange anhalten, wie ein paar Stunden Ablenkung und Zerstreuung vor dem Computer. Diese »Chicken Nuggets« scheinen für den Moment unseren Hunger zwar zu stillen, aber danach fühlen wir uns leerer als zuvor. Andere Dinge wie gute Beziehungen können uns schon längerfristig satt machen, doch selbst menschliche Liebe kann unsere tiefsten Sehnsüchte nicht auf Dauer stillen.
In der Bibel lesen wir, dass Gott dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt hat (Prediger 3,11). Wir sind für etwas geschaffen, das über diese Welt hinausgeht. Deshalb gibt es hier auch nichts, was uns auf Dauer zufriedenstellen könnte. Etwas Vergängliches kann keinen unvergänglichen Hunger stillen. Wie wir im Tagesvers lesen, gibt es jedoch einen, der eine unvergängliche Speise für uns bereithält. Es ist der, der sich selbst das Brot des Lebens nennt: Jesus Christus. Wer an ihn glaubt, dessen Lebenshunger ist gestillt, und er ist dauerhaft satt geworden.
Carolin NietzkeDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Nicht nur Kinder, auch Erwachsene lieben Märchen. Warum? Sie sprechen offenbar tiefe Sehnsüchte in uns an, die das wahre Leben nicht stillen kann: Dem Übernatürlichen begegnen, dem Tod entkommen, Liebe erleben, die man nicht verlieren kann, nicht alt zu werden, nicht sterben zu müssen, über das Böse zu triumphieren. Die Schöne und das Biest z. B. erzählen uns von einer Liebe, die sogar aus einer tierähnlichen Widerwärtigkeit herausholen kann. Dornröschen erzählt uns von einer Art bösem Zauberschlaf. Doch dann kommt ein edler Prinz und bricht den Bann. Wie schön, wie berührend. Doch bei all dem bleiben Märchen, was sie sind: Fiktion, Träume, Wunschvorstellungen.
Wenn wir nun die Erzählungen in der Bibel lesen, denken wir vielleicht: Das sind doch auch nur Märchen. Zu schön, um wahr zu sein. Da bricht einer in unsere Welt hinein, hat Wunderkräfte, die Stürme stillen, Kranke heilen und Tote auferwecken können. Dann fallen Neider und Feinde über diesen Wundertäter her, töten ihn und alles scheint aus zu sein. Doch unverhofft steht er von den Toten auf und kann so alle erretten, die ihm ihr Vertrauen schenken. Ist das nun auch wieder nur Fiktion?
Nein. Bedenken wir: Die Geschichten der Bibel beginnen nicht mit »Es war einmal ...« Sie berichten von Tatsachen, von existierenden Personen in einer realen Zeitrechnung. Es ist kein Märchen, dass wir Menschen unter dem Fluch eines »bösen Herrschers«, des Teufels liegen. Und ebenso wenig ist es ein Märchen, dass Jesus, besser als jeder »Märchenprinz«, diesen Bann gebrochen hat. Seine Liebe hat gesiegt: über Sünde, Tod und Teufel. Wer sich ihm anvertraut, für den ist ewiges Leben und unverlierbare Liebe keine Fiktion, kein unerfüllbarer Traum mehr, sondern ganz real.
Sebastian WeißbacherDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Mitten in der Nacht erscheint ein bedeutender Mann bei Jesus Christus: Nikodemus. Er ist Mitglied des »Hohen Rates«. Dieser Rat war das höchste Regierungs- und Richterkollegium der Juden. Wenngleich die herrschenden Römer diesem Gremium wichtige Befugnisse genommen hatten, blieb es die maßgebliche Behörde in jüdischen Religionsfragen. Seine 71 Mitglieder sollten dem jüdischen Volk Orientierung und Klarheit in den entscheidenden Glaubensfragen geben.
Nun kommt dieser Nikodemus zu Jesus, und der kommt direkt zum Entscheidenden: Um in das Reich Gottes zu kommen und ewiges Leben zu gewinnen, bedarf es bei jedem Menschen einer fundamentalen Erneuerung: Er muss durch den Geist Gottes von Neuem geboren werden. Doch der kluge Nikodemus, der das Volk belehren (können) sollte, versteht nicht, wie das gehen soll. In der entscheidenden Frage des Lebens hat er offenbar keine Klarheit.
Heute erscheint dies ähnlich: Die an sich zuständigen, führenden Leute haben auf die wesentlichen Fragen des Lebens häufig keine klare, belastbare Antwort. Vor allem wenn es um (ewiges) Leben und Tod geht, erscheinen sie ratlos. Sie tappen selbst im Dunkeln, und stellen erst gar nicht den Anspruch, den Menschen in Ewigkeitsfragen klare Orientierung geben zu können. Warum ist das so? Weil sie ihre Sicht auf das Diesseits beschränken. Nikodemus hingegen wollte mehr und wandte sich an Jesus, den Sohn Gottes. Dieser weiß nämlich alles und hat auf die entscheidende Lebensfrage tatsächlich die verbindliche Antwort. Allein Jesus kann echte Orientierung geben, wenn es um ein Leben mit Gott geht. Für Nikodemus hatte das grundlegende positive Auswirkungen. Und als es später darauf ankam, stellte er sich öffentlich auf Jesu Seite, durch den er das ewige Leben gewonnen hatte.
Markus MajonicaDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
In der Anfangszeit meiner beruflichen Tätigkeit im Immobiliengeschäft kam es zu folgender Begebenheit: Ein Kunde wollte nicht nur eine Neubau-Eigentumswohnung bei mir kaufen, sondern fragte mich auch, ob ich ihm einen erfahrenen Bauträger empfehlen könnte. Nun kannte ich zwar noch keinen Bauträger, tat aber so, als ob das der Fall wäre! Ich empfahl dem Kunden einen Bauträger (den ich mir aus dem Telefonbuch herausgesucht hatte) und lud dann beide zu einem Treffen in mein Büro ein. Doch meine Lüge flog auf: Der Bauträger kam ins Büro, ging freundlich auf den Kunden zu und begrüßte ihn: »Guten Morgen, Herr Spieker!« Wie peinlich! Nun war ja klar, dass er mich in Wirklichkeit noch gar nicht kannte. Ich wollte im Boden versinken.
Ich habe mich dann nicht nur entschuldigt, sondern aus dieser peinlichen Situation für mein Leben gelernt: Eine Lüge ist niemals eine echte Problemlösung. Sie stößt andere Menschen zurück. Sie fühlen sich betrogen. Ihr Vertrauen zu meinen Worten zerbricht. Schon der Volksmund sagt: »Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.«
Vielleicht ist das Versagen des Jüngers Petrus einer der bekanntesten Berichte der Bibel. Auf mehrfaches Nachfragen beteuerte er immer wieder, dass er Jesus nicht kennt. Doch mit der dreifachen Lüge (»Ich kenne diesen Jesus nicht!«) endet das Leben des Petrus glücklicherweise nicht. Nach Jesu Auferstehung begegnet dieser dem immer noch zutiefst von sich selbst enttäuschten Petrus und hilft ihm, die Sache in Ordnung zu bringen. Er macht seinem reuigen, einsichtigen Jünger keine Vorwürfe. Er vergibt ihm. Petrus weiß, dass seine Beziehung zu Jesus das Allerwichtigste ist. Nur aus dieser Beziehung heraus bringt er den Mut auf, authentisch zu leben.
Klaus SpiekerDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Wenn irgendwo auf der Welt eine Kirche oder ein sonstiges Gebäude für Gottesdienste eingeweiht wird, so geschieht dies normalerweise in einem festlichen Rahmen. Schließlich haben die potentiellen Gottesdienstbesucher lange auf diesen Tag gewartet, es sind viele Besucher da! Und meistens werden zu solch einer Gelegenheit festliche Reden gehalten.
Das ist auch der Hintergrund für das biblische Kapitel, aus dem der obige Vers stammt. Die Juden hatten die Sklaverei in Ägypten und die Wüste hinter sich gelassen. Nun warteten sie sehnsüchtig darauf, im verheißenen Land Kanaan einen eigenen jüdischen Tempel zu besitzen. Unter König Salomo wurde dieser Traum Wirklichkeit; er selbst hielt auch die Einweihungsrede für das prächtige Gebäude. Doch bei aller Pracht und der vielen Arbeit und Mühe, welche die Erbauer in den Tempel investiert hatten, konnte der König sich in seiner Rede den Hinweis nicht verkneifen, dass dieses Gotteshaus trotz seiner Größe letztlich viel zu klein war.
Warum? Ganz einfach: Weil Gott unvorstellbar größer ist als alles, was wir Menschen über ihn erdenken oder für ihn produzieren können. In Jeremia 23,24 sagt Gott: »Bin ich es nicht, der den Himmel und die Erde erfüllt?« Gottes Größe lässt sich nicht hineinpressen in die Begrenztheit unserer menschlichen Denkstrukturen. Wie groß auch immer wir über ihn denken mögen – er ist letztlich doch noch viel größer.
Zum Glück sind wir nicht auf unsere eigenen Gedanken und Ideen über ihn angewiesen, weil er sich uns in seinem Sohn Jesus Christus geoffenbart hat. Er war nicht zu klein, um Gott zu fassen: »In ihm lebt die ganze Fülle Gottes in menschlicher Gestalt« (Kolosser 2,9). In Jesus wird der unfassbare Gott fassbar.
Stefan NietzkeDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Audioaufnahmen: Radio Segenswelle
Der Krieg in der Ukraine hat uns deutlich gemacht, was so kaum vorher bekannt war: Die Ukraine ist die Kornkammer des europäischen Kontinents, oder war es vielmehr, vor dem Angriff Russland auf das Land im Februar 2022. Bei Weizen, Mais und Gerste zählte die Ukraine zu den Hauptexporteuren. Grund dafür sind die ertragreichen Schwarzerde-Böden in dem osteuropäischen Land, die zu den fruchtbarsten weltweit gehören. Vor Kriegsbeginn exportierte das Land allein Getreide im Wert von 55,68 Milliarden Euro. (Quelle: www.dw.com)
Das Bild von Saat und Ernte benutzte auch Jesus, um sein Anliegen in Verbindung mit seinem Tod am Kreuz zu beschreiben. Aber hier ist es schon ein einziges Weizenkorn, das enorme Auswirkungen dadurch hat, dass es in die Erde, d. h. in den Tod gelegt wurde. Das übertrifft alles, was in dieser Welt jemals gesät und geerntet wurde, um Menschen zu ernähren und am Leben zu erhalten. Darüber hinaus geht es bei Jesus um viel mehr als das irdische Leben, es geht um das ewige Leben, das man durch ihn gewinnen kann. Jeder, der sein Opfer am Kreuz, wo die Sünde gesühnt wurde, die uns von Gott trennt, für sich in Anspruch nimmt und ihm sein Leben übergibt, gehört zu der Frucht, die aus diesem einen Weizenkorn hervorkommt. Und das ist keine Pflanze, die vergeht, sondern es ist ein Gewächs, das in Ewigkeit erhalten bleibt.
So etwas gibt es hier auf der Erde nicht, aber bei Gott schon, für ihn ist nichts unmöglich. Er kann auf Dauer das erhalten, was er durch seinen Sohn, Jesus Christus, wachsen lässt. Und das sind alle, die seine Vergebung annehmen und die er dann sogar zu seinen Kindern macht. Die lässt er niemals wieder fallen, sondern behält sie alle in seiner Hand (vgl. Johannes 10,29).
Joachim PletschDiese und viele weitere Andachten online lesen
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Zu dem heutigen »Tag der Muttersprache« scheint der Tagesvers nicht der passendste zu sein. Doch wir werden sehen: Sprache hat sehr viel mit der »Mutter« zu tun. Deswegen halte ich das Wort »Muttersprache« im Deutschen für sehr angebracht, genau so wie das Wort »Stillen«. Das Kind an der Mutterbrust ist still, es beschwert sich nicht und hat keine Angst. Es fühlt sich geborgen. Es gibt Sprachwissenschaftler, die mit guten Gründen vermuten, dass ein Baby einen ersten Anreiz zum Sprechen eben an der Mutterbrust findet. Das Öffnen und Schließen des Mundes gehört zu dieser Situation; kommt dann die Stimme hinzu, beginnt das Sprechen – und »Mama« ist dabei nicht umsonst oft das erste Wort.
Das Sprechen der Mutter mit dem Kind ist dann nicht mehr weit, auch nicht das mit anderen Menschen. Die Muttersprache stiftet Gemeinschaft, entwickelt Bindekraft und Intimität. Über die Sprache lernt das Kind zu vertrauen, zu erbitten, zu danken. Wer nun auch noch bei seiner Mutter beten gelernt hat, der hat auch gelernt, dass man in der jeweiligen Muttersprache mit Gott reden kann. Gott versteht jede Muttersprache. Wir wollen dankbar sein, dass Gott uns Sprache gegeben hat, die es uns ermöglicht, im Gebet Verbindung mit Gott aufzunehmen und alles vor ihm auszuschütten, was uns bedrängt oder was uns froh macht – und alles in unserer Muttersprache.
Mit unserer Sprache, die wir von klein auf gelernt haben, können wir vor allem das wichtigste Anliegen, das man in Worte fassen kann, Gott gegenüber »zur Sprache bringen« – wie der König David: »Ich sprach: HERR, sei mir gnädig! Heile meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt« (Psalm 41,5). Mit diesen Worten hat jede Muttersprache das höchste Ziel erreicht.
Karl-Otto HerhausDiese und viele weitere Andachten online lesen
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