Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Ein Gott, der mich annimmt

    Zutiefst verzweifelt schiebe ich mein Fahrrad über den steinigen Weg. Ich habe einen Platten, mehrere Kilometer von Zuhause entfernt. Als ob ich nicht schon genug Probleme hätte! Ich strample mich ab, gebe wirklich Gas und trotzdem laufen weder mein Privatleben noch mein Studium noch mein Nebenjob wie geschmiert. Im Gegenteil, das Leben entgleitet mir immer mehr und ich werde in ohnmächtiger Hilflosigkeit vom Schicksalsstrudel mitgerissen.

    Obwohl ich zum Islam konvertiert und eine gewissenhafte Muslima bin, erlebe ich nicht, dass Allah auf meine Probleme eingeht, ja, dass er sich überhaupt für mich interessiert! Ich wünsche mir so sehr eine Beziehung zu einem Gott, der Gebete erhört, der Wegweisung gibt und für mich da ist. Der mich liebt und sich für mich einsetzt.

    Zeitweise denke ich sogar über Selbstmord nach. Doch noch hält mich ein winziger Hoffnungsschimmer zurück: Es gibt ja noch den christlichen Gott, den, von dem die Bibel sagt, dass er aus Liebe eine Brücke zu den Menschen geschlagen habe. So ein Interesse am Menschen kenne ich von Allah nicht. Also wage ich etwas Verbotenes und bete zu diesem christlichen Gott: »Du Gott der Bibel, wenn es dich wirklich gibt, dann zeige dich mir!«

    Kurze Zeit später stoße ich auf den oben zitierten Bibelvers. Zufall? Nein. Mir ist sofort klar: Hier hat der Gott der Bibel auf mein Gebet reagiert und geantwortet. Wenn ich zu ihm gehören möchte, muss ich an Jesus glauben, der für uns Menschen die Brücke zu Gott ist. Der Weg zu Gott führt ausschließlich über Jesus, der für uns gestorben und auferstanden ist. Und nur wenn ich Jesus in mein Leben aufnehme, kann meine tiefe Sehnsucht nach Angenommensein durch Gott gestillt werden.

    Dina Wiens

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    5 min
  • Gott erhört Gebet

    Heute vor 126 Jahren verstarb Georg Müller, der als Waisenhausvater von Bristol bekannt geworden ist. Nach einer gottlosen Jugend kam Müller durch einen Studienfreund zum Glauben an Jesus Christus und wurde Prediger einer kleinen Baptistengemeinde. 1832 zog er nach Bristol, wo sein Freund Henry Craik Prediger war. Die dortige christliche Gemeinde wuchs in kurzer Zeit auf über 600 Personen an. Im April 1836 gründete Müller das erste Waisenhaus in Bristol. Die meisten Eltern der Waisenkinder waren bei der Cholera-Epidemie von 1832 gestorben. Ohne jedes Startkapital nahm Müller in großem Gottvertrauen die Waisenkinder auf und betete im Glauben darum, dass Gott diese Kinder versorgt. Seine Gebete wurden immer wieder erhört und es entstanden im Laufe der Jahre 5 Waisenhäuser mit insgesamt 2000 Kindern. Der jährliche Geldbedarf betrug schließlich 30 000 Pfund Sterling.

    Anfangs ging er morgens früh auf die Straßen, um arme Kinder zu sich zu rufen. Allen gab er ein Stück Brot zum Frühstück und erteilte ihnen danach Bibel- oder Leseunterricht. Später gründete er einen Verein, der den Zweck hatte, christliche Schulen zu errichten. Aber nicht nur die Bildung und Versorgung der Kinder lag ihm am Herzen, sondern auch, dass sie zum Glauben an Gott kommen und selbst erleben, dass Gott Gebete erhört.

    Wie viele davon dies tatsächlich in ihrem weiteren Leben erfahren haben, ist nicht bekannt. Aber zweifellos wurden eine große Zahl von jungen Menschen auf einen Weg geleitet, der zu einem dauerhaften Frieden mit Gott und dem Erleben seiner Hilfe und Gnade führte. Das kann auch heute noch geschehen, z. B. indem man ernst nimmt, was in Gottes Wort steht und in diesem Andachtsbuch weitergegeben wird, und damit beginnt, zu Gott zu beten.

    Uwe Harald Böhm

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    4 min
  • Todesopfer

    Am Abend des 9. März 2023 näherte sich ein 35-jähriger Mann mit einer Pistole den Versammlungsräumen einer Gruppierung in Hamburg-Alsterdorf. Dort befanden sich 36 Personen. Bereits auf dem Parkplatz eröffnete der Mann das Feuer auf einen Pkw, der von zehn Projektilen getroffen wurde. Schließlich drang der Täter in das Gebäude ein und schoss weiter, insgesamt über 100-mal. Bei diesem schrecklichen Amoklauf starben sieben Menschen. Zuletzt tötete der Täter sich selbst.

    Unter den sieben Opfern waren vier Männer, zwei Frauen – und ein ungeborenes Mädchen. Durch die willkürliche Entscheidung eines Menschen wird dieses Kind, deren Mutter übrigens überlebte, nie die Chance haben, sein eigenes Leben zu erleben, die Liebe seiner Eltern zu spüren, sich von der Sonne wärmen lassen … Zu Recht sprachen die Medien deshalb ausnahmslos auch in Bezug auf dieses ungeborene Kind von einem Menschen. Der NDR z. B. berichtete von »sieben Menschen«, die getötet wurden, »darunter … ein ungeborenes Mädchen«.

    Diese Berichterstattung hat mich aufhorchen lassen. Von niemandem wurde diesem Mädchen sein Status als vollwertiger Mensch und Opfer abgesprochen, obgleich es noch im Leib seiner Mutter war. Es entspricht offenbar unserem ethischen Empfinden, dass dieses im Werden begriffene Leben ein gleichberechtigtes Lebensrecht hat.

    Doch während dies hier scheinbar selbstverständlich berichtet wurde, wird das Lebensrecht eines ungeborenen Menschen allgemein zusehends in Abrede gestellt. Sein Menschsein, seine Würde und seine Schutzbedürftigkeit werden ihm aberkannt. Dabei geschieht auch bei einer Abtreibung Vergleichbares: Einem wehrlosen Kind wird durch die Entscheidung eines anderen Menschen das Leben genommen.

    Markus Majonica

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    6 min
  • Was mir das Leben Moses zeigt (5)

    Kann man mit Gott reden? Hat sich Mose das nur eingebildet? Er erhielt von Gott nicht nur die Zehn Gebote, sondern auch viele Hinweise, nach denen er sich richtete und deren Erfüllung er erlebte: Zusammen mit dem Volk Israel fand er unterwegs in ein neues Land immer wieder einen Ausweg in auswegloser Situation, Wasser in der Wüste, Sieg über Feinde und Gegner und vieles mehr. Ist das heute auch noch möglich?

    Eine mir bekannte ältere Frau hatte Jesus schon als Kind ihr Leben übergeben. Sie hatte ihn um Vergebung ihrer Sünden gebeten, ihm ihr ganzes Leben anvertraut und lebte mit ihm. Wie bei Mose, war auch für sie Gott kein Fremder, keine Fata Morgana, kein Hirngespinst. Gott war der Schlüssel ihres Lebens: Halt, Stütze, Freund, Vertrauensperson und Zukunftsgarant. Nun lag sie im Sterben und hatte schlimme Schmerzen. Sie spürte, dass ihr Leben zu Ende ging, und so bat sie Jesus Christus im Gebet noch um zwei weitere Tage, damit sie sich von allen verabschieden konnte. Sie wachte früh auf, es ging ihr ganz wunderbar, und sie konnte sich von ihren Kindern, Enkelkindern und manchen Bekannten verabschieden. Nach zwei Tagen kamen die Schmerzen wieder, und kurze Zeit später verstarb sie.

    Es macht tatsächlich einen Unterschied, Gott zu kennen oder nicht, durch den Glauben an Jesus Gottes Kind zu werden und ihn sogar zum Freund zu haben. Nicht als Kumpel, aber als jemanden, der freundlich mit uns umgehen kann, weil wir das Opfer Jesu für unsere Sünden in Anspruch genommen haben. Und dann geschieht das Wunder, dass dieser Retter Jesus Christus persönlich erlebbar wird. Dass Gebete beantwortet werden, dass er in unser Leben hinein spricht. Und dass er der beste Freund wird, ein solcher Freund, der in jeder Situation da ist.

    Marcus Nicko

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    6 min
  • Was mir das Leben Moses zeigt (4)

    40 Jahre Wüste, Arbeiten unter seinem Niveau, 40 Jahre vertane Zeit – gemessen an dem Anspruch, den Mose ursprünglich an sein Leben stellte. Was hätte er für Zukunftsaussichten aufgrund seiner Begabungen und seiner Ausbildung gehabt! Und nun lebte er nach seinem Absturz schon 40 Jahre in der Wüste. Wer kennt so etwas? Plötzlich gibt es einen Knick in der Lebensgeschichte, vielleicht durch Krankheit, Unfall, Verlust eines geliebten Menschen, Wegfall der Arbeitsstelle oder Änderung des politischen Systems. Plötzlich ist alles anders. Wo ist Gott? Hat er etwas übersehen, vergessen?

    Das mag sich Mose gefragt haben. Doch dann begegnet ihm Gott auf ganz unerwartete Weise: in einem brennenden Dornbusch. Der Dornbusch ist ein Bild von Unbrauchbarkeit. Er bringt nichts hervor, was nützlich wäre. Darin ähnelt er Mose und uns allen. Wir sind durch unsere Sünde für Gott unnütz und können nichts hervorbringen, was vor ihm bestehen kann. Das Feuer steht für Gottes Heiligkeit und Gericht. Er muss unsere Sünde verurteilen, und er verurteilt auch das, was Mose getan hat. Und dennoch verbrennt der Dornbusch im Feuer des Gerichts nicht. Mose darf in Gottes Gegenwart treten, weil Gott ihm vergibt.

    Jesus Christus ging stellvertretend für uns in das Gericht am Kreuz und überwand den Tod, als er auferstand. Und das tat er für jeden, der glaubt. Er streckt uns die Hand entgegen, um uns zu führen und zu stärken – für ein neues Leben, für neue Aufgaben und für ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt. Mose nahm diese Hand an und verstand später, wofür die lange Zeit des Wartens nötig war. Auch wir können die ausgestreckte Hand Jesu annehmen und mit ihm durchs Leben gehen: an seiner wunderbaren Hand in eine gute Zukunft.

    Marcus Nicko

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    8 min
  • Was mir das Leben Moses zeigt (3)

    Wenn die anderen nur verstehen würden, dass meine Ideen besser sind, dass ich die bessere Alternative bin … Kennen Sie solche Gedanken? Sie finden manchmal nur im Kopf statt, werden aber auch am Stammtisch, in geselligen Runden mit Freunden offen ausgesprochen. Vielleicht malen wir uns auch die Erfüllung unserer Träume aus: Wenn ich diese Reise machen würde ... wie es wäre mit einem Partner ... mit einer neuen Arbeitsstelle ... Und dann kommt plötzlich die jähe Konfrontation mit der Wirklichkeit: Nichts von allem erfüllt sich!

    Mose hatte den guten Plan, sein geknechtetes Volk zu befreien. Aber niemand nahm ihn ernst. Dann ging er sogar so weit, einen Menschen zu töten. Das wurde aufgedeckt, und sein Plan schien gescheitert. Er floh in die Wüste und blieb dort 40 Jahre lang kaltgestellt. Ist es falsch, eigene Pläne zu haben? Hat denn nicht Gott diesem Mose aufs Herz gelegt, sein Volk zu befreien? Doch dann musste er aufgrund seines eigenmächtigen Handelns diesen drastischen Absturz erleben. Warum? Mose war noch nicht bereit, auf Gott zu warten und nach seinen Anweisungen zu handeln. Erst 40 Jahre später war er so weit. So lange wollen wir Menschen häufig nicht warten. Wenn Verluste, Gegenwind oder die Zerstörung unserer Pläne drohen, fragen die wenigsten nach Gott und handeln lieber nach ihrem eigenen Gutdünken.

    Es mag sein, dass Gott uns Gedanken über unsere Zukunft in unser Herz gibt. Aber wann und auf welche Weise diese Gedanken Wirklichkeit werden, liegt vor allem in seiner Hand. Doch es geht auch darum, dass wir uns auf das konzentrieren, was ihm vorrangig für uns wichtig ist. Dazu zählt die Sehnsucht nach Harmonie, Geborgenheit und ewigem Leben. Wenn wir Gottes Hand ergreifen, werden wir das alles erleben.

    Marcus Nicko

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    4 min
  • Was mir das Leben Moses zeigt (2)

    Es gibt diese hoffnungsvollen Lieder und Texte: »Über jedes Bacherl geht a Brückerl«, oder: »Am Ende eines Tunnels wird es hell.« Doch wenn man tief in der Misere steckt, dann erweisen sich diese Aussagen als leer. Da kämpft jemand gegen eine Krankheit, und am Ende war alles erfolglos. Kein Licht am Ende des Tunnels! Ein anderer kämpft verzweifelt um Arbeit oder eine Liebe, und verliert sie doch. Wie oft erleben wir, dass eben nicht über jeden Bach eine Brücke führt und dass sich mancher Tunnel gar als Sackgasse herausstellt!

    Im Geschehen damals finden wir eine Mutter, die ihr drei Monate altes Kind in ein Körbchen legt und im Nil aussetzt. Man könnte meinen, dass sie damit auch alle ihre Hoffnungen dem todbringenden Wasser des Nil anvertraut. Alles zu Ende. Kein Licht im Tunnel. So erging es vielen anderen, und so wird es Tausenden auch in Zukunft ergehen, oder nicht?

    Wir können die Mutter Moses aber auch anders betrachten: als eine Frau, die mit dem allmächtigen Gott rechnet und ihm vertraut. Eine Frau, die hofft, dass dieser Gott ihr Kind retten wird. Und dann tut sie für ihr Kind alles, was sie kann; den Rest überlässt sie dem Allmächtigen. Sie flicht ein Körbchen, das seetüchtig ist, und übergibt es den Wasserfluten. Gott lässt die Tochter des Pharaos das Kind finden und es bei sich aufnehmen. Gerettet!

    Genauso haben auch wir diese zwei Möglichkeiten, unser Leben zu leben: Mit der vagen Hoffnung, dass es irgendwie immer weitergeht. Oder unser Leben bewusst an Gott abgeben, mit allen Plänen und Vorstellungen, Wünschen und Möglichkeiten, aber auch mit allen Einschränkungen, Sorgen und Nöten. Und dann dürfen wir seine Rettung erleben! Er ist das Licht in jedem Tunnel.

    Marcus Nicko

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    5 min
  • Was mir das Leben Moses zeigt (1)

    Was für eine lebensfeindliche Situation! In solchen Zeiten kann man doch keine Kinder in die Welt setzen: Die israelitischen Eltern müssen als Sklaven hart arbeiten, und das Gesetz der Ägypter verlangt, deren männliche Neugeborene im Nil auszusetzen, damit sie sterben. Welchen Sinn hat es da, an das Leben zu glauben und noch am Leben festzuhalten, an so einem Leben? Was kann es einem noch bieten? Welche Wünsche und Träume kann man da noch hegen? Bei so brutaler Sklaverei und Unterdrückung ist doch jede Hoffnung dahin!

    Und dann liest man: Ein Kind wurde geboren. Ausgerechnet ein Sohn! Waren die Eltern erschrocken, als sie bemerkten, dass es ein Junge war? Waren sie vielleicht untröstlich, weil sie ihn doch bald verlieren würden? Machte man ihnen Vorwürfe? Im Tagesvers wird festgestellt: Er war Gott angenehm. Das ist bemerkenswert!

    Auch heute sind die Zeiten bedrohlich. Manche möchten sogar sterben oder sehen keine Zukunft für ihre Kinder, ihre Verwandten oder für sich selber. Und dann gibt es solche, die daran denken, aufzugeben und ihr noch ungeborenes Kind abtreiben zu lassen: Es sei doch hoffnungslos. Wie gut, dass man da sagen kann: Es gibt einen gewaltig großen Gott, der einen weiteren Blick hat als wir! Und dieser Gott liebt Kinder. Das beinhaltet, dass er für jeden Menschen in jeder Situation ein Ziel hat und deshalb jedes Leben Sinn hat und in jedem Fall lebenswert ist! Für Gott gibt es keine hoffnungslose Situation. Leben lohnt sich. Es lohnt sich, sein noch ungeborenes Kind leben zu lassen. Weil für jeden die Chance besteht, diesen großartigen Gott kennenzulernen, der nicht nur in diesem Leben für uns sorgen will, sondern uns in seinem Sohn sogar ewiges Leben schenken will.

    Marcus Nicko

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    6 min
  • Der Eisfrosch

    Wenn im Oktober die Tage in Nordamerika kürzer werden und Bodenfrost entsteht, entwickelt der Eisfrosch eine faszinierende Eigenschaft zum Überwintern. Er bildet in seiner Leber zuckersüße Glukose und schützt dadurch seine Körperzellen. Deshalb kann er monatelang bei minus 20° C in gefrorenem Zustand überleben. Herzschlag, Atmung und Gehirnfunktion werden vorübergehend völlig eingestellt. In vielerlei Hinsicht ist der Eisfrosch praktisch tot. So verharrt er auf dem Waldboden unter den abgefallenen Blättern. Dass er nicht tot ist, merkt man erst, wenn er im kommenden Frühling wieder auftaut. Dann erwacht er zu neuem Leben. Eisfrösche könnte man als »lebendige Tote« bezeichnen.

    Menschen wirken oft wie dieser Eisfrosch. Ihre Herzen scheinen gefroren oder zumindest sehr stark abgekühlt. Das zeigt sich daran, dass sie gleichgültig an der Not ihrer Mitmenschen vorbeigehen können, obwohl diese dringend Unterstützung benötigen. Viele erleben die Herzenskälte ihrer Zeitgenossen und leiden darunter sehr.

    Dabei fordert unser Tagesvers uns ausdrücklich dazu auf, jeden Mitmenschen von Herzen zu lieben. Das meint, dass diese Liebe aus tiefster Überzeugung kommt und frei von Hintergedanken ist. Doch leider können wir Menschen diese Herzenswärme – anders als der Eisfrosch – nicht aus uns selbst erzeugen. Sie ist nur möglich, wenn wir selbst Vergebung unserer individuellen Schuld erfahren haben. Mit unserer eigenen Sünde und Last dürfen wir jederzeit zu Jesus kommen. Weil er am Kreuz für uns starb, kann er uns vergeben. Das stimmt uns dankbar und befreit. Wer Gottes Liebe erfährt, dessen Herz wird warm und lebendig. Aus dieser Position heraus ist es möglich, einen anderen von Herzen anzunehmen und zu lieben.

    Stefan Taube

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    4 min
  • Alles Zufall – oder?

    James Garfield war der 20. Präsident der USA. Seine Amtszeit währte nicht lange: Nach seiner Wahl im März 1881 erlag er nur wenige Monate später den Folgen eines Attentats. Sein Leben war allerdings sehr spannend:

    In seiner Jugend war Garfield Schiffszimmermann. Er stammte aus einem christlichen Elternhaus, und seine gläubige Mutter betete viel für ihn. Jedoch machte das wenig Eindruck auf ihn. Er wollte sein Leben ohne Gott meistern, bis zu einem schicksalhaften Tag: Er hatte gerade ein Tauende in der Hand, als er von einem Mast abrutschte und in die Tiefe stürzte. Er riss das Tau hinter sich her und wäre sicher auf dem Schiffsdeck zerschellt, wenn sich das andere Ende des Taus nicht verknotet hätte, gerade, als es zwischen zwei Balken hindurchgerissen wurde. So hing Garfield in der Luft und war gerettet! Obwohl er trotz seiner christlichen Erziehung nicht mit Gott rechnete, sondern seine Rettung einem Zufall zuschrieb, war ihm nicht ganz wohl bei der Sache. Darum kletterte er noch einmal nach oben zu der Stelle seines Absturzes und versuchte eine ganze Stunde lang, diesen »Zufall« zu rekonstruieren. Doch es klappte nicht. Darum musste er sich schließlich eingestehen, dass es wohl doch kein Glück, sondern Gottes gnädiges Eingreifen war, dem er sein Leben verdankte.

    Dieses Erlebnis wurde für ihn zum Wendepunkt. Gott griff sichtbar und spürbar in das Leben Garfields ein, obwohl er doch eigentlich nichts von Gott wissen wollte. Welch eine Güte und Freundlichkeit Gottes zeigt sich darin! Er will auch den Widerspenstigen für sich gewinnen und jeden Menschen von seiner Liebe überzeugen. Zugleich kann diese Geschichte aber auch alle Eltern ermutigen, die – scheinbar wirkungslos – für ihre Kinder beten: Bei Gott ist kein Ding unmöglich.

    Hermann Grabe

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    4 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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