Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Fenster ins frühe Christentum (8)

    Alle Völker der Erde. Gemäß den Vereinten Nationen (UN) gibt es derzeit 195 Länder auf der Erde. Die Definition eines »Landes« basiert auf verschiedenen Faktoren, darunter Gebiet, Bevölkerung und die Existenz einer selbstverwalteten Regierung. Innerhalb eines Landes kann es allerdings viele ethnische Gruppen geben, die sich durch Kultur, Sprache und Herkunft unterscheiden. Berücksichtigt man diese, so ergibt sich eine Anzahl von fast 600 verschiedenen Völkern mit einer Gesamtzahl von derzeit rund 8 Milliarden Menschen auf der Erde.

    Zur Zeit der ersten Christen gab es erheblich weniger Menschen, und die genaue Anzahl der damals existierenden Völker ist unbekannt. Und doch waren sie alle im Blick, als es in der frühen christlichen Kirche um die Frage ging, wem das Evangelium vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus weitergegeben werden sollte. Sollten weiterhin nur die Juden eine Rolle spielen oder wollte Gott nun alle Menschen erreichen? Was der Apostel Petrus erlebt hatte (Apostelgeschichte 10), führte gemäß dem Tagesvers zu dem Ergebnis: Praktisch jeder Mensch aus allen Völkern war nun bei Gott im Fokus, und er wollte auch den Nationen die Umkehr zum ewigen Leben schenken.

    Bis heute stehen alle Menschen dieser Erde im »Visier Gottes«. Keiner soll im Unklaren darüber bleiben, wie er von Gott beurteilt wird: als Sünder. Aber jeder soll auch erfahren, durch wen es Rettung von Sünde gibt: Jesus Christus. Umkehr ist weiterhin nötig: von einem Leben ohne Gott, vom Vertrauen auf sich selbst, von der Überheblichkeit und Ignoranz gegenüber den Folgen, die sich aus einem Leben entgegen den Geboten Gottes ergeben, und von der Ablehnung des Retters Jesus Christus, den wir alle brauchen, um nicht am Ende in der ewigen Gottesferne zu landen.

    Joachim Pletsch

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    8 min
  • Fenster ins frühe Christentum (7)

    Ein auserwähltes Werkzeug. Einer meiner Freunde ist von Beruf Werkzeugmacher. Er ist selbstständig und stellt Einzelstücke her, die auf einen ganz speziellen Gebrauch zugeschnitten sind. Dafür braucht man vor allem Kenntnisse über Rohstoffe, Materialbeschaffenheit und auch ein handwerkliches Geschick gepaart mit technischem Verständnis und Kreativität. So ein Werkzeug zu bekommen und erfolgreich einzusetzen, ist in vielen Herstellerbranchen unverzichtbar. Und solche Indivualität ist durch keinen Roboter zu ersetzen.

    Als Paulus, der bis dahin eingefleischte Christenhasser und -verfolger, kurz vor Damaskus von der Wirklichkeit eingeholt wurde, begann ein ganz neues Kapitel der Geschichte des Christentums. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen, Jesus selbst, erlebte er eine 180°-Wende und wurde vom Christenverfolger zum auserwählten Werkzeug dessen, an den die Christen kompromisslos glaubten. Durch ihn wurden besonders den Nichtjuden Gottes Pläne und Absichten verständlich gemacht.

    Niemand sonst war so geeignet dafür wie Paulus. Er kannte sich bestens in den Heiligen Schriften aus, hatte ein klares Bild von Gott und nun auch endlich dessen Plan zugestimmt, dass durch Jesus der ganzen Welt die Erlösung von Sünden und die Rettung vor dem ewigen Tod verkündigt werden sollte. Von seinem Herrn geformt und zugeschnitten, war er ein nützliches Werkzeug, um den Namen Jesus in die Welt hinauszutragen. Bis heute sind seine Schriften und Briefe wegweisend für Christen und Nichtchristen zugleich, denn sie enthalten fast alle Informationen, die man braucht, um zu verstehen, was man durch den Glauben an Jesus werden kann: für immer ein Kind Gottes mit einer himmlischen Zukunft, aber auch ein Werkzeug im Leben hier, das nützlich ist für seinen Gott und Vater.

    Joachim Pletsch

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    10 min
  • Krieg

    Krieg ist hässlich, gemein, unmenschlich, barbarisch, ungerecht. Niemand will ihn eigentlich, aber er ist immer da. Wenn nicht in Europa, dann irgendwo sonst auf der Welt. Nur jetzt haben wir ihn seit Jahren vor unserer Haustür; er dominiert unsere Nachrichten, und viele Geflüchtete finden bei uns Zuflucht. Krieg wird aber nicht nur mit Waffen geführt, sondern noch mehr mit Bildern und Worten. Die Bilder, die uns erreichen, sind zutiefst erschreckend, verstörend, verunsichernd. Aber wieder löst das Elend eine große Welle der Hilfsbereitschaft aus.

    Doch der Krieg, der in unseren Herzen, in unseren Familien, in unseren Beziehungen stattfindet, ist ebenso furchtbar. Und wie überall leiden häufig die Schwächsten und Kleinsten darunter. Wie viele Kinder sind traumatisiert, weil die Eltern sich spinnefeind sind! Wie viel Mobbing, wie viel Streit, wie viel Sturheit zerstört unser Miteinander! Wie traurig ist es, dass wir der Person, der wir einst sagten: »Ich liebe dich!«, heute nicht mehr in die Augen schauen und etwas Freundliches sagen können!

    Gibt es überhaupt Frieden? Oder ist es meistens nur der kleinste gemeinsame Nenner? Wie gut wäre es, wenn wir nicht nur gegen Krieg wären, sondern für echten Frieden! Für Vergebung, damit wir einander »Tut mir leid« sagen können. Für Nachsicht, dass wir alle fehlerbehaftet sind und mit unseren Charakteren zu kämpfen haben. Wie gut wäre es, wir wären für Versöhnung, für Rücksichtnahme, für das Übersehen von Fehlern, für Gerechtigkeit, für die Wahrheit – für Jesus!

    Genau: Nur Jesus wird uns echten Frieden geben können, denn aller Krieg kommt aus unseren Herzen, die im Krieg gegen Gott sind. Wir brauchen seine Versöhnung, seine Vergebung. Nur die wird uns letztlich fähig machen, mit Feinden Frieden zu schließen und zu halten!

    Peter Lüling

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    5 min
  • Zum Staunen

    Scheußlich, diese Fliegen! Im Mistberg geboren und voller Bakterien und Pilzsporen setzen sie sich überall hin. Da, schon wieder eine auf der Torte! Jetzt kann man noch nicht einmal die Klatsche verwenden.

    Doch wenn wir gerade nicht böse auf sie sind, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Der Bewegungsapparat und die Reaktionsfähigkeit einer Fliege sind beeindruckend. Wenn wir sie ausmerzen wollen, sehen sie unsere Hand schnell auf sich zukommen. In kürzester Zeit laufen zahlreiche chemische und elektrische Prozesse ab, die das winzige Gehirn anregen, die Flugmotoren schnellstmöglich von null auf »volle Kraft« zu bringen. Gleichzeitig bekommen die sechs winzigen Beine den Befehl, den gesamten Fliegenkörper nach hinten in die Höhe zu katapultieren, damit die Flügel freie Bahn haben. Auch dabei ist wieder sehr viel Chemie und Elektrik im Spiel. All das geschieht innerhalb von Sekundenbruchteilen, in denen der ungeschickte Mensch so schnell er kann auf die – meist leere – Tischplatte schlägt.

    Das ist Nanotechnik vom Feinsten. Und natürlich kann die Fliege noch viel mehr: Sie kann sehr gut Bewegungen erkennen und Entfernungen berechnen. Sie riecht von Weitem, wo etwas Essbares ist, und beim Landen schmeckt sie mit ihren Füßen, was es heute Leckeres gibt. Weiter kann sie ihresgleichen finden, Eier an die richtige Stelle legen usw.

    Auf der Suche nach der Ursache wirkt angesichts dieser Detailtreue der reine Zufall doch recht plump. Damit lässt sich in gewisser Weise alles und doch auch wieder nichts erklären. Der Tagesvers sagt, dass der große Gott der Bibel alles geschaffen hat, darunter auch die Fliegen. Und er ist ein treuer Gott – für jeden von uns. Welch eine herrliche Perspektive gewinnt dadurch unser Leben!

    Hermann Grabe

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    5 min
  • Plötzlich verschwunden

    Da engagiert sich jemand politisch oder für die Schöpfung, kämpft vielleicht für Menschenrechte – und plötzlich ist er weg. Spurlos verschwunden! Jedes Jahr werden Zehntausende Menschen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen entführt oder sogar getötet. So gibt es tragische Nachrichten aus Südamerika, wenn Drogenkartelle wieder einmal Menschen auf offener Straße entführt haben. Und das nur, weil sie den kriminellen Machenschaften der Drogenbosse im Wege standen. Deshalb beschlossen die Vereinten Nationen 2006 eine Konvention für den Schutz aller Personen vor dem Verschwinden und setzten den Gedenktag fest.

    Auch in Deutschland verschwinden Menschen. So verließ am 22. April 2024 der autistische Arian sein Elternhaus und kehrte nicht zurück. Sofort wurde intensiv gesucht. Hunderte Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, DLRG und anderen Rettungsdiensten suchten nach ihm. Zwei Monate später wurde Arian tot auf einer Wiese gefunden. Nur drei Kilometer von seinem Elternhaus entfernt. Trotz mehrfacher Suche konnte die Polizei nicht klären, warum der Junge nicht früher gefunden wurde. Der Schmerz der Eltern muss unermesslich sein.

    Wenn Menschen verschwinden, sind sie selbst als Opfer natürlich in erster Linie betroffen. Doch das Verschwinden wirkt sich auch auf die Zurückbleibenden aus. Christen können dabei ihr Mitgefühl in Gebete fassen. Sie wissen, dass Jesus gekommen ist, um zu suchen und zu retten, was verloren ist (siehe Tagesvers). Wenn etwas verschwindet oder verloren geht, ist es nicht an dem Platz, an den es gehört. So sind auch die Menschen durch die Sünde von Gott getrennt und für ihn verloren. Deshalb kam Jesus in diese Welt, um uns zu retten und wieder in Gottes Familie zu führen.

    Herbert Laupichler

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    5 min
  • Jona und die Schöpfung

    Der Prophet Jona aus dem Alten Testament ist für mich ein ambivalenter Charakter. Er erhält einen konkreten Auftrag von Gott: »Geh nach Osten, nach Ninive!« (Jona 1,2). Doch was tut er? Er geht nach Westen, bucht eine »Kreuzfahrt« und haut ab. Gott ist jedoch nicht fertig mit ihm: Er befiehlt dem Wind, und die Naturelemente setzen sich gehorsam in Bewegung. Sie tun das, was Gott will. Sie wühlen das Meer auf und bringen das Schiff, auf dem Jona vor Gott zu fliehen gedenkt, in Seenot. Als Jona dann ins Meer geworfen wird, weil er Schuld an diesen Widrigkeiten trägt, ist der Sturm auf Gottes Wink hin auf einen Schlag gestillt. Dann ordert Gott einen großen Fisch, der Jona weisungsgemäß verschluckt und drei Tage später an einer ganz bestimmten Stelle ausspuckt – wieder auf den Befehl Gottes.

    Es ist erstaunlich: Die ganze Schöpfung – belebt oder unbelebt – folgt gehorsam den Anordnungen Gottes, nur nicht der Mensch Jona. Der Mensch ist der einzige Teil der Schöpfung, der sich aktiv Gott widersetzt. Dass er damit auf lange Sicht keinen Erfolg haben wird, ist klar. Denn unsere Kraft ist klein und endlich, Gott hingegen ist allmächtig.

    Was sind nun unsere Optionen? Wir sehen an Jona, wohin es führt, wenn wir uns Gott widersetzen: Es bringt unsere Mitmenschen in Gefahr und führt uns in die Katastrophe. Doch es gibt einen Ausweg, und hier ist Jona wieder Vorbild. Im Bauch des Fisches erkennt er, dass Gott es immer noch gut mit ihm meint. Gott will den widerspenstigen Jona nicht vernichten, sondern retten. Und so unterwirft sich Jona der gütigen Hand Gottes.

    Wie bei Jona steckt in den Krisen, in die wir durch unseren Eigenwillen geraten, die Chance, zu Gott umzukehren und ihm zu gehorchen.

    Markus Majonica

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    8 min
  • Wein (5): Gefrorene Beeren

    Stellen Sie sich vor: Sie spazieren im Winter durch die Weinhänge an der Mosel, es ist -7 °C kalt. Plötzlich stellen Sie bei einem Weinberg verwundert fest: Hier wurde noch gar nicht geerntet! Wie kann das sein? Nun, der Winzer hat diese Beeren nicht etwa vergessen. Er hat sie sogar in voller Absicht hängen lassen! Die reifen Beeren, die sonst in der warmen Sonne erstrahlen, müssen von der Kälte übermannt werden und gefrieren. Wird der Moment der Durchfrostung erreicht, werden sie in einem engen Zeitfenster sorgfältig von Hand gelesen. Beim anschließenden Pressen trennt sich das gefrorene Wasser als Eis vom konzentrierten, zuckrigen Saft, der später zu einem edlen, süßen Wein wird: dem Eiswein.

    In der Herstellung des Eisweins liegt eine tiefgreifende Wahrheit: Was wie ein Ende erscheint – das Gefrieren der Beeren – bereitet den Weg für etwas sehr Kostbares, das sonst gar nicht entstehen könnte. Genauso ist es auch, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, Jesus sein Leben anzuvertrauen. Es bedeutet nämlich das Ende des eigenen Ichs: Wer mit Jesus leben will, der muss ihm freie Hand lassen. Das kann durchaus ein schmerzhafter Prozess sein. Ziele und Glaubenssätze, die man bisher mit Feuereifer vertrat, müssen aufgegeben werden. Das Leben, wie es bisher war, ändert sich. Etwas stirbt. Das Alte ist vergangen. Das lässt sich nicht beschönigen.

    Doch man kann auch die andere Seite in Augenschein nehmen, die der Tagesvers beleuchtet: Wer Jesus das eigene Leben anvertraut, der erlebt etwas Neues. Eine ungeahnte Qualität des Seins. Jesus verspricht: »Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben« (Johannes 10,10). Wer also das Wagnis eingeht, sein altes Leben loszulassen, der wird nicht enttäuscht werden.

    Jacob Ameis

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    5 min
  • Wein (4): 16.100 Euro für 0,375 Liter

    Die international bekannteste Weinlage Deutschlands ist unzweifelhaft der Scharzhofberg in Wiltingen an der Saar. Ein Scharzhofberger Riesling ist eine echte Perle: Ein Liebhaber war unlängst bereit, für eine 0,375-Liter-Flasche Trockenbeerenauslese dieser Lage vom Winzer Egon Müller 16.100 Euro zu bezahlen, wodurch jener zum teuersten Riesling der Welt aufstieg. Die wenigen Milliliter konzentrierten Genusses hat der Käufer sich ordentlich etwas kosten lassen – ähnlich wie der Kaufmann, von dem im Tagesvers die Rede ist. Der war sogar bereit, seinen gesamten Besitz für eine winzige Perle zu verkaufen.

    Damit ist er eine Metapher für Jesus, der infolge seiner Menschwerdung alles aufgab, was er im Himmel an Vorrechten genossen hatte. Auf der Erde war er dann bereit, mitten in den besten Jahren freiwillig eines blutigen Todes zu sterben – der gesamten Menschheit zugute. Er erkaufte für den teuersten Preis, den es geben kann, restlose Sündenvergebung für jeden, der sie annehmen möchte. Dieser Preis war sein Blut. Es war das Blut eines Reinen, eines Vollkommenen. Es allein hat die Macht, Sünden wegzuwaschen. Jesus war bereit, das Wertvollste zu geben, um das Teuerste zu bekommen. Weit mehr noch als der Rieslingliebhaber oder der Kaufmann aus dem Tagesvers. Und was ist das Teuerste? Sie und ich. Uns wollte er mit seinem Blut reinwaschen, um uns mit in den Himmel nehmen zu können.

    Doch anders als Riesling oder Perle können wir uns dem hohen Preis auch verweigern. Es ist an uns, auf Jesu Angebot aktiv zu reagieren, er kauft uns nicht gegen unseren Willen. Haben wir einmal verstanden, dass er einen horrenden Preis für uns bezahlt hat, so ist es zwingend nötig, dass wir persönlich Ja dazu sagen.

    Jacob Ameis

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    7 min
  • Wein (3): Die Strapazen eines (Vulkan-)Winzers

    Weine vom Ätna sind dank ihrer charakteristischen Aromen weltweit begehrt. Aber der Weinbau in dieser Gegend birgt auch so manche Tücken, die ein Winzer in Kauf nehmen muss. Dennoch ist Eduardo Torres Acosta, ein Spanier, extra nach Sizilien umgezogen, um das besondere Potenzial der Ätnalagen heben zu können. Er ist bereit, die besondere Mühe des Weinbaus an einem aktiven Vulkan auf sich zu nehmen: Regelmäßig werden Weinberge versengt oder gar von Lava gänzlich verschüttet. Doch dieses Risiko geht er ein – weil er die hervorragenden Weine vor Augen hat, die aus den Vulkanlagen gewonnen werden können.

    In der Bibel wird der Weinberg oft als Metapher für Gottes Volk verwendet, so z. B. in Jesaja 5,7: »Denn der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von Juda sind die Pflanzung seines Ergötzens«. Auch im Neuen Testament benutzt Jesus den Weinbau mehrfach als Illustration, bezeichnet sogar Gott, seinen Vater, als Winzer. Immer wird dabei deutlich, dass mit der Arbeit im Weinberg enorm viel Mühe verbunden ist (auch ganz ohne Vulkan) – der Tagesvers nennt nur ein paar der anfallenden Arbeiten.

    Die Tatsache, dass Gott den Weinbau so oft als Illustration nimmt, zeigt, welchen Wert die Menschen für ihn haben. Wie ein Winzer ist er bereit, extrem viel Mühe zu investieren – sein Sohn ist extra vom Himmel auf die Erde umgezogen –, weil es sein Wunsch ist, die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Erst dann können sie ihr ursprüngliches göttliches Potenzial entfalten. Jesus litt am Kreuz, um uns »genießen« zu können: »Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen.« (Jesaja 53,11) Aus seiner großen Liebe heraus hat er unvorstellbare Mühen auf sich genommen.

    Jacob Ameis

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    6 min
  • Wein (2): Gottes Fuß

    An den Hängen der Saar finden sich teils sehr alte Rebstöcke, die bei fachmännischer Bewirtschaftung international beachtete Spitzenweine hervorbringen. Eine dieser extrem steilen Weinlagen (75 % Neigung!) wartet mit über 120 Jahre alten wurzelechten Rebstöcken auf. Der Spitzenwinzer Roman Niewodniczanski vom renommierten Weingut Van Volxem erklärt, dass Ende des 19. Jahrhunderts Weinbauern dieser Lage den Namen »Gottesfuß« verliehen, weil sie so überwältigt von ihrem Potenzial waren. Gott selbst musste seinen Fußabdruck auf diesem Fleckchen Erde hinterlassen haben – anders konnte es nicht angehen, dass die Rebstöcke dem Boden einen so himmlischen Wein abringen konnten.

    Und wie recht hatten sie! Der große Gott zeigt seine grenzenlose Kreativität und Finesse in allen möglichen Details seiner Schöpfung – so auch an dieser Stelle. Der Tagesvers sagt, dass er das nicht allein deshalb tut, um seine Genialität zu demonstrieren, sondern auch, damit die Menschen angesichts der Schöpfungsreichtümer unvermeidlich zu dem Schluss gelangen, dass jemand, größer als sie selbst, dahintersteckt. Die früheren Winzer hatten anscheinend keine Schwierigkeit damit, dies anzuerkennen. Und der besagte Niewodniczanski entschied sich dazu, das Kreuz am Gipfel seines Weinberges zu restaurieren, um den Namen »Gottesfuß« auch symbolisch weiterhin zu würdigen.

    Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Wälder, Blumen und Berge ansehen, Gemüse, Obst, Wein usw. genießen? Das Mindeste, was Sie tun können, ist, dem Schöpfer dieser wunderbaren Dinge Ihren Respekt und Dank zu zollen. Und damit nicht genug: Er wünscht sich noch viel mehr als nur Bewunderung. Das Kreuz als Symbol erinnert uns daran, dass der Sohn Gottes starb, um uns Gemeinschaft mit ihm zu ermöglichen.

    Jacob Ameis

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    5 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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