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  • L.I.S.A. - Geschichtswissenschaft ohne Quellen?
    Für Geschichte als Wissenschaft wie als Studienfach ist der informierte Umgang mit Quellen elementar. Mit dem Verlust dieser Kompetenz würden die Fähigkeit zur fundierten Analyse und zur Quellenkritik verloren gehen. Dies wäre das Ende seriöser Geschichtswissenschaft. In der Grundlagenforschung müssen die Fertigkeiten, Quellen lege artis zu edieren, erhalten bleiben. Die zunehmende digitale Prä­sentation von Quellen durch wissenschaftliche Einrichtungen wie die Historische Kommission setzt gerade voraus, dass die Zeugnisse der Vergangenheit mit derselben Expertise und den selben hohen Qualitätsmaßstäben hinsichtlich Erschließung und Kommentierung zur Verfügung gestellt werden, wie dies in gedruckter Form seit der Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall ist. Doch die Rahmenbedingungen dafür werden immer schwieriger. Angesichts der neuen gesellschaftlichen Debatte über die Spielregeln einer »Post­fact World« und die Zuverlässigkeit digita­ler Informationen ist selbstkritisch nach dem Stellenwert von Quellenarbeit in der aktuellen Disposition unseres Fachs zu fragen.
    1 hr 27 min
  • L.I.S.A. - Fernsehkrimis im geteilten Deutschland
    Was heute der "Tatort" und der "Polizeiruf 110" sind, waren in den 1950er und 1960er Jahren "Stahlnetz" und "Blaulicht": zwei Krimireihen aus zwei unterschiedlich geprägten Teilen des Nachkriegsdeutschlands -  BRD und DDR, Westdeutschland und Ostdeutschland. Die Filmhistorikerin und Geschäftsführerin des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, Dr. Nora Hilgert, hat sich in ihrer Dissertation mit den Krimireihen "Stahlnetz" und "Blaulicht" beschäftigt und sie als populäre Repräsentationen von Recht und Ordnung miteinander verglichen. Wie unterscheiden sich beispielsweise die Inszenierung von Fall, Tat, Täter, Opfer und Ermittler voneinander? Inwieweit finden sich in den einzelnen Sendungen Alltagsrealitäten und ideologischer Überbau beider deutscher Staaten wieder? Und: Wie knüpfen diese Formate an ihre heute produzierten Nachfolger an? In unserer Videoreihe "Zu Gast bei L.I.S.A." haben wir Dr. Nora Hilgert diese und daran anschließende Fragen gestellt.
    44 min
  • L.I.S.A. - Der Mann Luther und seine Zeit
    Martin Luther befand sich in einer permanenten Auseinandersetzung mit seinem männlichen Körper, so die These der Frühneuzeithistorikerin Prof. Dr. Lyndal Roper von der University of Oxford in ihrer vielbesprochenen Luther-Biographie. Die äußere körperliche Beschaffenheit sowie die Veränderungen, die sie im Laufe der Zeit erfuhr, stehen sinnbildlich für die verschiedenen Phasen, die Luther in seinem Leben durchlaufen hat: die als Mönch, als Ritter und schließlich als Patriarch. Aus welchen Quellen zieht Lyndal Roper diese Rückschlüsse? Welche Fragen an seinen Körper haben Luther und sein Denken ihrer Meinung nach besonders geprägt? War der Mann aus Wittenberg ein Kind seiner Zeit oder war er vielmehr ein Sonderling? Wir haben diese und andere Fragen Prof. Dr. Lyndal Roper gestellt, die tags zuvor in Düsseldorf mit dem Gerda Henkel Preis 2016 für ihre besonderen Leistungen auf dem Gebiet der Geschichte der Frühen Neuzeit ausgezeichnet worden war.
    54 min
  • L.I.S.A. - Burgen, Ritter, Abendland. Die Gegenwart des Mittelalters
    Folgt man der in der Geschichtswissenschaft klassischen Periodisierung, ist das europäische Mittelalter vor ziemlich genau 500 Jahren ausgeklungen. Was in der heutigen Populärkultur von dieser Epoche übriggeblieben ist, sind vor allem konstruierte Vorstellungen, die verschiedene Projektionsflächen und Identifikationsmöglichkeiten bieten: romantisierende, ästhetisierende, idealisierende bis hin zu eskapistischen Sehnsüchten. Ritterspiele und Jahrmärkte in Burgen, PC-Spiele und Apps sowie Fantasy-Romane und Blockbuster im mittelalterlichen Gewand gehören zu den derzeit beliebtesten und marktträchtigsten Verfremdungen und Verklärungen jener Zeit. Wie gehen Mediävisten mit diesem Mittelalter-Bild und seiner Verwertung um? Was hat uns das Mittelalter jenseits dieser populären Verzerrungen zu sagen? Wir haben uns in der bereits 15. Ausgabe von Max meets LISA mit den Mittelalterhistorikern Prof. Dr. Valentin Groebner von der Universität Luzern und Dr. Martin Bauch vom Deutschen Historischen Institut in Rom über diese und andere Fragen unterhalten.
    1 hr 13 min
  • L.I.S.A. - "If time were absolutely kept". Rhythmen und Zeitgefühl im Eisenbahnzeitalter
    Fahrplan trifft soziale Rhythmen: In dieser Kurzformel kommt ein Verständnis des Eisenbahnzeitalters zum Ausdruck, das sich von den herkömmlichen Beschreibungen dieser wichtigsten Verkehrsinnovation des 19. Jahrhunderts unterscheidet. Die Eisenbahn wird damit nicht als eine die Wahrnehmung und das Verhalten harmonisierende Modernisierungswalze begriffen. Sie erscheint vielmehr als Innovation, die das Zeitgefühl der Menschen herausforderte, es je nach Situation und involviertem Milieu festigte, emotionalisierte oder veränderte. Die Eisenbahn gab den Takt an, indem sie die Lebensrhythmen der Menschen ein Stück weit in sich aufnahm.
    1 hr 11 min
  • L.I.S.A. - Von Haider bis Brexit. Populismus in Europa
    Auf den Begriff "Populismus" wird in der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte besonders häufig zurückgegriffen. Politische Artikulationen, die von Medien, Parteien und anderen gesellschaftlichen Akteuren als zu einfach oder als extrem betrachtet werden, ernten schnell das Attribut populistisch zu sein. Populismus wäre demnach ein Abwehrbegriff, über den unliebsame politische Bewegungen und Strömungen diskreditiert werden sollen. Das setzt wiederum voraus, dass Populismus grundsätzlich negativ konnotiert ist. Aber muss das zwangsläufig so sein? Können populistische Impulse möglicherweise sogar eine Demokratie beleben? Über diese und anschließende Fragen haben bei history@debate folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutiert: die Historikerin PD Dr. Heidemarie Uhl von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, die Historikerin und Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Karin Priester von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Historiker Prof. Dr. Thomas Mergel von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Journalist und Publizist Adam Krzeminski vom polnischen politischen Wochenmagazin Polityka in Warschau, der Germanist und Historiker Dr. Thomas Serrier von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder sowie der Historiker Prof. Dr. Kiran Klaus Patel von der Universität Maastricht.
    1 hr 52 min
  • L.I.S.A. - Geschichte und Genetik. Das neue Paradigma?
    Die Geschichtswissenschaft erhält eine neue Herausforderung aus den Naturwissenschaften - dieses Mal ist es die Genetik, die zu neuen Forschungsansätzen anregt. Genetische Spuren in menschlichen Überresten erlauben beispielsweise Rückschlüsse auf gemeinsames Erbgut, ethnische Herkunft oder verwandtschaftliche Verhältnisse. Das klingt auf der einen Seite ganz verlockend, ließen sich doch auf diesem Wege bestehende historische Lücken schließen, auf der anderen Seite kommt auch ein Gefühl des Unbehagens auf. Wohin führt eine Forschung, die sich auf genetische Determinationen konzentriert? Welche Begrifflichkeit kommt dabei zur Anwendung? Welches Mehr an historischer Erkenntnis ist insgesamt zu erwarten? Darüber diskutierten auf dem Workshop "Urkunde - DNA - Fingerabdruck. Wer kann wie Geschichte erforschen?" in der Universität Köln am 17. Juni 2016 die Ethnologin Dr. Larissa Förster, die Historiker Dr. Jörg Feuchter und Dr. Markus Späth sowie der Genetiker Prof. Dr. Johannes Krause - unserer inzwischen sechsten Ausgabe von Max meets LISA spezial.
    57 min
  • L.I.S.A. - Nationalismus, Heldengeschichten, Popkultur. Wissenschaft zwischen Politik, Kunst und Medien
    Wissenschaftler agieren nicht im luftleeren Raum. Das gilt insbesondere für Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler, die menschliches Sein, Handeln und Wirken analysieren, ordnen und deuten. Doch wie weit reicht der Kontakt zu anderen gesellschaftlichen Bereichen? Welche Rolle nimmt die Geisteswissenschaft im Spannungsfeld aus Politik, Kunst und Medien ein? Welche Sinnangebote stellt sie zur Verfügung? Ist dabei eher Zurückhaltung angebracht oder besteht sogar eine Art Verpflichtung, sich in aktuelles Geschehen einzubringen? In der inzwischen 13. Ausgabe von Max meets LISA haben wir mit der Sinologin Prof. Dr. Barbara Mittler von der Universität Heidelberg und mit dem Historiker Prof. Dr. Thomas Maissen, derzeit Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris, lebhaft und kontrovers über diese und andere Fragen diskutiert.
    1 hr 12 min
  • L.I.S.A. - Mare Nostrum - Kulturerhalt in Krisenzeiten
    Im Grenzgebiet zu Syrien leben derzeit hunderttausende Kriegsflüchtlinge auf jordanischem Territorium. Allein das Flüchtlingslager Zaatari bietet aktuell rund 80.000 Menschen Zuflucht. Jordanische Behörden, syrische Helfer und archäologische Partner richten dort und in anderen Auffanglagern Kulturzentren ein, in denen sich syrische Flüchtlinge und Bewohner des jordanischen Umlandes begegnen sollen. Ziel der Projekte ist es, mit einem Bildungsprogramm das Bewusstsein für gemeinsame kulturelle Traditionen zu stärken und Wissen in den Bereichen Landschafts- und Denkmalkunde sowie Handwerk zu vermitteln. Ferner erforschen Wissenschaftler in Kooperation mit syrischen Flüchtlingen und Handwerkern zu regionalen archäologischen Projekten. Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt mehrere dieser Projekte, die vom Archäologen Prof. Dr. Thomas Maria Weber-Karyotakis von der University of Jordan vor Ort koordiniert werden. Wir haben ihn zu einem Gespräch über seine bisherigen Erfahrungen eingeladen.
    32 min
  • L.I.S.A. - "Zur Demokratie gehört die Rückholbarkeit von Entscheidungen"
    Die Zahl der nationalen Referenden in Europa ist seit dem Ende des Kalten Krieges regelrecht in die Höhe geschossen. Gab es von 1960 bis 1990 insgesamt gut vierzig Volksentscheide in Europa, wurden seitdem mehr als 140 abgehalten - die meisten davon in Ostmittel- und Osteuropa. Das jüngste Referendum, die Volksabstimmung zum sogenannten Brexit, hat in Europa ein politisches Beben ausgelöst wie kaum ein anderes. Nach wie vor ist unklar, was die Folgen der knappen Mehrheitsentscheidung für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sein werden. Außerdem ist ein Streit darüber ausgebrochen, wie mit dem Votum umzugehen ist. Wird es ein weiteres Referendum geben? Was bedeutet es für die Demokratie, wenn solche Entscheidungen in Frage gestellt werden? Welche Auswirkungen haben Plebiszite überhaupt für parlamentarisch verfasste Demokratien? Diese und weitere Fragen haben wir dem Sozialwissenschaftler und Demokratieforscher Prof. Dr. Alex Demirović in Berlin gestellt.
    1 hr 7 min

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