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  • L.I.S.A. - Per Leo: „Tränen ohne Trauer. Nach der Erinnerungskultur“
    Per Leo verbindet eine Provokation mit einem Angebot. Sein Buch irritiert unseren Läuterungsstolz, zugleich verlockt es zu einem frischen Blick auf die Geschichte. Im Umgang mit dem Nationalsozialismus haben die Deutschen manches geleistet, sie sind aber auch Illusionen erlegen. Heute droht eine Vergangenheit, die umso häufiger beschworen wird, je weniger man von ihr weiß, den Blick auf die Gegenwart zu verstellen. Migration und Wiedervereinigung haben unser Land so verändert, dass wir lernen müssen, anders auf uns zu blicken. Weniger provinziell, weniger zwanghaft, weniger egozentrisch. Ein Leitmotiv, das uns den Weg weisen könnte, ist für Leo das deutsch-jüdische Verhältnis. Wer bereit ist, die routinierte Betroffenheit über den Holocaust hinter sich zu lassen, wird auf eine verblüffende Vielfalt stoßen. Denn  „die Juden“ gibt es nicht – und auch hier kann man viel mehr sein als bloß  „kein Nazi“.
    Eine Veranstaltung des Klett-Cotta-Verlags.
    Moderation: Stefanie Schüler-Springorum (Berlin)
    45 min
  • L.I.S.A. - Monica Black: „Deutsche Dämonen. Hexen, Wunderheiler und die Geister der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland“
    Ein Spuk apokalyptischer Visionen und Obsessionen des Bösen sucht Deutschland nach 1945 heim. Verschwörungserzählungen haben Hochkonjunktur. Bruno Gröning ruft zur „Großen Umkehr“ und leitet einen göttlichen „Heilstrom“ an Kranke weiter. Eine zwanghafte Beschäftigung mit dem Bösen verbindet diese Ereignisse mit dem zurückliegenden Vernichtungskrieg und dem verdrängten Holocaust. Über die Schuld und die Schuldigen wird geschwiegen. „Realitätsflucht“ und die Unfähigkeit, „zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden“, lautete bereits vor über 70 Jahren die Diagnose von Hannah Arendt. Diese andere, sehr aufschlussreiche Gegengeschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg schildert die international renommierte Sozial- und Kulturhistorikerin Monica Black.
    Eine Veranstaltung des Klett-Cotta-Verlags.
    Moderation: Svenja Goltermann (Zürich)
    1 hr 1 min
  • L.I.S.A. - Deutsche Staatsmänner postkolonial – eine geschichtspolitische Herausforderung
    Postkoloniale Ansätze und Argumente beschäftigen die wissenschaftlichen wie öffentlichen Debatten in zunehmendem Maß – auch in Deutschland. Neben Fragen der Restitution und Entschädigung stehen dabei geschichts- und erinnerungspolitische Fragen besonders im Fokus. Vor diesem Hintergrund diskutiert unser Panel die Relevanz und Reichweite postkolonialer Perspektiven am Beispiel jener deutschen Staatsmänner, denen der Bund sogenannte „Politikergedenkstiftungen“ gewidmet hat. Dabei soll uns die Frage nach den blinden Flecken unserer herkömmlichen Erinnerungskultur und einer möglichen, postkolonialen Erweiterung ihrer Perspektiven leiten. 
    Eine Veranstaltung der Politiker-Gedenkstiftungen des Bundes
    Leitung: Thomas Hertfelder (Stuttgart)
    Beteiligte: Angelika Epple (Bielefeld), Ulrich Lappenküper (Friedrichsruh), Gabriele Metzler (Berlin), Mathilde Ackermann (Bielefeld), Wolfgang Schmidt (Berlin)
    1 hr 1 min
  • L.I.S.A. - Zuckerbrot und Peitsche. Politische Rezepte gegen Armut und Arbeitslosigkeit seit den 1960er-Jahren
    In seinem Forschungsprojekt beschäftigt sich der Historiker Prof. Dr. Bernhard Rieger (Universität Leiden) mit der sogenannten aktivierenden Arbeitspolitik und dessen Ursprüngen, Entwicklungen sowie Auswirkungen. Dabei lässt sich beobachten, dass die Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit in westlichen Ländern seit den 1960er-Jahren einen grundsätzlichen Wandel durchlaufen hat. An die Stelle fester Unterstützungsansprüche seitens Armer und Arbeitsloser sind Politikrezepte getreten, die Sozialleistungen an handfeste Bedingungen, nicht zuletzt die rasche Aufnahme von Arbeit knüpfen. In seinem Vortrag, den der Wissenschaftler im Rahmen seines Fellowships am Historischen Kolleg hält, betrachtet er eben diese Maßnahmen gegen Armut und Arbeitslosigkeit seit den 1960er-Jahren.
    31 min
  • L.I.S.A. - Restitution - Absolution? Die Benin Bronzen und das koloniale Erbe
    Die Benin-Bronzen sind mittlerweile zum Inbegriff der Debatten um die Restitution kolonialer Objekte geworden. In dem deutsch-nigerianischen Kooperationsprojekt „Die Benin Bronzen. Die Globalisierung des kolonialen Kunstraubs“ arbeiten seit 2018 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus beiden Ländern unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Zimmerer an Fragen um Raub, Handelswege und Bedeutungswandel der berühmten Stücke.
    Als Teil des Begleitprogramms des von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekts veranstaltete die Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe" der Universität Hamburg eine Online-Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer (Universität Hamburg) diskutierten Dr. Andreas Görgen (Auswärtiges Amt, Abteilung für Kultur und Kommunikation), Sharon Dodua Otoo (Autorin und Aktivistin) und Prof. Dr. Bénédicte Savoy (Technische Universität Berlin) aktuelle Fragen rund um die Restitution der Bronzen und den zukünftigen Umgang mit dem kolonialen Erbe.
    1 hr 53 min
  • L.I.S.A. - Wie erinnern an die Weiße Rose?
    Der 100. Geburtstag von Sophie Scholl hat international große Begeisterung für sie und für den Mut der gesamten Widerstandsgruppe Weiße Rose gezeigt. Er hat aber auch Differenzen sowohl in der Bewertung der historischen Vorgänge selbst als auch in der Erinnerungsgeschichte ins Bewusstsein gebracht. Sie werden im Podiumsgespräch mit Hildegard Kronawitter (Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V., München) und Isabella Schmid (Leiterin Abteilung Medienkompetenzprojekte des Bayerischen Rundfunks, München) aufgegriffen und auch die Aneignungen von einzelnen Protagonisten der Widerstandsgruppe erörtert. Von Interesse werden außerdem die Tätigkeitsfelder der 1987 gegründeten Weiße Rose Stiftung sein.
    45 min
  • L.I.S.A. - Universalismus und Rassismus
    Die fünfte von sechs Folgen beleuchtet das Verhältnis zwischen Universalismus und Rassismus. Dabei stehen die Fragen im Mittelpunkt, inwiefern sich rassistische Äußerungen Kants zu den universalistischen Prinzipien seiner Moralphilosophie verhalten, ob diese in der Sache haltbar sind und wie ein Umgang mit der Kantischen Philosophie in Zukunft aussehen kann. Das Impulsreferat hält Nikita Dhawan, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Gießen mit Forschungsschwerpunkten in den Genderstudies und den Postcolonial Studies. Die erste Replik kommt von Rainer Forst, Professor für politische Theorie und Philosophie an der Universität Frankfurt und renommierter Forscher zu Themen der politischen und praktischen Philosophie und der Kritischen Theorie. Die zweite Replik stammt von Michael Hackl, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und dort am Projekt „Neuedition, Revision und Abschluss der Werke Immanuel Kants“ beteiligt. In der anschließenden Diskussion knüpfen Peggy Hetmank-Breitenstein, Anke Graness, Dietmar Heidemann, Jakob Huber, Daniel Kersting, Reza Mosayebi, Sofie C. Møller, Dieter Schönecker und Achim Vesper an die Vorträge an und erweitern die Perspektive. Durch die Sitzung führt Marcus Willaschek.
    2 hr 10 min
  • L.I.S.A. - Zur Rückgabe von Kulturgütern – Möglichkeiten und Perspektiven der aktuellen Diskussion
    Seit geraumer Zeit wird in verschiedenen Medien über die Frage diskutiert, in welchem Umfang Kulturgüter anderer Länder, die in verschiedenen historischen Kontexten in rechtlich uneindeutiger Weise erpresst, geraubt oder zwangsverkauft wurden, zu restituieren sind. Diese Debatten schlagen bisweilen hohe Wellen und werden von einer größeren Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt, da sie letztlich auch die Museumslandschaften bis hin zu anthropologischen Sammlungen mit menschlichen Überresten betreffen. Die Frage nach der Provenienz der Museumsbestände wird dringlich gestellt, wobei die Museen selbst durch neue Initiativen nach Antworten suchen. Auf dem Podium wird nicht in erster Linie an die zurückliegenden Debatten erinnert, sondern über mögliche Perspektiven gesprochen, mit denen die vielfältigen, mit den Kulturgütern verbundenen Problemstellungen verantwortungsvoll und in Kooperation mit den betroffenen Ländern gelöst werden könnten.
    Moderation: Roland Wenzlhuemer (München)
    Beteiligte: Hermann Parzinger (Berlin), Larissa Förster (Berlin), Andreas Eckert (Berlin), Elisio Macamo (Basel)
    1 hr 25 min
  • L.I.S.A. - Vom Rassismus zur Entschuldigung. Kolonialismus und Dekolonisation in Frankreich und Deutschland
    Die Bibliothek für Zeitgeschichte präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Institut français Stuttgart und dem Linden-Museum Stuttgart einen Vortrag des Historikers Professor Dr. Wolfgang Reinhard (Freiburg). Aufgrund technischer Probleme liegt in diesem Fall keine Video-, sondern nur eine Audioversion vor. Auch fehlt leider der letzte Teil des Vortrags.
    Frankreich hat zweimal, in der Frühen Neuzeit und im Zeitalter des Imperialismus, ein weltweites Kolonialreich betrieben. Das deutsche Kolonialreich fiel zwar wesentlich bescheidener aus und fand zudem bereits 1918 ein abruptes Ende. Strukturell ist der Kolonialismus beider Länder dennoch bis ins Detail vergleichbar. Ähnlich ist auch das aktuelle Entschuldigungsbedürfnis im Rahmen der Aufarbeitung des Kolonialismus bis hin zum Problem der Restitution afrikanischen Kulturguts.
    42 min
  • L.I.S.A. - Station 9 mit Thomas Schnalke | Kurzes Leben. Langer Atem. Zur Geschichte eines Berliner Lungenpräparats (1912)
    Präparate waren das „liebste Kind“ des weltbekannten Charité-Pathologen, des Sozialmediziners und Stadtpolitikers Rudolf Virchow. Über 23.000 pathologisch-anatomische Feucht- und Trockenpräparate trug er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Berlin zusammen. Thomas Schnalke (Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité) zeigt anhand der fixierten Lunge eines zweijährigen Mädchens aus dem Jahr 1912, welche Rolle Präparate zu Virchows Zeit spielten und was man heute von ihnen lernen kann.
    9 min

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