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  • L.I.S.A. - Der erste Treibstoff des globalen Kapitalismus
    Um den Rohstoff Baumwolle spann sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts ein globales Netzwerk aus Baumwollplantagen, Baumwollspinnereien und -webereien sowie aus Händlern und Käufern - ein Baumwollimperium, wie es der Historiker Prof. Dr. Sven Beckert von der Universität Harvard in seinem Buch King Cotton. Eine Geschichte des globalen Kapitalismus bezeichnet, beschreibt und ausführlich analysiert. Was auf den Baumwollplantagen in den US-amerikanischen Südstaaten von Sklaven gepflückt wurde, verarbeiteten im Vereinigten Königreich Heere von Männern, Frauen und Kindern in Fabriken, deren Erzeugnisse dann bis in die entferntesten Winkel der Erde verkauft wurden. Wie dieses Imperium genau entstanden ist, was daraus geworden ist und welche Rückschlüsse diese Geschichte über das Wesen des Kapitalismus insgesamt zulässt, darüber haben wir mit Sven Beckert gesprochen.
    17 min
  • L.I.S.A. - "Der entscheidende Medienbruch war das Taschenbuch"
    Was waren die 1970er Jahre, wenn man sie retrospektiv durch die Brille eines Intellektuellen betrachtet? Ein Jahrzehnt des Neomarxismus, die Dekade des Strukturalismus, Ausläufer des Modernisierungsparadigmas und Vorzeichen der Postmoderne? Unbestritten ist zumindest, dass die 1970er Jahre vor allem eine Zeitspanne umfassen, die theoriegesättigt war. Die entsprechende, arbeitsintensive Literatur hatte ihr Format im Taschenbuch gefunden. Ein Zeitzeuge und Mitgestalter dieses Jahrzehnts war Prof. Dr. Ulrich Raulff, heute Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Wie er sich an die 1970er als Lesezeitraum erinnert, hat er in seinem jüngsten Buch Wiedersehen mit den Siebzigern beschrieben. Wir haben ihn dazu befragt.
    23 min
  • L.I.S.A. - Verwandte Diktaturen?
    Seit dem Historikerstreit der 1980er Jahre wird kontrovers diskutiert, in welchem Verhältnis Nationalsozialismus und Kommunismus der 1930er zueinander stehen. Schon wer vergleicht, so der Vorwurf, setzt gleich. Doch gerade für eine gemeinsame Erinnerungskultur in West- und Osteuropa ist die Gewichtung der Diktaturerfahrungen zentral. Eine Debatte zwischen den Zeithistorikern Jörg Baberowski, Norbert Frei und Martin Sabrow.
    1 hr 55 min
  • L.I.S.A. - "Das Digitale löst unsere bisherige Gesellschaft auf"
    Immer schärfe Displays, immer genauere Daten – die Digitalisierung der Welt ist geprägt von Drang nach immer höherer Auflösung. Aber beinhaltet dieser Prozess auch eine andere Form der Auflösung, nämlich die Beseitigung alter gesellschaftlicher Ordnungen? Der Journalist Dr. Christoph Kucklick sieht in der Doppeldeutigkeit des Begriffs der Auflösung das Grundmotiv einer sich abzeichnenden "granularen Gesellschaft". Er identifiziert eine grundlegende Umwälzung des menschlichen Miteinanders auf allen sozialen Ebenen. Wie lässt sich die granulare Gesellschaft verstehen? Wie beeinflusst die Digitalisierung unsere Verständnis vom Menschen? Welchen Effekt hat der Überfluss an Information? Und wer hat in der granularen Gesellschaft überhaupt die Kontrolle? Wir haben mit Dr. Kucklick über die Zukunft in der Gegenwart gesprochen.
    17 min
  • L.I.S.A. - "Die Arbeit des Intellektuellen ist naturgemäß subversiv"
    Im bayerischen Schloss Elmau haben sich in der vergangenen Woche die Staats- und Regierungschefs zum sogenannten G7-Gipfel getroffen, um sich über die aktuelle politische und wirtschaftliche Weltlage auszutauschen und gemeinsame Vorgehensweisen abzustimmen. Kritiker bezeichnen die G7-Treffen als exklusive Zusammensetzung der mächtigsten Staaten des Westens, deren Vertreter nicht legitimiert seien, die gesamte Welt zu repräsentieren. Zu den Kritikern gehört auch der Schweizer Soziologe Prof. Dr. Jean Ziegler. Er klagt in seiner neuen Publikation die gegenwärtige Weltordnung als kannibalisch und absurd an. Entsprechend emphatisch lautet der Titel seines Buches: "Ändere die Welt!" Wir haben ihn am Telefon interviewt und wollten nicht zuletzt wissen, welchen Stellenwert er Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Veränderung der Welt beimisst.
    21 min
  • L.I.S.A. - "Das Porträt eines Weltwirtschaftssystems"
    Coltan, Niobium und Kassiterit gehören heute, im Zeitalter der Mobiltelefone, zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt. Die bedeutendsten Vorkommen lagern im Ostkongo, wo seit mehr als zwanzig Jahren einer der blutigsten Kriege seit dem Zweiten Weltkriegs um die Kontrolle der Minen tobt. Außerdem kennzeichnet diesen Krieg die besonders unübersichtliche Gemengelege mit Blick auf die Konfliktparteien sowie die direkten und indirekten Interessen beziehungsweise Einflussnahmen. Diese freizulegen, hat sich der Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau in seinem aktuellen Film- und Theaterprojekt zur Aufgabe gemacht. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo beginnt morgen, am 29. Mai 2015, das sogenannte Kongo-Tribunal, das Ende Juni in Berlin, der Stadt der historischen Afrika-Konferenz von 1885 fortgesetzt wird. Wie das Kongo-Tribunal genau verlaufen soll und welche Ergebnisse erwartet werden, darüber haben wir mit Milo Rau via Skype gesprochen.
    20 min
  • L.I.S.A. - Zu Gast beim Internationalen Kolleg Morphomata
    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2007 die Initiative Freiraum für Geisteswissenschaften ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt stand dabei die Gründung von internationalen Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung - die sogenannten Käte Hamburger Kollegs. Eine dieser Einrichtungen ist das Internationale Kolleg Morphomata: Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen, das an der Universität zu Köln angesiedelt ist. Wir wollten gerne wissen, wie so ein geisteswissenschaftliches Zentrum funktioniert, und haben Mophomata besucht.
    15 min
  • L.I.S.A. - Zu Gast beim Internationalen Kolleg Morphomata
    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2007 die Initiative Freiraum für Geisteswissenschaften ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt stand dabei die Gründung von internationalen Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung - die sogenannten Käte Hamburger Kollegs. Eine dieser Einrichtungen ist das Internationale Kolleg Morphomata: Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen, das an der Universität zu Köln angesiedelt ist. Wir wollten gerne wissen, wie so ein geisteswissenschaftliches Zentrum funktioniert, und haben Mophomata besucht.
    14 min
  • L.I.S.A. - Der 8. Mai 1945 im Gedächtnis der Deutschen. Zusammenbruch – Befreiung – Stunde Null?
    Der 8. Mai 1945 zählt zu den symbolträchtigsten und lange auch umstrittensten Daten der jüngeren deutschen Geschichte. Gerungen wurde um die Deutung des Kriegsendes: War es ein Tag des Zusammenbruchs und der Niederlage, wurde an diesem Tag Deutschland vom Nationalsozialismus befreit oder handelte es sich sogar um einen Bruch in der Geschichte, bei dem alles noch einmal auf Null gedreht wurde? Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat die Frage vor 30 Jahren auch gestellt und eine eindeutige Antwort gegeben: "Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung". Diese Deutung ist heute breit akzeptiert. Welche Fragen noch offen geblieben sind, darüber diskutieren die Historiker Prof. Dr. Paul Nolte und Prof. Dr. Sönke Neitzel. Moderiert wird die Debatte von Prof. Dr. Frank Bösch vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, dem neuen Kooperationspartner von History@Debate.
    1 hr 36 min
  • L.I.S.A. - Einbahnstraße Geisteswissenschaft? Diskussion aus Sicht des Nachwuchses
    Keine Zukunft der Geisteswissenschaften ohne Nachwuchs - was hier wie eine Binsenweisheit erscheint, ist tatsächlich eine Herausforderung. Nicht dass es an nachwachsenden Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftlern mangeln würde. Vielmehr dreht sich die Frage darum, welche akademischen bzw. beruflichen Perspektiven Studierende, Promovierende und Habilitierende aus den geisteswissenschaftlichen Disziplinen heute haben. In der Regel beantworten solche Fragen bereits etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wir wollten aber wissen, wie der Nachwuchs darüber denkt und haben dazu die Promotionsstudentinnen Anja Kirberg und Amélie Sagasser zu uns eingeladen.
    57 min

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