Musik unserer Zeit

Musik unserer Zeit

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Musik unserer Zeit episodes

  • Portrait: Rudolf Kelterborn
    Der Komponist Rudolf Kelterborn wäre heute am 3. September 94 Jahre alt geworden. Daher wiederholen wir ein Portrait des Schweizer Urgesteins aus dem Jahr 2020, als er einen der Schweizer Musikpreise bekommen hatte.
    1 hr
  • Toshio Hosokawa, Musikschamane und Vertoner der Urkraft
    Dieses Jahr wird der japanische Komponist Toshio Hosokawa 70 Jahre alt.
    Daher wiederholen wir heute ein Portrait aus dem Jahr 2023, als Hosokawa creative chair in der Zürcher Tonhalle war – Moritz Weber hat sich mit ihm über traditionelle japanische Musik und über seine Musikphilosophie unterhalten: Dass die Natur eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration ist, dass jeder einzelne Moment ein quasi ‘wichtigster Moment’ ist, jeder Moment eine eigene Ewigkeit ist.
    Erstausstrahlung: 22.03.2023
    1 hr 1 min
  • Klassiker der Moderne: Lady Macbeth von Mzensk
    Ein Krimi so spannend wie ein «Tatort» - allerdings nicht im Fernsehen, sondern auf der Bühne. Dmitri Schostakowitschs Oper «Lady Macbeth von Mzensk» ist längst zu einem Klassiker des Repertoires geworden; wegen ihrer musikalischen Qualität wie auch wegen ihrer bewegten Rezeptionsgeschichte.
    Man nehme einen Thriller als Handlung, mit Morden, vergiftetem Essen, Folter und einem Gefangenenlager in Sibirien, und schreibe dazu zündende Musik. Ein einfaches Erfolgsrezept, das natürlich zusätzlich der Genialität eines Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch bedarf, damit daraus ein Meisterwerk und ein Klassiker der Moderne wird.
    Der Schostakowitsch-Biograf Krzysztof Meyer, der den Komponisten mehrmals getroffen hat, er erzählt von der Entstehung dieser Oper, erklärt musikalische Details dieses Werks und dessen Stellung in Schostakowitschs Œuvre. Ausserdem spricht er über die Rezeptionsgeschichte dieser Erfolgsoper, das jahrelange Aufführungsverbot durch den Diktator Josef Stalin und über die Umarbeitung zur abgemilderten Fassung mit dem Titel «Katerina Ismailowa».
    Erstausstrahlung: 22.11.2017
    1 hr
  • Diversity Matters - Basel Sinfonietta
    Diversität. Ethnisch, kulturell, biografisch, national – natürlich. Und, wie der Dirigent Kevin John Edusei sagt, ist dieses Programm losgelöst vom sozialen, politischen Kontext zugleich
    rein schöpferisch und künstlerisch überaus divers. Ein Konzertmitschnitt aus dem Stadtcasino Basel vom 30. März.
    Alex Paxton: Od Ody Pink’d (2019)
    Julius Eastman: Stay on It (1973)
    Missy Mazzoli: Sinfonia (for Orbiting Spheres) (2013)
    Jessie Cox: Schattenspiel (2023)
    Derrick Skye: Prisms, Cycles, Leaps (2015)
    Alex Paxton, Posaune
    Basel Sinfonietta
    Kevin John Edusei, Leitung
    Konzert vom 30. März 2025, Stadtcasino Basel
    Das Konzert steht unbegrenzt zum Nachhören zur Verfügung.
    1 hr
  • Erst vergessen, heute ein Hype: Julius Eastman (1940–1990)
    Er starb vereinsamt und verarmt in einem Krankenhaus in Buffalo und hinterliess ein vielgestaltiges Werk. Die Black Lives Matter-Bewegung entdeckte Eastman für sich. Inzwischen ist seine ungezähmte Musik im Konzertsaal angekommen.
    Julius Eastman wollte nicht mehr als sich selbst sein. «In vollen Zügen schwarz, in vollen Zügen Musiker, in vollen Zügen Homosexueller». Damit platzte er in die Blase der weissen Avantgarde New Yorks und brach mit seinen sexuell aufgeladenen Performances als Sänger, Tänzer und Komponist Tabus.
    Exemplarisch dafür ist der Bruch mit John Cage auf dem Campus in Buffalo. Zwischen den Stücken aus Cages «Song Book» improvisierte Eastman 1975 eine Satire über ein «neues System der Liebe», während er das «Beste aus beiden Welten» (die schwarze «Miss Suzyanna» aus Haiti und den «blonden Charles» aus Buffalo) hiess, sich auf der Bühne zu entkleiden. Am Ende war nur Charles nackt und Eastman liess die Hose herunter. Die Performance über umgekehrten Rassismus und homosexuelle Hemmungslosigkeit provozierte. Cage, der Homosexualität als Privatsache betrachtete, soll auf die Bühne gestürmt sein und Eastman zur Rede gestellt haben. Anderntags beschwerte er sich beim Institutsleiter.
    Eastmans Musik trägt Titel wie «Gay Guerilla» und «Evil Nigger» und repräsentiert ein Selbstverständnis, das schon zu Lebzeiten Widerstand innerhalb der Community provozierte. Die afroamerikanische Studentenorganisation der Northwestern University in Evanston (Illinois) etwa setzte 1980 die Streichung des N. Worts auf dem Programmzettel durch, worauf Eastman vor dem Konzert eine Gegenrede hielt.
    «Die USA hätte ohne die Feld-Niggers niemals die ökonomische Kraft aufbauen können, über die sie heute verfügt.» Das beleidigende Wort verwende er, um die Rolle der Afroamerikaner in der amerikanischen Geschichte zu ehren.
    Die Pianistin Simone Keller gehört zu den ersten, die sich im Bund mit dem Kukuruz Quartet Eastmans Klaviermusik gewidmet hat. 2018 hat das Quartett eine Referenzaufnahme vorgelegt. Ihr folgt 2024 eine Solo-CD, die Simone Keller vergessener Musik etwa von Olga Diener, Julia Amanda Perry und Julius Eastman widmet. Er schrieb nicht nur wütende Minimalmusic, er rang sich auch intellektuell fundierte Stücke wie etwa «Piano 2» ab.
    Simone Keller blickt im Gespräch mit Corinne Holtz auf den Werdegang des Aussenseiters, an dem die Sakralisierung zum Klassiker zu beobachten ist. Ausserdem spricht die Pianistin über die Herausforderung, als weisse Frau Eastmans Musik und der kontrovers diskutierten Intersektionalität gerecht zu werden.
    1 hr
  • Extrem - mit Jörg Widmann und Galina Ustwolskaja
    Der Mittelweg: der einzige, der NICHT nach Rom führt, hat Arnold Schönberg gesagt. Ist da was dran?
    Der Mittelweg ist langweilig, ausgetreten, zur Genüge erforscht.
    Spannend sind die Ränder, da wo noch niemand war.
    Extrem heisst: Grenznähe, und Grenzüberschreitung, Gefahr und Gefährdet-Sein, Unwirtlichkeit, Übersteigerung, Zerstörung, Hypertrophie, Verlassen von Gleichgewicht und Sicherheit – um die verheißungsvolle Aura von Freiheit zu sehen. Extrem sein heisst: Ausbrechen aus einem müden Alltag, aufbrechen zu einem belebenden und spannungsgeladenen Horizont.
    In der Musik unserer Zeit heute: Begegnungen mit dem Komponistem Jörg Widmann, der von und mit den Extremen lebt. Und mit der Extremkünstlerin Galina Ustvolskaja. Und noch ein paar anderen...
    Die gespielten Titel:
    - Jörg Widmann: Jagdquartett
    - Galina Ustwolskaja: 5. Klaviersonate
    - Conlon Nancarrow: study for player piano No. 25
    - György Ligeti: Atmosphères
    - Edgard Varese: Amériques
    - Iannis Xenakis: Roái
    - Friedrich Cerha: Spiegel I
    1 hr 1 min
  • Wie queer sind neue Opern und neues Musiktheater?
    Jahrhundertelang wurde auf der Opernbühne geliebt, heterosexuell geliebt. Seit wenigen Jahrzehnten erst stehen eine Handvoll schwule Paare, noch weniger lesbisch Liebende und bloss eine trans Person im Zentrum von ein paar wenigen Opern.
    Die universelle Kunstform Oper war doch eigentlich schon immer recht queer – oder doch nicht? Seit den ersten Werken der Gattung traten schliesslich Männer verkleidet als Frauen auf, Frauen verkleidet als Männer. Hohe Stimmen intonierten männliche Charaktere, tiefe weibliche. Stimm- und Kleidertravestie waren gang und gäbe. Lange fielen explizit queere Stoffe und Homoerotik aber der Zensur oder Verschleierung zum Opfer, gleichgeschlechtliche Liebe durfte auch auf der Bühne nicht sein.
    Doch seit der letzten Jahrtausendwende werden die Liebespaare in Opern nun allmählich diverser, und das Repertoire beginnt so, die gesellschaftliche Realität etwas adäquater abzubilden. Einer der Pioniere, der ein fesselndes Werk mit schwulem Protagonistenpaar komponiert hat, ist der Basler Andrea Scartazzini. In der Sendung erzählt er von der Entstehung seines hochdramatischen und gross besetzten «Edward II.» aus dem Jahr 2017 und von dessen musikalischen Besonderheiten.
    In St. Gallen feierte 2023 die erste abendfüllende Oper über eine trans Ikone ihre Uraufführung: «Lili Elbe» des US-Amerikaners Tobias Picker. Um die Geschichte der dänischen Landschaftsmalerin authentisch erzählen zu können, arbeitete Picker während des Kompositionsprozesses mit der Baritonistin Lucia Lucas zusammen, welche auch ihre eigenen Erfahrungen einbrachte.
    Philipp Venables schliesslich vertonte für die Opernfestivals in Aix-en-Provence und Bregenz ein queeres Kultbuch aus den 1970er-Jahren: «The Faggots & Their Friends Between Revolutions» und schuf damit ein weiteres schillerndes Werk, welches andere Lebenswelten als die heterosexuelle auf die Bühne bringt.
    Ein Streifzug durch die queere Operngeschichte bis heute.
    Gespielte Werke:
    W. A. Mozart: Apollo et Hyacinthus (1767)
    K. Szymanowski: Król Roger (1926)
    F. Poulenc: Les Mamelles de Tirésias (1947)
    B. Britten: Billy Budd (1951)
    St. Wallace: Harvey Milk (1995)
    P. Eötvös: Angels in America (2004)
    R. Gordon: 27 (Kammeroper über Gertrude Stein und Alice B. Toklas, 2014)
    Ch. Wuorinen: Brokeback Mountain (2014)
    A. Scartazzini: Edward II. (2017)
    K. Chemirani: Negar (2022)
    P. Venables: The Faggots & Their Friends Between Revolutions (2023)
    T. Picker: Lili Elbe (2023)
    - -
    Literaturhinweis:
    Casta Diva - Der schwule Opernführer
    Rainer Falk & Sven Limbeck
    Querverlag, 2019
    1 hr
  • Konzert: Der Mahler-Scartazzini-Zyklus
    In dieser Stunde ist Andrea Scartazzinis Zyklus zu Mahlers Sinfonien zu hören - mit der Jenaer Philharmonie mit Simon Gaudenz.
    Gustav Mahlers zehn Sinfonien bilden den Höhepunkt seines Schaffens und gehören zum wichtigsten Vermächtnis der Musikgeschichte. Diesen spätromantischen Meilenstein mit der musikalischen Gegenwart zu verknüpfen, benötigt Vision, Mut und einen langen Atem. Der Basler Komponist Andrea Lorenzo Scartazzini und die Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Simon Gaudenz wagten es: 2018 beauftragte die Jenaer Philharmonie den Basler Komponisten, zu jeder Mahlersinfonie ein neues Werk zu schreiben. Es entstand ein atmosphärisch dichter Orchesterzyklus, in dem Scartazzini analog zu Mahler existenzielle Menschheitsthemen im grossen romantischen Bogen behandelt. Einzeln im Konzert zu Mahlers Sinfonien aufgeführt und auf CD eingespielt, erfolgte anfangs Juni 2025 der finale Höhepunkt des Langzeitprojekts mit einer Aufführung des gesamten neuen Orchesterzyklus. Im November erscheint er auf CD. Im Gesprächsteil geben Andrea Lorenzo Scartazzini, Komponist, und Simon Gaudenz, musikalischer Leiter der Philharmonie Jena, Auskunft über Hintergrund, Geschichte, Herausforderungen und ihre Zusammenarbeit.
    1 hr 1 min
  • Thema: Mahler-Scartazzini-Zyklus: Ein Langzeitprojekt aus Jena
    Gustav Mahlers zehn Sinfonien bilden den Höhepunkt seines Schaffens und gehören zum wichtigsten Vermächtnis der Musikgeschichte. Diesen spätromantischen Meilenstein mit der musikalischen Gegenwart zu verknüpfen, benötigt Vision, Mut und einen langen Atem.
    Der Basler Komponist Andrea Lorenzo Scartazzini und die Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Simon Gaudenz wagten es: 2018 beauftragte die Jenaer Philharmonie den Basler Komponisten, zu jeder Mahlersinfonie ein neues Werk zu schreiben. Es entstand ein atmosphärisch dichter Orchesterzyklus, in dem Scartazzini analog zu Mahler existenzielle Menschheitsthemen im grossen romantischen Bogen behandelt.
    Einzeln im Konzert zu Mahlers Sinfonien aufgeführt und auf CD eingespielt, erfolgte anfangs Juni 2025 der finale Höhepunkt des Langzeitprojekts mit einer Aufführung des gesamten neuen Orchesterzyklus. Im November erscheint er auf CD. In dieser Stunde geben Andrea Lorenzo Scartazzini, Komponist, und Simon Gaudenz, musikalischer Leiter der Philharmonie Jena, Auskunft über Hintergrund, Geschichte, Herausforderungen und ihre Zusammenarbeit.
    1 hr 1 min
  • Konzert: «Jubelhemd» von Lisa Streich
    Lisa Streich macht das Jubeln selbst zum Thema, inspiriert vom Jubelhemd des österreichischen Künstlers Markus Schinwald, das mit verkehrt angenähten Ärmeln zur Jubelgeste zwingt.
    Bernd Richard Deutsch bezieht sich in Phantasma auf Gustav Klimts Beethovenfries in der Wiener Secession – ein Gebäude, das für künstlerische Freiheit steht. Die Kanadierin Nicole Lizée lässt sich von den fehlerhaften Produkten künstlicher Intelligenz zu künstlerischen Freiheiten inspirieren. Und George Lewis spekuliert darüber, «wie die Freiheiten einer kreolisierten Dekolonialität klingen und wie wir Menschen mit diesen neuen Freiheiten leben könnten».
    Lisa Streich: Jubelhemd
    Nicole Lizée: Vanisxche
    Bernd Richard Deutsch (1977): Phantasma
    George Lewis (1900-1968): Your Network Is Unstable
    Radiosinfonieorhester des ORF Wien
    Roland Kluttig, Leitung
    Konzert vom 5. Oktober 2024, Dom im Berg Graz
    Das Konzert steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.
    59 min

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Die Sendung wurde per Ende 2025 eingestellt. Neue Musik findet in der Sendung «Im Konzertsaal», im «Musikmagazin» und in der Kulturberichterstattung statt. Die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts in…

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