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Noch bis zum August 1993 ist das kleine Rechlin im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte durch eine zweieinhalb Kilometer lange Mauer getrennt. Die Deutschen sind ausgesperrt, die Soldaten der ehemaligen Sowjetarmee eingesperrt. Vor 30 Jahren dann – mit quasi vier Jahren „Verspätung“ – fällt auch in Rechlin die Mauer. Noch immer stehen 80 Meter im Originalzustand. Diesen Sommer sollte zur Erinnerung der sogenannte Mauerpark eröffnet werden, doch wegen vieler Bombenfunde in dem Bereich muss die Eröffnung verschoben werden. Im 2. Weltkrieg hatten US-Luftstreitkräfte das Dorf mehrfach bombardiert. Rechlin war schon in der Weimarer Republik Erprobungsstelle der Luftwaffe, die Machthaber des Deutschen Reichs bauten das aus. Das kleine Rechlin ist ein Brennglas der Geschichte: ob in der Weimarer Republik, im Nazi-Deutschland, zu DDR-Zeiten und bis heute in Sachen Spätfolgen und Aufarbeitung.
Der 27. Juni 1993 hat Geschichte geschrieben - für die Polizei, die Politik, den Bundesnachrichtendienst, die Medien und nicht zuletzt die Stadt Bad Kleinen. Auf dem Bahnhof von Bad Kleinen werden bei einem GSG9-Einsatz der RAF-Terrorist Wolfgang Grams und Polizist Michael Newrzella erschossen. Eigentlich ist an diesem Sonntag vor 30 Jahren „nur“ die Verhaftung von Grams und der RAF-Terroristin Birgit Hogefeld geplant. Der dramatisch missglückte Einsatz und seine Aufarbeitung führen zu einem politischen Erdbeben in Bonn und mehreren Rücktritten. Trotz Ermittlungspannen gilt der Einsatz als juristisch aufgearbeitet – und markiert das Ende der RAF. Doch noch immer sind Fragen offen. Mirja Freye spricht mit dem Reporter Christoph Cyrulies über die Ereignisse. Auch ein aktuelles Gespräch mit Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP), der damalige Bundesjustizministerium, ist mit im Podcast.
Alle drei Jahre gibt es den Ökumenischen Kirchentag Vorpommern. In diesem Jahr ist er in Pasewalk. Dort soll es vor allem um deutsch-polnische Kirchenthemen gehen. In den letzten Jahren hat sich viel verändert weiß unser Reporter Heiko Kreft.
Shownotes:
In mehr als 20 Jahren hat das Greifswalder Institut für Community Medicine mehr als 10.000 Menschen untersucht. Die Forscherinnen und Forscher betrachten mit der weltgrößten Studie SHIP nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Probleme der medizinischen Versorgung. Unser Reporter Konrad Buchwald hat sich kundig gemacht.
Die Kandidaten:
Swinemünde, das heutige Swinoujscie, ist eine Stadt auf zwei Inseln. Der Fluss Swine teilt sie in den Usedomer und Wolliner Teil. Eine Brücke gibt es nicht. Autofahrer und Fußgänger kommen nur mit Fähren, die im Halbstundentakt zwischen den Inseln pendeln, auf die jeweils andere Seite. In vier Wochen geht nun nach rund zehn Jahren Planungs- und Bauzeit der Swinetunnel in Betrieb. Für die polnische Grenzstadt dürfte sich damit vieles verändern. Und auch für Usedom-Urlauber könnte der mehr als 200 Millionen Euro teure und überwiegend von der EU bezahlte Tunnel die Reise an die Küste erleichtern.
Rund 2 Millionen Menschen kommen jährlich nach Mecklenburg-Vorpommern, um Rad zu fahren. Beim Ausbau der Radwege hängt das Land aber hinterher. Wo stehen wir? Wo soll es hingehen? Was sind die Trends?
Dorf Stadt Kreis Folge 75: "Wie abhängig ist Vorpommern von russischem Gas?" |
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