NDR Info Hintergrund

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NDR Info Hintergrund episodes

  • Bluegrass im Wandel der US-Gesellschaft
    Immer mehr Menschen aus Süd- und Mittelamerika wandern in die USA ein. Das prägt auch die musikalische Szene.
    Auch ein Jahr nach der Amtsübernahme von US-Präsident Joe Biden präsentieren sich die Vereinigten Staaten im Alltag als eine oft gespaltene Nation. Immer mehr Menschen aus Süd- und Mittelamerika wandern in die USA ein. Das wirkt sich auch auf die örtliche Kultur aus, zum Beispiel in der Bluegrass-Szene. Die ländliche Musiktradition galt lange Zeit als hinterwäldlerisch. Das ändert sich jetzt. Junge Musikerinnen und Musiker legen die afroamerikanischen und indigenen Wurzeln des Bluegrass frei. Sie spielen die Musik mit einem neuen gesellschaftlichen Selbstbewusstsein.
    Eine musikalische Reise durch Virginia und North Carolina - mit Sebastian Hesse aus dem ARD-Studio in Washington.
    15 min
  • Namensänderungen - Eine deutsche Geschichte
    Nicht alle Menschen sind mit ihrem Namen glücklich. Namensänderungen sind in Deutschland schwierig. Zu schwierig, meinen viele.
    Namen geben Menschen eine Identität. Zusammen mit dem Personalausweis eine unverwechselbare Identität. Doch nicht jeder Mensch fühlt sich mit seiner Namensidentität wohl. Weil der Vorname gesellschaftlich stigmatisiert ist. Weil der Nachname mit traumatischen Kindheitserlebnissen verknüpft ist. Weil der Mensch seine geschlechtliche Identität verändert hat. Viele wollen in solchen Situationen ihren Namen ändern. Doch Namensänderungen sind in Deutschland sehr kompliziert, viel komplizierter und restriktiver als in anderen Ländern. Das letzte Wort hat hier immer die Beamtin oder der Beamte beim Standesamt.
    Das heutige Namensrecht geht auf ein Gesetz der Nationalsozialisten aus dem Jahr 1938 zurück, das mit einem Erlass so begründet wurde: „Jede Namensänderung beeinträchtigt die Erkennbarkeit der Herkunft aus einer Familie, erleichtert die Verdunklung des Personenstandes und verschleiert die blutmäßige Abstammung.“ Das Gesetz diente dazu, Menschen mit jüdischem Glauben mit besonderen Vornamen zu stigmatisieren.
    Eine Expertenkommission des Bundesinnen- und Bundesjustizministeriums hat 2020 Vorschläge erarbeitet, wie die Namensänderung zukünftig praktisch gestaltet werden könnte. Umgesetzt sind sie bisher nicht. Die neue Bundesregierung nimmt einen neuen Anlauf. Kann sich bald jeder, jede einen Wunschnamen aussuchen? Wie weit darf die Liberalisierung gehen?
    28 min
  • Amerikas Schandfleck - 20 Jahre Gefangenenlager Guantanamo
    Mit dem Lager in Guantanamo wollten die USA ein Zeichen gegen den Terror setzen. Heute ist es für viele ein Schandfleck der Geschichte.
    Vor 20 Jahren, am 11. Januar 2002, brachten die USA die ersten Gefangenen des „Krieg(es) gegen den Terror“ nach Guantanamo, in Ketten und Augenbinden. Nur vier Monate nach den Anschlägen von 9/11 sollte die Botschaft sein: „Wir haben die Schuldigen“. Über die nächsten Jahre sperrte die US-Regierung zwar 780 Männer aus 50 Ländern auf ihrer entlegenen Basis in Kuba weg. Anfangs unter unmenschlichen Bedingungen und ohne Anspruch auf ein Gerichtsverfahren. Viele wurden gefoltert. Aber die meisten Männer ließen die USA schließlich laufen.
    Inzwischen sind nur noch knapp 40 Gefangene in 'Gitmo'. Gegen die meisten wurde bislang nicht einmal Anklage erhoben. Anderen wird vor Ort der Prozess gemacht – nach einer hochumstrittenen und eigens für diese Angeklagten erfundenen Sonder-Justiz. Guantanamo, das findet auch Präsident Biden, ist ein Schandfleck für die USA. Genau wie sein Vorgänger Obama will er das Lager eigentlich schließen. Aber auch er weiß nicht wie. Und so ist 20 Jahre danach kein Ende für das Gefangenenlager in Sicht.
    26 min
  • Marseille im Griff der Drogenbanden
    Im Norden von Marseille regieren Drogenbanden. Politiker haben jahrelang weggeschaut. Nun soll alles besser werden.
    Heruntergekommene Viertel, rechtsfreie Zonen – nicht die Stadt, sondern das Haschisch regiert in den Armenvierteln von Marseille. Selten hat die Mittelmeermetropole so viele Vergeltungsmorde erlebt wie in den vergangenen Monaten. Seit Sommer 2021 waren es über ein Dutzend. Die Opfer: zumeist junge Männer und sogar Kinder aus den armen Vierteln im Norden der Stadt. Die Drogen-Clans terrorisieren die Bewohner der Vororte. Perspektivlosigkeit und Trostlosigkeit machen viele Jugendliche zu ihren Handlangern. Die Polizei wagt sich nur in Mannschaftsstärke in die Hochhaus-Siedlungen. Die Politik schien aufgegeben zu haben und investierte lieber in glamouröse Prestigeprojekte statt in neue Schulen, bessere Wohnungen und eine vernünftige Infrastruktur. Jetzt soll ein milliardenschwerer Masterplan des Staates alles besser machen.
    Julia Borutta war in Marseilles Vororten unterwegs, hat mit Dealern, Schülern, Polizei und Politikern gesprochen.
    25 min
  • Seelische Not - Bekommen Menschen schnell genug Hilfe?
    Wer psychiatrische Hilfe braucht, muss auf Therapieplätze lange warten. Doch Krankenkassen sprechen von Überversorgung. Kann das sein?
    Vor knapp einem Jahr schlug der Verband der psychologischen Psychotherapeuten Alarm. Viele Hilfesuchende müssten länger als sechs Monate auf professionelle Hilfen warten. Die Praxen seien ausgelastet wie noch nie. Ein Grund scheint offensichtlich: Corona lässt Menschen vereinsamen. Die Angst vor dem Virus sorgt für Dauerstress, der krank machen kann, Erwachsene wie Kinder. Nach Ansicht von Dietrich Munz, Präsident der Psychotherapeutenkammer, rächt sich jetzt, dass Krankenkassen eine ausreichende Anzahl von psychotherapeutischen Praxen seit Jahren verweigern. Die angegriffenen Kassen halten dagegen. Deutschland stehe im internationalen Vergleich sehr gut da, in großen Städten gebe es sogar eine Überversorgung mit psychotherapeutischen Praxen. Wie erklärt sich dieser Widerspruch, kann Menschen in seelischer Not schnell genug geholfen werden?
    26 min
  • Gratwanderung: Frankreich übernimmt im Wahljahr EU-Ratspräsidentschaft
    Frankreichs Präsident Macron steuert für sechs Monate die EU-Politik. Mit eigenen Interessen. Denn im April sind in Frankreich Wahlen.
    Seit dem Jahreswechsel steuert Frankreich für sechs Monate den Rat der Europäischen Union. Die Leitlinien seiner EU-Ratspräsidentschaft hat der französische Präsident Emmanuel Macron schon Anfang Dezember vorgestellt. Für ihn fällt der Beginn der Ratspräsidentschaft mit dem Präsidentschaftswahlkampf zusammen. Zwar hat sich Macron noch nicht zum Kandidaten erklärt, aber Europa wäre ein Feld, auf dem der EU-Verfechter im Wahlkampf gern punkten würde.
    Macrons erklärtes Ziel ist es, die „strategische Souveränität“ Europas zu stärken - mit einer europäischen Identitätspolitik. Auch den gemeinsamen Wirtschaftsraum will er mit Zukunftsinvestitionen widerstandsfähiger machen. Dabei verfolgt Frankreichs Präsident im Wahljahr durchaus eigene Interessen, die nicht bei allen Partnerländern auf Wohlwollen stoßen. Besonders in der Flüchtlingspolitik und bei der Gestaltung einer ökologischen Energiewende zeichnen sich Konflikte ab.
    16 min
  • Abschied von der D-Mark - Die Euro-Einführung vor 20 Jahren
    Seit 20 Jahren zahlen wir mit Euro und nicht mit DM. Die Währungsumstellung als Mammutaufgabe glückte, die wirtschaftliche Integration nur bedingt.
    Am 1. Januar 2002 löste der Euro in Deutschland die D-Mark offiziell als Bargeld ab. Die Bundesbank verteilte die neuen Scheine und Münzen mit Hochsicherheitstransporten im Land - zu Banken und Sparkassen, Geldautomaten und Einzelhändlern. Die Währungsumstellung war für alle Beteiligten eine gigantische Aufgabe. Übergangsweise gab es zwei Währungen: Taxifahrer arbeiteten mit zwei Geldbeuteln, Händler mit zwei Kassen. Viele Kund*innen zahlten mit D-Mark und bekamen Euro heraus. Anfangs stieß der Euro auf große Skepsis, war zwischenzeitlich sogar als „Teuro“ verschrien, doch nach 20 Jahren zeigt sich: Der Euro ist mindestens genauso stabil wie die D-Mark. Auch Fälscher haben bei Euro-Münzen und -Scheinen kaum eine Chance.
    Mittlerweile ist der Euro für 340 Millionen Menschen in 19 europäischen Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Auch wenn sich der Euro zu einer der wichtigsten Währungen der Welt entwickelt und die europäische Identität gestärkt hat - politische Risse hat er in der Wirtschafts- und Wertegemeinschaft nur bedingt kitten können. In der Europäischen Zentralbank, der obersten Währungshüterin, wirken national sehr unterschiedliche Kräfte. Gerade Deutschland fällt es immer wieder schwer, sich mit der lockeren Zins- und Geldpolitik der EZB zu arrangieren.
    26 min
  • Brexit tut weh - Bilanz einer Trennung
    Seit einem Jahr ist der Brexit wirtschaftliche Realität. Viele Briten spüren es schmerzlich. Auch für deutsche Unternehmen wächst die Bürokratie.
    Einen harten Ausstieg Großbritanniens aus der EU hat es nicht gegeben. Aber die Einigung in letzter Sekunde über ein Zollabkommen Ende Dezember 2020 hat die Brexit-Probleme nicht gelöst. Ein Jahr nach dem Brexit ist klar: Die britische Wirtschaft ist nicht stärker, sondern schwächer geworden: durch Zollbürokratie und Grenzkontrollen, durch Lizenzprobleme und neue Standards, durch Einreise- und Visa-Regelungen. Die negativen Folgen des Brexits treffen Unternehmen und Beschäftigte genauso wie Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Brexit tut weh – auf beiden Seiten des Ärmelkanals.
    26 min
  • Die Gewalt hält an - Kolumbien fünf Jahre nach Friedensabkommen
    Ein Friedensvertrag mit den Guerillas sollte 50 Jahre Bürgerkrieg in Kolumbien beenden. Doch Gewalt und Angst dauern an.
    Vor fünf Jahren schlossen die kolumbianische Regierung und die Farc-Guerilla einen Friedensvertrag. Er sollte ein halbes Jahrhundert Bürgerkrieg beenden. Präsident Juan Manuel Santos erhielt dafür den Friedensnobelpreis. Doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Eines der zentralen Versprechen, nämlich Alternativen zum Koka-Anbau zu schaffen, hat die Regierung von Beginn an torpediert. Zudem reißt die Gewalt nicht ab: Soziale Aktivisten und viele ehemalige Farc-Kämpfer, die die Waffen abgegeben haben, wurden umgebracht. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer. Eine Sonderjustiz arbeitet - trotz vehementem politischen Widerstand - die Verbrechen der Vergangenheit auf. Und einstige Rebellen setzen sich im früheren Stammgebiet der Guerilla für Nachhaltigkeit und Versöhnung ein.
    16 min

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Politische Reportagen und Features mit Hintergrundinformationen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier gibt es 15- bis 25-minütige Berichte, Reportagen und Features von ARD-Korrespondenten aus…

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