NDR Info Hintergrund

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NDR Info Hintergrund episodes

  • Islamisches Emirat reloaded - Die Taliban in Afghanistan
    Silke Diettrich war als Reporterin oft in Afghanistan. Nach der Machtübernahme der Taliban hat sie das Land nicht wieder erkannt.
    Absoluter Albtraum für die einen, für die anderen ein Befreiungsschlag von der ausländischen Besatzung im Land. Die Taliban sind nach zwei Jahrzehnten wieder zurück an der Macht. Die meisten hatten jahrelang im Kampf verbracht oder im Untergrund. Nun sind sie überall zu sehen. Vor mehr als 20 Jahren haben viele in der westlichen Welt zum ersten Mal Notiz von den Taliban genommen: Als die Islamisten die fast 1500 Jahre alten Bamiyan-Statuen in die Luft gesprengt hatten. Heute stehen ehemalige Taliban-Kämpfer als Sicherheitsleute vor den großen Lücken in den Felswänden und bewachen das UNESCO-Weltkulturerbe, das sie selbst zerstört hatten.
    Die Taliban etablieren wieder das islamische Emirat in Afghanistan und stehen vor großen Herausforderungen. Ein großer Teil der Bevölkerung hat Angst vor ihnen, viele gut gebildete Menschen wollen fliehen. Einige Minister stehen noch auf internationalen Terrorlisten, auf sie ist weiterhin ein Kopfgeld ausgesetzt. Die Reserven der afghanischen Zentralbank haben die USA eingefroren. Jeder zweite Mensch in Afghanistan weiß derzeit nicht, wann es die nächste Mahlzeit geben könnte. Bislang hat noch kein Staat das neue Islamische Emirat anerkannt. 20 Jahre, nachdem die USA mit ihren Verbündeten in Afghanistan einmarschiert sind, müssen die Taliban beweisen, dass sie sich nicht nur kämpfen, sondern auch ein Land führen können.
    Die Shownotes zur Folge:
    https://www.tagesschau.de/thema/taliban/
    https://www.dw.com/de/taliban-schr%C3%A4nken-frauenrechte-in-afghanistan-weiter-ein/a-60260462
    26 min
  • Wir halten dicht. Der EncroChat-Hack
    Kriminelle nutzen verschlüsselte Handys. Ermittlungsbehörden haben sie gehackt. Dürfen Gerichte die Daten als Beweismittel nutzen?
    Wer Kriminelle aufspüren und überführen will, braucht spezielle Werkzeuge. Auch technische Werkzeuge. Im Frühjahr 2020 ist französischen und niederländischen Strafverfolgungsbehörden ein echter Coup gelungen: Sie haben verschlüsselte Mobiltelefone der Firma EncroChat gehackt. Allein in Deutschland konnten die Behörden mithilfe der EncroChat-Daten 2700 Ermittlungsverfahren einleiten. Bisher ergingen über 1.000 Haftbefehle.
    Diese Daten ermöglichen der Polizei und der Justiz einen bisher undenkbaren Einblick in die organisierte Kriminalität. Doch Kritiker werfen den Behörden eine unzulässige Massenüberwachung vor, nachrichtendienstliche Methoden würden mit polizeilichen Ermittlungen unzulässig vermischt. Deshalb dürften die Nachrichten aus dem Hack nicht vor deutschen Gerichten als Beweis verwendet werden.
    Ein Grundsatzstreit entwickelt sich: Sind die EncroChat-Ermittlungen ein problematischer Paradigmenwechsel, der als Präzedenzfall auch auf anderen verschlüsselten Nachrichtendiensten wie WhatsApp Schule machen könnte? Oder ist diese Form der Strafverfolgung eine besonders effektive und wünschenswerte Bekämpfung der organisierten Kriminalität - ein Glanzstück internationaler Polizeizusammenarbeit?
    27 min
  • Jenseits des Burgers - Amerika ist, was es isst
    Einwanderer prägen in den USA die Esskultur - jenseits des Burgers. Die Fusionküche spiegelt die amerikanische Geschichte.
    Chilischoten aus New Mexiko, mit Sorgfalt gepflegt und behandelt wie anderswo Wein. Der leidenschaftliche Kult um Tex-Mex-Gerichte und die richtige Zubereitung von Brisket in Texas. Die bunte kreolische Esskultur Louisianas, geprägt von französischen, afrikanischen, spanischen und karibischen Einwanderern. Die Küche jeder amerikanischen Region ist so einzigartig wie die Menschen, die dort leben - auch wenn die omnipräsenten Fastfood Ketten das häufig verdecken. Die Küche jenseits des Burgers erzählt eine US-amerikanische Geschichte, wie sich die Einwanderung und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen in ihren Gerichten spiegeln. Ein kulinarischer Blick in Kochtöpfe, mit Köchen, Landwirten und Genießern.
    Die Shownotes:
    Hier finden Sie Rezepte zur Sendung.https://www.ndr.de/nachrichten/info/epg/Jenseits-des-Burgers-Amerika-ist-was-es-isst,sendung1217404.html
    26 min
  • Diebstahl auf der Ladefläche - Wie Kriminelle die Transportbranche schädigen
    Organisierte Diebesbanden lauern LKW-Fahrer auf Autohöfen auf. Sie stehlen die Ladung, manchmal auch ganze Container.
    Ralf Dietmar Ziemski steuert seinen LKW an eine Ladesäule am Autohof Hamburg-Rothenburgsort. Für den Speditionsunternehmer ein beliebter Zwischenstopp. Aber auch der Ort, an dem er vor einem halben Jahr seinen heftigsten beruflichen Rückschlag erlitten hat. Eigentlich sollte er am Hafen einen Container abholen und gleich dem Kunden ausliefern. Doch dort waren alle LKW-Rampen belegt. Deshalb stellte Ralf Dietmar Ziemski LKW samt Ladung nachts auf dem gebührenpflichtigen und beleuchteten Parkplatz des Autohofes ab. Am nächsten Morgen waren Container samt Fahrgestell weg. Gestohlen, obwohl sie mit einem Königszapfenschloss und GPS-Sender gesichert waren. „Ich habe den Kunden verloren und Tausende Euro Schaden gehabt“, erinnert sich der Kleinunternehmer.
    Ladungsdiebstahl macht der Transportbranche schwer zu schaffen. Diebesbanden brechen Laderäume auf – in spektakulären Fällen auch schon mal bei voller Fahrt - oder klauen ganze Container. Waren im Wert von jährlich 1,3 Milliarden Euro, schätzt der Bundesverband Spedition und Logistik. Am üblichsten seien die sogenannten Planenschlitzer, die sich auf gut Glück mit Teppichmessern bewaffnet an LKW heranmachen. Oft sind sie nach Angaben der Polizei gut organisiert und können nach Sichtung der Ware per Telefon oder in Chatgruppen klären, ob es für die entdeckte Ware Abnehmer gibt. Europaweit.
    Gerade kleinere Speditionen und Fuhrunternehmen beklagen, dass es zu wenig sichere Parkplätze gibt. Das hat Tüftler und Startups auf den Plan gerufen. Sie wollen mit speziellen Alarmanlagen und Alarmplanen die Frachtdiebe abschrecken.
    26 min
  • Höher und weiter als Hubble - Das Weltraumteleskop James Webb
    30 Jahre hat Hubble faszinierende Bilder aus dem All geliefert. Das James Webb Teleskop dringt noch weiter ins Universum vor.
    Astronomen fiebern seit Wochen, wenn nicht Monaten einem Tag entgegen. Zweimal ist der Start bereits verschoben worden. Heiligabend, also am 24. Dezember soll es - wenn nichts mehr dazwischen kommt - soweit sein. Dann wird das neue James Webb Weltraumteleskop ins All starten - um ein Vielfacheres leistungsfähiger als sein Vorgänger Hubble. Und mit seinen Bildern neue Einblicke in das Universum ermöglichen. Und vielleicht auch Fragen beantworten. Hier unten auf der Erde sehen wir nur Schwärze und Leere - und ein paar Sterne am Firmament. Erst Teleskope bringen uns die Welt des Alls näher. Aufgestellt am besten dort, wo auch seine Beobachtungsobjekte sind: direkt im Weltall.
    Im James Webb Space Telescope steckt die Arbeit eines Vierteljahrhunderts. Seit Mitte der 1990er Jahre haben mehr als eintausend Ingenieure und Ingenieurinnen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an dem neuen Himmelsfernrohr gearbeitet. In dieser Zeit haben sich die Kosten von geplanten 500 Millionen Dollar auf geradezu unglaubliche zehn Milliarden Dollar verzwanzigfacht. Das ist fast das Doppelte, was Hubble bis heute gekostet hat, inklusive aller Wartungsmissionen. Mehr als einmal wurde in den vergangenen 25 Jahren der Ruf laut, das Projekt einzustellen. Doch immer hieß es: Dazu sei es jetzt zu spät, das Teleskop sei ja fast fertig. Nun IST es fertig.
    25 min
  • Arbeit oder Naturschutz? Konzern spaltet mexikanische Gemeinde
    Eine deutsch-schweizerische Holding baut in Mexiko eine Ammoniakanlage. Was hat Vorrang: Umweltschutz oder Arbeitsplätze?
    Minen und Bodenschätze locken internationale Konzerne nach Mexiko. Von den Großprojekten sind häufig indigene Gemeinden betroffen. Dort können sehr unterschiedliche Interessen aufeinander prallen: Profitinteressen gegen Landesbräuche, Arbeitsplätze gegen Umweltschutz. So baut eine deutsch-schweizerische Holding im Norden Mexikos derzeit eine Ammoniakanlage, in unmittelbarer Nähe zu Mangrovenwäldern. Während die firmeneigene Studie keine ökologischen Probleme mit dem Bau der Anlage ausweist, sehen lokale Initiativen und Wissenschaftler*innen die Umwelt akut gefährdet. Doch die Gemeinde ist gespalten. Denn in der strukturschwachen Region finden viele einen neuen Arbeitsplatz und die Investoren leisten intensive Überzeugungsarbeit. Wolf-Dieter Vogel und Anne Demmer haben sich das Projekt angeschaut und beide Seiten angehört.
    16 min
  • Land ohne Limit - 50 Jahre Vereinigte Arabische Emirate
    Die Emirate sind mit Öl reich geworden. Das Land aufgebaut haben vor allem Gastarbeiter. Sie haben kaum Rechte.
    Wo Menschen früher nach Perlen tauchten, ragen heute Wolkenkratzer in den Himmel. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten rasant entwickelt. Riesige Ölvorkommen ermöglichen den Emiratis ein Leben im Luxus. Ihre Herrscher präsentieren den kleinen Staat am Golf gerne als Übermorgenland, auch auf der laufenden Weltausstellung Expo 2020, die coronabedingt um ein Jahr verschoben wurde. Mit Superlativen aufzutrumpfen, ist dem kleinen Land im Osten der Arabischen Halbinsel schon einige Male gelungen. So steht in Dubai der fast 830 Meter hohe Wolkenkratzer Burj Khalifa. Das höchste Gebäude der Welt.
    Doch die glänzende Fassade hat ihren Preis. Von den zehn Millionen Einwohnern besitzt nur jeder zehnte die emiratische Staatsbürgerschaft, an die zahlreiche Privilegien geknüpft sind. Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Afghanistan und arabischen Ländern haben den Staat aufgebaut - als Bauarbeiter, Ingenieure, Kellner, Schneider oder Sicherheitskräfte. Ihre Arbeitsbedingungen gelten als hart, weil sie viele Pflichten, aber kaum Rechte haben. Öffentliche Kritik ist in den Emiraten unerwünscht. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe.
    16 min
  • Kampf der Gewalten - Vorratsdatenspeicherung: ja oder nein?
    Über die Vorratsdatenspeicherung wird in Europa seit langem gestritten. Ein Streit zwischen den demokratischen Gewalten, zwischen der Judikative und der Exekutive. Seit 2010 werden in Deutschland keine „Daten auf Vorrat“ gespeichert. Die Rechtslage ist unklar.
    Regierungen und Strafverfolgungsbehörden bestehen auf die Vorratsdatenspeicherung. Weil sie nur so Terroristen und Terroristinnen, pädophile Straftäter und Mörder bekämpfen könnten. Bürgerrechtler*innen und Unternehmen halten dagegen: die anlasslose Speicherung von Daten münde in einen Überwachungsstaat, in dem jede und jede jederzeit und rückwirkend überwacht werden könnte.
    Gerichte geben diesen kritischen Stimmen weitgehend immer wieder recht. Doch Regierungen lassen nicht locker. Sie beharren auf ihrer Position, das angebliche Sicherheitsrisiko - verabschieden neue Gesetze, wollen Schlupflöcher nutzen. Wer wird sich durchsetzen? Aktuell verhandelt der Europäische Gerichtshof drei Klagen gegen die Vorratsdatenspeicherung. Zwei davon kommen aus Deutschland.
    26 min
  • Chip- und Schiffsnotstand - Lehren aus dem Lieferkettenchaos
    Wer dieses Jahr zum „Weihnachts-Shoppen“ aufbricht, muss sich auf besondere Hürden einstellen. Im stationären Einzelhandel warten nicht nur die 2G-Einlasskontrolle auf die Kundinnen und Kunden - in Geschäften wie Onlineshops gelegentlich auch leere Regale. Nicht alle gewünschten Geschenke sind momentan sofort lieferbar. Die örtlich verhängten Corona-Lockdowns haben die weltweit vernetzten Produktionsprozesse und Lieferketten an vielen Stellen gestört.
    Einiges ruckelt sich gerade wieder zurecht. Die meisten Expert*innen gehen allerdings davon aus, dass sich Lieferverzögerungen und -engpässe bis weit in das kommende Jahr hinziehen werden. Das liegt auch an knappen Containerkapazitäten in der Schifffahrt. Die Frachtraten sind explodiert, Containerladungen kosten teilweise fünfmal mehr als vor der Pandemie. Das schlägt auch auf die Verbraucherpreise durch. Einige Engpässe und Produktionsstopps hat die deutsche Industrie aber selbst zu verantworten. So haben Autobauer wegen der Absatzflaute in der Pandemie Verträge mit Chipproduzenten storniert. Fernöstliche High-Tech-Firmen haben deshalb ihre freien, sehr begehrten Kapazitäten an andere - etwa die boomende Unterhaltungselektronikbranche verkauft. Deutsche Autobauer wie VW gehen deshalb jetzt leer aus.
    17 min

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Politische Reportagen und Features mit Hintergrundinformationen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier gibt es 15- bis 25-minütige Berichte, Reportagen und Features von ARD-Korrespondenten aus…

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