O-Ton Allgemeinmedizin: Podcast für die Arztpraxis

O-Ton Allgemeinmedizin: Podcast für die Arztpraxis

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O-Ton Allgemeinmedizin: Podcast für die Arztpraxis episodes

  • ADHS, Autismus und Tics – psychiatrisches Störungsbild oder Teil der Persönlichkeit?
    Seit einigen Jahren erhalten auch Erwachsene imme…
    Seit einigen Jahren erhalten auch Erwachsene immer öfter die Neudiagnose ADHS, Autismus-Spektrum- oder Tic-Störung. Die Zahlen steigen kontinuierlich an, und soziale Medien wie TikTok tragen das Thema in die Breite.
    In dieser Folge von O-Ton Allgemeinmedizin spricht Tobias Stolzenberg mit Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst, Leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg. Prof. Tebartz van Elst leitet eine Spezialambulanz für Autismus-Spektrum-Störungen und ist einer der renommiertesten deutschsprachigen Experten für ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen und Tics beim Erwachsenen. Zudem ist er Autor und Mitherausgeber verschiedener Fach- und Lehrbücher sowie zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen.
    Die Folge beleuchtet, was hinter dem markanten Anstieg der Diagnosezahlen steckt und welche Rolle das sogenannte Masking bei der sozialen und diagnostischen Unsichtbarkeit insbesondere bei Autismus spielt.
    Des Weiteren erläutert Prof. Tebartz van Elst, wo die Grenzen zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstruktur und behandlungsbedürftiger psychiatrischer Störung verlaufen. Er erklärt, wie Hausärztinnen und Hausärzte Betroffene erkennen und weiterverweisen können und was es mit dem Begriff der Strukturdiagnose auf sich hat. Auch das Phänomen der funktionellen Tics, die durch soziale Medien verbreitet werden, und die Bedeutung von identitären Diagnosen und Stigma kommen zur Sprache.
    Gast dieser Folge: Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst, Leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg
    Host dieser Folge: Tobias Stolzenberg, Redakteur bei Medical Tribune in Wiesbaden
    Kontakt zur Redaktion:
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    Podcast-Tipp:
    ADHS im Erwachsenenalter: Modediagnose oder bislang unterdiagnostiziert? – O-Ton Allgemeinmedizin, Folge 47 vom 24. April 2026
    https://soundcloud.com/o-ton-allgemeinmedizin/adhs-im-erwachsenenalter-modediagnose-oder-bislang-unterdiagnostiziert
    Lesetipps:
    Autismus, ADHS und Tics – Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit
    Ludger Tebartz van Elst
    3., erweiterte und überarbeitete Auflage
    ca. 240 Seiten, kartoniert
    ca. € 35,– (D) / ca. CHF 42,– / ca. € 36,– (A)
    ISBN 978-3-17-041158-6
    auch als E-Book verfügbar
    PDF 978-3-17-041159-3
    EPUB 978-3-17-041160-9
    Psychiatrie und Psychotherapie für die Hausarztpraxis
    Peter Zwanzger (Hrsg.), Michael Rentrop (Hrsg.)
    1. Auflage, erschienen: 30. Januar 2026
    260 Seiten, Paperback
    9 s/w Abbildungen, 52 Tabellen
    ISBN 978-3-7753-0011-7
    € 69,95 (D)
    Weiterführende Links:
    S3-Leitlinie ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
    https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045
    Zentrales ADHS-Netz vom Universitätsklinikum Köln
    https://www.adhs.info
    ADHS Deutschland e.V. – Selbsthilfe für Menschen mit ADHS
    www.adhs-deutschland.de
    S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Teil 1: Diagnostik
    https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-018#anmeldung
    Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS-v1.1) Symptom Checklist - English
    https://add.org/wp-content/uploads/2015/03/adhd-questionnaire-ASRS111.pdf
    autismus Deutschland e.V. – Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus
    https://www.autismus.de/
    Universitäres Zentrum Autismus-Spektrum Freiburg
    https://www.uniklinik-freiburg.de/psych
    Autism Spectrum Quotient 10 items (AQ-10) (Adult) – Deutsch
    https://www.autismresearchcentre.com/tests/autism-spectrum-quotient-10-items-aq-10-adult/
    IVTS e. V. – InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom
    https://iv-ts.de/
    Tourette-Gesellschaft Deutschland e.V. (TGD)
    https://www.tourette-gesellschaft.de
    NIH / PubMed Central – „Tics bei Erwachsenen"
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9735045/
    55 min
  • Gehirngesundheit in der Hausarztpraxis – Folge 1/3
    Die Alzheimer-Krankheit beginnt oft im Verborgenen

    Die Alzheimer-Krankheit beginnt oft im Verborgenen – bis zu 20 Jahre, bevor erste objektivierbare Symptome auftreten. Aber was passiert in dieser langen, stillen Phase?

    In dieser Folge von „O-Ton Allgemeinmedizin“ erklärt der Gießener Hausarzt Witold Rak, warum wir bei der Alzheimer-Krankheit von einem Kontinuum sprechen und warum die Hausarztpraxis eine wichtige Anlaufstelle für die Früherkennung ist. Er gibt praxisnahe Einblicke, wie sich normale Alterserscheinungen von echten Warnsignalen unterscheiden lassen und warum das Gespräch mit Angehörigen dabei oft der Schlüssel ist. Hören Sie jetzt in unsere Mini-Reihe zu Gehirngesundheit rein!

    Mehr über das Thema Gehirngesundheit erfahren Sie hier: Gehirngesundheit im Kontinuum der Alzheimer-Krankheit | Eli Lilly https://e.lilly/podcast-alzheimer-krankheit

    Diese Podcast-Episode ist mit freundlicher Unterstützung der Lilly Deutschland GmbH entstanden.

    MMAT-06196, Juni 2026
    MMAT-06724, Juli 2026

    16 min
  • Wie junge Ärztinnen und Ärzte einen Einsatz im globalen Süden planen und finanzieren
    Ein Auslandsaufenthalt während der ärztlichen Wei…
    Ein Auslandsaufenthalt während der ärztlichen Weiterbildung – das klingt nach Abenteuer, ist aber vor allem: eine komplexe, gut zu planende Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen für Karriere, Privatleben und das eigene Weltbild.
    Aber was braucht es, um diesen Schritt zu wagen? Tropenmediziner Yannik Eggers war fast zwei Jahre in Äthiopien – und erlebte dort die COVID-19-Pandemie, einen eskalierenden Bürgerkrieg und den Aufbau eines Diagnostiklabors für zehn Millionen Menschen. In dieser Folge von O-Ton Allgemeinmedizin gibt er konkrete Antworten auf die Fragen der Medical-Tribune-Redakteurin Anouschka Wasner: Welche Fachrichtungen sind geeignet? Wann ist der richtige Zeitpunkt in der Weiterbildung? Wie finanziere ich den Aufenthalt, was muss ich administrativ regeln – von Tropentauglichkeit über Approbationslegalisierung bis zur Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts? Und welche Motive sind tragfähig, welche vielleicht besser zu hinterfragen? Ein ehrliches, praxisnahes Gespräch über Global Health, die Zusatzweiterbildung Tropenmedizin und das, was ein Auslandseinsatz verändert.
    https://bit.ly/4hoYfbK
    47 min
  • Update ME/CFS – was Ärztinnen und Ärzte wissen sollten
    ME/CFS, Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches …
    ME/CFS, Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, ist eine neuroinflammatorische Multisystemerkrankung, die in Deutschland schätzungsweise 650.000 Menschen betrifft. Lange wurde sie unterschätzt und falsch eingeordnet. Durch Long COVID rückt sie zunehmend in den Fokus.
    In dieser Folge spricht Chefredakteurin Kathrin Strobel mit Privatdozentin Dr. Karin Storm van's Gravesande vom Universitätsklinikum Freiburg über Symptome, Diagnose und Therapie. Ein Schwerpunkt: die postexertionelle Malaise, das Kernsymptom, das ME/CFS von anderen Erschöpfungserkrankungen unterscheidet. Außerdem: Wie geht man in der Praxis pragmatisch vor? Welche Laborwerte sind sinnvoll? Und was leistet das Versorgungsprojekt MOVE-ME/CFS Baden-Württemberg für Kinder und Jugendliche?
    Zu Gast: Privatdozentin Dr. Karin Storm van's Gravesande, Universitätsklinikum Freiburg Moderation: Kathrin Strobel, Chefredakteurin Medical Tribune
    MOVE-ME/CFS Baden-Württemberg: https://move-me-cfs.de/
    Deutsche Gesellschaft für ME/CFS: https://www.mecfs.de/
    Fatigatio e.V. – Bundesverband für ME/CFS-Betroffene: https://www.fatigatio.de/
    Long COVID Deutschland: https://longcoviddeutschland.org/
    PEDNET-LC: https://pednet-lc.de/
    https://bit.ly/4hoYfbK
    33 min
  • Prävention statt Komplikation: Herpes zoster bei Menschen mit Diabetes
    Prävention statt Komplikation: Herpes zoster bei …
    Prävention statt Komplikation: Herpes zoster bei Menschen mit Diabetes
    Die Beziehung zwischen Diabetes und Herpers zoster ist keine Einbahnstraße, sondern eine Straße mit Gegenverkehr, betont Professor Dr. Baptist Gallwitz, Berlin, in der aktuellen Folge der Podcast-Serie „O-Ton Allgemeinmedizin Extra“.
    So tritt insbesondere bei einem nicht normnah eingestellten Diabetes eine Gürtelrose häufiger auf, und sie kann einen schwereren Verlauf haben. Umgekehrt kann Herpes zoster die Stoffwechseleinstellung von Menschen mit Diabetes negativ beeinflussen.
    DDG empfiehlt Impfung
    Vor diesem Hintergrund rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft in ihrer aktuellen Praxisempfehlung zur Therapie des Typ-2-Diabetes explizit zur Impfung gegen Gürtelrose. Die Impfung ist eine Kassenleistung bei Menschen ab 18 Jahren mit einer schweren chronischen Grunderkrankung wie z.B. Diabetes mellitus. Unabhängig von einer Grunderkrankung empfiehlt die STIKO die Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren.
    Unzureichende Impfquoten
    Doch trotz dieser Empfehlungen ist die Durchimpfungsrate gering – bei Menschen über 60 Jahre liegt sie bei nur 24%. Um diese Situation zu verbessern, riet Gallwitz u.a. Medizinische Fachangestellte zu schulen, damit diese regelmäßig den Impfstatus der Patient*innen abfragen.
    Diese Podcast-Episode ist mit freundlicher Unterstützung von GSK entstanden.
    https://bit.ly/4hoYfbK
    14 min
  • Herausforderung ärztliche Heimversorgung
    In Deutschland leben rund 800.000 Pflegebewohner …
    In Deutschland leben rund 800.000 Pflegebewohner – chronisch erkrankt, multimorbid und angewiesen auf gut koordinierte ärztliche Versorgung. Die Realität sieht jedoch oft ganz anders aus. Hausärzte sind überlastet, Pflegekräfte fehlen, und die Kommunikation zwischen Arztpraxis und Heim funktioniert häufig nicht. Wenn Pflegekräfte anrufen, erreichen sie niemanden. Wenn Ärzte zurückrufen, finden sie keine Ansprechpartner vor Ort. Manchmal dauert es Tage, bis eine ärztliche Reaktion möglich ist.
    Dr. Irmgard Landgraf, Hausärztin in Berlin-Steglitz, hat dieses Problem für sich gelöst – durch digitale Pflegeheimakten. Seit mehr als 20 Jahren versorgt sie Patienten in Pflegeeinrichtungen und hat wissenschaftlich belegt, wie digitale Vernetzung die Versorgung revolutioniert. Mit ihrem Ansatz sind kürzere Reaktionszeiten möglich, die Patientenergebnisse verbessern sich, Krankenhausaufenthalte nehmen ab, es entstehen erhebliche Kosteneinsparungen – und vor allem profitiert das Pflegepersonal von einer massiven Entlastung.
    In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Landgraf über die Entwicklung der Heimversorgung über drei Jahrzehnte hinweg und beleuchten die spezifischen Herausforderungen, die entstehen, wenn ältere, multimorbide Patienten mit komplexen Medikationsplänen versorgt werden müssen. Wir analysieren das klassische Kommunikationsproblem zwischen Praxis und Heim sowie seine gravierenden Folgen und stellen die digitale Pflegeheimakte als praktischen Lösungsansatz vor – als Möglichkeit des asynchronen Informationsaustauschs, der endlose Telefonmarathons überflüssig macht. Ein weiteres Thema ist auch die Arzneimittelsicherheit: Wie weniger oft mehr ist und wie gezieltes Deprescribing die Polymedikation sinnvoll reduziert. Dr. Landgraf erklärt zudem die unverzichtbare Rolle des Pflegepersonals als „Augen und Ohren" des Arztes und gibt praktische Tipps zur Zeitplanung von Heimbesuchen. Abschließend berichten wir über das Baden-Württemberg-Innovationsfonds-Projekt, seine Ergebnisse und Erfolgszahlen, und diskutieren, warum gute Versorgungsmodelle nicht automatisch zur Regelversorgung werden – sowie die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen.
    Diese Folge ist für Hausärzte, Allgemeinmediziner und Ärzte mit Heimversorgung gedacht ebenso wie für Praxismanager, Pflegeheimleiter, Pflegekräfte und Gesundheitspolitiker – kurz: für alle, die sich leidenschaftlich für eine bessere Versorgung älterer Menschen einsetzen.
    https://bit.ly/4hoYfbK
    43 min
  • Die ePA im Praxischeck
    Seit Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpfl…
    Seit Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, die elektronische Patientenakte (ePA) zu befüllen. Im Alltag von Millionen Versicherten spielt die ePA-App allerdings noch keine Rolle. Was in digital gut aufgestellten Hausarztpraxen heute schon möglich ist und wo es bei der ePA noch hakt, erzählt Dr. Peter Münster aus Münster. Er gehörte zu den Testern der ePA und weiß, wie wichtig ein gutes Praxisverwaltungssystem für die Nutzung ist. Die wesentlichste Anwendung ist heute die elektronische Medikationsliste: Verordnungen und Abgaben in der Apotheke werden transparent. Der Hausarzt moniert: Krankenhäuser speisen bisher kaum Daten in die ePA ein, Betäubungsmittel-Verordnungen fehlen, Labor- und Befundübertragungen müssen stärker automatisiert werden. Und ohne Volltextsuche bleibt die ePA oft eine unsortierte PDF-Sammlung. Für die Zukunft gilt: Die ePA kann zum digitalen Dreh- und Angelpunkt in der Versorgung werden, wenn Technik und Abläufe zuverlässig und praxistauglich sind sowie Nutzen und Arbeitsersparnis erkennbar werden.
    https://bit.ly/4hoYfbK
    57 min
  • 60 ist das neue 40: Gegen Gürtelrose impfen?
    Herpes-zoster-Impfung in der zweiten Lebenshälfte…
    Herpes-zoster-Impfung in der zweiten Lebenshälfte
    Viele ältere Menschen fühlen sich fit und jünger als sie sind: 60 ist das neue 40. Beeinflusst das die Impfempfehlungen mit Blick auf Gürtelrose? Dieser Frage geht die aktuelle Folge der Podcast-Serie „O-Ton Allgemeinmedizin Extra“ mit Professor Dr. Jörg Schelling, Martinsried, nach.
    Die häufigste Ursache für eine Gürtelrose ist die Schwächung des Immunsystems im Alter – auch bei Menschen, die sich jünger fühlen als das im Reisepass angegebene Alter. Darüber hinaus steigern auch chronische Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder chronische Atemwegserkrankungen das Risiko an Herpes zoster (HZ) zu erkranken.
    Eine Gürtelrose kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen
    Ältere und chronisch Kranke sind nicht nur häufiger von Gürtelrose betroffen, sondern sie haben auch ein höheres Risiko für schwere Verläufe und bei bis zu einem Drittel kommt es zu einer Post-Zoster-Neuralgie. Das Ausmaß mit dem die HZ-bedingten neuropathischen Schmerzen die Lebensqualität beeinträchtigen können, wird jedoch häufig unterschätzt.
    Die Impfung schützt
    Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Herpes zoster für alle Personen im Alter von mindestens 60 Jahren. Menschen mit einer schweren Grunderkrankung können bereits ab einem Alter von 18 Jahren zu Lasten der GKV geimpft werden. Um die bisher unzureichende Impfquote zu steigern, empfiehlt Schelling, das Thema Impfen bei jedem Patientenkontakt anzusprechen und ggf. mehr als eine Impfung bei einem Termin zu verabreichen.
    Diese Podcast-Episode ist mit freundlicher Unterstützung von GSK entstanden.
    https://bit.ly/4hoYfbK
    25 min
  • Polio in Deutschland – die Kinderlähmung ist noch lange nicht Geschichte
    Polio in Deutschland – die Kinderlähmung ist noch…
    Polio in Deutschland – die Kinderlähmung ist noch lange nicht Geschichte
    Die Poliomyelitis gilt vielen als Krankheit aus dem vergangenen Jahrhundert. Doch die Kinderlähmung, wie diese Erkrankung landläufig auch genannt wird, ist noch lange nicht verschwunden und ausgerottet. Das betrifft auch Deutschland.
    Seit Ende 2024 werden immer wieder impfstoffabgeleitete Polioviren (cVDPV2) in Abwässern verschiedener europäischer und auch deutscher Städte gefunden. Und im Oktober 2025 wurde in einer Hamburger Abwasserprobe erstmals seit über 30 Jahren wieder Polio-Wildvirus Typ 1 in Deutschland nachgewiesen.
    In dieser Folge spricht Tobias Stolzenberg mit der Epidemiologin Dr. Carolina J. Klett-Tammen, der stellvertretenden Leiterin der Klinischen Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, über die aktuelle Polio-Lage, den Impfschutz in Deutschland und was Hausärztinnen und Hausärzte wissen und tun sollten.
    Themen dieser Folge:
    • Warum ist Polio noch immer ein Thema in der Hausarztpraxis?
    • Was bedeuten die Funde von Polioviren im deutschen Abwasser?
    • Poliovirustypen, Impfstoffe, Impfstoffviren: Was ist was?
    • So ist der Krankheitsverlauf bei Poliomyelitis: Lähmungen sind nicht unbedingt krankheitstypisch – gerade darum ist das Virus so gefährlich.
    • Impflücken in Deutschland: Was zeigt die HZI-Studie zum Polio-Impfstatus in Deutschland?
    • Das cVDPV2-Paradoxon: Wenn der Impfstoff selbst zum Problem wird.
    • Polio in Gaza: Was zeigt uns der Ausbruch über die Fragilität der globalen Eradikation?
    • Was sollten Hausärztinnen und Hausärzte konkret tun?
    Gast dieser Folge: Dr. Carolina J. Klett-Tammen, Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig
    Dr. Klett-Tammen ist Sprecherin des Fachbereichs Global Health in der Deutschen Gesellschaft für Public Health.
    Host dieser Folge: Tobias Stolzenberg, Redakteur bei Medical Tribune in Wiesbaden
    Kontakt zur Redaktion:
    Weiterführende Links:
    Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
    https://www.helmholtz-hzi.de
    Deutsche Gesellschaft für Public Health
    https://www.dgph.info/
    HZI-Studie zum Polio-Impfstatus in Deutschland
    Self-reported poliomyelitis vaccination and documentation in adults indicates high uptake: a digital German epidemic panel
    https://link.springer.com/article/10.1186/s12889-025-24865-9
    RKI-Ratgeber Poliomyelitis (laufend aktualisiert)
    https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Poliomyelitis.html
    RKI: Schutzimpfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung)
    https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfungen-A-Z/Poliomyelitis-Kinderlaehmung/polio-node.html
    RKI: Nationale Enterovirussurveillance
    https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Eliminationsprogramme/Kommission-Polioeradikation/Nationale-Enterovirus-Surveillance/nationale-enterovirus-surveillance-node.html
    MuSPAD – bundesweite Antikörperstudie zu SARS-CoV-2-Infektionen des HZI
    https://muspad.de
    WHO Poliovirus IHR Emergency Committee
    https://www.who.int/groups/poliovirus-ihr-emergency-committee
    https://bit.ly/4hoYfbK
    38 min
  • Ethische Grenzen der Ökonomisierung in Kliniken und Arztpraxen
    Wie rentabel darf eine Arztpraxis sein – und wo b…
    Wie rentabel darf eine Arztpraxis sein – und wo beginnt ein ethisches Problem? In dieser Folge von O-Ton Allgemeinmedizin spricht Redakteurin Anouschka Wasner mit Professor Arne Manzeschke, Ethiker an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, über drängende Fragen im Gesundheitswesen zur Ökonomisierung der Medizin. Was passiert, wenn medizinische Entscheidungen auch davon abhängen, ob sich eine Behandlung rechnet? Warum wird manchmal länger beatmet als medizinisch notwendig – und wer trägt dafür die moralische Verantwortung? Vom DRG-System über Bonuszahlungen und IGeL-Leistungen bis hin zur wachsenden Rolle von Private-Equity-Gesellschaften in der ambulanten Versorgung: Professor Manzeschke ordnet ein, differenziert und benennt, wo für ihn die ethischen Grenzen liegen. Außerdem: Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz im ärztlichen Alltag spielen – und welche Verantwortung bleibt zwingend beim Menschen? Eine nachdenklich machende Folge für alle, die das Gesundheitswesen nicht nur aus der Perspektive der Effizienz denken wollen.
    Im Podcast erwähnt:
    Bourdieus Stufen der Ökonomisierung z.B. in: Uwe Schimank und Ute Volkmann, Ökonomisierung der Gesellschaft. In: Andrea Maurer (Hrsg.), Handbuch der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden (VS)
    Sennett, Richard: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin (Berlin-Verlag) 1998
    Literatur zum Thema von Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke:
    Arne Manzeschke: »Global Health – Wirtschaftsethische Anmerkungen zur Ökonomisierung des deutschen Gesundheitswesens«
    https://doi.org/10.1515/9783110182521.129
    Alexander Michael Dietz, Ralph Charbonnier und Arne Manzeschke (Hrsg.), »Aktiengesellschaft Krankenhaus. Bestimmen ökonomische Ziele medizinisches Handeln?«, Bayreuth (P.C.O.-Verlag) 2007
    Friedrich Heubel, Matthias Kettner und Arne Manzeschke (Hrsg.): Die Privatisierung von Krankenhäusern. Ethische Perspektiven. Wiesbaden (VS-Verlag) 2010
    Arne Manzeschke: »Privatisierung von Krankenhäusern. Ethische Erwägungen zum moralischen Status eines öffentlichen Gutes«. In: Pflege & Gesellschaft, Heft 1, 14 (2009)
    https://doi.org/10.1007/978-3-531-92479-3
    Arne Manzeschke: »Die effiziente Organisation. Beobachtungen zur Sinn- und Seinskrise der Krankenhäuser«. In: Ethik in der Medizin, Band 23, Heft 4 (2011)
    Arne Manzeschke: »Ressourcenzuteilung im Gesundheitswesen. Zur Logik der Leistungssteigerung und Effizienzmaximierung und ihren ethischen Grenzen«. In: Kathrin Dengler, Heiner Fangerau (Hrsg.): Zuteilungskriterien im Gesundheitswesen: Grenzen und Alternativen. Bielefeld (Transcript) 2013
    researchgate.net/publication/271677946_Die_effiziente_Organisation
    Arne Manzeschke: »Der Umgang mit finanziellen Anreizen als ethische Herausforderung«. In: Georg Marckmann (Hrsg.): Praxisbuch Ethik in der Medizin, Berlin (Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft) 2. Aufl., 2022
    https://bit.ly/4hoYfbK
    45 min

About O-Ton Allgemeinmedizin: Podcast für die Arztpraxis

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„O-Ton Allgemeinmedizin“ gibt der Allgemeinmedizin eine Stimme – nah an der Praxis, fundiert und verständlich. Der Podcast richtet sich an Hausärztinnen und Hausärzte, an Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung und an alle, die sich für die aktuellen Entwicklungen in der Primärversorgung interessieren. Wir beleuchten das gesamte Spektrum der Allgemeinmedizin: von neuen Leitlinien und praxisrelevanten Studien über gesundheitspolitische Debatten bis hin zu den kleinen und großen Fragen, die den Praxisalltag bestimmen. Egal ob saisonale Themen wie allergische Rhinitis oder Influenzaimpfung, Dauerbrenner wie Reizdarm oder psychische Beschwerden, oder aktuelle Entwicklungen in Forschung und Politik: Wir haben eine Folge dazu!

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