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Im Prolog der Folge sprechen wir über die Beatles-Dokumentation: "Get Back" und der kreative Prozess, und warum Till die Beatles traurig machen und Alena im Gegenteil. Unbedingte Empfehlung: die Hamburger-Beatles-Touren von Stefanie Hempel, mit Ukulele:
Ist es nur ein Mythos oder die Wahrheit, dass das zweite Buch besonders schwierig ist? Jedenfalls quälen sich viele damit. Wir reden darüber, wie und und warum es uns so geht und so ging, und dass es erleichternd war zu erfahren: Es ist ein verbreitetes Phänomen. Das sogar statistisch untersucht wurde (https://economist.com/graphic-detail/2021/07/16/is-the-myth-of-the-difficult-second-novel-fact-or-fiction…). Reiben sich die Feinde eigentlich die Hände, wenn das zweite Buch misslingt? Wie fühlt es sich an, dazu zu lernen, auch über sich selbst? Hat man unter Umständen nur einen begrenzten Vorrat sich dann eben wiederholender Ideen? Wir sprechen über den Moment des Plötzlich-Drüber-Nachdenkens beim zweiten Buch, den Drahtseilakt, und Alena ("die mit dem Buch") zitiert einen Satz, der das Problem am Ende wohl gut auf den Punkt bringt und der zugleich sehr entlastend ist (etwa ab Minute 30).#
Nachdem wir Tipps ausgetauscht haben, wie man es vermeidet, beim Online-Banking den Kontostand zu sehen, sprechen wir über eine der Grundvoraussetzungen fürs Schreiben: Konzentration. Und darüber, wie es ist, wenn man sie einfach nicht hat oder findet. Wegen Unlust, Müdigkeit, Selbstzweifeln, oder weil andere Dinge einfach interessanter sind. Alena beginnt sich eher planmäßig in den Bereich der Konzentration, Till versucht, sein Konzentrationsvermögen durch Zwischendurcharbeiten zu überlisten. Wir tauschen uns über Konzentrations-Apps und -Add-Ons wie Quietly, Freedom und andere aus und über die Unmöglichkeit, in Cafés zu arbeiten, ohne über sich selbst nachzudenken.
Disclaimer: keine Podcast-Folge über ADHS bei Erwachsenen, hier sind wir weder betroffen noch kennen wir uns aus.
Wer schreiben will, muss lesen. Oder darf! Wir sprechen über das an sich bizarre Rituale des öffentlichen Vorlesens gedruckt vorliegender Texte durch ihre Autor*innen. Und warum wir Lesungen dennoch besonders lieben. Über mit oder ohne Moderation, über Gimmicks, Mikrofone und Menschen, die in der ersten Reihe ruhig schlafen sollen. Den richtigen Augenblick für Applaus, Punkt hinterm Namen ja oder nein, und die Frage, ob das vorgelesene Werk nicht ein ganz anderes ist als das hingeschriebene. Und über legendenumwitterte Halsketten und geheime Schafe.
Erstmal sind Alena und Till den wütenden E-Bike-Fahrern vom Darß dankbar, weil diese ihnen bei der Schreibreise einen gemeinsamen Feind beschert haben und die Reise so womöglich zu einem kreativen Erfolg gemacht haben. Es gibt viel darüber zu sagen, warum Dankbarkeit wichtig ist, und wie sie sich zum Beispiel in der, aha, Danksagung am Ende von Büchern ausdrückt. Warum haben eigentlich manche Bücher welche und andere, vor allem, literarische nicht? Wir greifen eine Beobachtung von Berit Glanz über die Danksagung als Sichtbarmachen von Zusammenarbeit auf und sprechen anhand der Danksagung von Tills neuem Roman „Hausbruch“ übers Dankesagen und über die großen, kleine, informellen, offiziellen und unsichtbaren Netzwerke und Dörfer, die es fürs Schreiben eines Buches braucht. Dabei erwähnen wir unter anderem den Newsletter von Magdalena Birkmann: https://magdarine.substack.com.
Das größte Klischee von allen ist, dass wir am Anfang wieder nur übers Essen reden. Dann geht es um Happy-Ends und Happy-Fortsetzungen, vor allem aber: Wie gehen wir mit Klischees um? Welche stören uns besonders, welche finden wir erträglich oder sogar schön, was ist das politische und was das handwerkliche Problem mit Klischees? Was passiert, wenn man sich zu sehr bemüht, Klischees zu vermeiden? Wie entstand das manic pixie dream girl und wie werden wir es wieder los? Was ist das Besondere am Umgang von "Allegro Pastell" mit Klischees, und wie benutzen wir Klischees in "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" und "Treue Seelen"? Gibt es Krimi ohne Klischee? Was denkt sich James Corden? Und wird Alena für uns an der Heißen Hexe in Mecklenburg-Vorpommern 10 Prozent Verletzungsrabatte klarmachen?
Diesmal mit wenig Nebengeräuschen und vielen Nebenfiguren: Wir sprechen über jene Personen in unseren Texten, die nicht die Hauptrollen spielen, die aber sehr wichtig für die Texte sind. Warum eigentlich? Was fügen Nebenfiguren dem Text hinzu, und warum lohnt es sich, sich ihnen besonders hingebungsvoll zu widmen beim Schreiben? Die Antwort liegt irgendwo zwischen Slapstick und Pathos. Wir klären, warum es besonders viel Spaß macht, Nebenfiguren zu schreiben, warum man über Nebenfiguren mindestens so viel weiß wie über Hauptfiguren, aber weniger davon aufschreibt, und wie sie sich manchmal beim Schreiben verselbständigen, bis sie, Vorsicht catch phrase, zur "heimlichen Hauptfigur" werden. Leider werden wir hierüber immer hungriger, weil wir eingangs die Metapher Vorspeise-Hauptspeise-Nachtisch eingeführt haben, mit der Hauptfigur als Hauptgericht mit Sättigungsbeilage, sodass wir am Ende furchtbaren Hunger hatten. Lieber Essen vorm oder beim Hören!
Folge 59: Schuldgefühle
Zwei flächige Gesichter tanken Super: Wir reden nur kurz über biometrische Passbilder und widmen uns dann ganz unserem großen Thema Schuld. Genauer: Wem gegenüber, wie und warum wir vorm und nach dem Schreiben Schuldgefühle haben. Was sagen unsere inneren Stimmen, wenn sie uns Schuldgefühle machen, und wie klingen sie dabei? Kann nur das Schreiben an sich als schuldlose Zone gelingen, und alles drum herum ist schuldbelastet? Schuld als Motor und Hindernis, Schuld der Familie gegenüber oder jenen, über die wir schreiben: Empfinden Autor*innen besonders viel Schuld, weil die Grenzen zwischen Arbeit, Privatleben und Psyche so verschwimmen? Wir sprechen in diesem Zusammenhang unter anderem über Nevad Ebrahimis Auseinandersetzung mit Schreiben und Muttersein in „Der Standard“:
CN: Drogen
Nachdem wir uns jahrelang angehört haben, wie wichtig, vielleicht sogar unverzichtbar die Heldenreise als Plotstruktur für mehr oder weniger jede handlungsgetriebene Erzählung ist, freuen wir uns über unsere Begegnung mit der Heldinnenreise: Wir sprechen über Gail Carrigers Buch „The Heroine’s Journey“ und die zentralen Ideen dieser ebenfalls auf Fabeln und Mythen basierenden Plotform. Es geht bei der Heldinnenreise im Unterschied zur Heldenreise nicht um heroische Selbstaufopferung, sondern darum, dass die Heldin Gemeinschaft und Verbindung findet und ihr Netzwerk bis zum Schluss intakt hält und ausbaut. Wobei Gail Carriger eine klare Unterscheidung zwischen Geschlechterstereotypen und Gender macht: Harry Potter ist eine Heldinnenreise, zum Beispiel, und der erste Wonder-Woman-Film ist eine Heldenreise. Wir reden darüber, wie wir unsere aktuellen Bücher einordnen, und warum und wie uns die Heldinnenreise bei den Romanen hilft, an denen wir gerade schreiben.
Fragen und Anregungen wie immer unter 0178-1547373
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