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Wer macht uns eigentlich Druck, woher kommt er? Bei Alena eher von außen, bei Till von innen. Schreiben als Beschäftigung, bei der Druck immer wieder zur Ästhetik und zum Selbstverständnis gehört. Toxisch? Sicher, aber: Druck ist auch "der toxische Liebhaber, die immer wieder gut zu einem ist" (Alena). Was mit Druck und welcher Art davon besser geht beim Schreiben und was nicht, der Unterschied zwischen Zeitdruck und Qualitätsdruck, und welches Mantra gegen den härtesten Stressdruck hilft. Über die Angst, das Schreiben verlernt oder es nie gekonnt zu haben und den Druck, andere nicht zu enttäuschen.
Wir sprechen darüber, was Kitsch ist, wie er entsteht, ob wir ihn mögen, und warum wir gar nicht immer versuchen, ihn beim Schreiben zu vermeiden. Mit Auftritten von Andrew Lloyd Webber, Merci-Schokolade, Dietmar Dath, Susan Sontag, den Tagen der deutschen Literatur aka Bachmann-Bewerb (also die Autorinnen-Videos), Hildegard Knef, Udo Jürgens und Michael Kunze, Roger Whittaker und Kitsch-Uwe Knåusgard sowie Fynn Kliemann und deutschen Gegenwartsautorinnen, gegen die der Kitsch-Vorwurf erhoben wird, sobald sie über alltägliches Leben und große Emotionen schreiben, oder sobald sie überhaupt schreiben.
Können wir unter den gegenwärtigen Umständen eigentlich noch zum Beispiel noch heitere, leichte Kolumnen schreiben, und wenn ja, wie? Till schlägt vor, sich mit Naturbeobachtungen zu behelfen, also mit (Alena) "Werden und Vergehen". Womit wir schon beim Kernthema sind: Gewalt. Mögen wir sie in der Kultur und Unterhaltung, und warum nicht? Wie schreibt man über Gewalt, und warum am besten so wenig wie möglich, über das Vorher und Hinterher? Welche Rolle spielt Gewalt im Krimi, und warum schauen wir so ungern Filme von Q. Tarantino?
Wir sprechen über Trost, indem wir aus dem Buch "Trost. Vier Übungen" von Hanna Engelmeier (Matthes & Seitz, 198 S., 20 Euro) zitieren und uns darüber unterhalten: Was ist Trost und wie suchen wir ihn in Büchern oder anderer Kultur? Was haben Kinderbücher damit zu tun, und warum geht es dabei eigentlich immer um Gemeinschaft? Ist tröstliche Literatur Trivialliteratur, und wenn ja, was spricht überhaupt dagegen? Das Buch als Übergangsobjekt oder Glückssocke, True Crime Podcasts, Science-fiction-Romane von Becky Chambers, und was wer uns beiden hamstert, wenn überhaupt.
Wir sprechen über Arbeitstitel, „K1“ vs. „N.N.“, ob Alena ihren neuen Romantitel schon sagen will oder nicht, den peinlichen Name von Tills Freizeitband. Sehen Bücher alle gleich aus? Ist das Buch eine Ware oder ein Fetisch oder beides? Wir diskutieren verschiedene Cover und fragen uns dann, inwiefern und wie weit Autorinnen über ihre Cover streiten sollten mit dem Verlag. Und: Alena zeigt die Cover ihrer ausländischen Ausgaben.
*die Band hieß Les Labiles, wobei das erste Wort ausgesprochen wurde wie die Abkürzung des Vornamens Lester oder Leslie und nicht wie der französische Artikel im Plural.
Wir fragen uns, wie wir derzeit über das Schreiben von Unterhaltungsliteratur podcasten können, und das ist nur einer der Zweifel, die uns begleiten (die Folge haben wir am Freitag, dem 25. Februar 2022 aufgenommen). Wir sprechen über Zweifel an uns selbst (sehr ungleiche Verteilung!), an unserer Arbeit (schwankend), und darüber, wie man Zweifel ausräumt, formuliert oder ignoriert. Wir betrauern nicht gerade vorhergegangene Schriftsteller-Generationen, die von Zweifeln eher ungebeutelt scheinen, sondern preisen Zweifel als Qualitätskontrolle.
Warum lassen wir uns nicht helfen, warum ist es so unheimlich, Hilfe anzunehmen, warum glauben wir, Probleme selbst lösen zu müssen? Wir sprechen übers Behelligen, über Vertrauen, über das Abwägen von Selbstermächtigung auf der einen und Austausch auf der anderen Seite. Darüber, wie wir unsere Schreibreise von sozialer Kontrolle zu "Lass uns über mein Buch reden" aufgewertet haben. Die Silikonfuge als Metapher. Und von den Rahmenbedingungen, unter denen Hilfe unter befreundeten Kolleg*innen gelingen kann.
Jahresanfangsfolge! Mit guten Wünschen und mittelguten Vorsätzen (Hinweis: Der Text von Till darüber, wie lange man einander noch Frohes Neues Jahr wünschen kann, wurde, wie prognostiziert, unmittelbar nach der Podcastaufnahme von der Webseite http://SZ-Magazin.de noch einmal "hochgezogen"). Alenas guter Vorsatz ist, dieses Jahr ein Buch zu schreiben. Tills ist, dieses Jahr nur ein Buch zu schreiben. Spaß!
Nachdem wir einander zu kurzen Jahresrückblicken gezwungen und Jahresrückblicke zu Teufelszeug erklärt haben, widmen wir uns dem Thema Wegschmeißen & Neuanfangen: Wie geht das eigentlich und warum macht man das, ein Projekt abbrechen und nochmal von vorn anfangen? Wie unterscheidet man den normalen Dauerzweifel vom entscheidenden, Wegwurf auslösenden Großzweifel?Alena berichtet aus dem Nähkasten, also über neue Entwicklungen ihres aktuellen Projekts. Bitterkeit und Euphorie des noch einmal Anfangens: Wir fragen uns, ob man zum Wegschmeißen vielleicht Rituale bräuchte, ob man eine Pause macht vorm Neuanfang oder gleich wieder auf den Text steigt. Das harte Thema beginnt ab Minute 10:00, vorher gründen wir ein Start-up und lassen die Karriere von Henri Nannen Revue passieren.
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