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Wir sprechen darüber, aus wie unendlich vielen Entscheidungen ein Schreibprozess besteht – und darüber, ob die Entscheidungen im Laufe der Arbeit am Text einfacher oder schwieriger werden. Unter welchen Umständen sind wir entscheidungsfreudig, unter welchen fallen uns Entscheidungen besonders schwer? Es geht um falsche oder fragwürdige Entscheidungen, mit denen man als Autor*in womöglich lange leben muss, kann oder darf, und wie und ob man die revidiert.
Zum Jahresende widmen wir uns der Vergangenheit und wie man über sie schreibt. Warum schreiben wir beide doch relativ regelmäßig Rückblenden, obwohl in unserer idealen Welt ein Buch eigentlich ohne auskommen sollte? Wie und warum schreiben wir, was vor der Handlung passiert, und wie kennzeichnen wir es? Durch Kursivschrift, oder indem ein Bauernhof darin vorkommt?
Wir sprechen über Motorbootführer*innenscheine und Japanisch-Kurse und darüber, warum wir überall in unserem Leben Leistung abrufen und erbringen wollen, obwohl wir das ganze Konzept im Grunde ablehnen und als toxisch erkennen. Kann es daran liegen, dass im Schreibberuf so schwer zu erkennen ist, was eigentlich der Wert unserer Arbeit ist, und worin die Leistung liegt? Wir sprechen über unbezahlte Kurzgeschichten und schlecht bezahlte Lesungen und darüber, warum wir alles, was wir erreichen, irgendwie noch infragestellen oder uns seltsam fühlen, wenn wir uns dafür feiern.
Wir reden über Twitter, als wäre es schon nicht mehr da, denn: Totgesagte leben länger. Und wir möchten zwar, dass E. Musk all sein Geld verliert und nie wieder Freude findet im Leben, aber Twitter soll bleiben. Denn bei aller Zeitverschwendung hat es am Ende auch für uns viel bedeutet: Austausch, Anregung, Freundschaft, Vergnügen. Wir reden darüber, wie Twitter mit unseren Schreibbiographien verwoben ist, mit welcher Gefühlsmischung wir uns Mastodon nähern, und warum es viele Menschen gibt, für die ein Ende von Twitter eine weitaus größere Katastrophe wäre als für uns.
Wir sprechen über Ziele, also Träume, die womöglich aus eigener Kraft erreichbar sind. Zum Beispiel würden wir gerne möglichst lange in diesem Beruf weiterarbeiten. Aber was bedeutet das eigentlich, und müssten wir nicht einen Plan B haben? Können wir es uns erlauben, die Thomas Godoj der Unterhaltungsliteratur sein zu wollen? Oder muss man einfach verdrängen, dass es jederzeit zuende sein könnte, damit man überhaupt weitermache kann? Wir reden über Ziele beim Schreiben, was wir bei den Lesenden erreichen wollen, und als welche Kuh mit welcher Zunge Alena sich die Inspiration vorstellt.
Ab wann, wie und warum bringen wir eigentlich Struktur ins Schreiben? Wir streifen erst gegen Ende ganz kurz die klassischen inhaltlichen Strukturgeber wie Akte, Heldenreise, Heldinnenreise usw., hauptsächlich geht es darüber, wie wir unsere Ideen "an die Wand bringen": auf Pappen und Karteikarten, auf Post-its und an Schranktüren. Wie und warum farbcodieren wir das, wann fangen wir damit an, was bringt es, und warum geht es manchmal nur mit Schnaps und Tränen? Wir sprechen über Zeitebenen, Perspektiven, szenisches Schreiben und die Peinlichkeit, seine eigenen Gedanken nach außen zu tragen, bevor sie ganz fertig sind.
Ist Schreiben an sich peinlich, oder sind es nur ganz viele Aspekte davon? Sich selbst zu sehr öffnen, zu weit gehen (oder nicht weit genug), schlecht recherchieren … und was passiert, wenn es selbst nicht merkt, wie peinlich man ist und schreibt? Wie peinlich ist uns eigentlich dieser Podcast? Wir reden darüber, was konkret uns an unseren jüngsten Büchern peinlich ist, was die Struktur von Peinlichkeiten ist, und warum eben doch nicht aus jeder Peinlichkeit eine gute Anekdoten werden kann.
Was wir beim Schreiben alles loslassen: Ideen, Einfälle, Personen, Perspektiven, Methoden … ist das Buchschreiben eine einzige Geschichte von Abschieden? Killen wir, auch wenn wir die Redewendung so grauslich finden, die ganzen Zeit am Ende doch immer unsere Darlings? Alena fällt das Loslassen schwer, Till tut so, als würde es ihm leichtfallen. Wir entdecken eine Wolf-Schneider-Weisheit, an der womöglich etwas dran ist. Wir beneiden womöglich Kolleg*innen, die die Kontrolle über fast jeden Aspekt der Arbeit nicht aufgeben. Mit einer Bonusrunde durch das Leidenschafts-Thema Nummer 1, Cover, und mit einem Exkurs über Menschen-Loslassen, ohne Namen.
Wir reden darüber, wie wir uns selbst die Arbeit (und das Leben) schwermachen, und weshalb. Über zu kleine Schreibtische, zu hohe Erwartungen, zu wenig Nachsicht, zu viel Rotwein, Umwege und Abwege. Alena erzählt, wovon ihr nächstes Buch handelt, und warum und wie sie sich auf dem Weg dahin selbst sabotiert hat, Till erzählt, wie er versucht, seine Selbstsabotage am aktuellen Projekt zu beenden.
Wer von uns reist eigentlich gern, und wie und warum? Wir reden über Lese-, Schreib- und private Reisen, über Kreativität auf und durch Reisen, Melancholie, Powerballaden und "Copacabana", über Reisefieber, menschliche Nähe und die Frage, was für Snacks man braucht und wen man essen würde. Kopfhörer sind klar, aber was muss man noch dabei haben? Und würde Alena bitte ihre Ich-schaue-traurig-aus-dem-Zugfenser-Playlist teilen?
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