Hans-Werner Sinn gehört zu den bekanntesten und streitbarsten Ökonomen Deutschlands. Der langjährige Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München hat die wirtschaftspolitischen Debatten der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt, bekannt geworden durch seine pointierten Analysen zu Eurokrise, Globalisierung, Energiewende und Sozialstaat. Und auch jetzt meldet sich der 76-jährige Sinn wieder verstärkt zu Wort. Mit Klartext: Er sieht Deutschland in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, ausgelöst durch äußere Faktoren wie den Krieg in der Ukraine oder die US-Zollpolitik und getrieben durch aus seiner Sicht "dirigistische Maßnahmen aus Brüssel", also durch EU-Regularien. Er warnt aber auch vor einem demographischen Kollaps und einer Verteidigungsunfähigkeit Europas. Hans-Werner Sinn, geboren in Niedersachsen, studierte Volkswirtschaftslehre in Münster und Mannheim und lehrte später unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Ob es wirklich so schlecht um den Wirtschaftsstandort Deutschland steht, was der Staat und was die Bürger tun können und ob der Markt wirklich alles regulieren kann, das und mehr sind die Themen mit Hans-Werner Sinn in SWR1 Leute.