Daft Punk sind eine der größten House-Bands aller Zeiten. Den internationalen Durchbruch haben sie mit ihrer Single "Around The World" und dem dazugehörigen Album "Homework" geschafft. Mit ihrem zweiten Album "Discovery" hat die Gruppe ihren Stand gefestigt und gezeigt, dass sie keine musikalischen Eintagsfliegen sind.
Ab da ist die Erfolgskurve von Daft Punk, die man auch dadurch kennt, dass sie selbst immer mit Roboterhelmen verkleidet in der Öffentlichkeit aufgetreten sind, weiter steil nach oben gegangen.
Mit "Discovery" beginnt die Weltkarriere von Daft Punk
Daft Punk machen auf "Discovery" – und auch in der Zeit danach – eine besondere Form der House-Musik, nämlich: "French House". Diese spezielle Spielform hat ihre Ursprünge auch im französischen Hip-Hop, der vor allem in den äußeren Bezirken von Paris, den sogenannten "Banlieues" entsteht und stark vom Jazz geprägt ist, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast.
Man muss sagen, dass French House nicht auf ein bestimmtes Genre festzulegen ist
Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über die Herkunft von French House
Die musikalische Zusammensetzung von "Discovery" und Daft Punk
Wie genau das Erfolgsrezept von French House und Daft Punk zusammengesetzt ist, erklärt Meilensteine Gast Sascha Simnovec. Dabei beginnt alles mit einem sehr genauen 4/4-Drumbeat, einer funky Bassline und einer Portion Nile Rodgers und Chic. Was sonst noch reingehört in das fein abgeschmeckte Rezept, das hört ihr im Meilensteine Podcast.
"Discovery" hat mich damals schon ziemlich umgehauen, weil da so eine Magie drinsteckt.
Quelle: Sascha Simnovec, Meilensteine Gast über "Discovery" von Daft Punk
Darüber hinaus lassen Daft Punk auf ihrem Album auch die Klänge verschiedener Instrumente verschwimmen. Es gibt Synthesizer, die wie Gitarren klingen, und Gitarren, die wie Synthesizer klingen – House-, Elektro-, Hip Hop- und Rockelemente bekommen hier vollkommen neue Klanggewänder übergezogen. Das hört man zum Beispiel auch beim Song "Digital Love".
Samples sind das Herzstück von Daft Punks Album "Discovery"
Auf ihrem Album "Discovery" bedienen sich Daft Punk auch ganz häufig bei mehr oder weniger bekannten, aber bereits veröffentlichten Songs – oft aus den 70ern. Hier werden einzelne Schnipsel von Songs genommen, stark bearbeitet und damit wird dann etwas Neues geschaffen. Auf die Spitze treiben Daft Punk es damit bei dem Song "Face To Face" wie Stephan Fahrig findet.
Das ist Sample-Masterclass! [...] 20 Songs werden in diesem einen verarbeitet!
Quelle: Stephan Fahrig über die Sampling-Qualität beim Song "Face To Face"
Diese Technik in der Musik wird "Sampling" genannt und ist vor allem in der elektronischen Musik und auch im Hip-Hop typisch. Das "Sampling" wird nicht immer unkritisch gesehen und hat schon mehrfach auch zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Künstlern und auch Plattenfirmen gesorgt.
Die erfolgreichste Single von Daft Punks "Discovery" ist "One More Time"
Der Überhit des Albums "Discovery" ist die Vorabsingle und Album-Opener "One More Time". Die Essenz des Songs ist ein Sample von Eddie Johns aus dem Jahr 1979. Das haben Daft Punk so reduziert und verändert, dass es nicht nach 70ern oder 90ern klingt, erklärt Sascha Simnovec, sondern es klingt "nach immer jetzt".
Was ich an "One More Time" schön finde: es klingt wie ein Roboter, der zum ersten Mal Glück empfindet.
Quelle: Sascha Simnovec, Podcast Gast über die Magie des Songs "One More Time"
Dieses stark verfremdete und sehr komprimierte Sample von Eddie Johns Song "More Spell On You" wirkt dabei durch die ständige Wiederholung intensivierend und entwickelt ein echtes Euphoriegefühl.
Der Einfluss von Daft Punk und "Discovery auf die Popmusik
Mit ihrem Album "Discovery" und ihrem French-House-Stil, haben Daft Punk die Popmusiklandschaft und Dancemusik der nachfolgenden Jahrzehnte stark beeinflusst, beweist Podcast Gast Sascha Simnovec mit Musikbeispielen von Lady Gaga, Madonna, Coldplay, The Weeknd und anderen Popmegastars.
In den Songs dieser Megastars lassen sich einige Elemente und Stilistiken wiederfinden, die wir auch aus dem Album "Discovery" von Daft Punk kennen.
Nach "Discovery": Weitere Erfolge und das Karriereende von Daft Punk
Später in ihrer Karriere haben sie noch mit anderen internationalen Künstlern wie Pharrell Williams, Nile Rodgers oder auch Elektro-Ikone Giorgio Moroder zusammengearbeitet. 2021 haben Daft Punk dann ihre Roboterhelme an den Nagel gehängt und das Ende von Daft Punk verkündet.
Shownotes
- Die Geschichte von French House
- Die Geschichte zur Band "Daft Punk"
- French Touch: "Pop-Dissidenz"
- Arte-Blow-Up"Daft Punk: Musikduo und Filmproduzenten"
- "Daft Punk Unchained" (Dokumentation)
- Interview zum Album-Release von "Discovery"
- Interstella 5555 (Trailer) - Der Film zum Album Discovery
- Album-Analyse der Samples
- Video zu den Samples von "One More Time"
- Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival
- ARD-Podcast-Tipp: "Der KI-Podcast"
Über diese Songs vom Album "Discovery" sprechen wir im Podcast
- (28:09) – "One More Time"
- (45:03) – "Digital Love"
- (50:17) – "Harder, Better, Faster, Stronger"
- (01:01:54) – "Face To Face"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
- (04:45) – "Nouveau Western" von MC Solaar
- (05:59) – "Parasite" von Motorbase
- (06:50) – "Acid Eiffel" von Laurent Garnier
- (07:06) – "Cassius 1999" von Cassius
- (07:16) – "So Flute" von St.Germain
- (07:28) – "13 La Rythme Et Le Cadence" von Dimitri from Paris
- (10:01) – "Around The World" von Daft Punk
- (11:06) – "Flat Eric" von Mr. Oizo
- (11:46) – "La Femme D'Argent" von Air
- (11:58) – "Music Sounds Better With You" von Stardust
- (12:09) – "Paradise" von Bob Sinclair
- (12:19) – "Lady (Hear Me Tonight)" von Modjo
- (17:05) – "Whole Again" von Atomic Kitten
- (17:27) – "Clint Eastwood" von Gorillaz
- (29:08) – "More Spell On You" von Eddie Johns
- (32:47) – "Believe" von Cher
- (45:59) – "I Love You More" von George Duke
- (46:52) – "September" von Earth, Wind & Fire
- (53:36) – "Cola Bottle Baby" von Edwin Birdsong
- (01:03:24) – "Evil Woman" von Electric Light Orchestra
- (01:03:36) – "Can't Get It Out Of My Head" von Electric Light Orchestra
- (01:03:43) – "Silent And I" von The Alan Parsons Project
- (01:04:01) – "House At Pooh Corner" von Loggins & Messina
- (01:04:11) – "Old And Wise" von The Alan Parsons Project
- (01:08:12) – "Hung Up" von Madonna
- (01:08:27) – "Fireflies" von Owlcity
- (01:08:47) – "Adventure Of A Lifetime" von Coldplay
- (01:09:13) – "I Feel It Coming" von The Weeknd
- (01:09:34) – "The Dead Dance" von Lady Gaga