Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

By SWR1 Rheinland-Pfalz
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Meilensteine – Alben, die Geschichte machten episodes

  • A Tribe Called Quest – "The Low End Theory"
    A Tribe Called Quest gründeten sich 1988 und bestanden aus den drei MCs (Master of Ceremonies) Q-Tip (Kamaal Ibn John Fareed), Phife Dawg (Malik Isaac Taylor) und Jarobi White sowie dem DJ und Produzenten Ali Shaheed Muhammad.
    Bis zu ihrer endgültigen Auflösung im Jahr 2017 war die New Yorker Hip-Hop-Band vor allem für ihre philosophischen und teilweise sozialkritischen Texte sowie ihre für den damaligen Hip-Hop ungewöhnlichen Jazz-Samples bekannt.
    Mit ihren politischen und gesellschaftskritischen Themen wird A Tribe Called Quest dem Conscious Rap zugeordnet. Charakteristisch dafür sind bei der Gruppe vor allem durchdachte Texte, in denen sie sich auch immer wieder mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinandersetzen.
    Wie A Tribe Called Quest den Hip-Hop der 90er prägten
    "The Low End Theory" zeigt, wie A Tribe Called Quest den Hip-Hop der 1990er-Jahre entscheidend mitprägten. Eine Besonderheit des Albums liegt in der Verwendung von Jazz-Samples, die nicht nur vereinzelt eingesetzt werden, sondern einen Grundbestandteil des gesamten Sounds bilden. Vor allem Q-Tip war bereits früh von Jazz und Bebop geprägt, da sein Vater ein großer Fan dieser Musik war.
    Das Besondere dieses Albums […] ist, dass es eine völlig neue Linie aufgemacht hat.

    Quelle: Journalist Falk Schacht über "The Low End Theory"

    Auf "The Low End Theory" finden sich Samples aus Jazz, Soul und Funk
    Die Samples auf "The Low End Theory" stammen jedoch nicht ausschließlich aus dem Jazz, sondern auch aus Soul und Funk. Dabei wurden sie gezielt ausgewählt, neu zusammengesetzt und mit den Beats und dem Rap der Gruppe verbunden. Auf diese Weise greift das Album auf unterschiedliche Traditionen afroamerikanischer Musik zurück und überführt sie in den Hip-Hop der frühen 1990er-Jahre.
    Besonders deutlich wird das in Songs wie "Excursions" oder "Jazz (We've Got)". Hier nutzten sie Samples von Jazzmusikern wie Art Blakey, der für Q-Tip eine wichtige Inspiration war. Daneben greift das Album auch auf Soul, etwa von The Five Stairsteps, sowie auf die Spoken-Word- und politischen Poetry-Traditionen von The Last Poets zurück.
    "The Low End Theory" verbindet damit unterschiedliche musikalische und kulturelle Einflüsse, die alle Teil afroamerikanischer Kulturgeschichte sind, und macht sie zu einem wesentlichen Bestandteil des eigenen Hip-Hop-Sounds.
    Call and Response bei A Tribe Called Quest
    "Buggin' Out" und "Check The Rhime" zeigen einen wichtigen Bestandteil des Hip-Hop-Genres: das sogenannte "Call and Response". Dabei reagieren die MCs dynamisch aufeinander, so wie in einem Gespräch. Einer rappt eine Phrase, die vom anderen aufgegriffen oder beantwortet wird. Dieses musikalische Konzept ist deutlich älter als der Hip-Hop und findet sich auch schon in der Gospel-Musik oder in verschiedenen Formen der klassischen Musik.
    "The Low End Theory" ist ein Meilenstein des Hip-Hops
    Mit "The Low End Theory" haben A Tribe Called Quest ein innovatives und experimentelles Album geschaffen, auf dem sie Hip-Hop mit der Ästhetik und den musikalischen Strukturen des Jazz verbinden.
    Aufgrund ihres großen Einflusses auf die Entwicklung des Genres werden sie teilweise sogar mit den Beatles und deren Bedeutung für die Pop- und Rockmusik verglichen. "The Low End Theory" gilt heute als Meilenstein der Hip-Hop-Geschichte und beeinflusste zahlreiche spätere Musikerinnen und Musiker.
    Man bezeichnet dieses Album auch gerne mal als das "Sgt. Pepper's"-Album des Hip-Hop.

    Quelle: Musikredakteur Stephan Fahrig über "The Low End Theory" und den Vergleich zum Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"

    Über diese Songs vom Album "The Low End Theory" sprechen wir im Podcast
    • (19:00) – "Excursions"
    • (29:13) – "Jazz (We've Got)"
    • (46:36) – "Buggin' Out"
    • (54:50) – "Check The Rhime"
    • (01:01:36) – "Scenario"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (10:52) – "Straight Outta Compton" von N.W.A.
    • (11:34) – "Black Is Black" von Jungle Brothers
    • (12:41) – "Eye Know" von De La Soul
    • (13:07) – "It's A Shame" von Monie Love
    • (13:25) – "Fly Girl" von Queen Latifah
    • (14:54) – "Can I Kick It?" von A Tribe Called Quest
    • (15:34) – "Luck Of Lucien" von A Tribe Called Quest
    • (26:53) – "A Chant For Bu" von Art Blakey & The Jazz Messengers
    • (30:48) – "Green Dolphin Street" von Jimmy McGriff
    • (34:32) – "Don't Change Your Love" von The Five Stairsteps
    • (35:40) – "Funky Breeze/Ghetto" von The Dells
    • (44:40) – "Time" von The Last Poets
    • (57:27) – "Eine kleine Nachtmusik" von Wolfgang Amadeus Mozart
    Shownotes
    • Das Geheimnis hinter der "Low End-Theorie" auf Youtube
    • Die Samples in "The Low End Theory" auf Youtube
    • Q-Tip im Interview bei der Red Bull Music Academy auf Youtube
    • ARD Podcast-Tipp: "Mutterstadt 0711 - HipHop-Hauptstadt Stuttgart!?!"
    1 hr 12 min
  • ABBA – "Arrival"
    "Arrival" machte ABBA zu Weltstars
    ABBA – bestehend aus den beiden damaligen Paaren Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus sowie Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad – hatten 1974 mit "Waterloo" den Eurovision Song Contest in Brighton gewonnen. Als sie im August 1975 mit den Arbeiten an "Arrival" begannen, konnten sie mit Songs wie "Mamma Mia" und "SOS" bereits weitere internationale Erfolge feiern. 
    Die Aufnahmen zu "Arrival" dauerten für ABBA ungewöhnlich lange, unter anderem weil die Bandmitglieder zunehmend private Verpflichtungen hatten. Doch das Warten sollte sich lohnen: Am 11. Oktober 1976 veröffentlichte ABBA schließlich ein Album, das sich weltweit millionenfach verkaufte und zu den erfolgreichsten ihrer Karriere zählt. 
    Mit "Arrival" bewies die Band, dass sie längst auch auf dem internationalen Musikmarkt angekommen war. Gleichzeitig behauptete sie sich in einer Zeit, in der so unterschiedliche Genres wie Disco, Rock und Punk die Musikwelt der 1970er-Jahre prägten.  
    Dabei hatte ABBA einen entscheidenden Vorteil: Die Band entwickelte einen unverwechselbaren Sound, indem sie ganz unterschiedliche musikalische Einflüsse miteinander verband. Elemente skandinavischer Volksmusik und Folklore trafen auf europäische Klassik, Musical und Disco. So gelang es ABBA, einen eigenständigen europäischen Popsound zu entwickeln und sich auf dem stark US-amerikanisch geprägten internationalen Musikmarkt zu etablieren. 
    Das ist die Blaupause für Popmusik. Mit ABBA wird Popmusik zur Kunstform.

    Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über ABBA und "Arrival"

    In "Dancing Queen" steckt der unverwechselbare ABBA-Sound
    "Dancing Queen" ist nicht nur einer der bekanntesten Songs von ABBA, sondern wahrscheinlich auch einer der bekanntesten Popsongs überhaupt. Selbst wer ABBA nicht regelmäßig hört, wird den Hit bestimmt schon nach wenigen Sekunden am ikonischen Piano-Intro erkennen.
    Der Song ist dabei äußerst raffiniert produziert. Durch die Arrangement-Technik "Wall of Sound" entsteht durch die Überlagerung verschiedener Instrumente und Klangschichten ein besonders dichter, voller Sound. Hinzu kommt der Wechsel zwischen eher einstimmigen Passagen in den Strophen und dem mehrstimmigen Gesang von Agnetha und Anni-Frid im Refrain. Dieses Zusammenspiel entwickelte sich daraufhin zu einem Markenzeichen von ABBA.
    Ebenfalls typisch für ABBA und in "Dancing Queen" besonders gut zu hören, sind die instrumentalen Einschübe in den Gesangspausen. Sobald die Stimmen aussetzen, übernehmen etwa Piano oder Streicher und füllen die entstandenen Lücken. So bleibt das Arrangement ständig in Bewegung und schafft gleichzeitig eingängige musikalische Motive, die dem Song seinen hohen Wiedererkennungswert verleihen.
    Ein ABBA-Song über das Ende einer Liebe
    Kaum ein ABBA-Song scheint im Rückblick so gut zur Beziehungsgeschichte der beiden Paare innerhalb der Band zu passen wie "Knowing Me, Knowing You". Der Song erzählt vom Ende einer Beziehung. Beim Schreiben stellte sich Björn Ulvaeus ein leeres Haus vor, in dem noch die Erinnerungen an eine vergangene Beziehung nachhallen. Eine besondere Bedeutung erhielt der Song erst im Nachhinein, denn beide ABBA-Ehen zerbrachen in den folgenden Jahren.
    ["Arrival"] zeigt, wie klug Popmusik komponiert werden kann.

    Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin über "Arrival"

    Wie "Arrival" die Popmusik bis heute prägt
    Mit "Arrival" prägten ABBA die Popmusik nachhaltig und wurden zum Vorbild für zahlreiche nachfolgende Künstlerinnen und Künstler. Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig bringt die Bedeutung der Band auf den Punkt: "Sie setzen damit Schweden auf die musikalische Landkarte dieser Welt."
    Damit schrieb ABBA nicht nur ein Stück Popmusikgeschichte, sondern ebnete auch den Weg für den internationalen Erfolg weiterer schwedischer Acts wie Roxette, Ace of Base oder später Avicii. Doch ihr Einfluss reicht weit über Schweden hinaus: Auch internationale Popstars wie Britney Spears, Katy Perry, Taylor Swift oder The Weeknd zeigen, wie präsent ABBAs musikalisches Erbe bis heute geblieben ist.
    Über diese Songs vom Album "Arrival" sprechen wir im Podcast
    • (21:10) – "When I Kissed The Teacher"
    • (28:22) – "Dancing Queen"
    • (59:00) – "Fernando"
    • (01:13:26) – "Knowing Me, Knowing You"
    • (01:22:25) – "Money, Money, Money"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (09:13) – "Waterloo" von ABBA
    • (09:43) – "S.O.S." von ABBA
    • (09:54) – "Mamma Mia" von ABBA
    • (10:28) – "Fernando" von Anni-Frid Lyngstad
    • (23:25) – "Det Där Med Kärlek" von Benny Andersson und Björn Ulvaeus
    • (26:42) – "Don't Stand So Close To Me" von The Police
    • (27:30) – "Hot For Teacher" von Van Halen
    • (32:07) – "Nina, The Pretty Ballerina" von ABBA
    • (33:43) – "Rock Your Baby" von George McCrae
    • (34:06) – "Iko Iko" von James Crawford
    • (01:26:42) – "Sandwich" von Benny Andersson und Björn Ulvaeus
    Shownotes
    • Buchtipp: "Fernando and the Flute" von Philip Tagg. Was euch in diesem musikwissenschaftlichen Standardwerk erwartet, erfahrt ihr hier
    • Das Video zu "When I Kissed The Teacher" auf Youtube
    • Das Video zu "Dancing Queen" auf Youtube
    • Das Video zu "Knowing Me Knowing You" auf Youtube
    • Das Video zu "Fernando" auf Youtube
    • Das Video zu "Money, Money, Money" auf Youtube
    • Die ABBA-Doku auf Arte: "ABBA: Das größte Pop-Phänomen der Welt"
    • Björn im Interview mit Rick Beato auf Youtube
    • ARD Podcast-Tipp: "Zwischen Hamburg und Haiti"
    1 hr 33 min
  • Run-D.M.C. – "Raising Hell"
    DJ Jam Master Jay, Reverend Run und D.M.C. – das ist das Hip-Hop-Trio aus dem New Yorker Stadtteil Queens. 1982 hat sich die Gruppe gegründet und mit Songs wie "It’s Like That" und "King Of Rock" schon erste Erfolge gefeiert.
    Run-D.M.C. verändern mit "Raising Hell" den Hip Hop für immer
    Mit ihrem dritten Album "Raising Hell" leisten Run-D.M.C. wirkliche Pionierarbeit. Sie legen die Disco- und Funkbeats ab und machen den Hip Hop rauer – mit DJ und Drumcomputern wie zum Beispiel dem legendären "808".
    Mit ihrer Art von Hip Hop schaffen Run-D.M.C. es als erste Gruppe dieses Genres in die Top 10 der amerikanischen Billboard-Charts und auch als erste Hip-Hop-Formation auf das Cover des "Rolling-Stone"-Magazins.
    Run-D.M.C. haben es mit "Raising Hell" geschafft, den Hip Hop raus aus den Blockparties und rein in die Charts zu bringen!

    Quelle: Patrick Schütz, Musikredakteur über den Einfluss von Run-D.M.C.

    Auf "Raising Hell" haben Run-D.M.C. den ersten "Hip Hop"-Hit überhaupt in den Top Ten
    Sie verbinden Rap und Rock und haben zusammen mit Aerosmith und dem Song "Walk This Way" den ersten Crossover-Hit zwischen diesen beiden Genres geschafft. Der Song hat es in den 80ern bei vielen amerikanischen Radiostationen zum meist nachgefragten Song geschafft.
    Ihre Finger mit im Spiel haben dabei Russell Simmons und Starproduzent Rick Rubin. Die beiden betreiben 1986 schon seit zwei Jahren das erfolgreiche Plattenlabel "Def Jam" und produzieren das Album von Run-D.M.C.
    Rick Rubin und Run-D.M.C. verbinden auf "Raising Hell" Hip Hop und Rock
    Die besondere Verbindung zwischen Rap und Rock schafft vor allem auch Produzent Rick Rubin, der in beiden Musikgenres zu Hause ist. Ihm ist auch die Zusammenarbeit zwischen Aerosmith und Run-D.M.C. zu verdanken. Die Rapgruppe möchte den Song "Walk This Way" eigentlich nur – wie im Rap typisch – samplen. Rubin schlägt hingegen vor: Nehmt den Song doch zusammen mit der Band selbst auf.
    Eine Idee, mit der sich Run-D.M.C. nur schwer anfreunden können. Schließlich lässt sich das Trio aber trotzdem überzeugen. So schaffen Run-D.M.C. den Sprung in die Charts, und Aerosmith, die zu der Zeit nahezu in der Versenkung verschwunden waren, haben mit dem Song ein riesiges Comeback.
    Für eingefleischte Run-D.M.C.-Fans war das eine Art "Niedergang der Band", wie Katharina Heinius den Run-D.M.C.-Manager Russell Simmons paraphrasiert. Die bisherigen Fans der Gruppe würden sich mit dieser Herangehensweise vor den Kopf gestoßen fühlen.
    Aber so ist es immer. Wenn du versuchst, was Neues zu schaffen und sich keiner beschwert, dann hast du nichts Neues geschaffen!

    Quelle: Musikredakteur Patrick Schütz über Veränderung in der Musik

    Mit "Raising Hell" machen Run-D.M.C. Hip Hop massentauglich
    Rapper Chuck D. von der erfolgreichen Rap-Kombo "Public Enemy" hat Run-D.M.C. mal beschrieben als "die Beatles des Hip Hop". Diese Aussage polarisiert, beinhaltet aber viel Wahres, denn sie haben den Hip Hop, der vorher hauptsächlich in den Blockparties und der schwarzen Community stattgefunden hat, mainstreamtauglich gemacht. So haben sie dafür gesorgt, dass ein breiteres Publikum Zugang zum Hip Hop gefunden hat.
    Ihr Vermächtnis ist einfach der Hip Hop, wie wir ihn heute kennen! Den würde es ohne Run-D.M.C. gar nicht geben!

    Quelle: Patrick Schütz über die Bedeutung von Run-D.M.C. für den Hip Hop

    Über diese Songs vom Album "Raising Hell" sprechen wir im Podcast
    • (16:07) – "Peter Piper"
    • (26:04) – "It’s Tricky"
    • (36:10) – "My Adidas"
    • (42:40) – "Walk This Way"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (04:46) – "Rappers Delight" von Sugarhill Gang
    • (05:25) – "Good Times" von Chic
    • (06:40) – "Christmas Rappin'" von Kurtis Blow
    • (09:14) – "Rock Box" von Run-D.M.C.
    • (10:54) – "King Of Rock" von Run-D.M.C.
    • (11:38) – "Jam Master Jammin'" von Run-D.M.C.
    • (18:31) – "Take Me To The Mardi Gras" von Bob James/Paul Simon
    • (22:29) – "Fairytale Lover" von UTFO (Untouchable Force Organization)
    • (29:34 ) – "My Sharona" von The Knack
    • (30:05) – "Mickey" von Toni Basil
    • (40:58) – "I Can't Stop" von John Davis & The Monster Orchestra
    Shownotes
    • Artikel "Die Geburtsstunde des Hip Hop" bei "The Circle"
    • Das Musikvideo zu "Walk This Way" auf Youtube
    • Das Musikvideo zu "It's Tricky" auf Youtube
    • Interview mit Rapper D.M.C. zur Geschichte hinter "Walk This Way" auf Youtube
    • ARD Podcast-Tipp: Das Wissen: "Faszination Oktoberfest – Mehr als Massenrausch in Tracht"
    56 min
  • Janis Joplin – "Pearl"
    Gestorben ist Janis Joplin Ende 1970 an einer Überdosis Heroin, nur wenige Stunden nachdem sie noch im Tonstudio gestanden hat. Mit ihrem frühen Tod gehört Janis Joplin auch zum traurigen "Club 27", in dem viele Rock- und Popstars durch ihr frühes Ableben sind.
    Neben Janis Joplin gehören zum Beispiel auch Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Amy Winehouse, Jim Morrison oder auch Brian Jones in den "Club 27".
    Auf "Pearl" hören wir Janis Joplin mit ihrer Full Tilt Boogie Band
    Aufgenommen hatte Janis Joplin das Album mit "ihrer" neuen Band, der Full Tilt Boogie Band, die sich für sie auch nach der Band angefühlt hat, die fest zu ihr dazugehören sollte. Vorher hatte Janis Joplin schon mit anderen Bands zusammengespielt, aber die Full Tilt Boogie Band war auf dem Weg, ihre feste Band zu werden.
    Und dass das Zusammenspiel zwischen Janis Joplin und der Band gut funktioniert, das hört man auch, sagt Musikredakteur Benjamin Brendebach.
    Da passt einfach alles, finde ich!

    Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über Janis Joplin und "Pearl"

    Bei "Pearl" offenbart Janis Joplin ihre musikalischen Vorbilder
    Im Opener des Albums "Move Over" erkennen wir die musikalischen Vorbilder von Janis Joplin. Das merken wir vor allem auch textlich, erklärt Benjamin Brendebach. Die Bluessängerin Bessie Smith, die in den 1920er-Jahren erfolgreich gewesen ist, hat sich damals schon genommen, was sie wollte, und hat sich in der männerdominierten Blueswelt durchgesetzt. Eine Einstellung, die auch zu Janis Joplin und zum Songtext von "Move Over" passt.
    Was die Bühnenshows und den Gesang angeht, da hat sich Janis Joplin immer sehr stark an Otis Redding orientiert, auch was die Art und Weise der Bewegung bei Konzerten angeht, da hat "sie ihn fast kopiert", sagt Benjamin Brendebach.
    Auf "Pearl" singt Janis Joplin die Songs verschiedener Songwriter
    Die Songs, die Janis Joplin auf ihrem Album "Pearl" singt, hat sie größtenteils nicht selbst geschrieben – genauer gesagt ist nur der Song "Move Over" von ihr geschrieben worden. Aber dennoch macht sie mit ihrer Art zu singen die Songs zu ihren eigenen, findet auch Musikredakteurin Katharina Heinius.
    Sie macht jeden Song zu ihrem eigenen Song!

    Quelle: Katharina Heinius über "Pearl" von Janis Joplin

    Die Songwriter, mit denen sie für "Pearl" zusammengearbeitet hat, waren überzeugt von Janis Joplin, erklärt Katharina Heinius. Das ist alleine schon daran zu erkennen, dass sie ihr die Songs überhaupt angeboten haben.
    Mit "Mercedes Benz" ist auf "Pearl" die letzte Aufnahme von Janis Joplin
    Ein Song auf "Pearl" sticht besonders heraus, auch wegen seiner traurigen Geschichte: "Mercedes Benz". Auf dem Album hören wir beim Song Nebengeräusche und sonst nur die Stimme von Janis Joplin, die alleine im Studio den Song einsingt. Es ist die letzte Aufnahme vor dem Tod von Janis Joplin.
    Sie hat es einfach immer geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen!

    Quelle: Benjamin Brendebach über Janis Joplin

    Geplant war, dass die Band zum Gesang von Janis Joplin spielt, nach dem Tod der Sängerin hatte die Full Tilt Boogie Band beschlossen, dass diese letzte Aufnahme so roh und unbehandelt bleiben soll – 100 % Janis Joplin.
    Warum heißt das Album von Janis Joplin "Pearl"?
    Insgesamt sind zehn Songs auf dem Album von Janis Joplin, darunter auch einige ihrer größten Hits. Es gibt Blues-Momente, Folk-Momente und noch ganz viel mehr. Aber eine Frage bleibt: Es gibt keinen Song auf dem Album mit dem Titel "Pearl". Warum also trägt das Album diesen Titel – das erfahrt ihr im Podcast!
    Über diese Songs vom Album "Pearl" sprechen wir im Podcast
    • (04:01) – "Move Over"
    • (08:33) – "Can’t Turn You Loose"
    • (11:43) – "Cry Baby"
    • (17:19) – "A Woman Left Lonely"
    • (24:18) – "Me And Bobby McGee"
    • (31:46) – "Buried Alive In The Blues"
    • (34:56) – "Mercedes Benz"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (08:33) – "I Can’t Turn You Loose" von Otis Redding
    • (11:01) – "Nobody Knows You When You’re Down And Out" von Bessie Smith
    • (30:06) – "Me And Bobby McGee" von Roger Miller und Kris Kristofferson
    Shownotes
    • Die Manson-Morde (Tate-Morde)
    • Informationen zum Kent State Massaker
    • Podcastfolge von "Der Stichtag – Die Chronik der ARD" zum Altamont Free Concert
    • Dokumentation: "The Day the Rock Star Died – Janis Joplin"
    • Die Meilensteine Live in Sinsheim am 24.9. – Hier könnt ihr euch anmelden
    44 min
  • Spice Girls – "Spice"
    Die Spice Girls, das waren Posh Spice, Baby Spice, Ginger Spice, Sporty Spice und Scary Spice. Diese "Spitznamen" haben die Bandmitglieder sich jedoch nicht selbst gegeben, sondern sie wurden ihnen vom britischen Musikmagazin "Top Of The Pops" gegeben – und sind auch kritisch zu betrachten.
    Die Spice Girls und "Wannabe" werden zum Welterfolg
    Der größte Hit der Band "Wannabe", ist bei den Streamingplattformen inzwischen im "Club der Milliardäre", was die Abrufzahlen betrifft – und ist auch nach 30 Jahren noch auf so gut wie jeder Partyplaylist zu finden. Auch den Songtext kennen die meisten auswendig, zumindest aus der Generation der Millenials.
    Die Spice Girls waren die Beatlemania der 90er!

    Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin über die Bedeutung der Spice Girls

    Die Spice Girls waren der Gegenentwurf zu den Boybands
    Die Gründung der Band verlief aber nicht, wie man es von vielen Rockbands und Co. kennt. Im Magazin "The Stage" wurde 1994 eine Anzeige geschaltet mit dem Text: "Bist du clever, extrovertiert, ehrgeizig und kannst singen und tanzen?"
    So ist eine Managementfirma auf die Suche nach talentierten Mädels gegangen, um eine Girlgroup als Gegenentwurf zu den bereits erfolgreichen Boybands zu gründen. Insgesamt haben sich 400 Frauen beworben, fünf wurden ausgewählt. Schließlich bildeten Mel B ("Scary Spice"), Emma Bunton ("Baby Spice"), Geri Halliwell ("Ginger Spice"), Mel C ("Sporty Spice") und Victoria Beckham ("Posh Spice") die Spice Girls.
    Sie sind die weibliche Pop-Innovationskraft der 90er-Jahre!

    Quelle: Frank König, Meilensteine-Moderator über die Spice Girls

    Mit den Spice Girls laufen die Pläne anders als erwartet
    Aber die Spice Girls haben in ihrer Anfangszeit nicht nur zusammengearbeitet, sondern auch zusammen in einer (luxuriöseren) WG gemeinsam gewohnt. Dort haben sie gemeinsam Songs geschrieben, Choreografien einstudiert und vieles mehr – kurz: Die Gruppe ist stärker und schneller zusammengewachsen, als man es von einer wild zusammengewürfelten Gruppe erwarten würde.
    Bis die Gruppe aber ihr erstes Album herausgebracht hatte, gab es noch ein ausgiebiges hin und her mit ihrem Management, bei dem sich die Spice Girls nicht gut aufgehoben gefühlt haben. Die Spice Girls haben das Management dann sehr schnell verlassen.
    Eine neue (Management)Heimat haben die Spice Girls dann bei Simon Fuller gefunden, der später zum "Schöpfer von (TV-)Castingformaten" geworden ist", was man hier als "Deutschland sucht den Superstar" kennt, wie Katharina Heinius im Podcast erklärt.
    Die Spice Girls werden mit ihren Rollen zu Vorbildern
    Für damals junge Mädchen waren die Spice Girls Vorbilder, weil sie der jungen Generation gezeigt haben, dass man auch als Mädchen bzw. Frau cool sein kann und auch albern und laut sein darf, erklärt Musikjournalistin und Moderatorin Bianca Hauda im Podcast.
    Die Spice Girls waren für mich und meine Generation Popkultur zum Ausprobieren!

    Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin und Moderatorin

    Der größte Hit "Wannabe" ist ein Statement
    Und mit diesen Werten, die die Girlgroup nach außen trägt, polarisiert sie nicht nur, sondern sie schafft sich selbst mit "Wannabe" eine Hymne, die genau dieses starke Frauenbild und den Zusammenhalt in ihrer Band besingt. Was das ganze Bild der Gruppe unterstützt, ist die musikalische Gleichberechtigung, erklärt Katharina Heinius. Bei den Spice Girls gibt es keine ausgemachte Leadsängerin.
    Mit dieser starken Botschaft, verpackt in einem hervorragend produzierten Popsong, schaffen es die Spice Girls mit der ersten offiziellen Single in ihrer Heimat Großbritannien, in Deutschland und auch in den USA auf Platz 1 der Single-Charts.
    Das Debütalbum der Spice Girls wird zum Megaseller
    Aber nicht nur mit "Wannabe" haben die Spice Girls es in ihrer Heimat an die Spitze der Charts geschafft. Gleich vier Singles des Debütalbums schaffen es an die Spitze der Charts: "Wannabe", "Say You’ll Be There", "2 Become 1" und "Mama". Ein Rekord!
    Und auch wenn sie eine gecastete Band sind, haben sie mit ihrer Musik und diesem Album "ihr eigenes Ding draus gemacht", wie Katharina Heinius es beschreibt. Und "sie verkörpern eine Form von Selbstbewusstsein", fügt sie hinzu.
    Die Spice Girls haben gezeigt: Mädchen sind nicht nur die Fans […], sie können auch selbst die Hauptfiguren sein – und das ist wichtig!

    Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin über die Bedeutung der Spice Girls

    Über diese Songs vom Album "Spice" sprechen wir im Podcast
    • (21:45) – "Wannabe"
    • (45:51) – "Say You’ll Be There"
    • (54:09) – "2 Become 1"
    • (59:03) – "Mama"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (04:40) – "Three Lions" von The Lightning Seeds
    • (08:20) – "When Will I Be Famous" von Bros
    • (29:58) – "Feed Your Love" von Spice Girls
    • (30:26) – "That's The Way Love Goes" von Janet Jackson
    • (31:04) – "Summer Nights" von Olivia Newton-John und John Travolta (Grease)
    • (48:57) – "Isn't She Lovely" von Stevie Wonder
    • (49:35 ) – "Karma Chameleon" von Culture Club
    • (01:05:54) – "Like A Prayer" von Madonna
    • (01:06:13) – "Man In The Mirror" von Michael Jackson
    Shownotes
    • Seite von Songwriter Richard "Biff" Stannard auf Spotify
    • Hier ist das Artwork zu "Spice" entstanden
    • Das Musikvideo zum Song "Wannabe" von den Spice Girls
    • Das Musikvideo zum Song "2 Become 1" von den Spice Girls
    • Das Musikvideo zum Song "Mama" von den Spice Girls
    • Die Meilensteine live bei der SWR1 Regiotour
    • ARD Podcast-Tipp: "Fuck You Very, Very Much!"
    1 hr 16 min
  • Lynyrd Skynyrd – "One More From The Road"
    Am 13. September 1976 erschien "One More From The Road" als Doppel-Livealbum. Bereits Ende desselben Jahres erreichte es in den USA seine erste Platin-Auszeichnung. Bis 1987 verkaufte es sich mehr als 1,5 Millionen Mal.
    Das Album zeigt Lynyrd Skynyrd auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs und ist gleichzeitig das Vermächtnis der ursprünglichen Besetzung rund um Sänger Ronnie Van Zant. Nur ein Jahr später kamen er, Gitarrist Steve Gaines und dessen Schwester Cassie Gaines bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Cassie Gaines ist auf "One More From The Road" als Background-Sängerin zu hören.
    Lynyrd Skynyrd: Vom kleinen Plattendeal zum großen Erfolg
    Die Geschichte von Lynyrd Skynyrd begann bereits Mitte der 1960er-Jahre in Jacksonville, Florida. Nach einigen Jahren als lokale Band sammelten sie 1971 erste richtige Studioerfahrungen, bevor sie 1973 von Produzent Al Kooper unter Vertrag genommen wurden.
    Der Plattenvertrag brachte ihnen einen Vorschuss von gerade einmal 9.000 Dollar ein. Mangels anderer Angebote nahm die Band den Deal trotzdem an. Den bescheidenen Plattendeal verarbeitete die Band später im Song "Workin’ For MCA". Auf "One More From The Road" eröffnet der Song das Livealbum.
    "Sweet Home Alabama": Ein kontroverser Hit
    "Sweet Home Alabama" erschien bereits 1974 auf "Second Helping" und wurde zu einem der größten Hits von Lynyrd Skynyrd. Allein das markante Gitarrenriff zu Beginn hat einen enormen Wiedererkennungswert.
    Der Text des Songs sorgt allerdings bis heute für Diskussionen. "Sweet Home Alabama" entstand unter anderem als Antwort auf Neil Youngs Songs "Southern Man" und "Alabama". In diesen kritisierte Young den Rassismus und das Erbe der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten. Lynyrd Skynyrd empfanden Youngs Darstellung als zu pauschal und wollten sich dagegen wehren, alle Menschen aus dem Süden über einen Kamm zu scheren.
    Kontrovers diskutiert wird vor allem eine Textstelle über Alabamas damaligen Gouverneur George Wallace, einen entschiedenen Verfechter der Rassentrennung. Lynyrd Skynyrd distanzierten sich jedoch von dessen rassistischer Politik. Direkt nach der Erwähnung des Gouverneurs sind im Song beispielsweise ablehnende "Boo"-Rufe zu hören. Trotzdem wird die politische Aussage von "Sweet Home Alabama" bis heute unterschiedlich interpretiert.
    "Free Bird" live auf "One More From The Road"
    "Free Bird", das Liebeslied über das Verlassenwerden, ist bis heute eine der größten Rock-Hymnen. Kaum ein anderer Song steht so sehr für Freiheit und Rebellion wie der Lynyrd Skynyrd Hit aus dem Jahr 1974.
    (Das ist) eine der großen Rockhymnen. [...] Bringt alles auf den Punkt, worum es in Rockmusik eigentlich geht.

    Quelle: Meilensteine-Gast Marc Hofmann über "Free Bird"

    Auf dem Livealbum "One More From The Road" ist "Free Bird" mit einem ikonischen Moment verbunden: Bevor die Band loslegt, fragt Sänger Ronnie Van Zant das Publikum, welchen Song sie hören wollen. Die Antwort kommt lautstark: "Free Bird!". Dieser Moment entwickelte sich daraufhin zu einem echten Running Gag bei Konzerten.
    "One More From The Road" ist wie ein Konzertbesuch
    "One More From The Road" zeigt, wie mitreißend und voller Energie ein gut produziertes Livealbum sein kann. Es bringt das Gefühl, live dabei zu sein, zu den Fans nach Hause. Zusätzlich lässt es erahnen, wie die Stimmung bei den drei Konzerten im Juli 1976 im Fox Theatre in Atlanta gewesen sein musste, bei denen die Aufnahmen für das Album entstanden.
    Sie wollen den Leuten nochmal zeigen, wo ihr Kerngeschäft liegt, nämlich, eine mitreißende Live-Band zu sein.

    Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig über Lynyrd Skynyrd

    Shownotes
    • "Sweet Home Alabama" Live 1976 in Knebworth
    • Für Gitarristen, die etwas über das "Free Bird" Solo lernen wollen
    • Doku über Lynyrd Skynyrd
    • Hintergrundinformationen zu "One More From The Road" von Cameron Crowe
    • SWR Regiotour 2026: ARD-Musikpodcast "Meilensteine – Alben, die Geschichte machten"
    • ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!"
    Über diese Songs vom Album "One More From The Road" sprechen wir im Podcast
    • (11:03) – "Workin' For MCA"
    • (18:32) – "Saturday Night Special"
    • (23:45) – "Whiskey Rock-a-Roller"
    • (31:32) – "Sweet Home Alabama"
    • (44:13) – "T For Texas"
    • (47:30) – "Crossroads"
    • (49:03) – "Call Me The Breeze"
    • (50:23) – "Free Bird"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (35:00) – "Southern Man" von Neil Young
    • (43:20) – "Blue Yodel No 1 (T For Texas)" von Jimmie Rodgers
    • (46:35) – "Crossroad Blues" von Robert Johnson
    • (48:28) – "Call Me The Breeze" von J.J. Cale
    1 hr 12 min
  • R.E.M. – "New Adventures In Hi-Fi"
    Wie R.E.M. "New Adventures In Hi-Fi" auf Tour entwickelten
    Entstanden ist ein vielseitiges Rockalbum, das R.E.M. mitten auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zeigt. Die US-amerikanische Band um Michael Stipe, Bill Berry, Peter Buck und Mike Mills hatte kurz zuvor einen neuen Plattenvertrag abgeschlossen, der ihr für die nächsten fünf Alben rund 80 Millionen Dollar einbringen sollte.
    Das war eine Risikoinvestition, aber nach vorherigen Erfolgsalben wie "Out Of Time" (1991) mit dem Megahit "Losing My Religion” oder dem Album "Monster" (1994) gehörten R.E.M. zu den größten Rockbands der Welt.
    Die Band war also in einer komfortablen Position und nutzte diese Freiheit, ohne sich dem Massengeschmack anzupassen. Auch auf "New Adventures In Hi-Fi" finden sich außergewöhnliche Songs, die nicht unbedingt nach den Regeln des Musikmarkts funktionieren. Viele davon entstanden bereits unterwegs während ihrer großen "Monster"-Tour.
    Ich denke, dass das Album alle Stärken der Band vereint. Für mich ist es sowas wie eine Synthese aus den Vorgänger-Alben.

    Quelle: Meilensteine-Gast Stefan Pitterling über "New Adventures In Hi-Fi"

    Michael Stipe und die kryptischen Songtexte von R.E.M.
    Zu den Besonderheiten von R.E.M. gehören die Songtexte von Sänger und Songschreiber Michael Stipe, auf die er sehr großen Wert legt. Er hat mal erzählt, dass er immer ein kleines Buch bei sich trägt, in dem er einzelne Wörter sammelt und sich sogar selbst welche ausdenkt.
    In seinen Songs erzählt Stipe meistens keine zusammenhängende Geschichte. Stattdessen setzt er einzelne Gedanken zusammen. Wie Pinselstriche auf einem Gemälde ergeben sie erst nach und nach ein Gesamtbild.
    "E-Bow the Letter": R.E.M. treffen auf Patti Smith
    "E-Bow The Letter" war die erste Singleauskopplung von "New Adventures in Hi-Fi". Die Backing Vocals wurden von Patti Smith, der "Godmother of Punk", beigesteuert. Smith war immer ein Idol und eine wichtige Inspirationsquelle für R.E.M.
    Der Titel des Songs setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Ein E-Bow ist ein kleines Hilfsmittel für E-Gitarren. R.E.M.-Gitarrist Peter Buck setzt ihn auch in dem Song für seine speziellen Riffs ein.
    "The Letter" wiederum verweist auf einen Brief, den Michael Stipe an seinen Freund River Phoenix schrieb. Der Schauspieler war 1993 im Alter von nur 23 Jahren gestorben. Stipe schickte den Brief nie ab, griff Gedanken daraus aber später für den Songtext auf. Gemeinsam mit Patti Smith entstand daraus einer der eindringlichsten Songs des Albums.
    R.E.M. sorgen mit "Leave" für innere Unruhe
    Ein weiterer eindringlicher Song ist "Leave". Er ist sieben Minuten lang und beginnt zunächst ganz ruhig. Doch dann setzt plötzlich eine beängstigend kreischende Sirene ein, die sich fast durch den gesamten Song zieht. Sie stammt nicht etwa aus einem Sample, sondern wurde mit einem Synthesizer erzeugt und über einen Schieberegler von Hand eingespielt.
    Wie der Titel und die Atmosphäre schon verraten, geht es in "Leave" um Aufbruch, Loslassen und den Übergang zu etwas Neuem. Die schrillen Alarmtöne verstärken dabei das Gefühl von innerer Unruhe und kreisenden Gedanken.
    "New Adventures In Hi-Fi": R.E.M. bleiben sich treu
    "New Adventures In Hi-Fi" blieb in den USA zwar etwas hinter dem Erfolg des Vorgängers "Monster" zurück, stürmte in Europa aber an die Spitze der Albumcharts.
    Trotz des enormen Erfolgs und eines millionenschweren Plattenvertrags bewahrte sich die Band ihre künstlerische Freiheit. R.E.M. machten weiterhin authentische und eigenwillige Musik - so wie sie es wollten. Darauf konnten sich die Fans auch bei "New Adventures in Hi-Fi" verlassen.
    Für mich fängt dieses Album die Seele von Musik ein, nämlich den Moment.

    Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "New Adventures In Hi-Fi"

    Shownotes
    • Der ARP ODYSSEY Synthesizer, mit dem die Sirene in "Leave" gestaltet wurde
    • Video zu "E-Bow The Letter"
    • Pittis Popcast, der Podcast unseres Gastes Stefan (Pitti) Pitterling
    • Artikel zum 25. Jubiläum von "New Adventures In Hi-Fi" auf "The Circle"
    • Buchtipp: "R.E.M. – Life And How To Live It”
    • Meilensteine On Tour bei der SWR Regiotour 2026
    • ARD-Podcast-Tipp: "Philipps Playlist"
    Über diese Songs vom Album "New Adventures In Hi-Fi" sprechen wir im Podcast:
    • (11:45) – "Zither"
    • (17:44) – "How The West Was Won And Where It Got Us"
    • (32:44) – "E-Bow The Letter"
    • (48:35) – "Leave"
    • (01:04:45) – "Be Mine"
    • (01:09:45) – "Electrolite"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (07:09) – "The One I Love" von R.E.M.
    • (07:31) – "It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine) von R.E.M.
    • (08:08) – "Losing My Religion" von R.E.M.
    • (08:27) – "Shiny Happy People" von R.E.M.
    • (08:46) – "Drive" von R.E.M.
    • (08:56) – "Man On The Moon" von R.E.M.
    • (09:09) – "Everybody Hurts" von R.E.M.
    • (20:27) – "Man With A Harmonica" von Ennio Morricone
    • (22:14) – "Thelonious" von Thelonious Monk
    • (23:20) – "Aladdin Sane" von David Bowie
    • (54:50) – "Ionisation" von Edgar Varese
    • (56:20) – "House Burning Down" von Jimi Hendrix
    • (56:39) – "War Pigs" von lack Sabbath
    • (57:06) – "Blockbuster" von The Sweet
    • (57:49) – "Rebel Without A Pause" von Public Enemy
    1 hr 18 min
  • Paul Simon – "Graceland"
    In den 80ern haben sich einige Musiker für die Menschen in Afrika und gegen die Apartheidpolitik dort eingesetzt. Das bekannteste Projekt davon dürfte wohl das weltweit ausgestrahlte Live-Aid-Konzert gewesen sein, das die beiden Musiker Bob Geldof und Midge Ure initiiert haben.
    Paul Simon hat sein Album "Graceland" zusammen mit afrikanischen Musikern aufgenommen – unter anderem in Johannesburg.
    Für "Graceland" wird Paul Simon teils stark kritisiert
    "Graceland" gilt als Meisterwerk der Fusion von südafrikanischer Straßenmusik mit westlicher Popmusik. Schwarze und weiße Musiker bringen ihr Können, ihre Inspiration, ihre musikalische Sozialisation ein und daraus entsteht ein ganz neuer Sound", sagt Meilensteine-Host Frank König.
    Neben der reinen Musik wird "Graceland" aber auch kritisiert, weil die Menschen dort eben nicht frei gewesen sind, sondern durch das Apartheidsregime massiv unterdrückt worden sind. Die Vereinten Nationen riefen zum Kulturboykott auf, der besagte, dass niemand mit den Künstlerinnen und Künstlern eines Staates zusammenarbeiten sollte, der die Mehrheit seiner Bevölkerung aus rassistischen Gründen unterdrückt.
    Ob die gemeinsame, gleichberechtigte Zusammenarbeit ein Statement gegen Rassismus ist, wenn Musiker unterschiedlicher Herkunft gemeinsam etwas Berührendes schaffen, oder ob es kulturelle Aneignung ist, auch darüber wurde öffentlich gestritten.
    Paul Simon selbst hat sein Album und die Arbeit mit den südafrikanischen Musikern so betrachtet, dass er den dort arbeitenden Musikern helfen und sie unterstützen wollte, erklärt Benjamin Brendebach im Podcast zu "Graceland".
    Es ist schon problematisch, denn er sammelt hier Kulturgut ein. Er beutet es nicht aus, […] aber er sammelt es ein, um es nachher für sich zu gebrauchen.

    Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über Paul Simon und "Graceland"

    Der politische Diskurs sei hier somit erwähnt worden. Wir sprechen im Podcast über die Musik von "Graceland" und die ist einfach nur schön und berührend.
    Für mich eines der schönsten Alben meines Lebens!

    Quelle: Meilensteine-Host Frank König über "Graceland"

    Vor "Graceland" brauchte Paul Simon eine Veränderung
    Bevor Paul Simon sich an die Arbeit zum Album "Graceland" gemacht hat, ist er bereits längst ein erfolgreicher und weltbekannter Popstar gewesen – nicht nur durch seine Arbeiten mit Art Garfunkel.
    Aber sein letztes Album vor "Graceland" war kein großer kommerzieller Erfolg geworden, die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma war ihm ein Dorn im Auge, und auch privat kriselte es.
    Dann soll ihm eine Kassette in die Hände gefallen sein, mit Akkordeonmusik und Rhythmen, die ihn zu dieser Musik inspiriert hat. Allerdings ist die Existenz dieser Kassette nicht offiziell belegt, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast.
    Daraufhin ist Paul Simon nach Johannesburg geflogen, hat sich viele verschiedene Musiker aus der Region zusammengesucht, mit ihnen gejammt und schlussendlich in den "Ovation Studios" Songs aufgenommen.
    In der Dokumentation "Under African Skies" sieht man immer wieder, wie Paul Simon selbst sehr beeindruckt ist von der Musik und dem Können der Musiker, erklärt Stephan Fahrig im Podcast.
    Der Aufnahmeprozess von "Graceland" ist etwas Besonderes
    Die Songs für "Graceland" sind auf eine nicht ganz typische Weise entstanden. Paul Simon hat sich die Musiker ins Studio geholt und ganz viel mit ihnen gejammt, also im Grunde genommen einfach darauf losgespielt – gleichberechtigt und auf Augenhöhe, wie Benjamin Brendebach im Podcast erklärt.
    Und auch wenn die Kommunikation nicht immer einfach gewesen ist, weil es zwischen den Musikern sprachliche Barrieren gegeben hat, haben sie sich eben über die Musik gut verstanden. So gut, dass die Aufnahmesessions teilweise richtige "Happenings" geworden sind. Oft haben die Musiker dann sogar ihre Familien und ihre Kinder zu den Sessions mitgebracht.
    Dabei sind meistens keine fertigen Songs entstanden, sondern tatsächlich nur einzelne verschiedene Songteile – davon aber eben unheimlich viele.
    Mit diesen Songteilen ist Paul Simon dann in unterschiedliche Studios gegangen und hat diese unzusammenhängenden Teile zu fertigen Songs sozusagen "zusammengepuzzelt".
    Paul Simon und Chevy Chase – Das Musikvideo zu "You Can Call Me Al” wird zum Hit
    Einer der großen Hits des Albums ist neben dem Titelsong auch der Song "You Can Call Me Al". Der Song war vor allem beim Musiksender MTV ein großer Hit, wegen des durchaus unterhaltsamen Musikvideos mit Hollywoodstar Chevy Chase.
    Dieses Musikvideo hat (...) dem Album einen riesen Push gegeben!

    Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über "You Can Call Me Al"

    Darum ist "Graceland" von Paul Simon ein Meilenstein
    Für SWR1-Musikredakteur Benjamin Brendebach ist "Graceland" ein Album, auf dem kein schlechter Song zu finden ist, und ein Album, das Paul Simon auf dem Höhepunkt seines Schaffens zeigt.
    Das Album präsentiert Paul Simon (...) in seiner Bestform, mit allem was er kann: Er kann grooven, er hat eine wunderbare Stimme und das Ganze wird dann verbunden mit diesen typischen Melodien, die er auch schon bei Simon & Garfunkel geliefert hat!

    Quelle: Benjamin Brendebach über die Qualität von "Graceland"

    Shownotes
    • "Paul Simon – The Story of Graceland"
    • Das legendäre Video zu "You Can Call Me Al"
    • Die Hommage von George Ezra
    • Der Film zum Album "Under African Skies"
    • Interview mit Paul Simon im Spiegel zu 25 Jahre Graceland
    • Anmeldung für die Liveshow der Meilensteine am 24.09. in Sinsheim
    • ARD-Podcast-Tipp: "Kontinental-Platten – Podcast für Weltmusik und globale Sounds"
    Über diese Songs vom Album "Graceland" sprechen wir im Podcast
    • (15:47) – "The Boy In The Bubble"
    • (33:26) – "Graceland”
    • (47:40) – "Homeless”
    • (52:16) – "Diamonds On The Soles Of Her Shoes”
    • (55:43) – "You Can Call Me Al”
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (01:01) – "Biko" von Peter Gabriel
    • (01:59) – "In Your Eyes" von Peter Gabriel und Youssou N’Dour
    • (02:47) – "Double Dutch" von Malcolm McLaren
    • (07:13) – "Hearts And Bones” von Paul Simon
    • (43:15) – "Folsom Prison Blues” von Johnny Cash
    1 hr 10 min
  • Madonna – "True Blue"
    Mit "True Blue" übernimmt Madonna die Kontrolle
    Das Besondere an "True Blue" ist, dass Madonna erstmals als Co-Autorin und Co-Produzentin an einem ihrer Alben beteiligt war und damit mehr Einfluss auf ihre Musik nahm als zuvor.
    Das Ergebnis ist eine Platte, die sich nicht nur mit Liebe, Romantik und Ehe beschäftigt, sondern auch mit ernsteren Themen wie den Traumata ihrer Kindheit und der Kritik an patriarchalen und konservativen Strukturen. Mit "True Blue" entwickelte sich Madonna so zu einer ernstzunehmenden Künstlerin und erreichte gleichzeitig ein breiteres und reiferes Publikum.
    Madonna wird auf dem Album von der Pop-Prinzessin zur Pop-Königin.

    Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über "True Blue"

    Madonna rebelliert gegen Autoritäten
    Madonna wurde am 16. August 1958 in Bay City im US-Bundesstaat Michigan geboren und wuchs in einem streng katholischen und konservativen Elternhaus auf. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Ihr Vater vertrat konservative und patriarchale Ansichten und war nicht begeistert von Madonnas späterem Lebensstil und ihrer Karriere.
    Diese Erfahrungen und Konflikte finden sich auch auf "True Blue" wieder. Der Album-Opener und Welthit "Papa Don’t Preach" handelt vom Widerstand gegen männliche Autoritäten, die sich sowohl im Vater als auch in der katholischen Kirche zeigen. Im Song erzählt Madonna aus der Perspektive einer schwangeren Jugendlichen, die sich mit der Frage auseinandersetzt, ob sie ihr Kind bekommen soll.
    "Live To Tell" zeigt Madonnas ernste Seite
    Auch "Live To Tell" schlägt ernstere Töne an. Der Song handelt von Betrug, Misstrauen und Trauma sowie von einem Geheimnis, das die Erzählerin nicht länger für sich behalten kann. Immer wieder wurde "Live To Tell" autobiografisch gelesen und mit Madonnas eigenen Kindheitserfahrungen in Verbindung gebracht.
    Auch musikalisch hebt sich die Ballade durch ihre komplexe Komposition und die zurückhaltende, düstere Atmosphäre hervor. Von Kritikern wurde sie als eine von Madonnas stärksten Balladen gelobt.
    Jahre später sorgte "Live To Tell" auch abseits des Albums für Aufsehen. Während ihrer "Confessions Tour" sang Madonna 2006 den Song mit einer Dornenkrone auf dem Kopf und an einem verspiegelten Kreuz hängend. Im Hintergrund erschienen Zahlen zu Kindern in Afrika, die von AIDS betroffen waren.
    Die Inszenierung löste heftige Kritik von Kirchenvertretern aus und beschäftigte in Deutschland sogar die Staatsanwaltschaft. Madonna verteidigte den Auftritt und erklärte, sie habe damit auf das Schicksal von Kindern in Afrika aufmerksam machen wollen, die an AIDS leiden.
    Provokation als Teil von Madonnas Karriere
    Die Kontroverse um "Live to Tell" ist nur ein Beispiel für die Provokationen, die Madonnas Karriere bis heute begleiten. Immer wieder überschreitet sie bewusst gesellschaftliche und religiöse Grenzen und muss sich dafür rechtfertigen.
    Auffällig ist dabei, dass ihre Provokationen häufig anders bewertet werden als vergleichbare Grenzüberschreitungen männlicher Künstler. Als Frau musste Madonna immer wieder stärker um ihre künstlerische Freiheit und darum kämpfen, selbst zu bestimmen, wie sie ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Kunst inszeniert.
    Für mich war Madonna immer eine sehr selbstbestimmte Frau, die einfach auch mal sagt: 'Hallo, so kann's auch gehen'.

    Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über Madonna

    "True Blue" ist eine Liebeserklärung
    Romantik und Liebe kommen auf "True Blue" aber auch nicht zu kurz. Der gleichnamige Titelsong ist Madonnas damaligem Ehemann, dem Schauspieler Sean Penn, gewidmet. Der unbeschwerte, fröhliche Popsong greift Elemente der Girlgroup-Musik der 1950er- und 1960er-Jahre auf und erinnert an Gruppen wie die Ronettes oder an den Sound von "Grease".
    Mit "True Blue" ließ Madonna den Bubblegum-Pop ihrer Anfangsjahre hinter sich und zeigte mehr Selbstbewusstsein als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Das Album machte deutlich, dass Madonna längst mehr war als nur ein Popstar.
    Sie inszenierte sich als selbstbestimmte Künstlerin, die selbst festlegt, wie sie klingen, aussehen und wahrgenommen werden will. "True Blue" zeigt damit das Gesamtkunstwerk Madonna, wie wir es bis heute kennen.
    Über diese Songs vom Album "True Blue" sprechen wir im Podcast
    • (14:12) – "Papa Don’t Preach"
    • (27:08) – "Open Your Heart"
    • (37:50) – "Live To Tell"
    • (56:25) – "True Blue"
    • (01:02:20) – "La Isla Bonita"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (18:43) – "Die vier Jahreszeiten – Der Winter" von Antonio Vivaldi
    • (19:00) – "Concerto Grosso Op.6 Nr. 1 G-Dur" von Georg Friedrich Händel
    • (19:27) – "God Only Knows" von den Beach Boys
    • (19:46) – "Eleanor Rigby" von den Beatles
    • (19:54) – "Cloudbusting" von Kate Bush
    • (28:41) – "Girls Just Want to Have Fun" von Cyndi Lauper
    • (29:35) – "I Feel Love" von Donna Summer
    • (59:10) – "Beauty School Dropout" von Frankie Avalon aus Grease
    • (01:00:50) – "Be My Baby" von den Ronettes
    • (01:01:45) – "Chapel Of Love" von den Dixie Cups
    • (01:06:05) – "Who's That Girl" von Madonna
    • (01:06:32) – "Alejandro" von Lady Gaga
    Shownotes
    • Website von Herb Ritts, dem Fotografen des Cover Artworks
    • Website von der Firma SMOG, in der die Grafikerin Jeri Heiden arbeitet, die für die Gestaltung des Artworks zuständig war
    • Interview mit Margot Käßmann in der WELT zur Confessions Tour 2006
    • "Live To Tell" bei der Confessions Tour. Der Skandal im Video
    • "Open Your Heart" im Video
    • "Papa Don’t Preach" im Video
    • ARD-Podcast-Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
    1 hr 11 min
  • Bon Jovi – "Slippery When Wet"
    Bevor die Band 1986 mit "Slippery When Wet" und den Hits des Albums "Livin‘ On A Prayer", "Wanted Dead Or Alive" und "You Give Love A Bad Name" ihr erfolgreichstes Album veröffentlichte, war ihr Plattenlabel nicht gut auf die Band zu sprechen. Nach einem ersten Achtungserfolg mit ihrer Single "Runaway" und dem dazugehörigen Debütalbum hatte man große Hoffnungen in Jon Bon Jovi und die Gruppe gesetzt.
    "Slippery When Wet" ist das wichtigste Album für Bon Jovi
    Das zweite Album "7800° Fahrenheit" blieb bei der Veröffentlichung jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Band hieß es bei Album Nummer drei also: "Make it or break it". Derek Shulman, der später zu einem der wichtigsten A&R-Manager der Rockgeschichte werden sollte, hatte der Band geraten, sich mit dem Songwriter Desmond Child zusammenzutun.
    Dieser damals noch junge Mann sollte zu einem sehr bedeutenden Songwriter in der Rockgeschichte werden. (Später arbeitete er mit Künstlern wie Aerosmith, Kiss, Jennifer Rush, INXS, Katy Perry und auch mit der deutschen Band Tokio Hotel zusammen.)
    Für "Slippery When Wet" bekommen Bon Jovi Unterstützung
    Jon Bon Jovi, Gitarrist Richie Sambora und Songwriter Desmond Child setzten sich im Keller der Familie Sambora in der Heimatstadt von Bon Jovi, New Jersey, zusammen und schrieben während ihrer Sessions mehr als dreißig Songs für "Slippery When Wet". Dabei entstanden auch Songs wie "Livin‘ On A Prayer" und "You Give Love A Bad Name".
    "Slippery When Wet" ist meiner Meinung nach wirklich das ultimative Hair-Metal-Album der 80er!

    Quelle: Musikredakteur Dave Jörg über "Slippery When Wet" von Bon Jovi

    Besonders bemerkenswert ist die Arbeit von Gitarrist Richie Sambora, der sich mit dem Album sehr stark weiterentwickelt und seinen Stil gefestigt hat. 
    Sie haben ihren Sweet Spot gefunden zwischen Hair-Metal und Stadionrock!

    Quelle: Musikredakteur Patrick Schütz über "Slippery When Wet" und Bon Jovi

    Richie Sambora findet auf "Slippery When Wet" seinen Stil für Bon Jovi
    Während die 80er-Jahre viele große Gitarrenhelden wie Eddie Van Halen, Yngwie Malmsteen oder Gary Moore hervorgebracht haben, die vor allem sich selbst und ihre technische Virtuosität in den Vordergrund stellten, hatte Sambora einen anderen Ansatz.
    Seine Gitarrenparts sollten vor allem den Song unterstützen und "eine Art Geschichte" erzählen. Deshalb sind seine Soli, wie zum Beispiel beim Song "You Give Love A Bad Name", dramaturgisch aufgebaut und folgen fast schon dem Prinzip eines Hollywoodfilms – Exposition und Einstieg, Konflikt und Höhepunkt sowie Auflösung.
    Auf "Slippery When Wet" beginnt Sambora, seine Gitarre "singen" zu lassen
    Außerdem spielt Sambora, seine Gitarre nicht einfach nur, sondern lässt sie auf viele verschiedene Arten "singen". Dies gelingt ihm durch den Einsatz unterschiedlicher Spieltechniken wie Pinch Harmonics, Bendings, Oktavierungen und Vibrato – letzteres kennen wir zum Beispiel auch aus den Arien in der Oper – sowie durch den Einsatz eines Gitarreneffekts, der Talkbox.
    Hierbei läuft das Gitarrensignal in die Talkbox ein und wird über einen Schlauch im Mund des Gitarristen geleitet, der den Sound durch die Artikulation von Vokalen moduliert. Dieser Effekt wurde mit "Slippery When Wet" zum Erkennungsmerkmal von Bon Jovi. Richie Sambora hat ihn immer wieder eingesetzt, zum Beispiel bei den Songs "Livin‘ On A Prayer" oder dem späteren Hit der Band "It’s My Life".
    "Slippery When Wet" definiert die Karriere von Bon Jovi
    Mit "Slippery When Wet" haben Bon Jovi ihren Platz in der Musiklandschaft gefunden. Sie konnten sich von härteren Bands abgrenzen und haben sich mehr in Richtung Stadionrock entwickelt.
    Bon Jovi haben mit diesem Album nicht nur ihre eigene Karriere gerettet, sondern sie sind auf der Platte da angekommen, wo sie hinwollten.

    Quelle: Patrick Schütz über "Slippery When Wet" von Bon Jovi

    Außerdem haben sie ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geschaffen, für den Millionen Fans auf der Welt sie lieben. Ihre Musik wurde noch klarer und ausgereifter als auf ihren Vorgängeralben.
    Über diese Songs vom Album "Slippery When Wet" sprechen wir im Podcast
    • (11:33) – "You Give Love A Bad Name”
    • (27:53 ) – "Livin’ On A Prayer”
    • (40:03) – "Social Disease”
    • (44:54 ) – "Wanted Dead Or Alive”
    • (52:30) – "Never Say Goodbye”
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (14:02) – "If You Were A Woman And I Was A Man” von Bonnie Tyler
    • (32:38) – "Goldfinger” von John Barry
    • (43:34) – "Dancing In The Dark” von Bruce Springsteen
    Shownotes
    • Interview mit Cover-Photograph Mark Weiss
    • Rick Beato zu "Livin' On A Prayer"
    • Peter Frampton erklärt die Talk Box
    • So funktioniert die Talkbox
    • Musikvideo zu "Livin On A Prayer"
    • Musikvideo zu "You Give Love A Bad Name"
    • Bon Jovis Auftritt bei den VMA's 1989
    • ARD-Podcast-Tipp: Berlin Sounds Inside (Staffel 3)
    1 hr

About Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

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Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.

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