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Mozart hat Spaß daran, sein Publikum auf die falsche Fährte zu locken. Sein 5. Violinkonzert steckt voller Überraschungen – bis im Finale plötzlich türkische Klänge den Konzertsaal übernehmen.
1775 ist Mozart gerade 19, Konzertmeister in Salzburg und mit der Geige bestens vertraut. Trotzdem schreibt er kein braves Virtuosenstück. Kaum darf die Solovioline zum ersten Mal ran, hält sie den Schwung des Orchesters an und beginnt ein zärtliches Adagio. Später wechselt Mozart unvermittelt ins Moll, gönnt sich im langsamen Satz ausgiebig Zeit – und lässt im Finale ein höfisches Menuett plötzlich von türkischer Militärmusik aufmischen. Mozart kennt die Regeln genau. Gerade deshalb macht es ihm so viel Spaß, das Publikum immer wieder auf die falsche Fährte zu locken.
Wenn dir Mozarts 5. Violinkonzert gefällt, solltest du unbedingt auch seinen „Türkischen Marsch“ hören: Dieselbe Wiener Begeisterung für den exotischen Janitscharen-Sound, diesmal am Klavier. Oder Beethovens Violinkonzert D-Dur, das gut drei Jahrzehnte später aus der Gattung ein beinahe sinfonisches Großformat macht. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
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Wir möchten euch, die Hörerinnen und Hörer der WDR 3 Meisterstücke, noch besser kennenlernen. Nehmt euch kurz Zeit für unsere anonyme Umfrage – eure Antworten helfen uns dabei, den Podcast weiterzudenken. Danke fürs Mitmachen!
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In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Wolfgang Amadeus Mozart: Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219
Thomas Zehetmair, Violine und Leitung
Orchestra of the Eighteenth Century
(Glossa)
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Team hinter dieser Folge:
Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Béla Bartók weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Im New Yorker Exil schreibt er für seine Frau sein 3. Klavierkonzert – und hinterlässt keine düstere Abschiedsmusik, sondern ein Werk voller Witz, Wärme und Hoffnung.
Béla Bartók ist schwer krank, lebt fern von seiner ungarischen Heimat und kämpft mit Geldsorgen. Trotzdem klingt sein 3. Klavierkonzert erstaunlich hell. Er schreibt es 1945 für seine Frau Ditta: ein Werk, mit dem sie nach seinem Tod auftreten und ihren Lebensunterhalt verdienen kann. Aber Bartók liefert keine gefällige Gebrauchsmusik. Aus einer winzigen rhythmischen Idee wächst ein erster Satz voller Witz und ungarischer Farben. Im „Adagio religioso“ wird es persönlicher: Bartók erinnert an Beethovens „Heiligen Dankgesang“, lässt das Klavier zuerst einsam singen – und führt es dann mit dem Orchester zusammen. Nur die letzten 17 Takte kann er selbst nicht mehr instrumentieren ...
Wenn dir die Musik von Béla Bartók gefällt, solltest du unbedingt auch sein „Konzert für Orchester“ hören – oder Beethovens Streichquartett op. 132: Dessen „Heiligen Dankgesang eines Genesenen“ klingt im zweiten Satz von Bartóks Konzert nach. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
Jetzt seid ihr gefragt!
Wir möchten euch, die Hörerinnen und Hörer der WDR 3 Meisterstücke, noch besser kennenlernen. Nehmt euch kurz Zeit für unsere anonyme Umfrage – eure Antworten helfen uns dabei, die WDR 3 Meisterstücke weiterzudenken. Danke fürs Mitmachen!
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In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Béla Bartók: Klavierkonzert Nr. 3, Sz. 119
Philippe Entremont, Klavier
New York Philharmonic
Leonard Bernstein, Leitung
(CBS / Sony Classical)
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Team hinter dieser Folge:
Autor: Ben Süverkrüp
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Robert Schumann geht es miserabel: Kopfschmerzen, Depressionen, Angstzustände. Sein Gegenmittel: viel Bach und eine neue Sinfonie. Die fordert nicht nur ihn heraus – sondern treibt auch das Orchester an seine Grenzen.
Das Leipziger Uraufführungspublikum hat 1846 seine liebe Mühe mit der Sinfonie. Ein Kritiker empfiehlt Schumann sogar, doch bitte allgemeinverständlicher zu komponieren. Der denkt gar nicht daran. Im Finale holt er die Themen der vorangegangenen Sätze zurück und zitiert Beethovens „An die ferne Geliebte“ – ein musikalischer Gruß an seine Frau Clara. So findet die aufgewühlte Sinfonie doch noch zu einem hymnischen Schluss. Nicht, weil plötzlich alles gut wäre. Sondern weil Schumann sich diesen Triumph hart erarbeitet.
Wenn dir die Musik von Robert Schumann gefällt, solltest du unbedingt auch seine „Kinderszenen“ hören – dreizehn Klavierminiaturen, die zeigen, wie viel Schumann in wenigen Takten erzählen kann. Oder Schuberts große C-Dur-Sinfonie: Schumann holte das vergessene Werk ans Licht und übernahm für seine eigene Sinfonie gleich die Tonart und die langsame Einleitung. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61
WDR Sinfonieorchester Köln
Heinz Holliger (Ltg.)
(audite)
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Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Mit 77 Jahren, fast taub und längst im Ruhestand, fürchtet Gabriel Fauré vor allem eines: Langeweile. Also schreibt er ein Klaviertrio – und klingt darin moderner als viele Komponisten, die halb so alt sind.
Zwischen Faurés romantischen Anfängen und diesem Trio liegen Welten. Kirchentonarten treffen auf frei behandelte Formen, die drei Instrumente reichen sich Motive wie in einem Kanon weiter, die Harmonik bleibt in der Schwebe. Im Finale taucht sogar eine Melodie auf, die verdächtig an „Lache, Bajazzo“ erinnert – Fauré erklärt die Ähnlichkeit für rein zufällig. Bei der Uraufführung zu seinem 78. Geburtstag fehlt der kranke Komponist; kurz darauf spielen Alfred Cortot, Jacques Thibaud und Pablo Casals das Werk. Faurés Freunde reagieren begeistert und beinahe beunruhigt: „Wenn er hundert Jahre alt wird, wie weit wird er gehen?“
Wenn dir die Musik von Gabriel Fauré gefällt, solltest du unbedingt auch sein Requiem hören – dort zeigt er ebenfalls, wie große Gefühle ohne großes Pathos auskommen. Oder Ravels Klavierkonzert für die linke Hand: Faurés ehemaliger Schüler treibt die französische Klangsprache darin noch weiter ins 20. Jahrhundert. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Gabriel Fauré: Trio für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll op. 120
Trio Wanderer
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Autor & Host: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Anton Bruckners Fünfte ist eine Klanglandschaft voller Umleitungen, Kurven und Großbaustellen. Wer sich hineinwagt, braucht ein Navi – doch im Finale führen alle Spuren zum selben Ziel: B-Dur, Richtung Ewigkeit.
Als Bruckner seine Fünfte schreibt, steckt er in Wien in einer schweren Krise. Für die Hauptstadt hat er seine sichere Stelle als Linzer Domorganist aufgegeben, doch das Geld reicht kaum zum Leben. Kritiker verspotten ihn, Johannes Brahms spricht ihm jedes Gefühl für musikalischen Aufbau ab. Bruckners Antwort: seine „größte Arbeit“ – eine Sinfonie, die es niemandem leicht macht.
Im Adagio sucht eine einsame Oboe Trost, das Scherzo stolpert durch einen Ländler, im Finale prallen Sonatenform und Fuge aufeinander. Nachdem Orchester das Werk jahrelang abgelehnt haben, greift Dirigent Franz Schalk für die Uraufführung 1894 massiv ein: Um der Premiere zum Erfolg zu verhelfen, instrumentiert er die Partitur um und kürzt rund 15 bis 20 Minuten, vor allem im Finale. Bruckners Originalfassung erklingt erst 1935 – fast vierzig Jahre nach seinem Tod. Wilhelm Furtwängler nennt ihr Finale später das „monumentalste Finale der Weltliteratur“.
Wenn dir die Musik von Anton Bruckner gefällt, solltest du unbedingt auch seine 8. Sinfonie hören: Auch sie wächst aus langen Anläufen und gewaltigen Steigerungen zu monumentaler Größe. Oder Mozarts „Jupiter“-Sinfonie, deren Finale Sonatenform und Fuge ähnlich kunstvoll miteinander verbindet. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105
Berliner Philharmoniker
Günter Wand (Ltg.)
RCA
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Autoren: Christoph Vratz, Michael Lohse
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Ein Museumsbesuch schreibt Musikgeschichte: Mussorgski sieht die Bilder seines verstorbenen Freundes Viktor Hartmann – und verwandelt sie in einen Klavierzyklus, der zum Welterfolg wird.
1874 besucht Modest Mussorgski eine Gedächtnisausstellung für seinen früh verstorbenen Freund Viktor Hartmann – und gerät in einen Schaffensrausch. Zehn Bilder macht er zu zehn Klavierstücken: ein grotesker Gnom, ein rumpelnder Ochsenkarren, das Hexenhaus von Hexe Baba Yaga oder das nie gebaute Große Tor von Kiew. Dazwischen spaziert Mussorgski selbst durch die Ausstellung: Seine „Promenaden“ verändern sich mit dem, was er gerade gesehen hat. Später macht Maurice Ravels farbenprächtige Orchesterfassung den Zyklus endgültig weltberühmt.
Wenn dir die Musik von Modest Mussorgski gefällt, solltest du unbedingt auch seine Oper „Boris Godunow“ hören – dort findet er ebenfalls einen ganz eigenen, unmittelbar russischen Ton. Oder Ravels Klavierkonzert für die linke Hand: Der Komponist, dessen Orchesterfassung die „Bilder einer Ausstellung“ berühmt gemacht hat, zeigt darin noch einmal seine außergewöhnliche Klangfantasie. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung
Svjatoslav Richter, Klavier
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Autoren: Philipp Quiring, Michael Lohse
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Schubert macht Urlaub – und bekommt einen Auftrag mit Sonderwünschen: Kontrabass statt zweiter Geige und bitte Variationen über seinen Hit „Die Forelle“. Daraus wird eines seiner beliebtesten Kammermusikwerke.
Sommer 1819: Franz Schubert reist mit seinem Freund Johann Michael Vogl nach Steyr. Dort trifft er den wohlhabenden Mäzen und Hobby-Cellisten Sylvester Paumgartner. Der wünscht sich ein Quintett in ungewöhnlicher Besetzung – und Variationen über Schuberts Lied „Die Forelle“. Schubert liefert fünf Sätze voller Esprit. Der Kontrabass verschafft dem Cello mehr Freiheit, und im vierten Satz wandert die bekannte Forellenmelodie durch die Instrumente. Selbst die ziemlich mörderische Geschichte des Lieds kann die gute Laune dieses Quintetts kaum trüben: Die muntere Forelle landet darin am Ende am Haken.
Wenn dir die Musik von Franz Schubert gefällt, solltest du unbedingt auch seine „Wandererfantasie“ oder das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ anhören. Wie im Forellenquintett greift Schubert in beiden Werken auf ein eigenes Lied zurück und macht daraus große Instrumentalmusik. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Franz Schubert: Klavierquintett A-Dur D 667 („Forellenquintett“)
Alfred Brendel, Klavier
Thomas Zehetmair, Violine
Tabea Zimmermann, Viola
Richard Duven, Violoncello
Peter Riegelbauer, Kontrabass
(Philips)
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Außerdem in dieser Folge zu hören:
Franz Schubert: Die Forelle D 550
Fritz Wunderlich, Tenor
Hubert Giesen, Klavier
(Deutsche Grammophon)
Die Aufnahme kannst du hier anhören.
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Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Musikkritiker Hugo Wolf kann ziemlich gnadenlos austeilen. Dann wechselt er die Seiten – und schreibt im Schaffensrausch 53 Mörike-Lieder. Kleine Form, ganz groß.
Hugo Wolf ist als Musikkritiker für seine bissigen Urteile berüchtigt. Mit 27 kündigt er den Job und konzentriert sich aufs Komponieren. Kurz darauf gerät er mit den Gedichten Eduard Mörikes in eine regelrechte „Componier-Wuth“: An manchen Tagen entstehen gleich zwei oder drei Lieder. Wolf macht aus den Texten musikalische Miniaturdramen – psychologisch genau, harmonisch kühn und immer wieder überraschend witzig. Auch das Klavier erzählt dabei kräftig mit. Im letzten Lied „Abschied“ dreht Wolf den Spieß schließlich um: Ein Musikkritiker bekommt einen Tritt und purzelt die Treppe hinunter. So kann man die Seiten auch wechseln.
Wenn dir die Musik von Hugo Wolf gefällt, solltest du unbedingt auch Schuberts „Winterreise“ hören, einen der großen Gipfel des Kunstlieds, oder Schumanns Liederkreis op. 24. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Hugo Wolf: Mörike-Lieder
Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton
Daniel Barenboim, Klavier
(Deutsche Grammophon)
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Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Casanova nennt den Fandango den „wollüstigsten Tanz der Welt“. Ausgerechnet der Mönch Antonio Soler macht daraus ein halsbrecherisches Cembalostück – zwölf Minuten Verführung und Virtuosität.
Der Fandango bringt im 18. Jahrhundert halb Spanien zum Tanzen – und Casanova geradezu um den Verstand. Ausgerechnet Padre Antonio Soler, Mönch und Kapellmeister im Kloster El Escorial, macht daraus ein virtuoses Bravourstück für Cembalo. Über einer ständig wiederholten Basslinie türmt er Läufe, Sprünge, Tonrepetitionen und überraschende Tonartwechsel auf, bis das Instrument beinahe wie ein ganzes Orchester klingt. Solers Fandango wird zum Vorbild: Boccherini greift ihn auf, Hans Werner Henze lässt sich davon inspirieren – und L’Arpeggiata schickt ihn schließlich sogar in den Jazzkeller.
Wenn dir die Musik von Antonio Soler gefällt, solltest du unbedingt auch Domenico Scarlattis Klaviersonaten hören – spanische Rhythmen, wilde Harmonien und halsbrecherische Virtuosität auf dem Cembalo. Oder Rameaus „Pièces de clavecin“, in denen ein einziges Tasteninstrument ebenfalls zum großen Theater wird. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Padre Antonio Soler: Fandango d-Moll
Andreas Staier, Cembalo
aus: Variaciones del Fandango español
(Teldec)
Höre dir hier das Album an.
Außerdem im Beitrag zu hören:
Antonio Soler: Fandango
L’Arpeggiata
Christina Pluhar, Leitung
aus: „Los Pajaros Perdidos“
(Warner Classics)
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Autor: Volker Sellmann
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Kitsch-Radar einschalten: In Mascagnis „Cavalleria rusticana“ schluchzen die Streicher und kochen die Leidenschaften von Bauern über. Doch immer wieder zerreißt Mascagni die schöne Dorfidylle – bis zur Katastrophe ...
Ein Opernwettbewerb soll Pietro Mascagni endlich den Durchbruch bringen. Für neun Lire kauft er einen Wecker, damit er frühmorgens an „Cavalleria rusticana“ schreiben kann – bis sein neugeborenes Kind den Weckdienst übernimmt. Das Ergebnis macht ihn schlagartig zum Star. Statt Königen und Göttern zeigt Mascagni Bauern auf Sizilien, Eifersucht und eine Dorfgemeinschaft, die ihre Ordnung bis aufs Blut verteidigt. Verismo also. Nur klingt diese Welt oft verdächtig schön: Osterchöre, Streicher-Schmelz, das berühmte Intermezzo. Mascagni lässt das Kitsch-Radar ausschlagen – und setzt immer wieder harte Schnitte dagegen.
Wenn dir die Musik von Pietro Mascagni gefällt, solltest du unbedingt auch Puccinis „La Bohème“ hören – dort stehen ebenfalls Figuren ohne Rang und Titel im Zentrum, und aus ihrem Leben wird großes Musiktheater. Oder Verdis „Rigoletto“, wenn du erleben willst, wie italienische Oper schon eine Generation zuvor gesellschaftliche Außenseiter in einer gnadenlosen Welt auf die Bühne bringt. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana
Carlo Bergonzi (Turiddu), Fiorenza Cossotto (Santuzza), Adriane Martino (Lola), Maria Gracia Allegri (Lucia), Giangiacomo Guelfi (Alfio)
Chor und Orchester der Mailänder Scala
Herbert von Karajan (Leitung)
(Deutsche Grammophon)
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Team hinter dieser Folge:
Autor: Nick-Martin Sternitzke
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
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