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By Westdeutscher Rundfunk
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Casanova nennt den Fandango den „wollüstigsten Tanz der Welt“. Ausgerechnet der Mönch Antonio Soler macht daraus ein halsbrecherisches Cembalostück – zwölf Minuten Verführung und Virtuosität. Der Fandango bringt im 18. Jahrhundert halb Spanien zum Tanzen – und Casanova geradezu um den Verstand. Ausgerechnet Padre Antonio Soler, Mönch und Kapellmeister im Kloster El Escorial, macht daraus ein virtuoses Bravourstück für Cembalo. Über einer ständig wiederholten Basslinie türmt er Läufe, Sprünge, Tonrepetitionen und überraschende Tonartwechsel auf, bis das Instrument beinahe wie ein ganzes Orchester klingt. Solers Fandango wird zum Vorbild: Boccherini greift ihn auf, Hans Werner Henze lässt sich davon inspirieren – und L’Arpeggiata schickt ihn schließlich sogar in den Jazzkeller. Wenn dir die Musik von Antonio Soler gefällt, solltest du unbedingt auch Domenico Scarlattis Klaviersonaten hören – spanische Rhythmen, wilde Harmonien und halsbrecherische Virtuosität auf dem Cembalo. Oder Rameaus „Pièces de clavecin“, in denen ein einziges Tasteninstrument ebenfalls zum großen Theater wird. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Padre Antonio Soler: Fandango d-Moll Andreas Staier, Cembalo aus: Variaciones del Fandango español (Teldec) Höre dir hier das Album an. Außerdem im Beitrag zu hören: Antonio Soler: Fandango L’Arpeggiata Christina Pluhar, Leitung aus: „Los Pajaros Perdidos“ (Warner Classics) Höre dir hier dieses Album an. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: [email protected] Team hinter dieser Folge: Autor: Volker Sellmann Host & Redaktion: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR

Schubert macht Urlaub – und bekommt einen Auftrag mit Sonderwünschen: Kontrabass statt zweiter Geige und bitte Variationen über seinen Hit „Die Forelle“. Daraus wird eines seiner beliebtesten Kammermusikwerke. Sommer 1819: Franz Schubert reist mit seinem Freund Johann Michael Vogl nach Steyr. Dort trifft er den wohlhabenden Mäzen und Hobby-Cellisten Sylvester Paumgartner. Der wünscht sich ein Quintett in ungewöhnlicher Besetzung – und Variationen über Schuberts Lied „Die Forelle“. Schubert liefert fünf Sätze voller Esprit. Der Kontrabass verschafft dem Cello mehr Freiheit, und im vierten Satz wandert die bekannte Forellenmelodie durch die Instrumente. Selbst die ziemlich mörderische Geschichte des Lieds kann die gute Laune dieses Quintetts kaum trüben: Die muntere Forelle landet darin am Ende am Haken. Wenn dir die Musik von Franz Schubert gefällt, solltest du unbedingt auch seine „Wandererfantasie“ oder das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ anhören. Wie im Forellenquintett greift Schubert in beiden Werken auf ein eigenes Lied zurück und macht daraus große Instrumentalmusik. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Franz Schubert: Klavierquintett A-Dur D 667 („Forellenquintett“) Alfred Brendel, Klavier Thomas Zehetmair, Violine Tabea Zimmermann, Viola Richard Duven, Violoncello Peter Riegelbauer, Kontrabass (Philips) Höre dir hier das Album an. Außerdem in dieser Folge zu hören: Franz Schubert: Die Forelle D 550 Fritz Wunderlich, Tenor Hubert Giesen, Klavier (Deutsche Grammophon) Die Aufnahme kannst du hier anhören. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: [email protected] Team hinter dieser Folge: Autor: Christoph Vratz Host & Redaktion: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR

Musikkritiker Hugo Wolf kann ziemlich gnadenlos austeilen. Dann wechselt er die Seiten – und schreibt im Schaffensrausch 53 Mörike-Lieder. Kleine Form, ganz groß. Hugo Wolf ist als Musikkritiker für seine bissigen Urteile berüchtigt. Mit 27 kündigt er den Job und konzentriert sich aufs Komponieren. Kurz darauf gerät er mit den Gedichten Eduard Mörikes in eine regelrechte „Componier-Wuth“: An manchen Tagen entstehen gleich zwei oder drei Lieder. Wolf macht aus den Texten musikalische Miniaturdramen – psychologisch genau, harmonisch kühn und immer wieder überraschend witzig. Auch das Klavier erzählt dabei kräftig mit. Im letzten Lied „Abschied“ dreht Wolf den Spieß schließlich um: Ein Musikkritiker bekommt einen Tritt und purzelt die Treppe hinunter. So kann man die Seiten auch wechseln. Wenn dir die Musik von Hugo Wolf gefällt, solltest du unbedingt auch Schuberts „Winterreise“ hören, einen der großen Gipfel des Kunstlieds, oder Schumanns Liederkreis op. 24. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Hugo Wolf: Mörike-Lieder Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton Daniel Barenboim, Klavier (Deutsche Grammophon) Höre dir hier das Album an. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: [email protected] Team hinter dieser Folge: Autor: Christoph Vratz Host & Redaktion: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR

Kitsch-Radar einschalten: In Mascagnis „Cavalleria rusticana“ schluchzen die Streicher und kochen die Leidenschaften von Bauern über. Doch immer wieder zerreißt Mascagni die schöne Dorfidylle – bis zur Katastrophe ... Ein Opernwettbewerb soll Pietro Mascagni endlich den Durchbruch bringen. Für neun Lire kauft er einen Wecker, damit er frühmorgens an „Cavalleria rusticana“ schreiben kann – bis sein neugeborenes Kind den Weckdienst übernimmt. Das Ergebnis macht ihn schlagartig zum Star. Statt Königen und Göttern zeigt Mascagni Bauern auf Sizilien, Eifersucht und eine Dorfgemeinschaft, die ihre Ordnung bis aufs Blut verteidigt. Verismo also. Nur klingt diese Welt oft verdächtig schön: Osterchöre, Streicher-Schmelz, das berühmte Intermezzo. Mascagni lässt das Kitsch-Radar ausschlagen – und setzt immer wieder harte Schnitte dagegen. Wenn dir die Musik von Pietro Mascagni gefällt, solltest du unbedingt auch Puccinis „La Bohème“ hören – dort stehen ebenfalls Figuren ohne Rang und Titel im Zentrum, und aus ihrem Leben wird großes Musiktheater. Oder Verdis „Rigoletto“, wenn du erleben willst, wie italienische Oper schon eine Generation zuvor gesellschaftliche Außenseiter in einer gnadenlosen Welt auf die Bühne bringt. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana Carlo Bergonzi (Turiddu), Fiorenza Cossotto (Santuzza), Adriane Martino (Lola), Maria Gracia Allegri (Lucia), Giangiacomo Guelfi (Alfio) Chor und Orchester der Mailänder Scala Herbert von Karajan (Leitung) (Deutsche Grammophon) Höre dir hier das Album an. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: [email protected] Team hinter dieser Folge: Autor: Nick-Martin Sternitzke Host & Redaktion: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR

Göttervater Wotan will alles kontrollieren. Doch in Wagners „Walküre“ widersetzt sich ausgerechnet seine Lieblingstochter Brünnhilde – und aus dem Machtspiel des „Ring“ wird eine Familienkatastrophe mit Welthit. Die „Ring“-Tetralogie geht weiter: Ein Unwetter treibt Siegmund in Hundings Haus. Dort verliebt er sich in Sieglinde – ohne zu wissen, dass sie seine Zwillingsschwester ist. Damit gerät auch Wotans Plan aus den Fugen: Seine Tochter Brünnhilde soll Siegmund fallen lassen, stellt sich aber gegen den Göttervater. Wagner verbindet in seinem 2. „Ring“-Teil Tabubruch, Macht- und Familienkonflikt mit einem dichten Netz aus Leitmotiven. Dazu kommen „Winterstürme“, Wälse-Rufe und der Walkürenritt: ein Opernthriller mit hoher Ohrwurmquote. Wenn dir die Musik von Richard Wagner gefällt, solltest du unbedingt auch „Das Rheingold“ hören – den ersten Teil des „Ring des Nibelungen“, in dem Wagners große Familiensaga um Macht, Besitz und Verrat beginnt. Oder „Tristan und Isolde“, wenn du erleben willst, wie Wagner Liebe und Begehren musikalisch bis an die Grenzen treibt. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen, Teil 2: Die Walküre Solistinnen und Solisten u. a. Birgit Nilsson, Régine Crespin, James King, Christa Ludwig, Hans Hotter und Gottlob Frick Wiener Staatsopernchor; Wiener Philharmoniker Georg Solti (Ltg.) (Decca) Höre dir hier das Album an. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: [email protected] Team hinter dieser Folge: Autor: Christoph Vratz Host & Redaktion: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR
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