Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

By SWR1 Rheinland-Pfalz
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Meilensteine – Alben, die Geschichte machten episodes

  • Peter Gabriel – "So"
    Nach seiner Zeit bei Genesis arbeitete Peter Gabriel 1976 an seiner Solo-Karriere. Bereits 1977 erscheint mit "Peter Gabriel" sein erstes Solo-Album. Auch die drei folgenden Alben tragen denselben Titel, was in den Plattenläden immer wieder für Verwirrung sorgte. Erst mit seinem fünften Album "So" veröffentlichte er erstmals ein Album mit einem anderen Namen.
    Peter Gabriels vielseitige Klangwelt auf "So"
    Der Titel "So" klingt zunächst eher minimalistisch. Musikalisch verbindet das Album jedoch Artrock, Soul, R’n’B, Pop, Progressive Rock und Weltmusik zu einem vielseitigen Sound. Peter Gabriel setzt dabei auf die damals noch relativ neuen Synthesizer-Klänge und nutzt moderne Studiotechnik. Für die Produktion arbeitet er mit Daniel Lanois, der zusammen mit Toningenieur Kevin Killen das Album entscheidend prägt.
    Auf dem Album ist es [Peter Gabriel] gelungen anspruchsvollen Artrock oder Artpop mit zugänglicherem Pop zu verschmelzen, allerdings ohne seine künstlersche Seele zu verkaufen.

    Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über "So"

    Außerdem wirkten berühmte Musikerinnen und Musiker wie Kate Bush, Jim Kerr von den Simple Minds oder Michael Been von The Call auf dem Album mit.
    "Sledgehammer": Peter Gabriels größter Hit
    "Sledgehammer" wurde zum größten Hit von Peter Gabriel und war zugleich sein erster Nummer-eins-Hit in den USA. Im Juli 1986 verdrängte der Song "Invisible Touch" Gabriels früherer Band Genesis von der Spitze der US-Charts.
    Musikalisch orientiert sich "Sledgehammer" an Soulmusik der 1960er Jahre. Besonders der Einfluss von Otis Redding ist deutlich zu hören, dessen Musik Gabriel auch stark geprägt hat. Bei einem Auftritt von Redding entdeckte er 1966 den Trompeter Wayne Jackson, der später die markanten Bläser auf "Sledgehammer" einspielte.
    Auch das Musikvideo sorgte für Aufmerksamkeit. Es nutzte die damals noch neue Stop-Motion-Technik und war deshalb besonders aufwendig in der Produktion. Doch der Aufwand lohnte sich: Bei den MTV Video Music Awards 1987 wurde das Video neun Mal ausgezeichnet.
    Dieser Song auf dem Album "So" hat Leben gerettet
    "Don’t Give Up" ist das legendäre Duett von Peter Gabriel und Kate Bush. Der Song wurde für viele Menschen zu einer wichtigen Quelle der Hoffnung. Elton John sagte, das Lied habe ihm geholfen, seine Alkoholprobleme zu überwinden. Auch ein bekannter US-Komiker erzählte Gabriel, der Song habe ihm in einer schwierigen Zeit das Leben gerettet.
    Die Geschichte hinter dem Duett von Peter Gabriel und Kate Bush
    Inhaltlich beschäftigt sich "Don’t Give Up" mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise in den USA Ende der 1920er Jahre und mit der hohen Arbeitslosigkeit in England während der Regierungszeit von Margaret Thatcher.
    Der Song ist dabei fast wie eine Filmszene aufgebaut. Zu Beginn singt Peter Gabriel aus der Perspektive eines arbeitslosen Mannes, der jede Hoffnung verloren hat. Die zurückhaltenden Rhythmen unterstreichen die Verzweiflung und Monotonie seines Alltags. Später setzt Kate Bush ein, begleitet von hellen Synthesizer-Klängen, die dem Song eine hoffnungsvollere Stimmung geben. Gegen Ende sorgt das Bassspiel von Tony Levin für einen entschlossenen und optimistischen Abschluss.
    "So" ist eines der einflussreichsten Alben der 80er
    ["So"] war eine Blaupause für die Musik, die danach kam. Diverse kleine Pflänzchen sind aus diesem Album herausgewachsen. Es war ein Referenzalbum.

    Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über das Vermächtnis von "So"

    Mit "So" hat Peter Gabriel ein Album veröffentlicht, das die Musik der 80er Jahre weit über seine Entstehungszeit hinaus geprägt hat. Obwohl es mit Erscheinen dieser Meilensteine-Episode seinen 40. Geburtstag feiert, klingt es noch erstaunlich modern und aktuell. Das Album verbindet unterschiedlichste Musikrichtungen und zeigt auch immer wieder Gabriels große Begeisterung für Weltmusik.
    [Peter Gabriel] schafft es, dass das Album so wahnsinnig nach ihm klingt, wie kein anderes Album davor.

    Quelle: Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius über "So"

    Shownotes
    • Deutscher Genesis Fanclub
    • Album Age – die Bücher von Mark Bell
    • Das Musikvideo von "Sledgehammer"
    • Wie Peter Gabriel mit "So" die Welt eroberte.Ein Artikel von ultimateclassicrock.com
    • Peter Gabriel – DNA: Die Entwicklung der Songs von "So" – Ein Interview mit Dickie Chappell
    • ARTE Blow Up: Peter Gabriel im Film
    • ARD Podcast-Tipp: Podcastfolge von "Das Wissen" zum Thema Musikgeschmack
    Über diese Songs vom Album "So" sprechen wir im Podcast
    • (04:30) – "Red Rain"
    • (16:47) – "Sledgehammer"
    • (35:56) – "Don't Give Up"
    • (49:58) – "Mercy Street"
    • (58:25) – "We Do What We're Told (Milgram's 37)
    • 01:08:00) – "In Your Eyes"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (07:17) – "The Lamb Lies Down On Broadway" von Genesis
    • (08:15) – "Solsbury Hill" von Peter Gabriel
    • (25:05) – "Vogel der Nacht" von Stephan Remmler
    • (25:40) – "Sierra Madre" von Schützenjäger
    • (26:01) – "Sadness Part 1" von Enigma
    • (27:08) – "Chronic Blues" von John Coltrane
    • (55:23) – "Don't Break This Rhythm" von Peter Gabriel
    1 hr 21 min
  • Udo Lindenberg – "Stärker als die Zeit"
    Udo Lindenberg ist wirklich eine Ikone und eine Konstante der deutschen Musiklandschaft. Mit "Stärker als die Zeit" hat er 2016 sein 36. und bisher letztes Studioalbum veröffentlicht. Musiker Peter Freudenthaler von der Band Fools Garden gehört zum erweiterten musikalischen Kreis von Udo Lindenbergs Panik-Orchester, und er ist (und war schon immer) großer Fan von ihm.
    Udo ist der größte Rockstar, den Deutschland zu bieten hat – nach wie vor!

    Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast

    Für "Stärker als die Zeit" geht Udo Lindenberg nach London
    Einer der bekanntesten Songs des Albums – und der letzte Song der Platte – ist der Titelsong "Stärker als die Zeit". Aufgenommen wurde der Song in einem der legendärsten Tonstudios der Welt: den Londoner Abbey Road Studios. In denen haben auch schon die Beatles einige Zeit verbracht.
    Als Erklärung, warum ein Udo Lindenberg als deutscher Künstler in die Abbey Road Studios nach London geht, vermutet Musikredakteurin Ilka Siebert, dass man dort "etwas Episches machen kann". Wenn man sich die Schwere und die Breite im Sound von "Stärker als die Zeit" anhört, dann klingt das, als wäre der Plan von Udo Lindenberg für diesen Song aufgegangen.
    Bei "Stärker als die Zeit", da fließt alles zusammen – das ganze Leben von ihm und alles, was davor war. Und ich finde, das wird hervorragend auf den Punkt gebracht mit diesen Songs.

    Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast

    Das musikalische Vorbild für "Stärker als die Zeit" ist ein Song aus dem Filmklassiker "Der Pate" mit Marlon Brando. Und die Parallele zwischen Udo Lindenberg und dem Paten passt für diesen Song auch Ideal, sagt Peter Freudenthaler. Denn es geht in beiden Fällen um die "Familie" – in Udos Fall eben auch um die "Panik-Familie".
    Udo Lindenberg hat auch schwere Zeiten erlebt – und er singt darüber
    "Durch die schweren Zeiten" ist ein Song, sagt Moderatorin Katharina Heinius, den Udo Lindenberg im Alter von 25 Jahren nicht hätte schreiben können, weil es diese schweren Zeiten für ihn damals noch nicht so gegeben hat, wie mit Ende 60 oder Anfang 70.
    Dabei besingt Udo im Song nicht einfach nur sein Leben, sondern der Text ist, ganz typisch Udo, so geschrieben, dass sich nicht nur Rockstars damit identifizieren können.
    Ich habe Schlagzeilen von ihm gelesen, da ist mir echt schwindelig geworden. Ich meine, dass er durchweg viel getrunken hat, ist kein Geheimnis – und dass es ihn fast das Leben gekostet hätte. Es berührt mich zutiefst, dass dieser Mann da so steht und schreibt dann nochmal ein Album, wo er genau darauf auch guckt.

    Quelle: Ilka Siebert, Musikredakteurin über die Musik von Udo Lindenberg

    Udo Lindenberg entwickelt sich auch im Alter noch weiter und ist ein Netzwerker
    Während viele Künstler im Alter eher bei dem bleiben, was sie kennen, und wenig Neues ausprobieren, ist Udo Lindenberg hier der positive Gegenentwurf. Er entwickelt sich immer noch weiter, macht Dinge zusammen mit jüngeren Künstlern, auch aus anderen musikalischen Sphären, und hält einfach gerne Kontakt – Udo steht nicht still.
    Ich glaube, Udo ist für alle unumstritten der Pate – und das war er auch schon immer! Er hat schon immer genetzwerkt und das finde ich auch ganz, ganz toll! Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass wir mit allen im Dialog bleiben müssen.

    Quelle: Peter Freudenthaler, Musiker über "den Paten" der deutschen Musik Udo Lindenberg

    Als positiven Beleg dafür kann man zum Beispiel seine Zusammenarbeit mit dem Rapper Apache 207 sehen, mit dem er vor einiger Zeit den Song "Komet" aufgenommen hat.
    Vince Bahrdt hat mit Udo Lindenberg zusammengearbeitet, auch auf "Stärker als die Zeit"
    Pop-Pianist und Songwriter Vince Bahrdt kennen wir als Kopf hinter der Band Orange Blue, die Anfang der 2000er mit "She's Got That Light" einen großen Hit in der deutschen Radiolandschaft hatte. Vince ist aber auch Songwriter und hat mit Udo Lindenberg selbst schon mehrfach zusammengearbeitet – und das immer gerne.
    Udo nimmt sich nicht zu ernst und nicht zu wichtig. Er ist ein ganz angenehmer, netter Mann – davon hätte ich gerne mehr in der deutschen Musiklandschaft.

    Quelle: Vince Bahrdt, Songwriter über die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg

    Shownotes
    • Trailer zur Dokumentation "If These Walls Could Sing"
    • Musikvideo zu Udo Lindenberg feat. Clueso – "Cello"
    • "Panik City" in Hamburg
    • Website von "Murdersound Entertainment"
    • Meilensteine Folge zu "Blackstar" von David Bowie
    Über diese Songs vom Album "Stärker als die Zeit" sprechen wir im Podcast
    • (20:15) – "Stärker als die Zeit"
    • (29:29) – "Durch die schweren Zeiten"
    • (37:56) – "Muss da durch"
    • (49:34) – "Mein Body und ich"
    • (53:16) – "Der einsamste Moment"
    • (01:01:12) – "Eldorado"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (25:56) – "Speak Softly Love" von Freddy Quinn
    • (37:27) – "She's Got That Light" von Orange Blue
    • (40:34) – "Wenn du durchhängst" von Udo Lindenberg
    • (43:05) – "Woddy Woddy Wodka" von Udo Lindenberg
    • (54:00) – "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg und Pascal Kravetz
    1 hr 11 min
  • Red Hot Chili Peppers – "Stadium Arcadium"
    "Stadium Arcadium" war noch größer geplant
    Eigentlich solle "Stadium Arcadium" sogar noch epischer werden. Geplant war eine Album-Trilogie, deren Einzelteile im Abstand von sechs Monaten erscheinen sollten. Am Ende blieb es bei diesem reichhaltigen Doppelalbum mit 28 Titeln. Trotz vier Grammys und über sieben Millionen verkaufter Exemplare, kam das Werk aber nicht an den Riesenerfolg von "Californication" ran.
    Das Besondere an "Stadium Arcadium" ist, dass die Chili Peppers quasi ihre komplette Karriere auf dem Album vereint haben, ohne sich zu wiederholen. Ihr kreativer Antrieb ist in jedem Song spürbar und verbindet den vertrauten Klang früherer Werke mit neuen Ideen.
    Sie blicken zurück auf alles, was sie geschafft haben (...) und feiern das, was sie beeinflusst hat.

    Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über "Stadium Arcadium"

    "Dani California" – der ikonische Opener von "Stadium Arcadium"
    Der Opener "Dani California" zählt zu den größten Erfolgen der Red Hot Chili Peppers und ist ihr dritter und bis dahin letzter Top-10-Hit. Im Mittelpunkt steht eine Frau namens Dani, die vom lyrischen Ich verehrt wird und deren Geschichte auch schon in früheren Songs wie "Californication" und "By The Way" erzählt wird.
    Dani lebt in Armut und kennt kaum ein anderes Leben. In "Dani California" erreicht sie nach einer langen und harten Reise Kalifornien, wo sie schließlich zerbricht und stirbt. Ihre Geschichte wirkt wie ein Sinnbild für den gescheiterten amerikanischen Traum.
    Red Hot Chili Peppers und Drogen: Die Geschichte hinter "Snow (Hey Oh)"
    Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers ist eng mit Phasen extremer Drogenabhängigkeit verbunden. Unter anderem Sänger Anthony Kiedis und Gitarrist John Frusciante kämpften jahrelang mit Sucht und teilweise um ihr Leben.
    Der Song "Snow (Hey Oh)" greift diese Erfahrungen und den Versuch auf, sich von der Abhängigkeit zu lösen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Das Bild des Schnees kann dabei auch für ein Überdecken alter Spuren stehen und für die Chance auf einen Neuanfang.
    "Stadium Arcadium": Kreative Teamarbeit als Erfolgsrezept
    Das Besondere an den Red Hot Chili Peppers, das hört man auch auf "Stadium Arcadium" deutlich, ist ihr außergewöhnliches Zusammenspiel als Band. Die Songs werden gemeinsam geschrieben und entwickelt, wobei jedes Mitglied seinen Raum zum Glänzen bekommt.
    Unterstützt wurden sie von Produzent Rick Rubin, der bereits mehrere ihrer Alben betreut hatte. Sein Ansatz ist bewusst zurückhaltend. Die Band arbeitet beim Songwriting organisch, oft ausgehend von einer Idee wie einem Riff, einer Strophe oder einem Refrain. Daraus entwickeln sich nach und nach vollständige Songs. Rubin greift erst am Ende ein und konzentriert sich darauf, Überflüssiges zu streichen.
    [Rick Rubins] Sound ist wahnsinnig reduziert, er ist auch wahnsinnig intim.

    Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über die Arbeit von Produzent Rick Rubin

    Die Bandchemie der Red Hot Chili Peppers
    "Stadium Arcadium" gilt auch als kreativen Höhepunkt von Gitarrist John Frusciante, der die Band nach dem Album erneut für mehrere Jahre verließ. Schon zuvor hatte er eine längere Auszeit genommen. Auf diesem Album zeigt sich deutlich, wie stark sein Spiel von Gitarristen wie Eddie Van Halen, Tony Iommi von Black Sabbath aber ganz besonders von Jimi Hendrix beeinflusst ist.
    Geichzeitig überzeugt das Album durch das enge Zusammenspiel von Schlagzeuger Chad Smith und Bassist Flea. Besonders im Song "Tell Me Baby" wird deutlich, wie präzise und eingespielt die Rhythmussektion agiert und dabei fast wie eine Einheit wirkt.
    Shownotes
    • Die Entwürfe für das Cover Art Design
    • Alles über John Frusciante's Gitarrensound
    • The Genius of Chad Smith
    • Buchtipp: "Rick Rubin - Genie im Studio"
    • Video von Dani California
    • ARD Podcast-Tipp: "Herz ohne Filter"
    Über diese Songs vom Album "Stadium Arcadium" sprechen wir im Podcast
    • (12:39) – "Dani California"
    • (39:32) – "Snow (Hey Oh)"
    • (46:30) – "Stadium Arcadium"
    • (51:22) – "Hump De Bump"
    • (58:50) – "Wet Sand"
    • (01:05:10) – "Tell Me Baby"
    Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast
    • (14:10) – "Californication" von den Red Hot Chili Peppers
    • (14:48) – "By The Way" von den Red Hot Chili Peppers
    • (24:34) – "Mary Jane's Last Dance" von Tom Petty
    • (27:33) – "Purple Haze" von Jimi Hendrix
    • (28:30) – "People Of The Sun" von Rage Against The Machine
    • (53:33) – "Ghost Dance" von den Red Hot Chili Peppers
    • (57:04) – "Salt Peanuts" von Dizzy Gillespie
    • (01:04:00) – "Golden Brown" von The Stranglers
    • (01:04:29) – "Burning Of The Midnight Lamp" von Jimi Hendrix
    • (01:10:42) – "Suck My Kiss" von den Red Hot Chili Peppers
    1 hr 16 min
  • Crosby, Stills, Nash & Young – "4 Way Street"
    Dass Crosby, Stills, Nash & Young unbedingt ein Livealbum brauchten, war spätestens seit ihrem viel umjubelten Gig beim Woodstock Festival im August 1969 klar. 1971 war es soweit: "4 Way Street" kam raus – das Live-Doppelalbum der Supergroup. Ein Album voller Gegensätze: rau, weich, akustisch, elektrisch und psychedelisch zugleich.
    Musik VS. Menschen – Streitigkeiten bei Crosby, Stills, Nash & Young
    Auf der Bühne und vor dem Publikum hat das Quartett immer gut funktioniert. Die Stimmen passten super zusammen, haben im Satzgesang toll funktioniert und auch instrumental hat die Gruppe für das Publikum das meiste aus sich herausgeholt.
    Hinter den Kulissen allerdings hat es immer geknirscht, erzählt der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr im Podcast. Da haben sich Crosby, Stills, Nash und Young überhaupt nicht verstanden. Was an vielen verschiedenen Faktoren und internen Konkurrenzkämpfen gelegen hat. Darüber hinaus war vor allem Neil Young oft einer der Streithähne, der zu dieser Zeit mit Depressionen zu kämpfen hatte.
    Die Songs auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young waren keine Gemeinschaftsarbeit
    Auch wenn Crosby, Stills, Nash und Young gemeinsam ins Studio und auf die Bühnen gegangen sind, stammen die Songs jeweils eigentlich nur immer von einem der Songwriter der Gruppe. Jeder durfte für die Shows und die Alben Musik beisteuern, aber geschrieben wurden sie immer nur von einem der Bandmitglieder, was bei der eben erwähnten Stimmung untereinander kaum verwunderlich ist.
    Im Prinzip ist es eine Mixtur aus Solostücken jedes einzelnen Künstlers.

    Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street"

    Auch wenn wir dem Album den Stempel "Meilenstein" geben, darf man dennoch Kritik an dem Album und an der Produktion äußern, und die ist doch durchaus angebracht, findet Musikredakteur Stephan Fahrig:
    Wir müssen das Album ein bisschen vom Podest herunterheben, weil ich finde, es ist relativ bescheiden produziert.

    Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street"

    Und auch wenn bei der Produktion des Livealbums und in der Qualität der Performance noch "Luft nach oben" gewesen wäre, trifft das Album den Zeitgeist, ergänzt Moderator Frank König. Der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr ergänzt das noch, denn auf eine High-End-Produktion und Performance kommt es seiner Meinung nach gar nicht an, bei einem Album wie diesem und Künstlern wie Crosby, Stills, Nash und Young.
    Es lebt nicht von der Perfektion, sondern es lebt von der Lebendigkeit.

    Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger Musikredakteur über die Qualität von "4 Way Street"

    Politische Botschaften auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young
    Auch wenn die Musik des Quartetts sich oftmals anfühlt wie romantische Lagerfeuermusik, wie zum Beispiel bei "Cowgirl In The Sand", so sind auf dem Album auch viele politische Botschaften enthalten. Es geht um Rassismus in den Südstaaten im Song "Southern Man" oder im Song "Ohio" auch um den Vorfall an der Kent State University, wo bei Studentenprotesten gegen den Vietnamkrieg vier Menschen von der Nationalgarde erschossen worden sind.
    Über diese Songs vom Album "4 Way Street" sprechen wir im Podcast
    (03:13) – "Suite: Judy Blue Eyes"
    (10:06) – "Teach Your Children"
    (14:50) – "Carry On"
    (21:02) – "Cowgirl In The Sand"
    (25:34) – "Southern Man"
    (34:13) – "Ohio"
    (39:09) – "Love The One You're With"
    Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast
    (16:29) – "Questions" von Buffalo Springfield
    (27:36) – "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd
    43 min
  • Prince – "Purple Rain" (Live beim SWR Podcastfestival 2026)
    "Purple Rain" von Prince gilt als sein großes Meisterwerk, auch wenn er mit anderen Alben wie zum Beispiel "Sign O' The Times" ebenfalls sehr erfolgreich gewesen ist.
    Für den Auftritt beim SWR Podcastfestival in Mannheim am 12. April 2026 hat sich das Team der Meilensteine dieses legendäre Album ausgesucht, weil sich im April der Todestag von Prince zum 10. Mal jährt. Am 21. April 2016 gegen 19 Uhr abends hat sich die Meldung vom plötzlichen Tod des Megastars wie ein Lauffeuer in der deutschen Medienlandschaft verbreitet.
    Außerdem haben wir für diese Folge wundervolle Gäste zu uns in die Alte Feuerwache nach Mannheim eingeladen, die eine sehr persönliche (und professionelle) Verbindung zu Prince hatten und haben.
    Und auch das Publikum hat die Auswahl dieses Albums für unsere Liveaufzeichnung dankend aufgenommen und uns mit einem ausverkauften Saal belohnt!
    Mit "Purple Rain" verändert sich vieles für Prince
    Zum einen kann Prince sein Management und das Label überzeugen, dass "Purple Rain" nicht nur ein Album wird, sondern auch ein Film. An der Idee eines Films hatte der Künstler schon länger gearbeitet, erzählt Stephan Fahrig im Podcast. Neben dem Album war auch der Film "Purple Rain" sehr erfolgreich. Er spielte an den Kinokassen das Zehnfache seiner Kosten ein und wurde zusätzlich mit einem Oscar ausgezeichnet – für den besten Filmsong!
    Aber noch eine wichtige Sache verändert sich: Ab dem Album "Purple Rain" hat Prince eine feste Band an seiner Seite, statt wie vorher verschiedene, einzelne Musiker. Der Name der Band: The Revolution. Und mit der festen Band ändert sich auch die Arbeitsweise von Prince, denn ab sofort sollte es feste Proben geben – teilweise zehn bis 12 Stunden pro Tag.
    Für "Purple Rain" greift Prince auf bekannte Techniken der Songwriter zurück
    Auch wenn Prince ein musikalisches und kreatives Mastermind gewesen ist und die Proben mit seiner Band The Revolution quasi komplett mitgeschnitten worden sind, damit keine Idee verloren geht und reproduziert werden kann, hat der Künstler dennoch auf ein paar typische Songwriting-Techniken zurückgegriffen, wie zum Beispiel eine klassische Hit-Formel, erklärt Katharina Heinius im Podcast.
    Die Zwei-Drittel-Ein-Drittel-Hit-Formel! Heißt: Zwei Drittel sind alt und ein Drittel ist neu! Das fällt dem Zuhörer gar nicht auf, der fühlt sich ein bisschen daran erinnert und fühlt sich wohl.

    Quelle: Katharina Heinius über die Hit-Formel von "Let's Go Crazy"

    Die Musik von Prince klingt energetisch, oft gefühlvoll und an vielen Stellen nach einem Mix aus Rock und Pop. Wenn wir uns die einzelnen Spuren aber genauer anschauen, dann verbirgt sich dahinter noch viel mehr, zum Beispiel echte Heavy-Metal-Gitarren. Und weil so viele unterschiedliche Bausteine – alleine im Song "Let's Go Crazy" sind – nennt Stephan Fahrig diese Musik:
    Avantgard-LoFi-Heavy-Metal-Synth-Pop-Rock-Classic

    Quelle: Stephan Fahrig, beschreibt die musikalischen Einflüsse bei "Let's Go Crazy"

    Jens Ritter aus Deidesheim hat Gitarren für Prince gebaut
    Zu Gast in der Alten Feuerwache in Mannheim war auch Jens Ritter. Er ist Gitarrenbauer aus Deidesheim und hat gleich mehrere Gitarren für Prince gebaut. Im Interview auf der Bühne erzählte er, wie die Verbindung zu dem Megastar entstanden ist. Er berichtete auch, wie es für ihn war, Prince zu treffen. Für Jens Ritter hat Prince nämlich nicht nur den Stempel "Rock- und Poplegende" sondern auch "Lifecoach".
    Diese Stunden und dieser Tag haben mein Leben tatsächlich extrem verändert.

    Quelle: Jens Ritter über seine Gespräche mit Prince

    Als Prince am 21. April 2016 unerwartet und plötzlich gestorben ist, konnte Jens Ritter es selbst gar nicht glauben und hat die Nachricht damals zuerst als "Fake news" wahrgenommen, bis ihm Freunde aus dem direkten Umfeld von Prince bestätigt haben, dass die schreckliche Nachricht tatsächlich wahr ist. Den Tod von Prince hat der Gitarrenbauer auf seine ganz eigene Art verarbeitet.
    Die ursprüngliche Idee war, dass wir eine Giarre bauen, die mit (purple) Swarovski-Steinen überzogen ist. [...] Ich habe dann einen der wichtigsten Songs meines Lebens – "Purple Rain" genommen und die Audiospur ins Griffbrett eingelegt, in massivem 24-karätigen Gold. So als Tribute-Guitar to Prince.

    Quelle: Jens Ritter, darüber wie er mit dem Tod von Prince umgegangen ist

    "Purple Rain" ist die Dramaturgische Klammer für uns und Prince
    Der Song "Purple Rain" ist nicht nur der letzte Song auf dem legendären und gleichnamigen Album von Musikikone Prince, sondern es war auch der letzte Song, den er jemals öffentlich performt hat, nur wenige Tage vor seinem Tod am 21. April 2016.
    Mehr als die Meilensteine – Das SWR Podcastfestival 2026 in Mannheim
    Neben dem Auftritt bzw. der Liveaufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival 2026 – der Name lässt es vermuten – waren noch ganz viele andere Podcasts vor Ort und haben ihre Fans in Mannheim umgehauen. Einen kleinen Eindruck von dem dreitägigen Event bekommt ihr hier im Aftermovie.
    Shownotes
    • Webseite von Gitarrenbauer Jens Ritter
    • Das Bild von Purple Rainer als Download
    • Das SWR Podcastfestival 2026
    Über diese Songs vom Album "Purple Rain" sprechen wir im Podcast
    • (16:56) – "Let's Go Crazy"
    • (45:28) – "Darling Nikki"
    • (59:12) – "When Doves Cry"
    • (01:06:34) – "Purple Rain"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (20:12) – "Proud Mary" von Tina Turner
    • (20:56) – "Everybody Needs Somebody" von Blues Brothers
    • (47:36) – "Rain" von The Beatles
    • (01:11:49) – "Faithfully" von Journey
    1 hr 28 min
  • Ramones – "Ramones"
    Als die Ramones im April 1976 ihr Debütalbum herausgebracht haben, waren sie sowas wie ein Gegenentwurf zu dem filigranen, durchdachten und aufwendigen Artrock und den Progressive Rockbands der Zeit. Schnell, laut und einfach sollte es sein – Punkrock eben.
    Die Ramones sind unglaublich einfach in ihrer Greifbarkeit [...] und in ihrer Klarheit.

    Quelle: Katharina Heinius über die Stärke der Ramones

    Obwohl der Begriff "Punk" in der Heimat der Ramones, New York, bis dahin noch nicht wirklich bekannt war: Die Ramones waren neu, interessant und begehrt, zumindest was die Liveshows der Band betrifft, erzählt Meilensteine Host Frank König. Die Plattenverkäufe der Band liefen in der Anfangszeit eher weniger gut.
    CBGB's – Eine Heimat für den Punk: Die Gründung der Ramones in New York
    Entstanden sind die Ramones im Umfeld des legendären Clubs und Plattenladens "CBGB", im New Yorker Stadtteil Manhattan, einem sehr "musikerfreundlichen Club", wie Katharina Heinius es im Podcast beschreibt.
    Das bedeutet, die Musiker haben große Teile der Eintrittsgelder erhalten und hatten dort vor allem Auftrittsmöglichkeiten. Wichtige Grundvoraussetzung des Inhabers: Es durften keine Coversongs gespielt werden. In diesem Umfeld hatten die Ramones, die sich 1974 gegründet haben, ihre ersten Auftritte.
    Harte Zeit für Punk: Die Ramones hatten einen langen Weg zum Debütalbum
    Auch wenn die Ramones live ein Publikum begeistern konnten – einen Plattenvertrag wollte ihnen anfangs keiner geben. Die Plattenfirma Sire Records bot ihnen zunächst einen Vertrag über eine einzige Single an, was die Band ablehnte. Erst gut ein Jahr später bekamen sie dort dann doch einen Vertrag über ein ganzes Album: ihr Debütalbum.
    Etwas Unterstützung bekamen sie von der "Godmother of Punk" Patti Smith. Sire Records wollte eigentlich sie unter Vertrag nehmen, aber Smith lehnte ab und empfahl dem Plattenlabel, sich doch die Ramones mal genauer anzuschauen, wie Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt.
    Als der Plattenvertrag unterzeichnet war, ging dann alles sehr schnell mit dem Album. Die Ramones – typisch Punk – waren keine Fans von Studioarbeit und wollten die Sessions im achten Stock der Radio City Music Hall schnell hinter sich bringen.
    Sie haben nur fünf Tage gebraucht für das komplette Album!

    Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit der Ramones

    Der Punk der Ramones und ihres Debütalbums war schnell – nicht nur musikalisch
    Auch wenn es auf dem Weg zum ersten Album ein paar Unwägbarkeiten und Steine im Weg gab, ging es, als der Plattenvertrag unterschrieben war, sehr schnell. Dieses Tempo sorgte auch dafür, dass die Ramones sozusagen die ersten ihrer Art waren, die ein Album in diesem Genre veröffentlichten, auch wenn in Großbritannien etwa zur gleichen Zeit die Punkszene entstanden ist.
    Es war auch ein Wettlauf, wer bringt das erste Album raus, das dieses Genre definiert? Und das waren die Ramones!

    Quelle: Benjamin Brendebach Musikredakteur über die Ramones

    Auch wenn die Ramones nicht "die ersten ihrer Art waren" – sie waren klar definiert und prägend für die ganze Szene. Und das, obwohl die ursprüngliche Heimat des Punks oft in Großbritannien, genauer gesagt England, gesehen wird. Die amerikanische Band Ramones war im Grunde genommen auch der Startschuss für den Punkboom in Großbritannien, weil sie schon im Juli 1976 in London auftraten und zwei ausverkaufte Shows im Stadtteil Camden spielten, erzählt Katharina Heinius im Podcast.
    Als die angekündigt wurden, haben die Leute gesagt: Das ist der neueste heiße Scheiß aus New York, da müssen wir hingehen.

    Quelle: Benjamin Brendebach über die Londoner Konzerte der Ramones 1976

    Das macht den Punk und das Debütalbum von den Ramones so besonders
    Die Ramones sind mit ihrer Musik und vor allem ihrem selbstbetitelten Debütalbum zu Ikonen des Punk geworden und haben echte Pionierarbeit geleistet – schnörkellos und mit erhobenem Mittelfinger. Die Bedeutung ihres Debütalbums beschreibt Musikredakteur Benjamin Brendebach so:
    Sie haben ihren Stil entwickelt und damit eigentlich auch den Punk entwickelt. Das Album ist roh, es ist schnell, es ist laut! Die Songs sind nicht länger als drei Minuten.

    Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über das Debütalbum der Ramones

    Shownotes
    • Buchtipp: "Please Kill Me – Die unzensierte Geschichte des Punk"
    • Webseite der Cover-Fotografin Roberta Bayley
    • ARD Podcast-Tipp: "Being The Beatles"
    Über diese Songs vom Album "Ramones" sprechen wir im Podcast
    • (19:46) – "Blitzkrieg Bop"
    • (35:26) – "Judy Is A Punk"
    • (43:05) – "I Don't Wanna Walk Around With You"
    • (46:24) – "I Wanna Be Your Boyfriend"
    • (51:53) – "53rd & 3rd"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (05:08) – "Boss Hoss" von The Sonics
    • (06:07) – "Raw Power" von Iggy & The Stooges
    • (06:55) – "Personality Crisis" von The New York Dolls
    • (07:57) – "Gloria" von Patti Smith
    • (17:34) – "Kick Out The Jams" von MC5
    • (28:08) – "Saturday Night" von Bay City Rollers
    • (31:06) – "My Dark Hour" von Steve Miller und Paul Ramone
    • (37:41) – "The Punk And The Godfather" von The Who
    • (47:36) – "I Should Have Known Better" von The Beatles
    • (48:18) – "I Wanna Be Your Man" von The Beatles
    • (48:40) – "I Wanna Be Your Man" von den Rolling Stones
    1 hr 3 min
  • Pink – "I'm Not Dead"
    2006 hat Pink mit "I'm Not Dead" ihr viertes Studioalbum herausgebracht, bei dem schon direkt der Albumtitel ein Statement ist: Ich bin nicht tot! Ein Album und ein Statement, mit dem Pink klarmacht, dass sie gekommen ist, um (im Popbusiness) zu bleiben.
    Ihren internationalen Durchbruch hatte Pink mit ihrem zweiten Studioalbum "Missundaztood" im Jahr 2001 geschafft. Darauf waren mit Songs wie "Get The Party Started", "The Pill" und "Family Portrait" auch ihre ersten internationalen Hits – mit allen drei hatte sie es bei uns in die Top 10 geschafft.
    Bei "I'm Not Dead" erreicht Pink die nächste Stufe
    Sängerin Pink hat eigentlich seit Beginn ihrer Karriere das Image der selbstbestimmten, starken Frau – womit sie selbst ein tolles Vorbild ist. Nur wie sie das verkörpert und präsentiert hat, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt.
    Sie hat erkannt: Sie ist jetzt Erwachsen!

    Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über Pinks Wandel

    War sie bei Songs wie "Get The Party Started" eher noch "die freche Göre", die einfach gemacht hat, was sie will, ist sie bei ihren Songs vom Album "I'm Not Dead" erwachsener geworden, hat dabei aber kein bisschen ihrer Stärke verloren.
    Sie hat gerafft: Kindheit ist vorbei und jetzt wird's richtig ernst, Freunde!

    Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über den Albumtitel "I'm Not Dead" von Pink

    Für "I'm Not Dead" holt Pink sich Unterstützung
    Dass Popstars für das Schreiben ihrer Songs oft auf Songwriter zurückgreifen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch Pink hat in ihrer Vergangenheit mit bekannten Songwritern und Songwriterinnen zusammengearbeitet. Für ihren Erfolgssong "Get The Party Started" hat Pink sich Unterstützung von Linda Perry geholt.
    Linda Perry war in den 90ern die Frontfrau der Gruppe "4 Non Blondes", die vor allem durch ihren Kulthit "What's Up" weltweit bekannt geworden ist. Als Songwriterin hat Linda Perry neben Pink auch schon mit Sängerinnen wie Christina Aguilera, Gwen Stefani, Alicia Keys oder Celine Dion zusammengearbeitet.
    Das ist immer die Frage, auf die keiner kommt: Wer ist nach Paul McCartney der erfolgreichste Songschreiber? Dann fallen einem einfach 20 große Stars ein, aber die Wahrheit ist: Es ist Max Martin!

    Quelle: Jochen Stöckle über Songwriter und Produzent Max Martin

    Für ihr Album "I'm Not Dead" hat sich Pink Support aus Schweden geholt, von Songwriter und Produzent Max Martin. Über 25 Nummer-1-Hits hat er geschaffen und ist damit seit Jahren quasi ein Garant für einen Charterfolg.
    Er hat zum Beispiel Britney Spears bei ihrem Durchbruch geholfen und an Songs für Boybands wie N*Sync und die Backstreet Boys mitgearbeitet. Bei Pinks Album "I'm Not Dead" war er gleich an mehreren Songs beteiligt.
    Musikalisch und persönlich hat sie sich da gefunden. Das ist einfach Pink! Und die kann man auch nicht kopieren oder nachahmen. Sie ist einfach ein Unikat!

    Quelle: Franka Morgano, Sängerin über Pink und das Album "I'm Not Dead"

    "Stupid Girls" vom Pink-Album "I'm Not Dead" hat eine starke Botschaft
    Der Albumopener "Stupid Girls" ist einer der erfolgreichsten der Platte und er hat gleichzeitig auch eine starke Botschaft: "Sei kein dummes Mädchen", appelliert Pink in ihrer Vorbildrolle an alle Mädchen, Frauen und Teenager.
    Erfüllt nicht die Klischees von langen Fingernägeln, kurzen Tops und teuren Handtaschen, um anderen zu gefallen, so heißt es sinngemäß im Songtext und im Musikvideo. Dort persifliert die Sängerin die Popstars und IT-Girls zu der Zeit Anfang der 2000er wie Lindsay Lohan, Paris Hilton oder auch Sängerin Jessica Simpson. Für das Musikvideo hat Pink dann auch noch den MTV Video Music Award in der Kategorie "Bestes Pop Video" bekommen.
    Der Familienmoment auf "I'm Not Dead" von Pink
    Die Liebe zur Musik hat Pink von ihrem Vater, sagt sie selbst. Und vor allem ihr Vater war eine sehr wichtige Bezugsperson für sie. Auf dem Album singt Pink gemeinsam mit ihrem Vater einen Song, den er selbst über seine Zeit im Vietnamkrieg geschrieben hat. Für sie war es der erste Song, den sie jemals gelernt hat zu singen. Dieser Song ist der emotionale Höhepunkt der Platte.
    Das Vermächtnis von "I'm Not Dead" und Pink
    Für Podcastgast Franka Morgano liegt die Stärke des Albums "I'm Not Dead" wieder darin, dass Pink eindrucksvoll zeigt, dass es sich lohnt, man selbst zu sein und, dass es nichts bringt, sich zu verbiegen, denn das würde das Publikum sowieso merken, sagt die Sängerin aus eigener Erfahrung.
    Sei du selbst! Egal, was andere sagen!

    Quelle: Franka Morgano, Sängerin über das Vermächtnis von Pink und ihrem Album "I'm Not Dead"

    Shownotes
    • Musikvideo zum Song "Stupid Girls"
    • Pinks Rede bei den "MTV Video Music Awards" (2017)
    • ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!"
    Über diese Songs vom Album "I'm Not Dead" sprechen wir im Podcast
    (16:22) – "Stupid Girls"
    (22:07) – "Who Knew"
    (29:29) – "I Have Seen The Rain"
    (39:35) – "Dear Mr. President"
    (47:53) – "I'm Not Dead"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    (09:22) – "Key To My Heart" von Pink
    (10:22) – "Lady Marmalade" von Missy Elliott, Christina Aguilera, Lil' Kim, Mya, Pink
    (17:14) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini" von Brian Hyland
    (17:40) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini" von Caterina Valente
    (24:05) – "...Baby One More Time" von Britney Spears
    (24:21) – "That's The Way It Is" von Celine Dion
    (24:27) – "It's My Life" von Bon Jovi
    (24:33) – "Cloud Number Nine" von Bryan Adams
    (25:09" – "I Want It That Way" von den Backstreet Boys
    53 min
  • 50 Jahre BAP – "Paar Daach Spääder"
    Diesmal geht es nicht nur um ein einzelnes Album, sondern BAP als Liveband im Spiegel von fünf Jahrzehnten Musikgeschichte. Passend dazu ist am 27. März 2026 die Jubiläumsbox "Paar Daach Spääder" erschienen, mit 50 Live-Aufnahmen aus 50 Jahren BAP.
    Für dieses Meilensteine-Special kommt einer zu Wort, der diese Geschichte wie kein Zweiter geprägt hat: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Gemeinsam mit Meilensteine-Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach blickt er zurück auf 50 Jahre Bandgeschichte. Zur Aufzeichnung haben sich die drei im legendären Maarwegstudio2 in Köln getroffen, in dem auch einige BAP-Alben entstanden sind.
    Die Anfänge von BAP – Vom Hühnerstall zum Rockpalast
    Nach einem Malerei-Studium in den frühen 1970er-Jahren absolvierte Wolfgang Niedecken gerade den Zivildienst und macht immer wieder mit unterschiedlichen Leuten Musik. Die Gruppe, die sich ab 1976 um ihn bildet, trifft sich zunächst in wechselnder Besetzung. An eine Rockstar-Karriere denkt zu diesem Zeitpunkt niemand.
    Wir hatten keinen Karriere-Plan.

    Quelle: Wolfgang Niedecken zu den Anfängen von BAP

    Der entscheidende Impuls kommt dann eher zufällig: Ein Saxophonist aus einer früheren Band meldet sich bei Niedecken. Er habe einen Bauernhof geerbt, erzählt er. Dort gebe es einen Hühnerstall, den man mit etwas Arbeit in einen Probenraum umbauen könne. Kein großer Plan und kein Karrieregedanke – einfach ein Ort, an dem man wieder zusammen Musik machen kann.
    Seinen ersten kölschen Song schrieb Wolfgang Niedecken damals aus Liebeskummer. Der Song kommt gut an, nach und nach entstehen weitere Songs und schließlich ein ganzes Album. Nach der Veröffentlichung wird die Band allerdings wieder umbesetzt. Viele der Musiker haben andere berufliche Verpflichtungen. Auch in den folgenden Jahren bleibt BAP in Bewegung. Mit Klaus Heuser, genannt "Major", kommt 1980 dann aber ein Gitarrist dazu, der die Band und ihren Sound bis 1999 entscheidend prägt.
    Das ist das schöne bei uns, es entwickelt sich alles organisch.

    Quelle: Wolfgang Niedecken über die wechselnde Bandbesetzung

    Als BAP im August 1982 auf der Loreley spielen, wird langsam klar, dass aus der Musik mehr werden könnte. Der Auftritt findet im Rahmen des Rockpalast statt. Das Konzert wird europaweit live im Fernsehen übertragen und verschafft der Band eine ganz neue Reichweite.
    Als offiziellen Gründungstag nennt Wolfgang Niedecken übrigens den 19. Juni 1976 – den Tag, an dem ihn der Anruf wegen des Hühnerstalls erreichte.
    "What the hell is this?" – Als BAP selbst Mick Jagger beeindruckten
    In 50 Jahren haben BAP einige bemerkenswerte Meilensteine erreicht. Sie schafften es, 13 Nummer-eins-Alben herauszubringen und übertrumpften damit sogar die Beatles.
    Im Jahr 1982 spielen BAP als Vorband für die Rolling Stones – eine Band, die für sie immer ein wichtiges Vorbild war. Ihr Song "Hück ess sing Band en der Stadt" ist ihnen gewidmet. Und auch an diesem Abend hinterlassen BAP Eindruck: Schon als Vorband reißen sie das Publikum mit – so sehr, dass es selbst den Stones nicht entgeht. Mick Jagger soll die Szene mit einem ungläubigen "What the hell is this?" kommentiert haben.
    Diese unbändige Spielfreude (von uns), die war natürlich großartig. Wenn wir auf Festivals gespielt haben, hatte die Band, die nach uns gespielt hat, ein Problem.

    Quelle: Wolfgang Niedecken über die Spielfreude von BAP bei ihren Konzerten

    Wenn Kölsch plötzlich nicht passt
    Politik, deutsche Geschichte und gesellschaftliche Haltung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von BAP und Wolfgang Niedecken. Immer wieder greifen ihre Songs diese Themen auf – etwa in "Amerika" oder "Kristallnacht".
    Auch "Absurdistan" gehört in diesen Zusammenhang und zeigt gleichzeitig eine Besonderheit: Der Song beginnt nicht auf Kölsch, sondern auf Hochdeutsch. Wolfgang Niedecken erklärt, dass das keine bewusste Entscheidung war, sondern eher ein Gefühl. Beim Einsingen merkt er, dass sich das Kölsch hier nicht richtig anfühlt. Erst im Refrain kehrt die vertraute Sprache zurück. Für Niedecken selbst war das eine interessante Erfahrung für seinen eigenen Songwritingprozess.
    Die Musik von BAP als Spiegel deutscher Geschichte
    Für SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach erzählt "Paar Daach Spääder" mehr als nur die Geschichte von BAP. In der Jubiläumsbox spiegelt sich auch ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte wider, und eine Band, die immer dann präsent war, wenn es darauf ankam, Position zu beziehen.
    Haltung zu zeigen, sagt Wolfgang Niedecken, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er könne gar nicht anders. Dabei gehe es ihm nie darum, zu belehren oder politische Vorgaben zu machen. Vielmehr wolle er Menschen dazu bringen, sich mit den wichtigen Fragen auseinanderzusetzen.
    Ich will die Leute dazu kriegen, dass sie sich mit den wichtigen Sachen auseinandersetzen.

    Quelle: Wolfgang Niedecken über seine Intentionen bezüglich seiner Haltung

    Grenzen von außen habe es dabei kaum gegeben. Weder Plattenfirmen noch andere Akteure hätten ihm vorgeschrieben, was gesagt werden darf oder was nicht. Haltung war bei BAP immer Teil der Musik.
    Auch mit Blick auf jüngere Bands sieht Wolfgang Niedecken diese Haltung weiterleben. Gruppen wie Kraftklub, Von Wegen Lisbeth oder AnnenMayKantereit stehen für ihn für eine neue Generation von Künstlern, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Gerade in AnnenMayKantereit erkennt Niedecken dabei vieles wieder, was auch BAP geprägt hat.
    50 Jahre BAP und 75 Jahre Wolfgang Niedecken
    50 Jahre BAP – das sind fünf Jahrzehnte voller prägender Momente mit einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands und ihrem Frontmann Wolfgang Niedecken. Anlass genug, um zu gratulieren: zum Bandjubiläum und zu Niedeckens 75. Geburtstag.
    Eine kleine, persönliche Geste gibt es obendrein: Meilensteine Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach bringen dem Geburtstagskind ein Poster mit einer Collage aus 2CV-Enten mit. Eine Anspielung auf Niedeckens legendäre "Kastenente", die ihn in den Anfangsjahren von BAP oft begleitet hat.
    Shownotes
    • Die neue CD/LP Box "Paar Daach Spääder" von BAP
    • BAP - Zeitreise 81/82 - Sartory Säle, Köln 2023 in der ARD Mediathek
    • YouTube-Kanal von BAP
    • WDR Rockpalast Doku "Dann kam alles anders - Wolfgang Niedecken wird 70"
    • Maarwegstudio2 – hier haben wir die aktuelle Folge aufgenommen
    • ARD Podcast-Tipp: "Ball you need is love" von Arnd Zeigler
    Über diese Songs vom Album "Paar Daach Spääder" sprechen wir im Podcast
    • (15:45) – "Hück ess sing Band en der Stadt"
    • (24:51) – "Psycho-Rodeo"
    • (37:15) – "Paar Daach fröher"
    • (41:30) – "Helfe kann dir keiner"
    • (46:30) – "Amerika"
    • (54:26) – "Et Levve ess en Autobahn"
    • (1:00:50) – "Time Is Cash Time Is Money (Bläck Fööss)"
    • (1:04:47) – "Absurdistan"
    1 hr 21 min
  • Gorillaz – "Gorillaz"
    Für die Gorillaz tun sich Damon Albarn und Jamie Hewlett zusammen
    Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett eines der innovativsten Musikprojekte aller Zeiten erschaffen – aus Frust. Entstanden ist die Idee zu dem Projekt, als die beiden WG-Kollegen Ende der 90er zusammen MTV geschaut haben und sich über die glattgebügelte Scheinwelt aus produziertem Hochglanz-Pop ärgerten.
    Damon Albarn erschafft die Gorillaz als Statement der scheinheiligen Popwelt
    "Nichts ist da mehr echt! Und jede Fakeband könnte authentischer sein als das, was wir da sehen", so die frei übersetzte Hypothese der beiden. Also haben sie genau das gemacht. Sie haben mit den Gorillaz die erste echte Fakeband der Welt erfunden. Das musikalische Mastermind ist Damon Albarn, der mit seiner Band "Blur" bereits diverse Erfolge gefeiert hatte und eine der Ikonen des Britpop war.
    An seiner Seite steht sein Mitbewohner und Freund Jamie Hewlett, der sich als Comiczeichner und Co-Autor des Erfolgscomics "Tank Girl" als Künstler einen Namen gemacht hatte.
    Das Ziel war klar: Die Gorillaz sind ein Statement gegen die Popkultur-Scheinwelt. Die Gorillaz kritisieren das Popbusiness, während sie gleichzeitig damit spielen und es erobern – was für eine Ironie.
    Damon Albarn und Jamie Hewlett erfinden ein Universum für die Gorillaz
    Die (offizielle) Band Gorillaz besteht aus den vier fiktiven Charakteren Murdoch Nicalls, 2-D, Noodle und Russell – allesamt mit weitreichenden Hintergrundgeschichten, die spannend, verrückt und natürlich frei erfunden sind.
    Man merkt erst heute, wie krass Visionär dieses Album war!

    Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin und Moderatorin über das Album "Gorillaz"

    Die These des Projekts: Auch wenn etwas komplett frei erfunden ist, kann es authentischer sein als existierende Bands und Menschen aus Fleisch und Blut. Denn hier wird niemandem etwas vorgemacht.
    Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt von Albarn und Hewlett
    Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett nicht nur eine Band aus dem Nichts erschaffen, sondern gleich ein ganzes Universum drumherum. Die Fiktion hört nicht bei der Musik und bei den Videos auf. Es gibt mit "Rise Of The Ogre" eine Bandbiografie, Interviews mit den Bandmitgliedern und vieles mehr.
    Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt, das immer wieder die Grenzen sprengt!

    Quelle: Patrick Schütz, Musikredakteur über die Gorillaz

    Hören, sehen, lesen – es macht Spaß, die Welt der Gorillaz zu entdecken
    Elton John hat Damon Albarn, den musikalischen Kopf hinter der Band, als "interessantesten britischen Musiker" bezeichnet. Spannend ist dabei vor allem, dass es im Gorillaz-Kosmos – im Rahmen des Debütalbums und darüber hinaus – unglaublich viel zu erkunden gibt für die Fans. Es gibt viele Details und Muster, die immer wiederkehren und weitergetragen werden – diese zu entdecken macht unglaublich viel Spaß.
    Neben der Musik gibt es auch viele Filmreferenzen
    Besonders häufig finden sich auf dem Debütalbum zum Beispiel auch Filmreferenzen zu Klassikern der Kinogeschichte. Sei es zu den Italowestern, im Song "Clint Eastwood", dem bekanntesten Stück des Albums, oder zu Horrorfilmklassikern wie "The Shining" oder "Freitag der 13.".
    Der Einfluss von Damon Albarn und den Gorillaz
    Mit dem Debütalbum der Gorillaz haben Jamie Hewlett und Damon Albarn der damaligen Popwelt den Spiegel vorgehalten und gezeigt, dass man für Authentizität nicht mal echte Menschen braucht. Und als (fast schon) Nebeneffekt gibt es hierbei noch großartige Musik, die Weltmusik, Art-Pop, Dub, Triphop, Hip-Hop, Rock und noch vieles mehr verbindet.
    Dieses Album hat uns gezeigt, dass es in der Musik keine musikalischen und kulturellen Grenzen gibt!

    Quelle: Bianca Hauda über das Vermächtnis der Gorillaz

    Shownotes
    • Die komplette Hintergrundgeschichte der Gorillaz
    • Das Musikvideo zu "Clint Eastwood"
    • Das Musikvideo zu "19-2000"
    • Das Musikvideo zu "Rock The House"
    • Das Musikvideo zu "Tomorrow Comes Today"
    • Die Website der "Kong Studios"
    • Kurzdoku über Damon Albarn von Musikjournalist Asa Park
    • Moderator Zane Lowe im Interview mit Damon Albarn
    • Fanwiki zu den Gorillaz
    • Das Interview, das Jamie Hewlett für "Deadline" geführt hat
    • ARD-Podcast-Tipp: Bergfreundinnen
    Über diese Songs vom Album "Gorillaz" sprechen wir im Podcast
    • (20:30) – "Re-Hash"
    • (25:37) – "Tomorrow Comes Today"
    • (36:18) – "Clint Eastwood"
    • (45:53) – "Rock The House"
    • (52:38) – "19-2000"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (30:50) – "I Got Law" von Blur
    • (34:42) – "Java” von Augustus Pablo
    • (35:22) – "Sunset Coming On” von Damon Albarn
    • (47:22) – "Concrete Schoolyard” von Jurassic 5
    • (49:08) – "Mistadobalina” von Del The Funky Homosapien
    1 hr 5 min
  • Depeche Mode – "Black Celebration"
    Für ihr Album "Black Celebration" sind Depeche Mode 1985 zurückgekehrt in die, für sie bereits bekannten, Hansa-Studios nach West-Berlin. Dort hatte die Gruppe um Sänger Dave Gahan bereits die beiden Vorgängeralben "Some Great Reward" und "Construction Time Again" aufgenommen.
    Mit "Black Celebration" entwickeln sich Depeche Mode weiter
    Für Musikredakteur und Depeche Mode-Fan Dave Jörg ist dieses Album die nächste Stufe in der Qualität der Band, erzählt er im Meilensteine-Podcast.
    Das ist die klanglich bisher beste Depeche Mode-Platte, die überhaupt rausgekommen ist.

    Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Black Celebration"

    Die Band hat sich von der Qualität ihrer Produktion und ihres Samplings enorm weiterentwickelt, findet Dave Jörg. Und sie haben damit auch Mut bewiesen, denn sie haben sich mit "Black Celebration" gegen die aktuellen Trends von sanftem und weichem Pop gestellt, wie zum Beispiel Samantha Fox, Sandra oder Modern Talking. Depeche Mode haben mit ihrem Album das Gegenteil gemacht und sind noch düsterer geworden.
    Der dunkle Sound auf "Black Celebration" von Depeche Mode ist nicht negativ
    Bereits der selbstbetitelte Album-Opener zieht uns mit seiner Soundcollage rein in die Platte. Alles klingt dabei sehr düster, aber diese Düsternis ist nichts Schlechtes, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius: "Sie drehen dieses Düstere schon fast um".
    Das passiert, indem sie eine Passage einer Rede von Winston Churchill nehmen, die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehalten hat. Daraus nehmen Depeche Mode für den Anfang ihrer "schwarzen Feier", den Ausschnitt: "Wir dürfen uns eine kurze Zeit der Freude gönnen".
    Es ist so, dass man eine Trauer und Schmerz mit der Musik gemeinsam wegtanzen und wegfeiern kann und sich auch in schweren Zeiten erlauben darf, zu feiern. Dafür ist diese Musik enorm gut, weil man sich da "drin einwickeln kann", sagt Jörg.
    Es macht einen nicht depressiv, sondern im Gegenteil: Diese wohlige Stimmung darin, damit kann man sich zudecken.

    Quelle: Dave Jörg über "Black Celebration"

    Der Depeche Mode Song "Stripped" von "Black Celebration" ist stilprägend
    Depeche Mode haben immer gerne mit Sounds und Samples herumprobiert und gespielt. Der Rhythmus bei ihrem Hit "Stripped" ist auch dadurch entstanden. Dafür hat die Band den Sportwagen von Sänger Dave Gahan im Tonstudio aufgenommen und diesen stark verlangsamt. So hat der Song seinen maschinellen, durchgängigen Beat bekommen.
    Aber die Band hat noch mehr reale Geräusche genommen, um sie verfremdet im Song "Stripped" einzubauen. Bei den Aufnahmen haben sie zum Beispiel auch im Abstand von mehreren Metern Mikrofone, außerhalb des Tonstudios, auf den Boden gestellt und Feuerwerksraketen daran vorbeigeschossen – ein unglaublicher Aufwand.
    Die Arbeit hat sich seither keiner mehr gemacht mit Feuerwerkskörpern, soweit ich weiß.

    Quelle: Dave Jörg über den Produktionsaufwand bei "Stripped"

    "Stripped" war übrigens der erste Song, den die Band für ihr fünftes Studioalbum "Black Celebration" überhaupt aufgenommen hat.
    Die Bedeutung von "Black Celebration" für Depeche Mode
    Mit "Black Celebration" haben Depeche Mode sich ein ganzes Stück weiterentwickelt, ihre Position im Popbusiness gefestigt und gleichzeitig ein neues Level erreicht, was ihre Karriere betrifft, so ordnen Dave Jörg und Katharina Heinius das Album im Kontext der Bandgeschichte ein.
    Shownotes
    • Video und Interview zum Artwork von "Black Celebration"
    • Depeche Mode – "Black Celebration" Kurzfilm (1986)
    • Das Musikvideo zum Song "Stripped"
    • Das Musikvideo zu "A Question Of Time"
    • Buchtipp: "Behind the Wall: Depeche Mode - Fankultur in der DDR"
    • Buchtipp: "Depeche Mode: Monument"
    • Meilensteine Folge zu "Some Great Reward" mit Autor Sascha Lange
    • ARD Podcast-Tipp: "Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche"
    Über diese Songs vom Album "Black Celebration" sprechen wir im Podcast
    • (10:16) – "Black Celebration"
    • (20:17) – "A Question Of Lust"
    • (27:56) – "A Question Of Time"
    • (35:30) – "Stripped"
    • (47:22) – "But Not Tonight"
    • (51:59) – "New Dress"
    58 min

About Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

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