Für ihr Album "Black Celebration" sind Depeche Mode 1985 zurückgekehrt in die, für sie bereits bekannten, Hansa-Studios nach West-Berlin. Dort hatte die Gruppe um Sänger Dave Gahan bereits die beiden Vorgängeralben "Some Great Reward" und "Construction Time Again" aufgenommen.
Mit "Black Celebration" entwickeln sich Depeche Mode weiter
Für Musikredakteur und Depeche Mode-Fan Dave Jörg ist dieses Album die nächste Stufe in der Qualität der Band, erzählt er im Meilensteine-Podcast.
Das ist die klanglich bisher beste Depeche Mode-Platte, die überhaupt rausgekommen ist.
Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Black Celebration"
Die Band hat sich von der Qualität ihrer Produktion und ihres Samplings enorm weiterentwickelt, findet Dave Jörg. Und sie haben damit auch Mut bewiesen, denn sie haben sich mit "Black Celebration" gegen die aktuellen Trends von sanftem und weichem Pop gestellt, wie zum Beispiel Samantha Fox, Sandra oder Modern Talking. Depeche Mode haben mit ihrem Album das Gegenteil gemacht und sind noch düsterer geworden.
Der dunkle Sound auf "Black Celebration" von Depeche Mode ist nicht negativ
Bereits der selbstbetitelte Album-Opener zieht uns mit seiner Soundcollage rein in die Platte. Alles klingt dabei sehr düster, aber diese Düsternis ist nichts Schlechtes, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius: "Sie drehen dieses Düstere schon fast um".
Das passiert, indem sie eine Passage einer Rede von Winston Churchill nehmen, die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehalten hat. Daraus nehmen Depeche Mode für den Anfang ihrer "schwarzen Feier", den Ausschnitt: "Wir dürfen uns eine kurze Zeit der Freude gönnen".
Es ist so, dass man eine Trauer und Schmerz mit der Musik gemeinsam wegtanzen und wegfeiern kann und sich auch in schweren Zeiten erlauben darf, zu feiern. Dafür ist diese Musik enorm gut, weil man sich da "drin einwickeln kann", sagt Jörg.
Es macht einen nicht depressiv, sondern im Gegenteil: Diese wohlige Stimmung darin, damit kann man sich zudecken.
Quelle: Dave Jörg über "Black Celebration"
Der Depeche Mode Song "Stripped" von "Black Celebration" ist stilprägend
Depeche Mode haben immer gerne mit Sounds und Samples herumprobiert und gespielt. Der Rhythmus bei ihrem Hit "Stripped" ist auch dadurch entstanden. Dafür hat die Band den Sportwagen von Sänger Dave Gahan im Tonstudio aufgenommen und diesen stark verlangsamt. So hat der Song seinen maschinellen, durchgängigen Beat bekommen.
Aber die Band hat noch mehr reale Geräusche genommen, um sie verfremdet im Song "Stripped" einzubauen. Bei den Aufnahmen haben sie zum Beispiel auch im Abstand von mehreren Metern Mikrofone, außerhalb des Tonstudios, auf den Boden gestellt und Feuerwerksraketen daran vorbeigeschossen – ein unglaublicher Aufwand.
Die Arbeit hat sich seither keiner mehr gemacht mit Feuerwerkskörpern, soweit ich weiß.
Quelle: Dave Jörg über den Produktionsaufwand bei "Stripped"
"Stripped" war übrigens der erste Song, den die Band für ihr fünftes Studioalbum "Black Celebration" überhaupt aufgenommen hat.
Die Bedeutung von "Black Celebration" für Depeche Mode
Mit "Black Celebration" haben Depeche Mode sich ein ganzes Stück weiterentwickelt, ihre Position im Popbusiness gefestigt und gleichzeitig ein neues Level erreicht, was ihre Karriere betrifft, so ordnen Dave Jörg und Katharina Heinius das Album im Kontext der Bandgeschichte ein.
Shownotes
- Video und Interview zum Artwork von "Black Celebration"
- Depeche Mode – "Black Celebration" Kurzfilm (1986)
- Das Musikvideo zum Song "Stripped"
- Das Musikvideo zu "A Question Of Time"
- Buchtipp: "Behind the Wall: Depeche Mode - Fankultur in der DDR"
- Buchtipp: "Depeche Mode: Monument"
- Meilensteine Folge zu "Some Great Reward" mit Autor Sascha Lange
- ARD Podcast-Tipp: "Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche"
Über diese Songs vom Album "Black Celebration" sprechen wir im Podcast
- (10:16) – "Black Celebration"
- (20:17) – "A Question Of Lust"
- (27:56) – "A Question Of Time"
- (35:30) – "Stripped"
- (47:22) – "But Not Tonight"
- (51:59) – "New Dress"