Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

By SWR1 Rheinland-Pfalz
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Meilensteine – Alben, die Geschichte machten episodes

  • The Beatles – "Rubber Soul"
    "Rubber Soul" von The Beatles gilt als die Erfindung des Rockalbums, erklärt Frank König. So etwas hatte es vorher noch nicht gegeben: Vor dem Album gab es keine einzige Single. Im Dezember 1965 ist einfach das Album erschienen und hat damit die Musikwelt und die Beatles für immer verändert.
    Vor "Rubber Soul" – die USA-Reise veränderte die Beatles
    1965 sind die Beatles von einer großen Tour durch die USA zurückgekommen, auf der sie auch Elvis Presley, Bob Dylan und The Byrds getroffen hatten. Die Beatles hatten auf dieser Reise unglaublich viele neue Eindrücke gesammelt. Nach ihrer Rückkehr nach England stand für die Gruppe nicht viel an, abgesehen von vier Wochen Zeit im Studio, um neue Musik zu machen. Ein perfekter Zeitpunkt, um alle Eindrücke richtig zu verarbeiten und zu neuer Musik werden zu lassen.
    Dieses Album schießt die Beatles in eine neue Umlaufbahn – musikalisch, textlich, als Band insgesamt [...]!

    Quelle: Ocke Bandixen, Musikjournalist und Podcaster über "Rubber Soul" von den Beatles

    Und mit "Rubber Soul" hatten die Beatles dann wieder so viel Inspirationskraft freigesetzt, dass daraufhin neue (legendäre) Musik entstanden ist. Beach Boys-Mastermind Brian Wilson hat die Platte zu ihrem eigenen Meilenstein "Pet Sounds" inspiriert.
    Auf "Rubber Soul" hören wir Experimente der Beatles
    Neue Eindrücke verarbeiten und neue Dinge ausprobieren – beides machen die Beatles auf ihrem Album "Rubber Soul". Das hören wir zum Beispiel auch sehr eindrücklich beim Song "Norwegian Wood" an einem Instrument. Es ist das erste Mal in der westlichen Musik, dass ein Pop- bzw. Folk-Song veröffentlicht wird, auf dem eine indische Sitar zu hören ist. Die hatte George Harrison mit zu den Beatles gebracht. Entdeckt hatte er sie bei den Dreharbeiten zum Film "Help!".
    Später hat George Harrison dann auch Sitar-Unterricht genommen bei Ravi Shankar, DEM indischen Sitarkünstler und Vater der Sängerin Nora Jones.
    Bei den Beatles hat sich vor "Rubber Soul" persönlich vieles verändert
    In der Zeit bevor die Band für "Rubber Soul" in die EMI-Studios, die späteren Abbey Road Studios, gegangen ist, hatte sich bei den Bandmitgliedern vieles verändert, erzählt Katharina Heinius. Es gab Hochzeiten, Umzüge, Hauskäufe, Nachwuchs und Ähnliches. Dinge, die oft im Leben den persönlichen Blickwinkel verändern und auch bereichern können.
    Ich finde, man kann an diesem Album sehr gut ablesen, dass etwas Neues beginnt. [...] Es ist ganz viel Neues zu spüren, aber eben auch noch ein bisschen Tradition, so wie sie eben in den Alben vorher Musik gemacht und auch gedacht haben.

    Quelle: Ocke Bandixen, Musikjournalist und Podcaster über "Rubber Soul" von den Beatles.

    Shownotes
    • "Recording The Beatles" – das Buch zum Studio-Equipment der Beatles
    • Kommentare der Beatles zu jedem Song
    • ARD Podcast-Tipp: "Becoming The Beatles - Die Hamburger Jahre"
    • Die zweite Staffel von "Becoming The Beatles" – Der Podcast braucht eure Unterstützung
    • Tickets für das SWR Podcastfestival in Mannheim
    Über diese Songs vom Album "Rubber Soul" sprechen wir im Podcast
    • (13:28) – "Drive My Car"
    • (28:33) – "Norwegian Wood"
    • (46:02) – "Nowhere Man"
    • (56:08) – "In My Life"
    • (01:06:03) – "If I Needed Someone"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (30:08) – "A Heartful Of Soul" von The Yardbirds
    • (38:20) – "You've Got To Hide Your Love Away" von The Beatles
    • (38:31) – "The Times They Are A-Changing" von Bob Dylan
    • (39:02) – "Like A Rolling Stone" von Bob Dylan
    • (39:25) – "Desolation Row" von Bob Dylan
    • (39:45) – "Fourth Time Around" von Bob Dylan
    • (01:04:24) – "In My Life" von Johnny Cash und Sean Connery
    • (01:06:57) – "The Bells Of Rhymney" von The Byrds
    • (01:07:34) – "Mr. Tambourine Man" von The Byrds
    • (01:08:00) – "If I Needed Someone" von The Hollies
    1 hr 13 min
  • Black Sabbath – "Paranoid"
    Diese Folge ist für das Team der Meilensteine etwas ganz Besonderes. Es ist die erste Folge, die wir live in einem Club vor Publikum aufgezeichnet haben und mit dieser Folge verabschiedet sich das Meilensteine-Team von der verstorbenen Rock- und Heavy Metal-Legende Ozzy Osbourne.
    Wie groß das Vermächtnis von Ozzy Osbourne ist, habe ich selbst erst nach seinem Tod gemerkt. [...] Ich habe noch nie so viele Reaktionen namhafter Musiker und Stars auf allen Kanälen gesehen, wie bei Ozzys Tod. Gefühlt war das die gesamte Musikwelt. Immer wieder fiel dabei ein Satz: "Ohne ihn und Black Sabbath wäre ich nicht das geworden, was ich bin."

    Quelle: Stephan Fahrig über das Vermächtnis von Ozzy Osbourne

    "Paranoid" von Black Sabbath ist stilprägend für den Heavy Metal
    "Paranoid" von Black Sabbath gilt heute als eines der stilprägenden Alben des Heavy Metal. Der Begriff Heavy Metal war ein Jahr zuvor zum ersten Mal in einem Song erwähnt worden, bei Steppenwolfs "Born To Be Wild" heißt es:
    I like smokin' Lightning, Heavy Metal Thunder, Racing with the Wind and the Feeling, that I'm under.

    Quelle: Textzeile aus "Born To Be Wild" von Steppenwolf

    Und auf "Paranoid" machen Black Sabbath sich auf den Weg, die Musik zu machen, aus der der Heavy Metal entsteht. Damit hat in den kommenden Jahren der Hardrock und Heavy Metal dann gefühlt musikalisch die Zeit der Hippie-Musik abgelöst und ist zum musikalischen "Next Big Thing" geworden.
    Bis Black Sabbath so geklungen haben, wie sie auf "Paranoid" klingen, hat es noch eine kurze Weile gedauert. In der Anfangszeit bestand die Band noch aus sechs Musikern und machte eher Heavy Blues-Musik.
    Die Geschichte von Black Sabbath und "Paranoid" beginnt wie viele Bandgeschichten
    Heute lernen sich viele Musiker über soziale Netzwerke kennen, um sich fürs gemeinsame Musikmachen zusammenzufinden. Das alles gab es zur Zeit von Black Sabbath im Birmingham der 60er-Jahre noch nicht. Ozzy Osbourne und Gitarrist Tony Iommi lernen sich klassisch in der Schule kennen.
    Tony Iommi ist ein echter Schulrowdy und auch Ozzy wird von ihm sogar verprügelt. Kaum zu glauben, dass diese Jungs sich danach zusammengetan haben, um eine Band zu gründen und Musikgeschichte zu schreiben.
    Ist "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal?
    Ob das Album "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal ist, oder noch Heavy Blues, oder etwas anderes dazwischen, darüber streiten sich Fans gerne. Worüber sich viele Fans einig sind, ist, dass es wegweisend für das Genre Heavy Metal ist. Genau deshalb ist es auch ein absoluter Meilenstein.
    Es hat unbestreitbar die Wurzeln des Heavy Metal und auch alle Zutaten dieses Genres schon beinhaltet, wie wir sie heute als Heavy Metal definieren würden.

    Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Paranoid"

    Der Kulthit auf dem Black Sabbath Album ist der Titelsong "Paranoid"
    Es ist eines der ikonischsten Gitarrenriffs und Songanfänge der Musikgeschichte: "Paranoid" von Black Sabbath. Spannend ist dabei, dass der Song erst ein halbes Jahr nach dem Album veröffentlicht worden ist. Heute würde man das vermutlich anders machen, aber damals hatte ein Album noch einen viel höheren Stellenwert als heute.
    Beim Song selbst gibt es auch ein weit verbreitetes Missverständnis. Es geht nämlich nicht um Paranoia oder paranoide Schizophrenie, sondern es geht um Depressionen. Beim Songwriting gab es innerhalb der Band nämlich eine Verwechslung der Begriffe Depression und Paranoia, erklärt Stephan Fahrig. Aber für ihn ist diese Verwechslung unter dem Entstehungsmomentum des Songs nachvollziehbar:
    Ich sage mal: Das kann vorkommen, wenn man einen Welthit in 20 Minuten schreibt.

    Quelle: Stephan Fahrig über die Entstehung des Songs "Paranoid"

    Der Gitarrensound von Tony Iommi und Black Sabbath auf "Paranoid"
    Der Gitarrensound auf "Paranoid" von Black Sabbath ist ikonisch. Wie Tony Iommi zu diesem Sound gekommen ist und wie er von seiner Fender Stratocaster zur für ihn typischen Gibson SG-Gitarre gewechselt ist (dabei spielen ein Unfall und ein Zufall eine entscheidende Rolle), und vieles mehr besprechen wir im (Live)Podcast zu "Paranoid" von Black Sabbath.
    Shownotes
    • Youtube-Kanal von Black Sabbath
    • Artikel zum Duo "Cindy und Bert" und ihrer Version von "Paranoid"
    • Der Ort unserer Liveaufzeichnung: "Circus Maximus" in Koblenz
    • Artikel über die Ur-Geschichte des Heavy Metal
    • ARD-Podcast-Tipp: "Iron East – Heavy Metal im Osten"
    • Tickets für das SWR Podcastfestival in Mannheim
    Über diese Songs vom Album "Paranoid" sprechen wir im Podcast
    (19:55) – "War Pigs"
    (41:09) – "Paranoid"
    (47:07) – "Iron Man"
    (01:01:58) – "Hand Of Doom"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    (21:42) – "Born To Be Wild" von Steppenwolf
    (22:49) – "Warning" von Black Sabbath
    (25:56) – "You Really Got Me" von The Kinks
    (26:25) – "Immigrant Song" von Led Zeppelin
    (26:47) – "Speed King" von Deep Purple
    (26:59) – "It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll)" von AC/DC
    (28:31) – "Breaking The Law" von Judas Priest
    (28:44) – "Number Of The Beast" von Iron Maiden
    (44:07) – "Communication Breakdown" von Led Zeppelin
    (01:09:49) – "Wherever I May Roam" von Metallica
    (01:10:09) – "Outshined" von Soundgarden
    (01:10:34) – "Seasons In The Abyss" von Slayer
    1 hr 14 min
  • Fehlfarben – "Monarchie und Alltag"
    Das "Wohnzimmer und die Keimzelle" der Fehlfarben, so beschreibt Katharina Heinius es im Podcast, war der Ratingerhof in Düsseldorf, ein bekannter Szenetreff für Künstler und Punks in der Düsseldorfer Altstadt. Wie passend, dass auch hier die Geschichte der Fehlfarben startet.
    Der Geburtsort von den Fehlfarben und "Monarchie und Alltag" ist der Ratinger Hof in Düsseldorf
    Bevor die Fehlfarben hier begonnen haben, hatten alle Mitglieder auch schon in anderen Punkbands aus dem Umfeld des Ratingerhofs gespielt und wurden teilweise sogar abgeworben.
    Wir waren so eine Art Supergroup der Ratinger-Hof-Szene!

    Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben

    Vom linken Szenetreff mit Punks und Künstlern sind die Fehlfarben für die Aufnahmen zum ersten Album schnell aufgestiegen. Den Plattenvertrag gab’s bei EMI, keinem kleinen Punklabel, sondern einer großen internationalen Firma.
    "Monarchie und Alltag" von den Fehlfarben kommt aus einem großen Studio
    Passend zum großen Namen der Plattenfirma durften die Fehlfarben ihr Album "Monarchie und Alltag" auch in einem namhaften Tonstudio aufnehmen, den Maarweg Studios. In denen hatten zuvor schon die Rolling Stones aufgenommen und Jahre später würde auch Herbert Grönemeyer hier sein Album "Mensch" aufnehmen.
    Wir wurden beschimpft, dass wir bei der großen Industrie was machen, aber eigentlich war die EMI das größte Independent Label der Welt […] weil die haben alles unter einem Dach gemacht und waren komplett autark und unabhängig.

    Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben

    Die Fehlfarben Texte auf "Monarchie und Alltag" haben sich in den Alltag geschlichen
    Für Musikredakteur Stephan Fahrig hat "Monarchie und Alltag" das Prädikat Meilensteine vor allem schon dadurch erlangt, dass es textlich herausragend ist. "Es war so passend in der Zeit", erklärt Stephan Fahrig. Bei ihm haben sich einzelne Textzeilen und Wörter aus den Fehlfarben Songs in seiner Schulzeit sogar in seine Alltagssprache gebahnt. Ein Punkalbum war "Monarchie und Alltag" für Stephan Fahrig dabei nie.
    Das Vermächtnis des Fehlfarben Debüts "Monarchie und Alltag"
    Im Podcast erzählt Thomas Schwebel von seinem ganz persönlichen Vermächtnis von "Monarchie und Alltag". Wenn man so ein erfolgreiches Album gemacht hat, dann hat das ein Leben schon persönlich sehr geprägt, erzählt der ehemalige Gitarrist der Band.
    So ein Album prägt alles was du danach machst! Du wirst immer mit allem was du machst an dieser Platte gemessen. Es ist eine Bürde, aber eben auch eine große Chance, die einem so eine Platte eröffnet.

    Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben

    Die Geschichte der Fehlfarben abseits von "Monarchie und Alltag"
    Neben den Geschichten zum Album und der Musik sprechen wir im Podcast zu "Monarchie und Alltag" auch über die Bandsituation und das Leben der Fehlfarben. Diese Chance muss man schließlich nutzen, wenn zwei (ehemalige) Bandmitglieder selbst im Podcast sind.
    Gemeinsam mit Katharina Heinius und Stephan Fahrig sprechen die beiden Mitglieder der Fehlfarben Thomas Schwebel und Peter Hein auch darüber warum Peter Hein damals die Band verlassen hat, um wen genau es im Song "Grauschleier" eigentlich geht, wie die Texte entstanden sind und noch vieles mehr aus der Geschichte der Band.
    Shownotes
    • Peter Hein über seine Zeit bei den Fehlfarben
    • Fehlfarben im Fadenkreuz der Stasi
    • ARD-Podcast-Tipp: "Das Geheimnis – Musikalische Rätsel und Krimis zum Mitraten"
    Über diese Songs vom Album "Monarchie und Alltag" sprechen wir im Podcast
    • (19:03) – "Ein Jahr (Es geht voran)"
    • (32:23) – "Grauschleier"
    • (39:22) – "Gottseidank nicht in England"
    • (42:00) – "All That Heaven Allows"
    • (49:19) – "Paul ist tot"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (23:36) – "Le Freak" von Chic
    • (25:18) – "I Want Your Love" von Chic
    59 min
  • Queen – "A Night At The Opera"
    Der Albumtitel lässt es schon erahnen, bei "A Night At The Opera" handelt es sich um ein Meisterwerk, das wie eine Oper klingt. In diesem Jahr feiert die Platte 50-jähriges Jubiläum.
    "A Night At The Opera" – Das teuerste Album aller Zeiten
    Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung war "A Night At The Opera" das teuerste Album, das je aufgenommen wurde. Queen standen damals aufgrund von Management- und Vertragsproblemen kurz vor dem finanziellen Ruin.
    Obwohl das vorherige Album "Sheer Heart Attack" ein kommerzieller Erfolg war, sah die Band kaum etwas von den Einnahmen. Ihr damaliges Label Trient zahlte ihnen wöchentlich gerade mal 60 Pfund. Zusätzlich gab es Streit mit ihrem damaligen Manager Norman Sheffield.
    1974 trennten sich Queen von Trient und von Sheffield, wechselten zu EMI und begannen unter ihrem neuen Manager John Reid die Produktion von "A Night At The Opera". Brian May beschrieb das Album einmal sogar als entscheidend für das Fortbestehen von Queen.
    Zum bis dahin teuersten Album überhaupt wurde es unter anderem, weil die Aufnahmen in sieben verschiedenen Studios stattfanden. Im Sommer 1975 zogen sich Queen aus London zurück und probten in einer Scheune auf einer Farm im Süden Englands. Zwischendurch arbeiteten sie in den Rockfield Studios in Wales, bevor sie die Produktion in verschiedenen Londoner Studios fortsetzten.
    Jedes Queen-Mitglied prägte "A Night At The Opera" mit eigenen Songs
    Besonders an Queen und an "A Night At The Opera" ist, dass jedes Bandmitglied eigene Songs beisteuerte, die von der ganzen Band arrangiert und eingespielt wurden, auch wenn nicht jeder immer mit den Ideen der anderen ganz zufrieden war.
    So stammt "'39" von Brian May, "Bohemian Rhapsody" von Freddie Mercury und Stücke wie "You're My Best Friend" von John Deacon und "I'm In Love With My Car" von Roger Taylor. Gerade bei letzteren beiden Songs waren die anderen Bandmitglieder zunächst skeptisch, mussten die Stücke aber dennoch spielen. So bekam jeder seine eigene "time to shine", als Protagonist seiner Songs.
    Die Entstehungsgeschichte von "Bohemian Rhapsody"
    "Bohemian Rhapsody" gehört zu den größten Hits von Queen und vermutlich zu den wichtigsten Songs der Rockgeschichte. Die Geschichte dahinter ist genauso außergewöhnlich wie der Song selbst.
    Freddie Mercury hatte bereits Ende der 1960er-Jahre die ersten Grundideen zu "Bohemian Rhapsody". 2023 kam heraus, dass das Lied ursprünglich "Mongolian Rhapsody" hieß. Diesen Titel hatte Mercury 1974 auf einem Briefpapier notiert.
    Er ist ein großer Song, weil es eine so große, einmalige, faszinierende Produktion geworden ist.

    Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "Bohemian Rhapsody"

    Warum aus "Mongolian" schließlich "Bohemian" wurde, bleibt bis heute ein Rätsel. Klar ist jedoch, dass das Wort "Bohemian" im künstlerischen Kontext einen Freigeist beschreibt, jemanden, der sich nicht an vorgegebene Strukturen hält. Genau das trifft sowohl auf Freddie Mercury als auch auf "Bohemian Rhapsody" zu.
    Der Song löst sich von traditionellen Konventionen. Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius erklärt, dass er aus drei Elementen besteht: einer Ballade am Anfang, einem Opernteil in der Mitte und einem Rockpart am Ende. Mit einer Länge von fünf Minuten und 55 Sekunden entspricht das Lied zudem kaum einem typischen Hitmuster, weshalb sich das Label zuvor fragte, ob es gut ankommen würde.
    Queen setzten sich dennoch durch. Das Lied blieb so, wie es gedacht war, und wurde zunächst stückchenweise im Radio gespielt. Die Neugier der Fans wuchs dadurch nur noch mehr und verschaffte "Bohemian Rhapsody" am Ende die Aufmerksamkeit, die es verdient.
    Shownotes
    • Vermutliche Inspiration zu "Bohemian Rhapsody": Smetana, Dvorak, István Kertész, Israel Philharmonic – "Bohemian Rhapsody"
    • Das Equipment von Brian May
    • Video zu "You're My Best Friend"
    • Video zu "Bohemian Rhapsody"
    • Buch-Tipp: 50 Jahre Queen & "A Night At The Opera"
    • ARD Podcast-Tipp: "Annelies Royale Welt"
    Über diese Songs vom Album "A Night At The Opera" sprechen wir im Podcast
    • (03:11) – "'39"
    • (11:20) – "Death On Two Legs"
    • (21:10) – "I'm In Love With My Car"
    • (28:44) – "You're My Best Friend"
    • (36:00) – "Love Of My Life"
    • (39:04) – "Good Company"
    • (49:06) – "Bohemian Rhapsody"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (35:30) – "Killer Queen" von Queen
    1 hr 11 min
  • Patti Smith – "Horses"
    "Ungezügelter Rock, aber mit Köpfchen – das war die Idee hinter 'Horses'", so beschreibt Meilensteine-Host Frank König das Debütalbum von Musiklegende Patti Smith. Dass dieses Album in den Meilensteinen besprochen wird, haben sich auch viele der Podcast-Hörer gewünscht – zurecht.
    "Horses" von Patti Smith – Das Debütalbum der "Godmother of Punk"
    Als Patti Smith im November 1975 ihr Album "Horses" rausbringt, mit dem rohen und "garagigen" Rocksound hat die Welt von Punkbands wie den Sex Pistols, The Clash oder den Ramones noch nichts gehört.
    Neben der Musik wurde Patti Smith selber auch stark von Dichtern und Künstlern der Beat Generation beeinflusst. Sie selber kommt eigentlich auch aus der Dichtkunst und der Malerei, wodurch sich schnell erklärt, warum vor allem ihre Texte so stark sind. Inzwischen ist "Horses" Teil des US-Kulturerbes und wurde auch in die Rock'n'Roll-Hall-Of-Fame aufgenommen.
    "Horses" war der Grundstein der Patti Smith zum weiblichen Rock-Vorbild machte
    Große Rockstars, das waren damals fast ausschließlich Männer. Für junge Frauen, die sich für Rock und ähnliche Spielarten interessierten, gab es keine wirklichen Vorbilder, an denen sie sich orientieren konnten.
    Für viele junge Musikerinnen wurde Patti Smith eben zu genau diesem Vorbild. Sie hat gezeigt, dass man auch als Mädchen oder Frau rocken kann und darf. Sängerin Viv Albertine von The Slits hat in einem Interview gesagt, Patti Smith sei ihre eigene Seele, die sichtbar gemacht wurde.
    Ich habe noch nie eine Frau wie sie gesehen. Sie ist meine Seele, die sichtbar geworden ist, all das, was ich tief in mir verberge und nicht ans Licht bringen kann [...]. Ich möchte mich nicht wie sie kleiden oder ihren Stil kopieren, aber sie gibt mir das Selbstvertrauen, mich auf meine eigene Weise auszudrücken.

    Quelle: Viv Albertine, Punk-Musikerin im Interview mit dem "Far Out" Magazine

    Patti Smith und "Horses" waren auch für Katharina Franck ein Vorbild
    Nachdem Katharina Franck "Horses" von Patti Smith gehört hatte, "war alles anders", erklärt die Musikerin im Meilensteine-Podcast.
    Patti Smith hat mich auf einen neuen Weg gebracht, der aber schon als Sehnsucht in mir drin war.

    Quelle: Katharina Franck, Musikerin über ihre Verbindung zu "Horses" und Patti Smith

    Im Podcast sprechen Frank König, Katharina Franck und Katharina Heinius auch über konkrete Beispiele, wie die Kunst von Patti Smith auch den Weg in die Musik der Rainbirds geschafft hat, zum Beispiel in dem Songzyklus "Sea Of Time" vom zweiten Album der Rainbirds.
    Patti Smith und die Zeit vor "Horses"
    Patti Smith versteht sich selber eher als Lyrikerin als als Musikerin. Für sie ist die Musik ein Medium, mit dem ihre Texte mehr Menschen erreichen können, erklärt Katharina Heinius im Meilensteine Podcast.
    Erste Konzerte von Patti Smith fanden im New Yorker Szeneclub "CBGB" statt, wo sie von Clive Davis entdeckt worden ist. Patti Smith hat einen Plattenvertrag über sieben Alben bekommen, was sehr ungewöhnlich war, und damit ein Beweis, wie groß das Vertrauen in ihr Talent war.
    Das Vermächtnis von Patti Smith' "Horses"
    Patti Smith hat mit ihrem Album "Horses" Generationen von Musikern, und vor allem Musikerinnen, beeinflusst, inspiriert und ermutigt, selbst zum Instrument zu greifen und darüber hinaus.
    Meilensteine Gast Katharina Franck hat selbst über den Einfluss von "Horses" auf ihr – nicht nur musikalisches Leben – einmal geschrieben, dass die Musik von Patti Smith (in diesem Beispiel der Song "Birdland") ihr gezeigt hat, dass "sich auch andere Menschen fremd fühlen in der Welt und man sich seinen Platz darin selber nehmen muss". Und sowas schaffen mit Sicherheit nur ganz wenige Künstlerinnen.
    Shownotes
    • Dokumentation über Patti Smith bei arte
    • Patti Smith erinnert sich an ihren Auftritt im Rockpalast 1979
    • Die neue Patti Smith Biographie "Bread of Angels"
    • Website von Katharina Franck mit den Infos zur 40 Jahre Rainbirds-Tour
    • Den Meilensteine Podcast Live erleben – am 14. November in Koblenz
    • ARD-Podcast-Tipp: Bonusfolge des Podcast "Erklär mir Pop" zu "Gloria" von Patti Smith
    Über diese Songs vom Album "Horses" sprechen wir im Podcast
    • (21:30) – "Gloria"
    • (35:55) – "Redondo Beach"
    • (44:25) – "Birdland"
    • (01:02:32) – "Land"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (25:07) – "Gloria" von Them (Van Morrison)
    • (55:31) – "Sea Of Time" von Rainbirds
    1 hr 17 min
  • Pete Townshend – "White City (A Novel)"
    "White City (A Novel)" erschien am 11. November 1985 als das fünfte Solo-Album des Sängers und The Who-Gitarristen Pete Townshend. Mit dem Album reflektiert Townshend seine eigene Kindheit und beschreibt die Welt, aus der er stammt.
    "White City (A Novel)": Ein Album als Therapie
    Der Sänger wuchs in der Nachkriegszeit in West London, in der Nähe des realen White City-Viertels auf. Die Gegend war in der Zeit eine Sozialbausiedlung, geprägt von Hoffnungslosigkeit, Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit. Das Foto auf dem Albumcover wurde tatsächlich auch in diesem Viertel aufgenommen.
    Pete Townshends Eltern trennten sich, als er etwa fünf Jahre alt war. Da beide Musiker waren und oft unterwegs, musste er bei seiner Großmutter leben. Diese Zeit war für ihn äußerst traumatisch, da er dort emotionale Misshandlung erfuhr.
    Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre verlor Townshend mehrere enge Weggefährten, was ihn stark prägte und in eine Depression stürzte. Zusammen mit seinen Kindheitserfahrungen verarbeitete er dies zunächst in der Therapie und später auch künstlerisch in "White City (A Novel)".
    Ich finde, dass dieses Album so eine Tiefe hat, das merkst du ja nicht, wenn du es das erste Mal hörst.

    Quelle: Meilensteine Host Frank König über seinen Eindruck von "White City (A Novel)"

    Pete Townshend und die Studio-Panne bei "Give Blood"
    Für den Album-Opener "Give Blood", holte sich Pete Townshend nicht nur seinen guten Freund und Pink Floyd-Gitarristen David Gilmour ins Studio, sondern auch Simon Phillips am Schlagzeug und Pino Palladino am Bass. Beide gehörten zu Townshends Lieblingsmusikern zu dieser Zeit.
    Dabei passierte jedoch ein kleines Missgeschick: Pete Townshend hatte Simon Phillips versehentlich eine Woche zu früh gebucht. David Gilmour schaffte es dennoch zu den Aufnahmen, während Pino Palladino erst in der darauffolgenden Woche dazukam.
    "White City Fighting" ist der Schlüsselsong des Albums
    Auch bei "White City Fighting" ist David Gilmor mit dabei. Eigentlich hatte Townshend den Song für Gilmours Album "About Face" geschrieben. David Gilmour konnte sich aber nicht mit dem Text identifizieren und lehnte ihn deshalb ab.
    Glücklicherweise – denn thematisch passte "White City Fighting" perfekt zu "White City (A Novel)". Der Song behandelt, wie der Titel schon andeutet, Kämpfe – sowohl innere als auch äußere. Es geht um soziale Konflikte sowie um Townshends persönliche Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit.
    Das Vermächtnis von "White City (A Novel)"
    "White City (A Novel)" greift tiefgehende existenzielle und soziale Themen auf und gibt Einblicke in die traumatische Kindheit von Pete Townshend. Für Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig ist es ein Album, das wegen seiner ernsten Inhalte besonders aus dem eher künstlichen Image der 1980er heraussticht.
    Ich finde, die Melodien, die er hier bringt, gehören zu den besten, die er je komponiert hat.

    Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "White City (A Novel)"

    Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius sieht das Werk sogar als den Abschluss einer Trilogie, die mit "Tommy" beginnt, mit "Quadrophenia" fortgeführt wird und schließlich in "White City (A Novel)" endet.
    Shownotes
    • Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs I"
    • Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs II"
    • Ort des Coverfotos
    • Artikel auf "The Circle" über das Album von Sina Buchwitz und Christof Leim
    • Pete Townshend über "White City (A Novel)"
    • ARD Podcast Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
    • Meilensteine live im Circus Maximus in Koblenz
    Über diese Songs vom Album "White City (A Novel)" sprechen wir im Podcast
    • (21:19) – "Give Blood"
    • (36:12) – "Come To Mama"
    • (39:14) – "Brilliant Blues"
    • (45:15) – "Face The Face"
    • (54:47) – "White City Fighting"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (40:20) – "The Story Of The Blues" von Pete Wylie & The Mighty WAH!
    1 hr 6 min
  • Die Fantastischen Vier – "MTV Unplugged"
    Im Jahr 2000 wurde diese Ehre der deutschen Hip Hop oder Rapgruppe "Die Fantastischen Vier" zuteil, als erste deutsche Ausgabe nach Herbert Grönemeyer. Aufgenommen wurde das Unplugged-Album der Band in der Balver Höhle in Nordrhein-Westfalen.
    Viele Hits der Fantastischen Vier im neuen (Sound-)Gewand
    Das Besondere an einem Unplugged-Album ist oft, dass darauf die größten Hits eines Künstlers, einer Künstlerin oder einer Gruppe sind und eben nicht nur das eine Album mit dem einen oder den zwei Hits. Außerdem klingt ein Unplugged-Album, der Name verrät es bereits, immer etwas anders, weil viele elektronische Elemente fehlen und Songs oft anders arrangiert werden – oft mit Orchestermusikern, weil die grundsätzlich "unplugged" – also nicht eingestöpselt spielen.
    Als im Jahr 2000 das Unplugged-Album der "Fantas" rausgekommen ist, hatte die Band schon elf Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel und schon fünf Alben im Gepäck. Es gab also einiges an Material, auf das Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon zurückgreifen konnten.
    Die Fantastischen Vier und die Anfänge des Hip Hops in Deutschland
    Als die "Fantas" sich Ende der 80er gegründet haben, war Hip Hop und Rap vor allem in Amerika, wo die Musik ihren Ursprung hat, ein großes Ding. Einer der bekanntesten Vertreter war dort zum Beispiel "Grandmaster Flash & The Furious Five".
    In Deutschland steckte Hip Hop noch in den Kinderschuhen und die Fantastischen Vier waren neben der Heidelberger Gruppe Advanced Chemistry eine der ersten erfolgreichen Rap- und Hip-Hop-Gruppen des Landes.
    Während Rap heute oft geprägt ist von viel vulgärer und aggressiver Sprache, weil es eben auch eine Musikrichtung des Protestes sein kann, hat SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein an der Musik von den Fantastischen Vier auch besonders gut gefallen, dass deren Texte eben ohne viel Fluchen ausgekommen sind.
    Im Mainstream und in der Szene – Die Fantastischen Vier kommen gut an
    Glaubwürdigkeit – oder "Credibility" – ist in vielen Musikgenres ein wichtiges Thema, ganz besonders aber im Hip Hop und Rap. Das macht es umso beeindruckender, dass die Fantastischen Vier mit ihren braveren oder gesitteteren Texten sowohl im Mainstream als auch in der Hip Hop Szene gut ankommen.
    Im Normalfall ist das eine klassische Entweder-Oder-Geschichte. Entweder die Szene liebt mich und ich habe dort den Respekt der "echten" Fans, oder ich richte mich nach den Regeln und (ungeschriebenen) Gesetzen der Popwelt, verdiene vielleicht mehr Geld, werde dafür aber von der Hip Hop Szene schief angeschaut.
    Mut und Jede Menge Arbeit – Nur so konnte das Unplugged Album der Fantastischen Vier entstehen
    Das Besondere an dem Unplugged-Album der Fantastischen Vier ist für SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein, dass sich die Hip-Hop-Gruppe mit diesem Album eine gewaltige Aufgabe auferlegt hat, denn die Musik der Gruppe ist größtenteils elektronisch und nicht klassisch instrumentiert.
    Es wurde hier also nicht nur "ein Stecker gezogen", sondern die Songs mussten aufwendig neu arrangiert werden. Das war nicht nur viel Arbeit, sondern damit hat die Band auch jede Menge Mut bewiesen, findet SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein.
    Shownotes
    • Podcast-Tipp: "Fanta Vier Forever, Baby"
    • Meilensteine Folge zum Album "Am Wasser gebaut" von Fettes Brot
    Über diese Songs vom Album "MTV Unplugged" sprechen wir im Podcast
    • (18:54) – "Sie Ist Weg"
    • (25:47) – "Tag Am Meer"
    • (30:51) – "Der Picknicker"
    • (39:08) – "MfG"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (06:22) – "The Message" von Grandmaster Flash & The Furious Five
    • (12:54) – "Die Da" von Die Fantastischen Vier
    49 min
  • Linkin Park – "Hybrid Theory"
    Am 24. Oktober 2025 feiert "Hybrid Theory" seinen 25. Geburtstag. Auf dem Album befinden sich unter anderem Songs wie "Papercut", "Crawling" und "In The End", die es bis heute schaffen, ihre Hörerinnen und Hörer emotional zu erreichen. Dabei waren die Anfänge für Linkin Park gar nicht so einfach.
    Die Anfänge von Linkin Park
    1996 gründeten Mike Shinoda, Brad Delson und Rob Bourdon die Band "Xero". Mit Joe Hahn, Dave "Phoenix" Farrell und Mark Wakefield wuchs das Projekt schnell. Farrell und Wakefield verließen die Band nach kurzer Zeit, allerdings kehrte Dave Farrell im Jahr 2000 wieder zu Linkin Park zurück.
    Es fehlte dann aber noch ein Sänger. Mit Chester Bennington fand die Gruppe 1999 schließlich ihre Stimme, die die Identität und den Sound von Linkin Park maßgeblich prägte.
    Endlich vollständig, suchte die Band auch nach dem passenden Namen. Von "Hybrid Theory" führte der Weg über "Lincoln Park" zu Linkin Park. Doch bis zum ersten Plattenvertrag mussten sie Ausdauer beweisen: Mehr als 40 Showcases spielten sie, aber immer wieder folgten Absagen. Die Begründung: Der Markt für Nu Metal-Bands sei gesättigt. Doch ihre Hartnäckigkeit wurde belohnt, als sie 1999 endlich von Warner Bros. unter Vertrag genommen wurden.
    Man hat gesagt, das Genre ist tot, (...) das will keiner mehr haben. (...) Man darf dranbleiben, man darf auch an sich selbst glauben.

    Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über die Hartnäckigkeit von Linkin Park.

    Das macht Linkin Park so einzigartig
    Zum Nu Metal-Genre gehören neben Linkin Park Bands wie Limp Bizkit, Korn oder Papa Roach. Doch die Gruppe um Mike Shinoda und Chester Bennington schaffte es, sich deutlich von ihren Zeitgenossen abzugrenzen.
    Während viele Bands auf Wut, Sex und Protzen setzten, standen bei Linkin Park tiefe Emotionen, persönliche Konflikte und dunkle Erfahrungen im Vordergrund – oft geprägt von Chester Benningtons eigenen Erlebnissen und inneren Kämpfen.
    Wenn man den Sound von Linkin Park in einem Song zusammenfassen wollte, dann wäre es "Papercut". Die Band selbst bezeichnete ihn immer wieder als ihre musikalische Visitenkarte. Harte Gitarrenriffs treffen hier auf Mike Shinodas Rap-Parts, Chester Benningtons melodisches Schreien und die unverwechselbaren elektronischen Klangflächen von Joe Hahn.
    Wie Chester Bennington Linkin Parks Songs prägte
    Bennington war bis zu seinem Tod 2017 der Sänger von Linkin Park und verlieh den Songs mit seiner vielseitigen Stimme einen unverwechselbaren Charakter. Die Texte spiegelten seine persönlichen Erfahrungen wider – von Kontrollverlust durch Drogen- und Alkoholkonsum über das Gefühl, als Außenseiter in einer zerbrochenen Familie aufzuwachsen, bis hin zu tiefem Selbstzweifel.
    Mit dem Gesang, mit dem Melodiösen und dem Sanften und den Ausbrüchen der Emotionen im Schreienden, kommt eine neue Dimension dazu. Erst damit wird Linkin Park zu Linkin Park.

    Quelle: Meilensteine Redakteur Johannes Heuft über Chester Benningtons Gesang

    Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im Song "Crawling". 2002 wurde er mit dem Grammy für die beste Hard-Rock-Darbietung ausgezeichnet, da er sich so glaubwürdig mit den Themen Drogenkonsum und seinen Auswirkungen beschäftigt.
    Bennington konnte mit seiner Stimme mühelos zwischen hartem, aggressivem Gesang und sanften, verletzlichen Passagen wechseln. Selbst seine Shouts waren melodisch und emotional, wodurch jeder Song eine einzigartige Intensität erhielt.
    Das Vermächtnis von "Hybrid Theory"
    Das Vermächtnis von "Hybrid Theory" und Linkin Park liegt darin, dass sie eine ganze Generation geprägt und inspiriert haben. Mit ihrer damals bahnbrechenden Fusion aus Rap, Rock und elektronischen Elementen schufen sie 2000 einen Sound, der völlig neu war. Auch 25 Jahre später reißen die Songs noch immer mit, fesseln die Fans und lassen sich nicht oft genug hören.
    Das zeigt sich besonders in jüngster Zeit. 2024 kamen Linkin Park mit ihrer neuen Sängerin Emily Armstrong wieder zusammen. Im November 2024 veröffentlichten sie ihr aktuelles Album "From Zero" und gingen damit weltweit auf Tour. Die Tour läuft noch bis 2026 und war bisher schon ein voller Erfolg – zehntausende Fans feierten weltweit ihre Rückkehr auf die Bühne.
    Shownotes
    • Linkin Park – "A Place For My Head" (Live in Texas)
    • Musikvideo zu "My Own Summer" von Deftones
    • Musikvideo zu "Papercut"
    • Musikvideo zu "One Step Closer"
    • Musikvideo zu "Crawling"
    • Musikvideo zu "In The End"
    • Offizielle Webseite von Linkin Park
    • ARD Podcast-Tipp: Crrowl – Rock 'n' Roll Can Never Die
    • Infos zur Liveaufzeichung der Meilensteine in Koblenz
    Über diese Songs vom Album "Hybrid Theory" sprechen wir im Podcast
    • (12:43) – "Papercut"
    • (26:44) – "One Step Closer"
    • (33:24) – "Crawling"
    • (42:17) – "A Place For My Head"
    • (44:47) – "In The End"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (04:26) – "Bring The Noise" von Anthrax & Public Enemy
    • (18:13) – "Nookie" von Limp Bizkit
    • (20:14) – "Xtal" von Aphex Twin
    • (24:12) – "My Own Summer" von Deftones
    • (47:51) – "Circle Of Life" von Elton John
    59 min
  • Paul Simon – "Still Crazy After All These Years"
    Neben dem Grammy für das "Album des Jahres" konnte Paul Simon auch noch die Trophäe für die "beste männliche Gesangsdarbietung" abräumen. Besonders gefreut haben dürfte ihn aber auch, dass das Album bei seinen Fans so gut angekommen ist. Millionenfach hat sich die Platte verkauft. Ein Grund dafür ist womöglich einer der größten Hits des Albums, "50 Ways To Leave Your Lover".
    Vor seiner Solokarriere war Paul Simon bereits ein Star; als Teil des Duos Simon & Garfunkel hatten die beiden Hits wie "Bridge Over Troubled Water", "Mrs. Robinson" und "Sound Of Silence".
    Als Solokünstler wollte Paul Simon weg von der Folkmusik und sich in anderen Genres ausprobieren. Das hören wir nicht nur auf dem Album "Still Crazy After All These Years", sondern auch auf den vorherigen Platten und ganz besonders auch auf dem späteren Album "Graceland", auf dem Paul Simon sich auch der Weltmusik zuwendet.
    Paul Simon verändert seinen Stil auf "Still Crazy After All These Years"
    Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album vor allem ein Jazzalbum, wie er im Podcast erklärt. Und für den Jazz auf Weltklasse-Niveau hat sich der ehemalige Folkmusiker Paul Simon eine lange Liste exzellenter Gastmusiker ins Studio geholt.
    Außerdem hat Simon seine persönlichen Fähigkeiten erweitert. Vor dem Album hat er sich intensiv mit Musiktheorie und Harmonielehre auseinandergesetzt, und das merkt man dem Album an, erklärt Katharina Heinius im Podcast.
    Es ist eine wahre Schatzkiste an Harmonien!

    Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon

    Bei "Still Crazy After All These Years" geht es um Erinnerungen
    Kurz bevor das Album entstanden ist, hatte Paul Simon sich von seiner langjährigen Beziehung getrennt. Gleichzeitig ist er mit seinem musikalischen Partner Art Garfunkel zum Weltstar aufgestiegen – und das alles, obwohl er erst Mitte 30 war, als er das Album gemacht hat.
    Man kann also sagen, dass Paul Simon bis dahin schon viel erlebt hatte. Deshalb ist es auch nur passend, dass es auf dem Album "Still Crazy After All These Years" zu vielen Teilen um Erlebtes und um Erinnerungen jeglicher Art geht und man – so sagt es der Titel – immer noch verrückt ist.
    Das Albumcover zu "Still Crazy..." von Paul Simon ist etwas ganz Besonderes
    Auch wenn das Albumcover und das Foto, das wir darauf sehen, auf den ersten Blick nicht großartig beeindruckend wirkt, ist die Geschichte dahinter doch ziemlich spannend.
    Der Art-Director hinter dem Plattencover von "Still Crazy..." heißt John Burke und er ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat für viele große Künstler die Cover gestaltet und war insgesamt sogar 26 Mal für einen Grammy nominiert. Unter anderem hat John Burke mit Bob Dylan zusammengearbeitet oder auch mit der Band Chicago.
    Das Foto, das wir auf dem Album sehen, ist allerdings nicht von John Burke geschossen worden, sondern von Edie Baskin, die zu der Zeit eine romantische Beziehung mit Sänger Paul Simon hatte.
    Der größte Hit von "Still Crazy..." ist Paul Simons Trennungssong "50 Ways To Leave Your Lover"
    Wenn die Beziehungen von Musikern enden, dann gibt es oft Songs darüber. Häufig sind das traurige Herzschmerz-Monzetten, die nur so triefen vor Melancholie. Dass es auch anders geht, zeigt Paul Simon uns mit seinem größten Solohit "50 Ways To Leave Your Lover".
    Fun fact: Im Song selbst gibt Simon aber nicht 50 "Tipps", um eine Beziehung zu beenden, sondern eigentlich nur fünf.
    Das Vermächtnis von "Still Crazy..."
    Wir hören auf "Still Crazy..." ganz viele verschiedene Musikstile. Es ist viel Jazz dabei, Soul und auch Gospel. Wir hören, wie Paul Simon sich vom Folk abhebt und sich in unterschiedlichsten Musikrichtungen ausprobiert – mit Erfolg. Dieses Album ist ein ganz wichtiger Baustein in der Entwicklung von Paul Simon, erklärt Katharina Heinius im Meilensteine Podcast zu "Still Crazy After All These Years".
    Paul Simon ist [...] da angekommen, wo er hinwill!

    Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon

    Shownotes
    • Infos zum Albumcover von Paul Simons "Sill Crazy After All These Years"
    • Paul Simon bei der Grammy-Verleihung 1976
    • Youtube-Kanal von Paul Simon
    • ARD-Podcast-Tipp: "Tee mit Warum – Die Philosophie und wir"
    • Infos zur Liveaufzeichung der Meilensteine in Koblenz
    Über diese Songs vom Album "Still Crazy After All These Years" sprechen wir im Podcast
    • (13:15) – "Still Crazy After All These Years"
    • (32:26) – "My Little Town"
    • (41:48) – "50 Ways To Leave Your Lover"
    • (55:34) – "Gone At Last"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (40:51) – "Ein ehrenwertes Haus" von Udo Jürgens
    • (43:55) – "50 Tipps" von Ulla Meinecke
    1 hr 6 min
  • Otis Redding – "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul"
    "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" entstand an einem Tag
    "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" erschien am 15. September 1965 und verkaufte sich mehr als 250.000 Mal. Entstanden ist das Album in den legendären Stax-Studios in Memphis – und das in gerade einmal 24 Stunden.
    Das Indie-Label Stax Records war neben Motown Records eines der wichtigsten Labels für Soulmusik und prägte den typischen "Memphis-Soul". Die Stax-Hausband Booker T. & The MG's war auch maßgeblich an der Produktion von "Otis Blue" beteiligt.
    Das Album und die Bürgerrechtsbewegung
    In einigen Songs des Albums zeigt sich ein deutlicher Bezug zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Mitte der 1960er Jahre. Ein Beispiel dafür ist der Song "Ole Man Trouble", in dem Otis Redding musikalische Brücken schlägt. Er verknüpft Elemente des als "weiß" wahrgenommenen Country mit den afroamerikanischen Traditionen der Soul- und Bluesmusik.
    Gerade in den Jahren des Höhepunkts der Bürgerrechtsbewegung war diese musikalische Verbindung mehr als ein Stilmittel. Sie wurde zur künstlerischen Aussage gegen Trennung und Ausgrenzung.
    "Change Gonna Come" wird zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung
    Ein weiterer Song, der in diesem Zusammenhang genannt werden muss, ist "Change Gonna Come". Dabei handelt es sich um eine Coverversion des Songs "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke. Cooke, ein wichtiges Vorbild für Redding, hatte den Song nach einer eigenen rassistischen Erfahrung geschrieben.
    Zusätzlich zum Schreiben inspiriert wurde er, als er Bob Dylans "Blowin' In The Wind" hörte – ein Moment, der ihn dazu brachte, selbst ein Lied über die Ungerechtigkeiten gegenüber Afroamerikanern zu verfassen, diesmal aber aus der Sicht eines schwarzen Musikers.
    Während Dylan der Dichter ist, (...) der, der was vorträgt, ist Otis oder auch Sam Cook (...) der Prediger. Das ist der, der es lebt.

    Quelle: Meilensteine-Redakteurin Katharina Heinius

    Nach Cookes frühem Tod im Jahr 1964 führte Otis Redding dieses Erbe weiter. Er kürzte den Titel zu "Change Gonna Come" und machte den Song endgültig zu einer Hymne der Bürgerrechtsbewegung, die heute sozusagen als amerikanisches Kulturerbe gilt.
    Die Stimme von Otis Redding war voller Emotionen
    Otis Redding hatte die ganz besondere Gabe, mit seiner Stimme pure Emotion zu transportieren und sein Publikum vom ersten Ton an in den Bann zu ziehen. Genau das ist es, was Soulmusik so besonders macht. Anders als im Blues, der oft von Schmerz und Leid geprägt ist, schwingt im Soul stets eine Spur Hoffnung mit.
    Unser Meilensteine-Gast Rolf Stahlhofen, selbst Sänger und früheres Mitglied der Söhne Mannheims, weiß, wie dieser Effekt entsteht: Man darf nicht nachdenken, sondern muss ganz im Moment sein. Und man muss das fühlen, was man singen möchte.
    Das ist, wenn du das Gehirn ausschaltest. Wenn du nicht denkst, sondern nur bist.

    Quelle: Musiker Rolf Stahlhofen über die Gesangskunst von Otis Redding

    Auch Weggefährten beschrieben Redding immer wieder als einen herzensguten, positiven und mitreißenden Menschen, der seine Leidenschaft für die Musik in jeder Note spürbar machte.
    Otis Redding, Aretha Franklin und die Rolling Stones
    Die Songs "Respect" und "Satisfaction" kennen wir nicht nur von Otis Redding, sondern auch von anderen berühmten Musikerinnen und Musikern. Aretha Franklin machte 1967 aus Reddings "Respect" eine Hymne für Emanzipation und Bürgerrechte, während Otis Redding selbst den bekannten Song "(I Can't Get No) Satisfaction" von den Rolling Stones in eine mitreißende Soul- und R&B-Version verwandelte. Mehr darüber erfahrt ihr in dieser Episode der Meilensteine.
    Shownotes
    • Offizielle Homepage unseres Gastes Rolf Stahlhofen
    • Artikel über den Tod von Sam Cooke aus dem "People" Magazine zum Filmstart von "One Night in Miami"
    • Buchtipp: "Sweet Soul Music"
    • Webseite von Stax mit Infos und Videos
    • Buchtipp: "All that Jazz"
    • ARD Audiothek-Tipp: "Alles in Butter" von WDR 5
    Über diese Songs vom Album "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" sprechen wir im Podcast
    • (16:12) – "Ole Man Trouble"
    • (23:42) – "Respect"
    • (32:23) – "Change Gonna Come"
    • (49:15) – "I've Been Loving You Too Long"
    • (54:58) – "Satisfaction"
    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
    • (07:40) – "These Arms Of Mine" von Otis Redding
    • (10:50) – "Green Onion" von Booker T. & The MG's
    • (11:33) – "In The Midnight Hour" von Booker T. & The MG's
    • (12:39) – "My Girl" von The Temptations
    • (17:06) – "(Sittin' On) The Dock Of The Bay" von Otis Redding
    • (19:33) – "King Of The Road" von Roger Miller
    • (23:42) – "Respect" von Aretha Franklin
    • (29:53) – "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke
    • (39:09) – "Blowin' In The Wind" von Bob Dylan
    • (43:43) – "Wenn Dir die Liebe fehlt" von Rolf Stahlhofen
    • (48:33) – "Mr. Pitiful" von Otis Redding
    • (53:48) – "I've Been Loving You Too Long" von den Rolling Stones
    • (59:30) – "Thirty Days" von Chuck Berry
    1 hr 2 min

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